• 29.01.2012

Ökonom über die Wirtschaftskrise

"Mehr als finanzielle Handschellen"

Nobelpreisträger und Ökonom Joseph Stiglitz übers Sparen, Eurobonds, einen größeren Rettungsschirm, Strategien gegen die Krise und Angela Merkel.von Hannes Koch

  • 29.01.2012 19:53 Uhr

    von Siegbert Muhsal:

    Die Amerikaner wollten schon immer das Beste. Und was
    das Beste an den Deutschen ist, ist ja auch bekannt.

  • 29.01.2012 18:59 Uhr

    von deutscherExportWAHN:

    Plausibel erscheint es, den Exportüberschuss zu fokusieren.
    EXPORT auf PUMP ist eine innereuropäische Illusion von deutschem Erfolg. Doch die deutsche Wirtschaft insgesamt profitiert NICHT von Lieferungen, die letztlich nicht aus den Importländern Griechenland, Portugal, Belgien, etc. bezahlt werden, sondern von deutschen Steuerzahlern.

    Äußerst indirekt wirksam aber sind zum Exportüberschuss die Handlungsempfehlungen von Stiglitz: Wie hilft die zusätzliche Lehrerstelle, der Kindergarten- und Windparkbau in Hessen den griechichen Exporteuren? Wie hilft das in Griechenland griech. Firmen im Wettbewerb mit deutschen Exporteuren?
    Zeitweise Zollvergünstigungen für Griechenland in Abstimmung mit der WTO wären weit wirksamer.

    Kontraproduktiv ist die Idee gleicher Sozialstandards. Oberhalb von Mindeststandards müssen Sozialstandards die Produktivitätsunterschiede verrindern. Die Wettbewerbsfähikeit steigt, wenn in Griechenland Gesetze die Arbeitszeiten abrupt verlängern bei unveränderten Jahreslöhnen.

  • 29.01.2012 17:46 Uhr

    von Schattenfels:

    Wer heutzutage alles einen Nobelpreis erhält... Obama, Arafat, Stiglitz! Meine Güte!

    Falsch ist schon mal der Vergleich Griechenlands mit einem Lungenkrebspatienten. Ist Griechenland etwa dem Tode geweiht, Herr Stiglitz? Nein, es hat eine Zukunft! Ich würde GR eher mit einem Heroinsüchtigen vergleichen, der auf Entzug gesetzt gehört: Schluss mit der Droge zu billigen Geldes, ein kalter Entzug ist solidarischer als das Besorgen immer neuen Stoffs, Deutschland schaut auch mal in der Klinik vorbei, versprochen!

    Dass Stiglitz bis heute nicht begriffen hat, dass zu billiges Geld nicht die Lösung, sondern die Ursache für das Aufpumpen von immer größeren Blasen ist, die unweigerlich platzen müssen und immer schwerere Krisen verursachen, ist erstaunlich. Die selbe Politik, die in Amerika zur Immobilenblase geführt hat und später Mitauslöser der Bankenkrise war, soll jetzt Wunder bewirken?
    Und die Verschuldung der Staaten in Europa soll jetzt durch einen direkten Ankauf der EZB geschehen? Super "Lösung", der lender of last resort wird nur ein anderer, die Probleme werden lediglich auf eine andere Institution übertragen. Dass diese sich dann irgendwann das Geld selber drucken wird (weil sie es kann) wird unweigerlich in der Inflation enden, die die Geringverdiener am härtesten trifft. "Solidarität" mit den Staatshaushalten, nicht mit den Bürgern ist das Ergebnis. Hinzu kommt, dass zukünftige Generationen vor einen immer größeren Scherbenhaufen gestellt werden, Generationengerechtigkeit ade! Es denke doch mal jemand an die Kinder ;)

    Solidarität beruht doch immer noch auf Freiwilligkeit, in Deutschland, dem Geberland, ist (natürlich) niemand gefragt worden, ob er den EURO will, oder ob er sich der EU-Verfassung (dem "Vertrag" von Lissabon) unterwerfen will. Fragen wir doch einfach mal die Bürger, was sie von den teuren Visionen der Eurobürokraten halten. Aber die Demokratie ist natürlich der größte Feind der Konstruktivisten und Planwirtschaftler.

  • 29.01.2012 16:46 Uhr

    von Gallier:

    Europa ist nicht mit den USA vergleichbar. Amerika ist ein homogenes Staatsgebilde mit einem Wirtschaftssystem und einer Amtssprache usw.
    Die europäischen Regierungen befinden sich in einer Falle, aus die nur ein Crash befreien kann. Sparen heisst Negativwachstum, das das wiederum führt zur Unfähigkeit der Schuldentilgung.
    Ferner war/ist es doch ein Irrsinn, von Griechenland Wirtschaftsleistungen zu verlangen, die das Land auch in 30 Jahren nicht wird liefern können.

    Deutschland wird, selbst wenn es dazu bereit wäre, auf Dauer nicht für halb Europa Hilfe leisten können.
    Und insbesondere nicht bei diesen unsicheren Konjunturaussichen.

  • 29.01.2012 16:41 Uhr

    von KFR:

    ... vermutlich ist es billiger die Verlust-Abschreibungen und Forderungen der deutschen Rüstungs-Konzerne und finanzierenden Banken direkt zu begleichen ( sozialisieren);
    Alternativen, wie Zwangs-Verwaltung oder die Überschreibung der Insel Kreta, verbieten sich schon wegen der deutschen Vergangenheit.

  • 29.01.2012 14:45 Uhr

    von saalbert:

    "Ihr Land trägt Verantwortung dafür, seinen Exportüberschuss zu verringern, und mehr Importe aus anderen Ländern tätigen." - Ein zusätzliches "zu" vor "tätigen" wäre nicht schlecht.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder