• 02.09.2010

Wissenschaftler und Eugeniker

Sarrazins Vordenker

Eugenik als Mittel gegen eine angeblich drohende "Verdummung und Verschlechterung" der Bevölkerung? Eine Idee mit langer Tradition - auch innerhalb der SPD.von CORD RIECHELMANN

  • 08.10.2011 09:05 Uhr

    von XYZ:

    die zeitschrift "nature" hat übrigens keine autoren wie der autor am schluiss des artikels schreibt.

    "nature" ist das renommierteste wissenschaftliche journal der welt und publiziert viel grundlagenforschung erster qualität. natürlich hat jede publizierte studie eigene autoren (= team der forscher). die "jewish genome" -studie bestätigt daß juden eine volk, eine ethnische gruppe sind, und nicht nur--wie gerne angenommen wird--eine religionsgemeinschaft.
    man soll nicht "rassismus" schreien wemm man das wort "genetik" hört. den autor hat recht wenn er meint daß moderne genetik weder mit eugenik noch mit rassentheorien zu tun haben.

  • 08.09.2010 17:52 Uhr

    von Soziologin:

    Sehr guter Artikel. Bitte mehr zu dem Thema. Leider sind Sarrazins Äußerungen nämlich kein Einzelfall. In der Wissenschaft, wenn auch weit weniger polemisch und sachlicher, wird dieses Thema nämlich gerade in ähnlicher Form wieder entdeckt: Der Einfluss von Genen bzw. deren Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit und Intelligenz.
    Ein Schelm, wer Arges dabei denkt!

  • 05.09.2010 17:21 Uhr

    von Apollo:

    Nun wissen wir schon mal wer Sarrazins Vordenker waren.
    Aber es irritiert schon, wenn die taz sich selbst auf Vorbilder wie die Massenmördern Stalin, Mao und Pol-Pot kapriziert.
    Oder nicht?
    Verstehe. Wir müssen hier sicherlich vielschichtig differenzieren zwischen negativem und positivem Mord.

  • 05.09.2010 14:05 Uhr

    von Gerhard Krueger:

    Vielen Dank, ein wirklich lesenswerter Artikel zur politischen Rezeption der Aussagen der Genetik.
    Herr Gabriel und Frau Nahles haben ja unmissverständlich klar gemacht, was der heutige Stand der SPD-Führung zur Genetikabhängigkeit geistig-charakterlicher Funktionen ist: Es gibt sie nicht, alle möglichen Unterschiede sind ausschließlich erzieherisch-kulturell bedingt.
    Genau das habe ich in meiner Schulzeit in der DDR gelernt, es hat bei mir so einen tiefen Eindruck hinterlassen, dass ich mich heute 60 Jahre später noch in vielen Einzelheiten erinnere.
    Diese Lehrmeinung wurde im Zuge der sozialistischen Erziehung von unserer Brudernation Sowjetunion vorgegeben, sie ist ein zentrales Element der kommunistischen Wissenschaftslehre vom Menschen.
    Einzelheiten siehe Stichwort: Lyssenkoismus. Leicht nachzulesen z.B. bei Wikipedia. Weltberühmte sowjetische Genetiker mit anderer Meinung wurden brutal verfolgt. Ich bin jedenfalls erleichert, dass die Negierung der Bedeutung des Genotyps von Menschen nicht die alleinige Tradition bei der SPD ist.

  • 05.09.2010 12:18 Uhr

    von Hanna:

