• 12.04.2010

attac-Bankentribunal

Zur Strafe Karl Marx lesen

In einem Schauprozess in Berlin waren Politiker und Banker wegen ihrer Verantwortung für die Finanzkrise angeklagt. Kritiker beklagen, die Debatte wäre zu ideologisch gewesen.von Svenja Bergt

  • 19.04.2010 06:17 Uhr

    von claudia:

    @Hanna:
    >>Tatsächlich werden Langzeitarbeitslose in Deutschland seit mehreren Jahren nicht nur fortlaufend in Medien und der Öffentlichkeit skandalisiert, direkt oder indirekt angeklagt, sondern in der Realität kämpfen diese Menschen mit der Hartz-Behörde (ARGE), warten jahrelang auf Sozialgerichtsprozesse und erhalten kaum, wenn überhaupt stümpferhafte, Unterstützung durch den Staat, obwohl das ausdrücklich im Gesetz drinnen steht.<<
    Das eigentlich Skandalöse ist, daß viele Betroffene jahrzehnte lang in eine „Arbeitslosenversicherung” Pflichtbeiträge eingezahlt haben und dann feststellten, daß die „Versicherung” die Gelder planmäßig veruntreut hat und sich weigert, Schadensfälle zu regulieren. Um das zu vertuschen, werden die von Arbeitslosigkeit Geschädigten als Verursacher behandelt. In einem Strafvollzug, der im Ton von geschulter Pseudofreundlichkeit getragen ist, aber in der Sache knallhart durchgeführt wird.

    Wer ab 50 seine Arbeit verlor, wurde gezwungen, die Ersparnisse fürs Alter aufzulösen und wird einer als industriellen Reservearmee zugewiesen. Und gezwungen, Zeitarbeutsfirmen als Profitbringer zu dienen. Bis zum Exitus, weil Hatz4 auch die Rente mindert.
    Das soll mit den Hetztiraden verschleiert werden.

    ---
    >>Ich wünschte mir, dass wieder gute marxistische Bücher geschrieben würden, jedenfalls Bücher, die sich an den wirklich wissenschaftlichen Erkenntnissen von Marx und Engels orientieren.<<
    Wir können einfach mal anfangen. Immer, wenn wir irgendwo nicht weiter wissen, können wir bei Marx/Engels nachschlagen. Wir finden dort gute Analysen, an sich auch heute anknüpfen läßt.

  • 15.04.2010 11:16 Uhr

    von Sabine Kurjo:

    Es ist schon unglaublich, dass der groesste Verrat an der Menschheit sich vor all unseren Augen abspielen darf, so dass diese Art von Tribunal eigentlich schon zu spaet ist.

    Vielleicht ist das Web doch effektiver? Oder wird es noch zu einem Nachspiel kommen?

    Konnte leider nicht dabei sein, aber im Geist und auf dem Web immer!

    http://NationaleSchulden.eu
    http://publicdebts.org.uk
    http://bit.ly/9cxxIs

  • 15.04.2010 07:26 Uhr

    von claudia:

    @Karl K Nachklapp:
    >>mal mit Schiller:"...die Szene wird zum Tribunal...."<<
    Ja, der Schiller war schon ein sehr weit vorauschauendes Genie. Wenn man "die Kraniche des Ibykus" mit dem richtigen Backgrund liest, dann fallen ja noch mehr aktuelle Bezüge auf, zum Beispiel:
    "Denn Bank an Bank gedränget sitzen,..."
    oder:
    "Ganz Griechenland ergreift der Schmerz,..."

    nur der Schluß gibt mir zu denken:
    "Man reißt und schleppt sie vor den Richter,
    Die Szene wird zum Tribunal,
    Und es gestehn die Bösewichter,
    Getroffen von der Rache Strahl."

    Soweit sind wir noch nicht.
    Es gibt noch viel zu tun, packen wirs an.

