Der Ire an sich ist nicht wintertauglich. Als es in der Silvesternacht zur Überraschung der Nation in Dublin zu schneien begann, war die Stadt binnen Minuten lahmgelegt ...von Ralf Sotscheck
Super Artikel, sehr passend. Es ist der erste Winter mit richtigem Schnee, seitdem ich hier wohne, also auch für mich ganz ungewohnt! Aber ganz so schlimm war es dann am Ende doch nicht. Und mittlerweile sind der Schnee und das Eis auch schon wieder geschmolzen :)
08.01.2010 16:29 Uhr
von Ute Bohnsack:
Ralf's Artikel lassen mich doch immer wieder schmunzeln, oder, wie heute, lauthals lachen. Ja so ist's in dieser Bananenrepublik, und Bananen sind nun mal subtropische Gewächse, Schnee und Kälte setzen ihnen arg zu. Leider war mein Lachen getrübt von der gestrigen Nachricht, dass ein lieber, alter Herr aus der Nachbarschaft hier in Clare gestorben ist. Auch dies ist eine Taxi-Story, wenn man so will. Martin ist zeit seines Lebens nicht Auto gefahren - einmal die Woche nahm er ein Taxi nach Ennistymon, um einzukaufen und mit Bekannten auf der Strasse oder im Laden zu schwätzen. Oft fuhren ihn auch Nachbarn hin und her. Am Dienstag kam das bestellte Taxi mit 1 1/2 Stunden Verspätung, um ihn nach Haus zu fahren. Nicht wirklich passend angezogen, hatte er die ganze Zeit auf dem Marktplatz in der Kälte gewartet. Später am Abend sprach er noch mit seiner Schwester. Am folgenden Morgen fand ihn ein Nachbar tot im Bett. Für seine geschätzten 80 Jahre war er recht fit, er hatte seine Hühner, Ziegen, einen Esel, ein paar Kühe. Die galt es täglich zu versorgen, sie lieferten ihm Milch und Eier und auch Gesprächsstoff. Auch nachdem seine Frau vor 12 Jahren starb - Kinder hatten die beiden nicht - hatte er dennoch einen Grund morgens aufzustehen. Er war ein guter, lustiger Mensch, der über niemanden je etwas Böses sagte und den alle mochten. Er starb so, wie er es gewollt hätte, zuhause, im Schlaf, ohne langes Leiden. Sein Ofen sei ziemlich kaputt gewesen, sagte heute jemand auf der Beerdigung. Die magere Bauernrente reichte wahrscheinlich nicht für einen neuen, geschweige denn für eine Zentralheizung. Und der wöchtentliche Heizkostenzuschuss ist gerade genug für 1 1/2 Sack Kohlen. In so einem alten Cottage kommt man damit vielleicht 2-3 Tage aus und so richtig warm wird's auch damit nicht - ich spreche aus Erfahrung. So ist es nicht verwunderlich, das unter den alten Menschen bei Temperaturen wie sie zur Zeit herrschen, die Mortalität stark ansteigt, vor allem bei all denen, die wie Martin den 'Keltischen Tiger', das sogenannte ihre Wirtschafts'wunder' nur aus der Ferne beobachtet hatten. Wäre das Taxi rechtzeitig gekommen, hätte Martin vielleicht noch ein paar Jährchen gehabt, wenn auch nicht wohlhabend, so doch zufrieden in seinem Zuhause mit seinen Tieren, Nachbarn, Freunden. Während der Verkehrsminister irgendwo in Südeuropa im Urlaub ist, sterben uns hier die Alten. Frohes neues Jahr.
06.01.2010 15:04 Uhr
von IBrillalein:
Aaaalso, das sind keine 'Ananas-Palmen', das sind Yukkas, die gibt es auch in frosthart (wachsen übrigens auch in der Witzenhäuser Kirschengegend in Deutschland - ausgepflanzt). Aber: Wesentlich milder ist es hier (in Irland) schon und wenn man sonst so ein Wetter nicht hat, gehts eben in die Hose :D. Eiskunstlauf ist in der Sahel-Zone auch nicht sooo populär und in den wenigsten Kellern in Karlsruhe sind Schneeschippen der Standard.
Aber seeeehr lustig ist das hier schon, so mit dem Schnee. Ganz ungewohnt, für alle. WINTER! Übrigens, am ersten Weihnachtsfeiertag sind in Irland per se alle Gehsteige hoch geklappt.