    Eine Ergänzung zum Thema: Als in der Weimarer Republik sich die Menschen in Irrenanstaltaten vermehrten, verschreckte dies die Ärtzte und natürlich die Eugenetiker. Die Debatte zielte schnell auf die Zwangssterilisation bzw. Kastration ab, denn es erschien den Politikern und Medizinern einfach aberwitzig, dass sich Behinderte auch noch im Rahmen einer Anstalt fortpflanzen konnten.
    Aber dann: Es bliebt nicht lange dabei. Am Ende folgte die Debatte, wann es legetim sei, einen Behinderten auch zu töten. Da war die Weimarer Republik Geschichte und diese Mediziner kamen schnell überein, dass dies auch nur der Volksgesundheit nutzen würde und dann begannen sie Behinderte zu töten. Dabei gerieten, wie so oft, genu Menschen in den Strudel, die heute gar nicht in einer Irrenanstalt wären, aber das war ja egal. Auch die ersten Menschenvergassungen spielten sich unter dieser Debatte ab.
    Deswegen, liebe taz, das dürft ihr gerne recherchieren. Es ist eine Tatsache, dass aus dieser Debatte über wertvolles und krankes Leben, über Normale und Irre, ein organisierter Tod entstand und dass gerade die Volkshygiene nicht bei einem sauberen Waschbecken in x Haushalten stehen bleibt, sondern in ein vollkommen inhumanes, extremes Monstrum ausgeartet ist.
    Die Ermordung von Kranken in Deutschland ist beispiellos auf der Welt und deswegen zählt der erste Paragraph GG "Die Würde des Menschen ist unantastbar" auch soviel. Für Sarrazins Lösungsandeutungen müsste m.M. das Grundgesetz durch eine andere Verfassung ersetzt werden. Und das wäre m.M. auch eine richtig braunes NS-Dokument.
    Und das will selbst die debile SPD nicht. Die sind vielleicht in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik fehlgeleitet, aber im Kern sind sie nicht wie Sarrazin. Der Mann ist in Gebiete vorgedrungen, von denen er nichts versteht und er hat auch sonst eine mangelhafte Bildung und deswegen stöbert er auch im Giftschrank und posaunt Dinge heraus, die dort zu recht gelagert werden.

  • 04.09.2010 18:43 Uhr

    von Peter Christian Nowak:

    @Helmut

    nur,...wenn Otto-Normalo solche Äußerungen getätigt hätte wie Herr Sarrazin, dann wäre wohl der Staatsanwalt andern Tags auf der Matte gestanden.



  • 04.09.2010 17:03 Uhr

    von Abonnenent:

    Ich lach mich wech.....

    Was dafe und Konsorten schreiben, heißt doch nur: Faschismus ist erlaubt, wenn die Mehrheit faschistisch ist. das hatten wir schon mal.

    Solche Faschisten verbiete ich mir!

  • 04.09.2010 15:04 Uhr

    von eugenikerFeind:

    Ist euch die Eugenik in seinem Buch nicht aufgefallen ?

  • 04.09.2010 11:25 Uhr

    von Werner Runde:

    Eugenik als "eine Idee mit langer Tradition - auch innerhalb der SPD" zu bezeichnen, ist einfach Unsinn. Diese These wird mit Gedanken aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts begründet. Mit dem Gedankengut der heutigen Sozialdemokratie hat dies absolut nichts zu tun, sondern ist eine unglaubliche Unterstellung.

  • 04.09.2010 10:03 Uhr

    von Gerhard Krueger:

    Ihren Kommentar hier eingeben
    Vielen Dank, ein wirklich lesenswerter Artikel zur politischen Rezeption der Aussagen der Genetik.
    Herr Gabriel und Frau Nahles haben ja unmissverständlich klar gemacht, was der heutige Stand der SPD-Führung zur Genetikabhängigkeit geistig-charakterlicher Funktionen ist: Es gibt sie nicht, alle möglichen Unterschiede sind aussxhließlich erzieherisch-kulturell bedingt.
    Genau das habe ich in meiner Schulzeit in der DDR gelernt, es bei mir so einen tiefen Eindruck hinterlassen, dass ich mich heute 60 Jahre später noch in vielen Einzelheiten erinnere.
    Diese Lehrmeinung wurde im Zuge der sozialistischen Erziehung von unserer Brudernation Sowjetunion vorgegeben, sie ist ein zentrales Element der kommunistischen Wissenschaftslehre vom Menschen.
    Einzelheiten siehe Stichwort: Lyssenkoismus. Leicht nachzulesen z.B. bei Wikipedia. Weltberühmte sowjetische Genetiker mit anderer Meinung wurden brutal verfolgt. Ich bin jedenfalls erleichert, dass die Negierung der Bedeutung des Genotyps von Menschen nicht die alleinige Tradition der SPD ist.

  • 04.09.2010 07:38 Uhr

    von vic:

    Sarrazin unterteilt Menschen in (ökonomisch) wertes und unwertes Leben.
    Nennt es wie ihr wollt, es ist ekelhaft.

  • 03.09.2010 17:06 Uhr

    von alles im Lot:

    Friedmann ist in die eine Waagschale gehüpft, Broder in die andere.
    Das genetische Gleichgewicht ist also hergestellt.
    Ich hab das Welt am Sonntag-Interview gelesen, nach der nicht so geglückten Interpretation aktueller Genforschungsergebnisse bezeichnet er sich selbst sogleich als Promenadenmischung.
    Politisch korreckt hätte er natürlich die Frage in frage stellen sollen.
    Verstehe nicht wieso das so im Vordergrund stehen muss, gibt wohl am meisten Punkte.

  • 03.09.2010 14:40 Uhr

    von vorp:

    "Sarrazin hat nämlich recht, wenn er behauptet, er bewege sich mit seinen Thesen in einer Linie der sozialdemokratischen Tradition und er sei deshalb kein Nazi."

    Ich will nur kurz anmerken, dass die Traditionen, die sich in der Linie der SPD finden lassen vielfältig sind und auch der Nationalsozialismus zum Teil in einer Traditionslinie mit der SPD steht, nämlich dem Flügel der Nationalen Sozialisten ab ca 1890.

    siehe dazu z.B.: http://de.wikipedia.org/wiki/Nationaler_Sozialismus

  • 03.09.2010 14:30 Uhr

    von Karola Schramm:

    Schade, ein guter Artikel, der irgendwie mitten drin aufhört.
    Habe mal im Internet gestöbert und Ïnterssantes gefunden.
    Rassismus-KurzDefinition= Wem die Verpackung des Menschen mehr zählt als der Inhalt, der ist Rassist.

    Rassismus ist, wenn jemand einen anderen Menschen wegen dessen Abstammung verdächtigt, beschimpft und benachteiligt.
    Wikip: Rassismus ist unabhángig von der Herkunft.
    Rassismus kann jeden treffen.
    ...institutioneller Rassismus verweigert bestimten Gruppen Vorteile und Leistungen oder privilegiert andere.
    Rassistische Theorien und Argumentationsmuster dienen der Rechtfertigung von Herrschaftsverhältnissen und der Mobilisierung von Menschen für politische Ziele.
    DieFolgen von R. reichen von Vorurteilen, Diskriminierung über Rassentrennung, Sklaverei u. Pogrome bis hin zur s.g. Ëthnischen Säuberung'und Völkermord.
    So, sehe ich mir vor diesem Hintergrund die Politik der vergangen Jahrzehnte und dem jetzigen Sparpaket an - was haben wir dann ?
    Sehe ich weiter die erschreckend vielen Sarrazin
    Befürworter frage ich mich, wo führt das hin?
    K.S.

  • 03.09.2010 14:03 Uhr

    von Jörg Marienhagen:

    Was Herr Sarrazin schreibt, ist vielleicht polemisch, überspitzt und unsachlich. Seine Prognosen mögen wissenschaftlich nicht haltbar sein. Doch seine Aussagen haben absolut gar nichts mit Eugenik und Rassenwahn zu tun. Wer das immer wieder behauptet und ihn somit in eine Tradition mit den schrecklichsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts stellt, ist entweder bösartig oder einfach nur grenzenlos dumm. Letzteres lässt sich wohl von TAZ- Redakteuren nicht behaupten. Zum Glück gibt es in diesem Forum Leute, die das auch so sehen. Und , dass diese Beiträge auch veröffentlicht werden, zeigt, dass die Regeln des seriösen Journalismus noch nicht ganz vergessen wurden.