  • 14.04.2010 22:42 Uhr

    von Hanna:

    Vielleicht fehlt diesem Tribunal der echte Druck der Straße oder gar einer gewissen Gewalt. Tatsächlich werden Langzeitarbeitslose in Deutschland seit mehreren Jahren nicht nur fortlaufend in Medien und der Öffentlichkeit skandalisiert, direkt oder indirekt angeklagt, sondern in der Realität kämpfen diese Menschen mit der Hartz-Behörde (ARGE), warten jahrelang auf Sozialgerichtsprozesse und erhalten kaum, wenn überhaupt stümpferhafte, Unterstützung durch den Staat, obwohl das ausdrücklich im Gesetz drinnen steht.
    Durchgebrannte Politikdarsteller wie Theo Sarrazin führen ein weitaus wilderes und unlogischeres Spektakel auf, als dieses Tribunal hier.
    Aber mal zu den Fakten: Immernoch kassieren die Vorstände der Commerzbank 500.000 EURO Jahressalär aus Steuermitteln, obwohl sie die Bank in die Schieflage gebracht haben. Mit so viel Geld sind sie aber nicht untätig geblieben, sie haben hübsch die Entlassung von Angestellten ausgearbeitet, wobei auch hier wieder weich fällt, wer von ganz Oben fällt und hart landet, der jung und Berufsanfänger ist.
    Bisher konnte selbst aus den Reihen wirtschaftsfreundlicher Apologeten nicht logisch erklärt werden, warum diese gescheiterten Bankmanager ausgerechnet 500.000 EURO vom Bürger brauchen, zumal es die Leistungsfähigkeit wohl nicht sein kann.
    In diesem Sinne: Ein Tribunal als Theaterstück wird der Absurdität der deutschen Ungerechtigkeit gar nicht gerecht. Ein paar Steine oder brennende Autos auch nicht. Es braucht wohl eine neue Aktionsform, zumal auch der Boykott nicht viel hilft, schließlich zahl (wirklich fast) jeder für solche exorbitanten Gehälter. Parlallel geht es um Florida-Ralph und Skandale um Langzeitarbeitslose. Gerade eine 0815-Type wie Sarrazin macht mit leicht ausländerfeindlichen Stigmata geradezu Karriere. Und kassiert auch dick aus Steuermitteln ab. Seinen absurden Speiseplan wird er jedenfalls nicht selber ausprobieren müssen, geschweige denn die Situation wirklich erleben zu müssen, dass jemand starken Druck auf einen ausübt, irgendeine Arbeit anzunehmen, auch wenn es Arbeitsplätze gar nicht gibt und wenn es gegen das Gesetz ist.
    Aber was sind schon Gesetze?
    Die gelten offenbar nur für eine armte Truppe von Menschen, die nicht Connections haben. Von mir aus hätte der Staat diese Banken ganz übernehmen sollen, dann wären diese Gehälter auch politisch greiffbar gewesen, nach der momentan Lage, könnte selbst eine Megakoalition diese Gehälter nicht in kurzer Zeit begrenzen oder wenigstens an konkrete, ans Allgemeinwohl gebundene Ziele binden.

    P.S. Marx schrieb übrigens, dass in der Entwicklung des Kapitalismus eine radikale Pauparisierung (Verarmung) der Arbeiter einsetzt ... wohl war!
    Ich wünschte mir, dass wieder gute marxistische Bücher geschrieben würden, jedenfalls Bücher, die sich an den wirklich wissenschaftlichen Erkenntnissen von Marx und Engels orientieren.

  • 14.04.2010 19:32 Uhr

    von Karl K Nachklapp:

    Pps.Für all die Jungs und Mädels, denen die ganze choose nicht paßt - mal mit Schiller:"...die Szene wird zum Tribunal...." (aus - Die Ibiche des Kranikus - glaub ich).
    Die Vereinigten Berufsbankerotteure mit Victory-Man an der Spitze hätten sich doch gemäß der Konkursformel 2.Ordnung: Das Geld in die Hosentasche, die Schulden und Badbanks ins Jackett dem Steuerzahler! risikolos der im medialen Raum selbstgeschaffenen Peanutsfront stellen können.
    Gulag oder Genick-Schuß ala Dschugaschwily hätten sie doch nicht zu besorgen gehabt.
    Zeigt doch selbst sein Nachfolger Wladimir beim Katyn-Paradox menschliche Regungen.
    Und - soviel pädagogischer Zeigefinger sei erlaubt - post Kalle Morx arbeitet doch jeder Wirtschaftswissenschaftler - gleich welcher couleure - mehr oder weniger "marxistisch".
    Geben die, sofern sie noch halbwegs alle Nadeln auf der Tanne haben, zumindest unter vier Augen nach fünf Minuten auch zu. .
    Wenn nicht: gemäß dem Riesenschlange-Elefant-Hut-Test aus dem "Kleinen Prinzen" : Themawechsel, über Krawatten und - Frauen reden.
    Letzteres leitet zwanglos zu Willy-Wolke über. Er hatte von Wirtschaft nicht die allermeiste Ahnung: traurig, aber wahr.
    Sonst wäre er nämlich in den 70gern 15%-Kluncker-(ÖTV) mit Schmackes in die Parade gefahren (Lokie´s Smooky hielt hanseatisch-berechnend einmal die Schnauze).
    Statt als Willy, das Denkmal,in Resignation und Depression zu verfallen mit Lau-Baden und Rücktritt. Um anschließend auf SB-Margarine abzuschmieren.
    Vielleicht wären uns dann die beiden Helmuts erspart geblieben. Jedenfalls als Kanzler.
    In dem Sinne: have a nice time in Berlin: WBS No 1 - ehrlicherweise möcht ich dort nicht mal Mäuschen sein: vermutlich zu langweilig.

  • 14.04.2010 10:41 Uhr

    von Karl K:

    Stellvertretend für Ulrike Herrmann, Jürgen Borchardt et al.: lieber Mitschüler,Freund und Sangesbruder - konsequenter Streiter gegen Bagatell-Kündigungen - Henner Wolter: chapeau, eins rauf mit mappe - schade nicht dabei gewesen zu sein.
    Vielleicht hättest du als Abschluß ein Klarinetten-Solo - "money" oder "Zehn Brieder san wir gewesen, ham wir gehandel mit Hei" gespielt?

    Und der taz zum Titelbild: Hut ab - wie Walesa den Saft.

    Ps.Gruß an deinen Vater und meinen Lehrer,so er noch lebt, der das Staffelholz nicht mißbrauchte,wie weiland Latein-,Sport-&Napola-Lehrer Hillmann. Dem sie später als Direx der Ratzeburger Gelehrtenschule zum Ausgleich die Radmuttern am Wagen lösten.So geht´s doch auch.

  • 14.04.2010 09:01 Uhr

    von Kyle:

    Peinlich was die dt. akad. Elite so alles veranstaltet um sich selbst ein reines Gewissen zu bescheinigen. Ein Sozialrichter gibt sich für so einen Quatsch auch noch her. Intellektuell würde ich das Ganze eher 16jährigen Gymnasiasten zutrauen.

  • 13.04.2010 12:06 Uhr

    von Kommentator:

    @Maria:
    Der Marxismus ist eine wissenschaftliche Perspektive, kein System!

    @Demokrat (Name wohl ironisch gemeint):
    Sie sind ein Geschichtsrevisionist, der massenhaft größtes Leid und Terror (Stalin-Ära) mit einer legitimen sozialkritischen Protestveranstaltung gleichsetzt.
    (WIDERLICH!!)

    Und wer zahlt die Krise künftig und die künftigen Krisen?!?

  • 13.04.2010 11:09 Uhr

    von earlgrey_tea:

    @DEMOKRAT: »» Ja, ein Schau(SPIEL)prozess!

    Schade, dass gute Satire und feinsinnige Kritik häufig für bare Münze genommen werden.

    Ich finde es toll, dass sich das attac-Bündnis um neue n kreative Formen des Protestes bemüht; jenseits der allgegenwärtigen DEMOKRATiefolklore die wir auf jeder Gewerkschaftsdemo bewundern dürfen.

  • 13.04.2010 10:36 Uhr

    von Angsthase:

    Wehret den Anfängen, kann ich nur warnen.
    Wer jetzt bei einem solchen "Schauprozess" applaudiert, der würde später auch untätig zusehen, wenn Radikale sämtliche "Manager und Spekulanten" zwingen würden, ein Erkennungszeichen an der Kleidung zu tragen, die Schaufenster ihrer Geschäfte zerschlägt und ... (Ich möchte mir garnicht ausmalen, wozu unser Volk noch fähig wäre, wenn es sich erstmal ein gemeinsames Feindbild geschaffen hat.)

  • 13.04.2010 08:48 Uhr

    von Demokrat:

    Das war wohl ein Schauprozeß nach dem Vorbild Stalins!

  • 12.04.2010 19:39 Uhr

    von claudia:

    >>"Die tiefere Ursache der Bankenkatastrophe liegt an einem Ausgabenrausch, der alle erfasst hatte, nicht am Handeln Einzelner"<<
    Da lag der Verteidiger falsch: Wenn er nicht sagte: „alle außer Claudia”, dann hat er mich mitgemeint. Ich habe aber niemals Anlageberater und Bankmanager zu wilden Spekulationen angestiftet. Und ich habe nicht der Bundesregierung Geld geliehen, mit dem sie meine Löcher stopfen soll und das mir dann schöne Zinsen bringt.

    Die Verteidigung hat recht, wenn sie sagt, Politiker und Manager handeln nicht aus eigenen Motiven, sondern im Auftrag. Aber das macht nur Sinn, wenn man sich traut, Anstifter und Auftraggeber zu nennen. Da sind ja die berühmten Spatzen, die so Manches von den Dächern pfeifen, (z.B. die Bertelsmann-Anstiftung) einen Schritt weiter als Kaden.

    Ein Verteidiger, der seine Mandanten durch Mittäterschaft versus Haupttäterschaft entlasten will, konnte z.B. sagen:
    „Ich möchte Sie, hohes Gericht, zu einem Gedankenexperiment einladen. Stellen wir uns vor, alle Angeklagten wären vor 10 Jahren in einem Flugzeug zu einem Weltwirtschaftgipfel gereist. Das Fugzeug wäre über dem Meer abgestürzt, alle Insassen wären umgekommen.
    Was wäre dann heute anders, außer daß wir über andere Namen verhandeln würden?”
    Es könnte sich dann ergeben, daß die Staats- pardon, attac-Anwaltschaft noch mal ermitteln müßte, um die Anstifter zu finden.
    Dafür hätte ich einen heißen Tip: Immer, wenn sie von hochpreisigen Anwälten mit einstweiligen Verfügungen und Klagen eingedeckt werden, sind sie fündig geworden.
    Dann könnte eine Analyse des Wirtschafts- und Klassensystems tiefer schürfen als jetzt.

    >>Geld wird als ein Machtmittel missbraucht und lässt andere Menschen für seine Zwecke arbeiten.<< Der Mißbraucher des gehorteten Tauschäqiuvalentes läßt andere für sich arbeiten, nicht das Geld. Das tut wirklich gar nichts.

    >>Als 1348 Brunnenvergifter für die damals grassierende Pest verantwortlich gemacht wurden, war da noch niemand, der es besser wußte...<<
    Diejenigen, die angebliche Brunnenvergifter „entlarvten”, wußten zwar nichts über der Erreger der Pest. Aber sie wußten sehr sehr gut, daß sie die „Brunnenvergifter” aus anderen Motiven anprangerten als behauptet.
    Propagandisten und Volksverarscher sind nie so doof, wie sie scheinen. Sie wissen sehr genau, was sie tun und warum sie es tun.

    >>ich stimme Josef A., 13:28 Uhr, ausdrücklich zu und lade ihn hiermit zu seinem Geburtstag in mein bescheidenes Anwesen (Willy-Brandt-Str. 1) ein. <<
    Au ja. In seinem Geschäft liegen hochkarätige Wertpapiere herum wie woanders Maultaschen und Pfandzettel. Vielleicht kann er ne Kleinigkeit mitbringen?

  • 12.04.2010 15:22 Uhr

    von Angela M.:

    ich stimme Josef A., 13:28 Uhr, ausdrücklich zu und lade ihn hiermit zu seinem Geburtstag in mein bescheidenes Anwesen (Willy-Brandt-Str. 1) ein.

