• 12.06.2009

sonntaz-Streit zu Bildungsprotest

Unis schlechtreden ist dumm

Zehntausende Studenten gehen in der kommenden Woche gegen das Hochschulsystem auf die Straße. Sie sollen ihre eigene Bildung nicht so schlechtreden, findet die Chefin der Rektorenkonferenz.

  • 16.06.2009 13:50 Uhr

    von Philipp:

    BA-Abschlüsse sind irrelevant, Ma-Abschlüse max. mit den bislang hochwertigen und geachteten Diplom- und Magister-Abschlüssen vergleichbar. Allerdings klingen auch hier Sem.abschlußklausuren, Masterarbeit und mündliche Prüfung nach Modulhaftigkeit und nicht den niveauvolleren Diplom-Prüfungen, bei denen man das Wissen zumindest des Hauptstudiums präsent haben musste und auch gut konnte, was dem Intellekt und vernetzten Denken und Argumentieren weit zuträglicher ist. In keinem Fall ist ein Master jedoch mit einem Staatsexamen vergleichbar.

    Bologna ist insgesamt ein Irrweg bildungspolitischer Marionetten - Oberflächliche, moralferne, unkritische und modularisierte Pragmatiker sind nicht nur ökonomisch für den Standort schädlich sondern vor allem auch für die Gesamtgesellschaft.

  • 15.06.2009 14:24 Uhr

    von Johanna:

    Uni wird keineswegs schlecht geredet. Wenige mutige Wissenschaftler äußern sich nur kritisch und bewerten die schlimme Situation max. realistisch.

    Das einzige, was dumm ist, ist die aktuelle Bildungspolitik und die Universität verschult und dumm auszugestalten, wie nach Bologna und den Modularisierungen. Darüber sollte die Dame besser nachdenken.

  • 15.06.2009 11:38 Uhr

    von Bald dank Bologna "strukturiert" Promovierende:

    Seltsam, dass das undifferenzierte Zitat der Chefin der Rektorenkonferenz (da die Rektoren durch Bologna mehr Entscheidungsbefugnis bekommen, sind sie natürlich als Befürworter prädestiniert) hier unreflektiert als Aufhänger dient und desweiteren im Namen eines durch ein Buch wohl ein für alle mal ausreichend qualifizierte Autor dazu beiträgt, den wie die studierenden wehrlosen Profs die Schuld in die Schuhe zu schieben, ohne dass die Gegenseite in ihrer Argumentationsweise nachvollzogen wird. Natürlich ist die Verschulung Folge des Bologna-Prozesses und der generellen Ökonomisierung von Bildung - diese muss quantifizierbar sein, und das geht am effizientesten durch abfragbares Faktenwissen. Dies ist nur ein möglicher Ansatzpunkt von Kritik am Bologna-Prozess, der im ganzen Professoren, sonstige Dozenten, den Mittelbau und die Studierenden entmündigt und um die Bildung betrügt. Die taz enttäuscht immer wieder, wenn sie vor radikaler Kritik nicht nur zurückschreckt, sondern sich gar noch eher bei der Gegenseite positioniert und ausgerechnet Leute aus der Wirtschaft, die eindimensional Eindimensionalität kritisieren - damit haben sie zwar recht, aber das Ausmaß des universitären GAUs - eigentlich nicht zuletzt Anbiederung an die Wirtschaft - ist damit nicht erfasst.

  • 15.06.2009 00:20 Uhr

    von cooljazz:

    Studiengebühren dürfen nicht zur Sanierung von Gebäuden genutzt werden!

  • 14.06.2009 15:31 Uhr

    von BildungFürAlle:

    Traurig, liebe taz, dass ihr dieses Thema - auf der ersten Seite so fulminant aufgemacht - zusammengeschrumpft habt auf eine verzerrte "Machen Unis dumm?" Diskussion.

    Damit habt ihr weder den Kern des Bildungsstreik beleuchtet, noch euch kritisch damit auseinander gesetzt. Vielmehr spiegelt eure verkürzte Berichterstattung die Perspektive derjenigen wieder, die sich ohnehin schon vehement gegen den Streik aussprechen.

