Mit seinem Roman "Archipel Gulag" setzte er den Opfern des Stalinismus ein Denkmal. Nun starb der Literaturnobelpreisträger im Alter von 89 Jahren in Moskau.von K.-H.Donath
Als ich vor einigen Jahren in einer antiquarischen Ausgabe im zweiten Band des Archipel Gulag in einer Fußnote die Behauptung fand, im Unterschied zum kommunistischen Geheimdienst sei es ja der Gestapo bei ihren Verhören nur um Wahrheitsfindung gegangen, hat mein Solschenizyn-Bild den ersten Dämpfer bekommen. Als er dann leider desöfteren nationalistische und antijüdische/antisemitische Töne von sich gab, wurde mir klar, dass er keineswegs der "Held" war, als der er so oft zelebriert wurde, aufgrund seiner schrecklichen Erlebnisse und des dicken Buches darüber, welches sicher auch einiges zur Aufklärung über den Stalinismus beitrug.
Relativ zu ihrer Zeit waren in der Geschichte manch andere Männer sehr viel 'weiter voraus', z.B. N. A. de Condorcet vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_de_Condorcet
Leserkommentare
16.08.2008 17:54 Uhr
von bernhard wagner:
Als ich vor einigen Jahren in einer antiquarischen Ausgabe im zweiten Band des Archipel Gulag in einer Fußnote die Behauptung fand, im Unterschied zum kommunistischen Geheimdienst sei es ja der Gestapo bei ihren Verhören nur um Wahrheitsfindung gegangen, hat mein Solschenizyn-Bild den ersten Dämpfer bekommen. Als er dann leider desöfteren nationalistische und antijüdische/antisemitische Töne von sich gab, wurde mir klar, dass er keineswegs der "Held" war, als der er so oft zelebriert wurde, aufgrund seiner schrecklichen Erlebnisse und des dicken Buches darüber, welches sicher auch einiges zur Aufklärung über den Stalinismus beitrug.
Relativ zu ihrer Zeit waren in der Geschichte manch andere Männer sehr viel 'weiter voraus', z.B. N. A. de Condorcet vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_de_Condorcet