ZDF-WM-Frontfrau Katrin Müller-Hohenstein hat Ärger wegen eines Internet-Werbespots, in dem sie über alle Maßen für die Qualität bayerischer Molkereiprodukte schwärmtvon Steffen Grimberg

Jetzt kommt die Milch: ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hoheinstein mit Oliver Kahn. Bild: dpa
Erst der "Innere Reichsparteitag", jetzt eine verstolperte Flanke über Milchkannen: Dem ZDF kräuselt's vor dem Viertelfinalspiel Deutschland-Argentinien am Samstag (16.00 Uhr, ZDF) schon wieder die Nase über Katrin Müller-Hohenstein. Denn was sich die einzige Frau im öffentlich-rechtlichen WM-Moderatorenkader da in einem Internet-Werbespot für die Molkerei Weihenstephan leistet, hat tatsächlich den Geschmack von ziemlich saurer Milch.
Müller-Hohenstein ist für die Molkerei Aushängeschild im so genannten Qualitätsbeirat, in dem unbescholtene Bürger dumme Fragen über Milch stellen dürfen ("Warum muss Milch denn überhaupt haltbar gemacht werden?") und zur Strafe durch chromglänzenden Molkerei-High-Tech geführt werden. Dort lernen sie dann, "dass es nicht darauf ankommt, welche Milch einem besser schmeckt, sondern dass man überhaupt einen Unterschied schmeckt".
Das ist harte Konkurrenz zu den beliebten Geschmackstests des ZDF-Magazins "Wiso". Und damit es auch wirklich jeder rafft, fasst Müller-Hohenstein die gesammelten Schlichtheiten nochmal enthusiasmiert zusammen, damit jeder versteht, wie es um die Milch steht "wie wir sie aus dem Kühlschrank kennen". Denn da kommt Milch erstaunlicherweise ja eben gar nicht original her. Sondern von einem Gerät namens Kuh.
Doch nun soll nach dem Willen des ZDF Schluss sein mit Müller-Hohensteins "Blick mit natürlicher Neugier und hohem Qualitätsbewusstsein hinter die Kulissen bei Weihenstephan": ZDF-Chefredakteur Peter Frey sagte dem medien magazin, der Internet-Spot könne "so nicht bleiben", das Ganze entspreche "nicht den Vorstellungen des ZDF von Auftritten seiner journalistischen Köpfe".
Auch Müller-Hohenstein soll nach Agenturberichten über die Umsetzung des Spots verschnupft sein. Eine offizielle Genehmigung des ZDF für einen solchen Werbeauftritt hatte sie allerdings. Und, mal ehrlich: Peinlicher als der ebenfalls zu seinen ZDF-Zeiten Putenwurst mümmelnde Johannes B. Kerner ist Müller-Hohenstein bei aller Schlichtheit des Spots dann auch nicht. Aber vielleicht hat das ZDF ja die Anmoderation von Müller-Hohenstein im Film mit "eine Molkerei von innen hat sie aber gesehen" gestört: "Öffentlich-rechtliche Starjournalistin noch nie in Molkerei gewesen" ist ja in der Tat eine Schlagzeile, die kein Sender gerne über sich liest.
ZDF-Chefredakteur Frey sagt sybillinisch, er habe "nichts dagegen, dass Kollegen Nebentätigkeiten ausüben, solange sie keinen werblichen Charakter haben und die journalistische Glaubwürdigkeit nicht gefährden", Fragt sich nur, warum sonst Firmen Senderfuzzis zu irgendetwas einladen, wenn nicht in werblicher Hoffnung.
Doch solange Müller-Hohenstein nicht am Samstag im WM-Studio vor laufender Kamera mit Oliver Kahn ne Milch auf ex kippt, ist ja alles halb so schlimm. Apropos Kahn: Die Molkerei Weihenstephan ist "offizieller Ernährungspartner" des FC Bayern München.
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Leserkommentare
05.07.2010 17:40 | ole
Grins, welch ein sinnloser Artikel über eine zweitklassige Sportmoderatorin und deren Engagement für geschmacklose Produkte ...
05.07.2010 10:43 | denninger
Mann oh mann, "vic", Bier wird nicht in Molkereien hergestellt sonden in Brauereien gebraut. ...
05.07.2010 07:22 | vic
Das ist doch nichts gegen das größte Werbegesicht unserer Zeit. ...