  • 03.09.2010 13:21 Uhr

    von dafe:

    Sarrazin spricht doch nicht von der "Optimierung" einer Gesellschaft, erst recht nicht durch Eugenik! Warum wird dies permanent suggeriert?
    Er spricht doch davon, dass eine Gesamtgesellschaft in Bezug auf ihren Grundkonsens, auf ihre durchschnittliche Leistungsfähigkeit und auf die selbsttragende Finanzierung ihrer sozialstaatlichen Struktur mittel- bis langfristig aus den Fugen zu geraten droht.
    Liebe Taz, ich empfehle dich normalerweise grundsätzlich Kreisen mit Berührungsängsten als unabhängige Stimme. Im Moment faselst du mit leisem Stimmchen unter diffusem Konformitätsdruck, die Verhältnisse doch wieder zu ordnen und ohne Verstand.

  • 03.09.2010 12:53 Uhr

    von Peter W.:

    Sarrazin hat ein Sarazenen Gen das ist erwiesen da er ja Vorfahren hat die Sarazenen waren.

    Also seid ihr Rassisten wenn ihr ihn kritisiert, das wurde 1968 auf dem Gutmenschenkongress beschlossen.

    Also lieber mal den Mund halten!

  • 03.09.2010 12:07 Uhr

    von Dr. rer. Nat. Harald Wenk:

    Halten wir erst einmal den "klasssichen K.O.", die "Fehllektüre" Sarrazins eines "jüdischen Gens" aus der sehr anngesehenen, aber mehr populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Nature" fest, die von einer Häufigkeitsverschiebung berichten. Dass sich im Laufe der Jahrhunderte die "Juden" mit anderen Bevölkerungensteilen vermischt haben, ist auch ohne "Nature"lektüre extrem plausibel.
    Die Kontrolle durch den gesunden Menschenverstand hat Herr Sarrazin für sein Buchveröffentlichung also auch unterlassen.
    Da die Kontrolle von Taschenrechnerergebnissen auf Plausibilität schon zu den Grundanliegen von Lehrern gehört, genauso wie bei vielen anderen Anwendungen des oft mühsam und unter vielen Tränen allerseits eingebimsten Wissens, ist so eine Unterlassung an so medienwirksamer Stelle auch noch in sozialstatistischen Fragen, die in Gelddingen fast nur vorkommen, schon schwer bedenklich.
    Die Hygienefrage direkt an die Vererbung zu binden, war damals, in den 1920igern, auch schon "unterkomplex", aber natürlich noch viel "unschuldiger", in Zeiten
    von Neurologie und Psychoanalyse.
    Zur Philosophie der Genetik sind nach wie vor z.B. Nobelpreisträger Monod und Jacob extrem erhellend.
    Der Einbau dieser "dummen" Provokation in Richtung "Rassismus" in Sarrazins Buch, das Spiel mit medienwirksamen "Feuer", ist daher zurecht ein Bumerang. Auch der Lektor hätte mal Protest einlegen können.

  • 03.09.2010 11:38 Uhr

    von Helmut:

    Sarrazins Buch spiegelt ein Unbehagen in breiten Teilen der Bevölkerung wider. Die Phänomene zu leugnen, die dieses Unbehagen verursachen, und Sarrazin als Mini-Hitler zu brandmarken, ist eine Reaktion, die der Debatte nicht nützt. Zu einer freien Gesellschaft gehört, daß Menschen Falsches äußern dürfen. Es ist ein großer Fehler, jemanden wie Sarrazin zum Meinungsmärtyrer zu machen. Wer an Demokratie glaubt, muss bessere Argumente vorbringen als den ewigen konstruierten Verweis auf das Dritte Reich.

  • 03.09.2010 10:09 Uhr

    von Lothar vom Rhein:

    Ein Superartikel, der Beste, den ich bisher zum Genthema las. Einfach genetisch gut!

  • 03.09.2010 08:29 Uhr

    von AU3R:

    wow, dachte ich bei der überschrift, aber doch ein wenig infos über eugenik.

    ein wirklich böses thema, wenn man bedenkt das nach dem zweiten weltkrieg die eugenikbewegung in deutschland diskreditiert war, aber in anderen ländern weiter ging, nur unter anderem namen.
    in den usa wurden die institute einfach umbenannt, zum bsp. die "Eugenic Society" in "Society for the Study of Social Biology" ,die bis heute exestiert.

    mal googeln das ganze, aber nix für schwache nerven ;-)

  • 03.09.2010 07:55 Uhr

    von willy:

    ach gen se doch weg!