Verschneite Grüße :D
06.01.2010 14:34 Uhr
von Alittlemoreselfreflection!:
klar. Da man in Irland alle 10 Jahre Schnee bekommt wundert man sich wieso Sie darauf nicht vorbereitet sind und müssen deswegen auch noch als ganzes nicht lernfähig sein!?
"ausladenen figuren": da hat einer wohl vergessen wer am dicksten ist:
da helfen auch Kleidung wenig, was man hier teilweise erleben muss!
05.01.2010 12:46 Uhr
von hamster:
Ich mußte meine 'Vorweihnachtszeit' auch in den Niederlanden verbringen. Denn auch die Niederländer waren mit den Schneeschauern überfordert. Tagelang waren Busse und Züge außer Betrieb. Aber bis zum 23.12. war dann doch wieder alles in Ordnung.
05.01.2010 01:23 Uhr
von wahlschottin:
So wie es aussieht, sind die Iren auch nicht wirklich lernfaehig, so als ganzes. Habe vor zehn Jahren in Dublin gelebt, und als es in einer stillen Winternacht dann doch ein Mal (!) schneite, so fuer 'ne Stunde, ging gar nichts mehr. Auch nicht am naechsten Morgen -- DART, Busse, normaler Strassenverkehr -- alles tot. War froh, meine Wanderstiefel dabei zu haben; zu Fuss war ich drei mal so schnell wie alles andere. Aber wie will man es ihnen auch erklaeren? Die meisten Haeuser (zumindest suedlich vom Liffey...) haben Ananas-Palmen (!) im Vorgarten stehen. Das Konzept "Winter = Schnee" kriegt man den guten Leuten einfach nicht mehr beigepult. Wenn man ihnen was von Sandboxen und Salzstreuen erzaehlt, dann kriegt man eben die oben beschriebenen Blicke. Andererseits auch irgendwie beruhigend zu wissen, dass manche Dinge sich nicht aendern; egal, wieviel Zeit vergangen ist...
04.01.2010 16:32 Uhr
von vreni:
.. war silvester ebenfalls in Dublin.. ganz schön erschreckend wie schlecht die Iren auf den Winter vorbereitet sind...und was da einige Irinnen für´n outfit anhatten: mini und stöckelschuhe war doch relativ unpassend.. unpassend zum Wetter und unpassend zu den teilweise ausladenden figuren...
Leserkommentare
12.01.2010 18:28 Uhr
von Sarah:
Super Artikel, sehr passend. Es ist der erste Winter mit richtigem Schnee, seitdem ich hier wohne, also auch für mich ganz ungewohnt! Aber ganz so schlimm war es dann am Ende doch nicht. Und mittlerweile sind der Schnee und das Eis auch schon wieder geschmolzen :)
08.01.2010 16:29 Uhr
von Ute Bohnsack:
Ralf's Artikel lassen mich doch immer wieder schmunzeln, oder, wie heute, lauthals lachen. Ja so ist's in dieser Bananenrepublik, und Bananen sind nun mal subtropische Gewächse, Schnee und Kälte setzen ihnen arg zu. Leider war mein Lachen getrübt von der gestrigen Nachricht, dass ein lieber, alter Herr aus der Nachbarschaft hier in Clare gestorben ist. Auch dies ist eine Taxi-Story, wenn man so will. Martin ist zeit seines Lebens nicht Auto gefahren - einmal die Woche nahm er ein Taxi nach Ennistymon, um einzukaufen und mit Bekannten auf der Strasse oder im Laden zu schwätzen. Oft fuhren ihn auch Nachbarn hin und her. Am Dienstag kam das bestellte Taxi mit 1 1/2 Stunden Verspätung, um ihn nach Haus zu fahren. Nicht wirklich passend angezogen, hatte er die ganze Zeit auf dem Marktplatz in der Kälte gewartet. Später am Abend sprach er noch mit seiner Schwester. Am folgenden Morgen fand ihn ein Nachbar tot im Bett. Für seine geschätzten 80 Jahre war er recht fit, er hatte seine Hühner, Ziegen, einen Esel, ein paar Kühe. Die galt es täglich zu versorgen, sie lieferten ihm Milch und Eier und auch Gesprächsstoff. Auch nachdem seine Frau vor 12 Jahren starb - Kinder hatten die beiden nicht - hatte er dennoch einen Grund morgens aufzustehen. Er war ein guter, lustiger Mensch, der über niemanden je etwas Böses sagte und den alle mochten. Er starb so, wie er es gewollt hätte, zuhause, im Schlaf, ohne langes Leiden. Sein Ofen sei ziemlich kaputt gewesen, sagte heute jemand auf der Beerdigung. Die magere Bauernrente reichte wahrscheinlich nicht für einen neuen, geschweige denn für eine Zentralheizung. Und der wöchtentliche Heizkostenzuschuss ist gerade genug für 1 1/2 Sack Kohlen. In so einem alten Cottage kommt man damit vielleicht 2-3 Tage aus und so richtig warm wird's auch damit nicht - ich spreche aus Erfahrung. So ist es nicht verwunderlich, das unter den alten Menschen bei Temperaturen wie sie zur Zeit herrschen, die Mortalität stark ansteigt, vor allem bei all denen, die wie Martin den 'Keltischen Tiger', das sogenannte ihre Wirtschafts'wunder' nur aus der Ferne beobachtet hatten. Wäre das Taxi rechtzeitig gekommen, hätte Martin vielleicht noch ein paar Jährchen gehabt, wenn auch nicht wohlhabend, so doch zufrieden in seinem Zuhause mit seinen Tieren, Nachbarn, Freunden.