  • 12.04.2010 14:33 Uhr

    von butokah:

    Liebe Leser/innen der TAZ, das Bankentribunal war ein Symbol für das, was gesellschaftlich Seite her schon längst überfällig war. Die ganze Veranstaltung war ein großer Erfolg und überhaupt nicht ideologisch, sondern differenziert und hochpolitisch!
    Das steht auch in dem oben stehenden Artikel, wenn deutlich gemacht wird, dass es sich sehr wohl um eine fachlich fundierte Auseinandersetzung gehandelt hat! Die investigativen Recherchen eines Harald Schumann lieferten sehr präzise Analaysen der Finanzkrise, der Verflechtungen von Politik und Wirtschaft und der sukzessiven Aushöhlung der Demokratie. Das wird in dem Artikel leider nicht erwähnt und war für mich eine der bedeutendsten Momente in der Verlesung des Urteils. Die angeklagten Bundesregierungen sind ihrem, in der Verfassung fest gelegten demokratischen Auftrag nicht nachgekommen. Die Medien, by the way, saßen auch mit auf der Anklagebank. Ein Blick in den Medienspiegel zum Tribunal weist teilweise voneinander gegenseitig abgeschriebene Sätze, teilweise fast identisch wirkende Verklausulierungen und Beschreibungen auf, das ist ein Armutszeugnis und zeugt von der Angst sich unbeliebt zu machen, wenn man den Mächtigen nicht nach dem Mund schreibt.
    Ein großes Dankeschön geht an Attac Deutschland für dieses grandiose Ereignis!

  • 12.04.2010 14:16 Uhr

    von Dr. rer. Nat. Harald Wenk:

    Wirtschaftswissenschaft ist eine doch recht große (to ideological to be true, political Right instead [of political correct]) Disziplin und das Tribunal sollte wohl akademisch und moralisch-juristisch auch ein wenig "standhalten". Wer allerdings die Debattten seit gut 1 1/2 Jahren zum Beipsiel in der TAZ, der FR (beide im Tribual vertreten)
    oder anderen Zeitungen mit etwas Hintergrund: Neues Deutschland, Junge Welt oder sogar richtigen ökonomischen oder linken Publikationen verfolgt hat -
    Star wäre die PROLA, die von Altvater stark geprägt wurde (Viele kostenfreie downloads), dem bleibt es nicht ganz so fremd.
    Die einzigen, die noch etwas massiver hätten verteten sein sollen, sind die Finanz- oder Wirtschaftsmathematiker.
    Ansonsten geht hoffentlich ein nachhaltiger Impuls
    in Richtung anstehender grundsätzlicher, am Wohl des Volkes orientierter, demokratischer Regelung des Infrastruktursektors Banken- udn Finanzwesens, wie auf dem Tribunal richtig eingefordert, aus.
    Das ist wohl die HauptMESSAGE.

  • 12.04.2010 13:31 Uhr

    von klumpatschverkaeufer:

    Passend dazu folgend eine Verknuepfung zu der Webseite von Christian Lahr, der der Bundesrepublik Deutschland das Kapital "ueberweist".

    http://www.christin-lahr.de/d/projekte/KAPITAL100218/KAPITAL100208brief.html

    gruss,

    Klumpatschverkaeufer

    PS: Warum kriege ich als Captchas meist nur brot oder boot? Merkwuerdig.

  • 12.04.2010 13:28 Uhr

    von Josef A.:

    Der Veranstaltungsort, ein Theater, hätte nicht besser gewählt werden können für eine Kommödie wie diese.

  • 12.04.2010 13:23 Uhr

    von finn:

    weiß jemand, ob man sich das noch irgendwo im netz anschauen kann? danke im vorraus.

  • 12.04.2010 13:18 Uhr

    von Werner Gerhard:

    BESSER: MARX ERNST NEHMEN

    Daß ein ausgewiesener Marxkenner wie Elmar Altvater sich für eine solche Farce hergibt, bei der Schuldige gesucht wurden, wo strukturelle Ursachen zu analysieren wären, erschüttert mich. Als 1348 Brunnenvergifter für die damals grassierende Pest verantwortlich gemacht wurden, war da noch niemand, der es besser wußte und die Ursachen der Seuche hätte benennen können. Im Jahr 2010 könnte das Wissen um die vollkommen vom Willen und Handeln einzelner Akteure losgelöste kapitalistische Tendenz zur Überakkumulation und das allmähliche Werden und plötzliche Vergehen der daraus getriebenen Spekulationsblasen längst Allgemeingut sein. Wenn es denn jemand wissen wollte. Da muß niemand Marx auswendig lernen, schon ein Blick in den Wirtschaftsteil einer
    Zeitung - am besten zu Zeiten steigender Kurse - wäre ähnlich lehrreich.

