• 10.04.2009

Zeitungen verzichten auf Dienstleister

Nachrichtenagenturen unter Druck

Nachrichtenagenturen stehen durch Internet und Medienkrise unter Druck wie noch nie. Immer mehr Blätter verzichten auf die teuren Dienstleister.von Daniel Bouhs

  • 25.04.2009 13:51 Uhr

    von Jdoe:

    @ stefan: Je mehr Redaktionen/Verlage deiner schlichten These folgen, desto eher ist dpa pleite. Dann allerdings stehen die, die Inhalte klauen ebenso wie die, die noch als letzte die Nachrichtendienstleistung bezahlt haben, ohne den Dienstleister da. Und damit vor der Frage, warum da plötzlich keiner mehr 24 Stunden am Tag berichtet aus Nairobi, Sydney, Bukarest, Bogota, Oslo, Kabul und wie die Orte alle heißen, in denen sich kein halbwegs wirtschaftlich denkender Verleger einer Regionalzeitung ein Korrespondentenbüro leisten kann, wo aber dennoch gelegentlich etwas Wichtiges passiert. In Washington, Moskau, Peking haben noch viele einen oder zwei Korrespondenten sitzen, nicht selten "gepoolt", also für ein halbes Dutzend Zeitungen schreibend, die von der Tendenz her so einigermaßen zueinander passen. Was in der journalistischen Praxis oft auch keine besonders guten Resultate zeitigt. So oder so: Dann müssen die Flugzeuge künftig aber bitte genau dort abstürzen, die Erdbeben dort passieren und die Regierungen dort zurücktreten.
    Um es für dich einfacher zu machen: Würden Supermärkte so weit leergeklaut, dass sie dauerhaft Verlust machen, müssten sie irgendwann ebenso schließen wie ein Unternehmen, das Rechercheleistungen verkauft. Du kannst aber nicht mehr klauen, wenn dein Supermarkt wegen des Klauens pleite gemacht hat. Das kann noch nicht einmal die WAZ-Gruppe. Du musst dir folglich eine eigene Kuh anschaffen, einen Acker, Saatgut, tunlichst ein paar Gerätschaften, Gebäude sind auch ganz praktisch. Alternative: nicht mehr essen.

  • 11.04.2009 14:04 Uhr

    von reblek:

    "Das Blatt kann so noch nicht einmal sehen, was sie in der dpa-freien Zeit verpasst hat." Auch eine Art von Feminismus: "Das Blatt" ist eine "sie".

  • 11.04.2009 13:07 Uhr

    von stefan:

    zahlt aber doch nur spon einmal für. wer kopiert, nicht. siehe: der westen.

  • 10.04.2009 17:01 Uhr

    von Jdoe:

    Ein bisschen mehr sollte man schon wissen, wenn man über das Thema schreibt.
    "Seit Jahren klicken sich Redakteure nämlich nicht mehr durch Tickermeldungen, wenn sie wissen wollen, was auf der Welt los ist und für ihre Zeitungen oder Sendungen wichtig. Sie werfen einen schnellen Blick auf Spiegel-Online."
    Ja. Und dessen Redakteure klicken sich tagtäglich durch Tickermeldungen. Der Agenturanteil auf SPON ist sehr hoch. Vielleicht einfach mal bis ans Ende der SPON-Meldungen scrollen. Da stehen so lustige Kürzel: dpa, AP, AFP, Reuters...

    "Wer braucht schon teure Dienstleister, wenn die Nachrichtenlage im Netz für alle kostenfrei und zudem zuverlässig abgebildet wird?"
    KOSTENFREI? Und die Nachrichten fallen vom Himmel direkt ins Netz, so ganz ohne journalistische Dienstleister? Lauter Ehrenamtliche, die aus Langeweile mal eben nach Afghanistan fliegen oder im Gazastreifen filmen? Aua. Ich hoffe, der Kollege Bouhs hat diesen Unsinn kostenfrei verzapft.

  • 10.04.2009 16:09 Uhr

    von Schlips:

    Bunte Geschichten - oh Schreck! Als würde unsereins nicht bereits hinreichend vom neuen Erzähl-Jounalismus genervt, von der Form der Weitergabe. Bevor ich als Leser endlich erfahre, worum es denn nun geht, muss ich mir nur allzu häufig erst mal das Äußere der Beteiligten zu Gemüte führen, von der Frisur über den bunten Schlips bis hinunter zum Schuhwerk. Dann ist der Kaffee kalt. Das Interesse gleichfalls. Aus. Keine Lust mehr. Dies als kleines Beispiel - und bitte nicht als Anbiederung verstehen: Die taz zählt da bislang zu den rühmlichen Ausnahmen. Nicht aufgeben, bloß nicht!

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