Während der Verkehrsminister irgendwo in Südeuropa im Urlaub ist, sterben uns hier die Alten. Frohes neues Jahr.
06.01.2010 15:04 Uhr
von IBrillalein:
Aaaalso, das sind keine 'Ananas-Palmen', das sind Yukkas, die gibt es auch in frosthart (wachsen übrigens auch in der Witzenhäuser Kirschengegend in Deutschland - ausgepflanzt). Aber: Wesentlich milder ist es hier (in Irland) schon und wenn man sonst so ein Wetter nicht hat, gehts eben in die Hose :D. Eiskunstlauf ist in der Sahel-Zone auch nicht sooo populär und in den wenigsten Kellern in Karlsruhe sind Schneeschippen der Standard.
Aber seeeehr lustig ist das hier schon, so mit dem Schnee. Ganz ungewohnt, für alle. WINTER! Übrigens, am ersten Weihnachtsfeiertag sind in Irland per se alle Gehsteige hoch geklappt.
Verschneite Grüße :D
06.01.2010 14:34 Uhr
von Alittlemoreselfreflection!:
klar. Da man in Irland alle 10 Jahre Schnee bekommt wundert man sich wieso Sie darauf nicht vorbereitet sind und müssen deswegen auch noch als ganzes nicht lernfähig sein!?
"ausladenen figuren": da hat einer wohl vergessen wer am dicksten ist:
http://www.stern.de/wissen/mensch/uebergewicht-deutschland-ist-in-der-eu-am-fettesten-587495.html
da helfen auch Kleidung wenig, was man hier teilweise erleben muss!
05.01.2010 12:46 Uhr
von hamster:
Ich mußte meine 'Vorweihnachtszeit' auch in den Niederlanden verbringen. Denn auch die Niederländer waren mit den Schneeschauern überfordert. Tagelang waren Busse und Züge außer Betrieb. Aber bis zum 23.12. war dann doch wieder alles in Ordnung.
05.01.2010 01:23 Uhr
von wahlschottin:
So wie es aussieht, sind die Iren auch nicht wirklich lernfaehig, so als ganzes. Habe vor zehn Jahren in Dublin gelebt, und als es in einer stillen Winternacht dann doch ein Mal (!) schneite, so fuer 'ne Stunde, ging gar nichts mehr. Auch nicht am naechsten Morgen -- DART, Busse, normaler Strassenverkehr -- alles tot. War froh, meine Wanderstiefel dabei zu haben; zu Fuss war ich drei mal so schnell wie alles andere.
Aber wie will man es ihnen auch erklaeren? Die meisten Haeuser (zumindest suedlich vom Liffey...) haben Ananas-Palmen (!) im Vorgarten stehen. Das Konzept "Winter = Schnee" kriegt man den guten Leuten einfach nicht mehr beigepult. Wenn man ihnen was von Sandboxen und Salzstreuen erzaehlt, dann kriegt man eben die oben beschriebenen Blicke.
Andererseits auch irgendwie beruhigend zu wissen, dass manche Dinge sich nicht aendern; egal, wieviel Zeit vergangen ist...
04.01.2010 16:32 Uhr
von vreni:
.. war silvester ebenfalls in Dublin.. ganz schön erschreckend wie schlecht die Iren auf den Winter vorbereitet sind...und was da einige Irinnen für´n outfit anhatten: mini und stöckelschuhe war doch relativ unpassend.. unpassend zum Wetter und unpassend zu den teilweise ausladenden figuren...