    Aber das Verlangen des Publikums danach, betrogen zu werden, also vor dieser übrigens recht simpel strukturierten Realität die Augen zu verschließen und stattdessen nach Namen und Adresse von Verantwortlichen zu rufen, scheint schon so aufgeheizte Formen anzunehmen, daß einem der Ruf nach Innehalten und nüchterner Ursachensuche im Halse stecken
    bleibt. Bleibt zu hoffen, daß auffällig gewundenen Formulierungen wie "Mitschuld", "fahrlässige Vorbereitung neuer Krisen" doch ein Indiz dafür sind, daß auch den Zauberlehrlingen von attac langsam dämmert, welche Affekte und welchen Ungeist sie da gerufen haben mit ihrer
    kopfstehenden "Finanzmarktkritik". Der alte Meister aber, der die aufklärenden Bannsprüche auswendig kennt, der hat an diesem Wochenende gefehlt.

  • 12.04.2010 13:15 Uhr

    von Bastian:

    "Die Verteidiger und Ankläger, die eben noch im Gang geplauscht haben, müssen sich auf der Bühne wieder spinnefeind sein."
    ist doch wie beim echten Gericht. Nur plauschen die meist hinterher.

  • 12.04.2010 12:56 Uhr

    von Maria:

    Der Marxismus hat noch nie funktioniert und wird es auch niemals.

    Ich wähle nur links weil ich mir eine sozialeres Klima davon verspreche, eine zweite DDR will aber wohl niemand. (hoffe ich mal)

  • 12.04.2010 12:31 Uhr

    von Schulz:

    Abgesehen davon, dass ich vermute,
    Politiker in Unkenntnis
    der sozialphilosophischen Schriften Karl Marxs zu sein,
    werden die kaum auswendiglernen.

    Natuerlich ist es ein Scherz, 3 Baende Karl Marx auswendigzulernen.
    Aber Grundkenntnisse der Auseinandersetzung
    verschiedener gesellsch. Funktionen
    von Materie, Kapital, Menschen, Vergesellschaftung
    von Werten, Umgang mit Verantwortung
    im Kollektiv (hier als Parteimachtapparat)
    muss formuliert sein,
    angewandt werden.
    Dabei ist zu beachten,
    dass auch Karl Marx Literatur (als Kritiker)
    schrieb:
    Ein Gespenst geht um in Europa...
    ist doch die Beschreibung
    einer unvorstellbaren Vernachlaessigung
    oder einer unvorstellbaren Unterdrueckung
    von Rechten der sozialen eigentumslosen Bevoelkerung, egal ob gezaehlt oder ungezaehlt.
    Hier geht es nicht um Daemonisierung
    oder um Bestrafung.
    Hier geht es erst mal um Verbalisierung,
    um die Faehigkeit,
    in Worte zu fassen, was fassungslos macht.
    Das muss gedeutet, erklaert werden.
    Nach diesem Verstehen
    kann erst ein Umgang mit der Theorie erfolgen,
    an die Praxis, den Alltag angepasst,
    welche wir gegenwaertig erleben.
    Es geht nicht um die Wiederholung der Vergangenheit
    aus der Mitte des 19.Jahrhunderts.

    Viel Vergnuegen beim Marx Lesen (nicht Mars).