    Von einer "linken" Tageszeitung hätte ich mir das Gegenteil erwartet.

    Schade.

  • 14.06.2009 14:38 Uhr

    von jackabum:

    Nach einer OECD Studie ist das deutsche Bildungssystem mittelmaß

  • 14.06.2009 10:37 Uhr

    von Torben:

    "Die Universitäten als Verdummungsanstalt zu diffamieren, ist schädlich - und dumm", sagt Margret Wintermantel, Chefin der Rektorenkonferenz.

    Guter Einstieg ins Thema, warum kommt dann nichts mehr? Die Dame hat ihre Haltung doch sicher begründet, wenn nicht hätte man es als hohle Phrase nicht wiedergeben sollen.

  • 13.06.2009 21:38 Uhr

    von Calgary Shilton:

    Ah, ein sanfter Maulkorb also: die Uni und das Bildungswesen doch bitte nicht schlechtreden. Diesen Bockmist, der "Reform" genannt (verhöhnt) wird, kann man gar nicht schlecht genug reden. Man müsste neue Schimpfwörter erfinden. Schreibtischtäter, die als Mitglieder einer Hochschulrektorenkonferenz ihren Ar**h am Ledersessel reiben, können die Realität einfach nicht beurteilen, die sie verschulden. Und die Polit-Stümper, die noch eine Etage höher vergammeln, erst recht nicht. Eine Revolution muss her!

  • 13.06.2009 15:08 Uhr

    von Schulz:

    Die Studenten muessten in die Lage versetzt werden, entweder vor dem Beginn des Studiums oder bis zum Ende des 1.Studienjahres ihren spaeteren Arbeitgeber kennenzulernen und dementsprechend zielorientiert studieren koennen.
    Alles andere hat definitiv keinen absolut keinen Sinn.

  • 13.06.2009 14:32 Uhr

    von navajo joe:

    Naja, mindestens 1/3 der Professoren und Privatdozenten, v. a. in Fächern wie Politikwissenschaft und Philosophie, könnte man ohne Schaden für die Wissenschaft oder die Allgemeinheit sofort entlassen. Abgesehen von ihren didaktisch mangelhaften Fähigkeiten sind auch ihre Argumentationen v. a. rhetorisch hochtrabende Luftblasen, die einem etablierte Mainstream entsprechen. (Nicht zuletzt von diesen Dozierenden haben nämlich auch viele Studierende ihre schlechten Argumentationsmuster, die leider ebenfalls oft schlecht durchdachte Phrasen sind).

  • 13.06.2009 14:23 Uhr

    von Linkshänder:

    Als Chefin der Rektorenkonferenz, sollte sie unterscheiden können zwischen schlechreden und Kritik. Kritik die sachlich durch Studien belegt werden. Kritik als negativ zu werten und Verbesserungsvorschläge zu ignorieren, liebe Rektorin ist d u m m !!!! Ich zolle den Studenten/innen meinen Respekt. Sich solidarisch zusammenschließen, um eine Diskussion anzuregen über Verbesserungen des Hochschulsystems, halte ich für Empfehlenswert. Feiert nicht nur unser Grundgesetz, sondern lebt es auch vor.

  • 13.06.2009 13:16 Uhr

    von J. ist linker Buchstabe:

    Wieso tauscht man eigentlich ein gutes System (Dipl. , Magister) gegen ein schoechteres (Bachelor, Master aus? Die Studenten lernen nichts und haben dazu weniger Zeit als zuvor. Das wirft beinahe Erinnerungen an die Umstellung von G9 auf G8 in den westl. Bundesländern auf.

  • 13.06.2009 01:24 Uhr

    von roflcopter:

    Wo sind denn unsere Studiengebühren, wenn nicht, in irgendwelche Eliten-Unis???
    Bei uns im Hörsaal tropft es immer noch von der Decke!!!

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