  • 03.09.2010 07:05 Uhr

    von lounger:

    Der Sarazin hat möglicherweise das Zumstammtisch-Gen. Ist allerdings nur eine Vermutung. Möglich wäre auch das Endlichbaden-Gen.

  • 03.09.2010 04:56 Uhr

    von Charles:


    Aber eugnische Überlegungen stellt doch in der gegenwärigen politischen Landschaft nicht nur Herr Sarazin an. Auch das Bundesverfassungsgericht tut dies mittlerweile! In seiner Entscheidung zur Vereinbarkeit des Paragraphen 173 Absatz 2 Satz Strafgesetzbuch (Beischlaf unter Geschwistern) mit unserem Grundgesetz bezieht das Bundesverfassungsgericht die Frage der "Eugenik" mit in seine Überlegungen ein. Aber da sagt niemand was! Insbesondere ermittelt nicht die Staatsanwaltschaft - wie im Falle des Thilo S. aus B. ...

  • 02.09.2010 23:33 Uhr

    von linsenspaeller:

    @exi: Das 'MINTGen' macht abhängig und führt früher oder später zum Burn-Out-Syndrom. Es ist glücklicherweise zu eliminieren.

    Ansonsten geht natürlich die gesamte Diskussion ein Stück weit an den Realitäten vorbei. Als Helmut Schmidt noch Lobreden über Bismarck hielt, hat sich keiner über beinahe dieselben Argumente aufgeregt.

    Was sagt denn der moderne Darwinismus wirklich zur Sache? Er sagt nämlich: In einer dynamisch veränderlichen Umgebung entwickelt sich derjenige Genpool am erfolgreichsten, dessen Gene sich am intensivsten vermischen. Dabei vergrößert sich die inclusive Fitness einer Spezies. Auch beim Menschen kommt es ja nicht darauf an, daß 50 Mill. besonders intelligente Deutsche zukünftig das Rad noch einmal neu erfinden, sondern es genügt im Grunde, wenn eine Handvoll Genies die großen innovativen Ideen zum Nutzen für die ganze Gesellschaft ausbrüten.

    Außerdem ist es Tatsache, daß wir von der Zukunft gar nichts wissen, es ist eben nicht völlig ausgeschlossen, daß man aggressiv, kaltblütig und kurzentschlossen sein muß, um in fünfzig Jahren noch etwas zu essen für seine Kinder abzukriegen. Ein vielfältiger Genpool garantiert, daß für jede Art von Zuklunft etwas Brauchbares dabei ist. Außer, wenn der Asteroid kommt natürlich.

    Ich fasse Herrn Sarrazin so auf, daß es ihm um die Frage geht, wie man die Gesellschaft richtig optimieren soll. Die Mehrheit der in diesem Staat lebenden Deutschen erwartet eben, daß unsere Zivilgesellschaft auf die Bedürfnisse von Deutschen hin optimiert wird und nicht auf die von Einwanderern, wie das in der politischen Realität seit etlichen Jahren geschieht. Man findet es nicht mehr normal, daß sich die halbe Elite in diesem Land den Kopf darüber zerbricht, wie man solchen Immigranten, die vorzugsweise in rechtsfreien Räumen leben und agieren wollen, den Aufendhalt so angenehm wie möglich macht. Da hilft es auch nicht weiter, wenn ständig krampfhaft versucht wird, wertfrei um jeden Anschein von Rechtspopulismus herum zu argumentieren. Ein Scheißhaufen wird auch durch noch soviel schöngeistige Prosa nicht zum Schokoladenpudding.

  • 02.09.2010 20:34 Uhr

    von T.V.:

    Selbstverständlich gibt es Gene, welche die Entwicklung vorbestimmen. Lediglich die Bedeutung wird in der Mundart gern bis zum Ge(n)Genteil verdreht!