  • 12.04.2010 12:18 Uhr

    von ProGeldDemokratie:

    Es ist tatsächlich ein Fall für die Psychatrie, nur eben für die Mehrheit der Gesellschaft. Der Wahnglaube, das "Geld arbeitet" wird nicht hinterfragt. Geld wird als ein Machtmittel missbraucht und lässt andere Menschen für seine Zwecke arbeiten.
    Es ist so einfach: dieses Finanzsystem dient den Geldbestizenden - und je mehr man hat umso effektiver - und auf der anderenen Seiten wird jemand dieses Geld "gestohlen".
    Zum Glück gibt es darüber hinaus noch die Geldschöpfung aus dem Nichts, die nicht direkt spürbar wird, sondern alle über Geldentwertung trifft, die Ärmeren am härtesten.
    Die Sklaverei wurde formell beseitigt und steht unter Strafe. Dieses Finanzsystem wird einst auch als verwerflich in die Geschichte eingehen.

  • 12.04.2010 12:05 Uhr

    von HamburgerX:

    Mit Schauprozessen kennen sich Anhänger von Marx ja bestens aus.

  • 12.04.2010 12:00 Uhr

    von Rüdiger Kalupner:

    Das Tribunal scheiterte an der Tatsache, dass kein Tribunalakteur nach der Quelle der Crashprojekte, nach der fast-geheimen, wirtschaftlichen Steuerungsstruktur des 2%Wachstumszwang-Regime a la Rumpelstilzchen fragte. Dem 2%Monster sind alle Crashprojekte untergeordnet. Allein Kurt Biedenkopf hat in seinem SPIEGEL-Interview v. 27.7.2009 auf diese Zusammenhänge hingewiesen.

    Keiner der Tribunal-Promis hat offensichtlich nicht die blasse Ahnung wie die geheime 2%Wachstumszwang-Tyrannei funktioniert. Diese lINKS-Ahnungslosen wissen nicht, mit welchen wirtschaftsstrukturellen Steuerungstricks der 2%Tyrann arbeitet, und dass die Subprime-Hypotheken u n d die EURO-Einführung in den Med-Staaten n u r Wachstumsförderungsprojekte-via-Verschuldung waren, die in summa abstürzen müssen u n d wirtschafts- und wachstumspolitisch auch so kalkuliert waren.

    Hier arbeitet ein unentdecktes 2%Madoff-Schneeballsystem-Monster und es scheint, als wollte niemand zur Erkenntnis der Quelle der Crashstrategen vordringen. Das gilt speziell für die Attac-Führung. Die Attac-Führung ist am Bekanntwerden der genial-einfachen, implementierten Zwangsursachen für die Crashprojekte gar nicht interessiert. Wer die Crashquelle kennt, weiß, dass die IGM-Vorstände dann in die Schusslinie kommen.
    In der Machtstruktur des 2%Wachstumszwang-Tyrannei ist in Deutschland zentral die IGM eingeplant und aktiv. Stichwort 'Bruttoarbeitskosten-Steigerung durch Flächentariflohnrunden und paritätische Finanzierung der Sozialleistungen', die auch durch Energie- und Kapitalstock-Steuern finanziert werden könnten. Attac hängt aber an den Gewerkschaften.
    So muß also ein Ersatzverdächtiger lzwecks Ablenkung her. Die Ananlyse ergibt u.a., dass die Banken n u r die Akteure an der nachgelagerten Verstärkungs- und Abzocker-FRONT sind.

    Wer eine andere Welt anstrebt, meidet Attac und die Ahnungslosen und sucht sich Durchblicker und KREATIVERE Akteure, die die Funktionsweise des 2%Madoff-Monsters erkannt haben und die den Sturz des Wachstumszwang--MADOFF-Clans betreiben.

  • 12.04.2010 11:08 Uhr

    von reblek:

    "Kritiker beklagen, die Debatte wäre zu ideologisch gewesen." Nein, sie haben gesagt: "Die Debatte war zu ideologisch." In indirekter Rede, um die es sich wohl handeln soll, heißt das: Kritiker beklagen, die Debatte sei zu ideologisch gewesen. Keine Rede und Schreibe vom Konjunktiv - wenn es richtig sein soll.

  • 12.04.2010 10:56 Uhr

    von hschweizer:

    "Wir veranstalten ein Tribunal, weil es niemand sonst macht."
    Soll das eine Entschuldigung sein für sone Quatschveranstaltung. Dafür ist die Strafandrohung wirklich drakonisch: Marx lesen zu müssen.

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