    Bspw. kenne ich ein EuGen (im common slang fälschlicherweise männlich), eines von vielen, wovon die erwähnte Wissenschaft ja erst ihren Namen hat.
    Weniger bekannt ist auch das HomoGen, Schwule und Lesben träumen leider noch davon eines zu haben - es ist sehr sehr selten.
    Vermutlich aus Fernost kommt das WaGen, eine ganze Industrie hat sich darum gebildet, so daß es mittlerweile welt und weit verbreitet ist.
    Das oben erwähnte HartzIVGen gibt es allerdings nicht, es ist in Wahrheit das BewerbUnGen und ist tatsächlich bei Menschen vorhanden die im WettBewerb wirklich unbegabt sind und sich nur höchst unGe(r)n bewerb(G)en. Merkwürdig wie die Sprache die echten Worte verändert... Achja, es IST ein dominantes Gen.

    Auch die Wissenschaft wird ge(r)n verkehrt: die Ge(n)Genwissenschaft zur EuGenik, welche an den ganzen Unfug um die Gene nicht glauben mag, nennt sich OiGenik.
    Diese ist vor allem dafür bekannt die GenTrifizierung der deutschen Sprache aufzudecken, beispielsweise in dem zitierten Satz:
    "[...] "vorwieGen(d) auf GefühlsregUnGen, Wünsch(G)en, BefürchtUnGen oder fragwürdiGen ForderUnGen des Tages" [...]"

    Grausame VerzerrUnGen des Alltags. Besonders vor den -UnGenen sollten wir uns in acht nehmen!

  • 02.09.2010 20:28 Uhr

    von Letterman:

    Was es mit den Thesen des ollen Thilo auf sich hat, erkennt man schon an der Ausdrucksweise: Gefährliches Halbwissen!

    Ein Teil der angeführten Fakten stimmt, aber sie werden in einen falschen zusammenhang gestellt oder in ihrer Bedeutung überschätzt. Wo kein belastbares Material gefunden wird, hilft auch mal die bloße Vermutung oder eine kleine Phantasiegeschichte weiter (Beispiel genetische Eigenständigkeit der Basken. Da stehen sogar gestandenen Berufs-Eugenikern die Haare zu Berge).

    Es ist einerseits unerwünscht, sich als Fachidiot zu geben, aber dieses muntere Dilletieren abseits des eigenen Fachbereichs ist einfach nicht zielführend.

    Trotzdem ist es eine weit verbreitete Unsitte, der wahrscheinlich fast jeder schon mal verfallen ist, und viele Leute machen daraus eine schlechte Angewohnheit. In jeder Generation gibt es Mythen, und Thilos Generation glaubt halt an die Macht der Gene.

    Mich wundert es übrigens, dass Thilo ein Angebot von der NPD bekommen hat, wahrscheinlich ist den NPD-Oberen jedes Mittel recht, Aufmerksamkeit zu erregen. Der Basis dürfte anders empfinden, am Schluss des Artikels wird ja auf die teilweise unterschiedlichen Sichtweisen eingegangen.

    Nach meiner Einschätzung würde er zu den REPs besser passen, die sind auch so klassenbewusst wie er und können nicht so mit dem Mob.

  • 02.09.2010 19:28 Uhr

    von exi:

    Puh, danke für die Aufklärung! Ich fing schon leicht an, an mir selbst zu zweifeln. Denn, zwar besitze ich nicht nur das 'Akademikergen', sondern ganz speziell das 'MINTgen', dennoch plagt mich die Arbeitslosigkeit, das 'HartzIVgen'. Es irritierte mich schon seit längerer Zeit, ob ich im Auftrag des TS mein 'Akademikergen' an 20 Kinder vererben sollte, oder, ebenfalls auf Kommando des TS, mein 'HartzIVgen' an kein weiteres Kind weiterreichen (und die jetzigen aus dem Verkehr ziehen) sollte. Kurz, ganz kurz, plagte mich die Befürchtung, 'Akademiergene' könnten rezessiv sein, 'HartzIVgene' dagegen dominant. Gottlob sind sie nur Wahnsinn.

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