Wissenschaft diskutiert Plagiate
Vom Skandal zur Qualitätsoffensive
Der Fall Guttenberg löste einen Skandal unter Wissenschaftlern aus. Nun diskutieren die größten Wissenschaftsorganisationen wie sich Plagiate in Zukunft verhindern lassen.von Timo Reuter
Leserkommentare
30.11.2011 19:20 Uhr
von pekerst:
"In der anschließenden zwar unterhaltsamen, aber teils ungeordneten Fragerunde für das Publikum brillierte nur die SPD-Politikerin und Vorsitzende des Bildungsausschusses, Ulla Burchardt, mit dem Bekenntnis: 'Politik ist mehr als Merkel.'" - Ziemlich genügsam, Herr Reuter und die taz, wenn sie das schon für "brillant" halten.
30.11.2011 12:00 Uhr
von Dr. N.:
Der Ruf nach mehr Geld wird reflexartig immer hinausgebrüllt. Das bedeutet nicht viel.
Der eine oder die andere ProfessorIn stellt die Leistung des/der MitarbeiterIn oder DoktorandIn als die eigene dar. Dieses Verhalten hat Vorbildcharakter. Wer kontrolliert die Rechtschaffenheit und 'gute wissenschaftliche Praxis' der ProfessorInnen? Solange sie mit diesem Fehlverhalten durchkommen, werden sie den Druck zur Änderung nicht nach unten weitergeben (können), und so einiges bleibt Show für die Öffentlichkeit.
30.11.2011 11:52 Uhr
von disku tieren statt mal leisten:
Doping im Sport ist (zu Recht) verboten. Bei Schiesswettbewerben könnte man aber auch überlegen, vorher die Promille zu messen und definierte Alkohohl-Mengen zuzulassen.
Bei Dr.Arbeiten wird verlangt, das man den Stand der Wissenschaft im Fachgebiet genau kennt. Das geht angesichts chinesischer Diplomarbeiten aber de facto nicht mehr. Die Frage ist also ob man Dr-Titel nicht eher abschaffen sollte.
In der Schule haben wir gelernt das USA und Deutschland die Computer zeitgleich erfunden haben. Oder eine Melodie in Deutschland und England zeitgleich auf Notenblättern erschien.
Viele Ideen die man so hat (Events im Start-Bildschirm, Email-Konten gemeinsam, Fritzboxen messen Raumtemperaturen von Bluetooth-Thermometern in allen Räumen... ) werden von USA trivialpatentiert. Eine Lösung und eindeutige Beweisung wer der erste war (der andere ist ein Versager und nur der jämmerliche zweite) macht oft keinen Sinn mehr und ist technisch auch beim besten Willen nicht zu beweisen. Veröffentlichungen in Fachmagazinen ziehen sich Jahre hin.
Wenn Menschen genetisch optimiert oder produziert werden können, stellt sich ja auch die Frage ob Wettkampfsport noch erlaubt werden kann. Sie wissen ja nicht ob er zufällig oder durch gen-optimierung bessere Muskeln hat.
Und man weiss nicht, wer von wem abgeschrieben hat.
Mehr Geld hilft keinem.
Drittelstellen haben Doktoranden. Teilweise müssen sie Forschungsprojekte von weggelaufenen Mitarbeitern machen an denen sie gar kein Interesse haben. Das dann z.b. Software für irgendwas optimistisch ausgedacht wird, die dann doch nicht existiert, oder als Fake bei der Vorführung (WiFi-Projekt für Fördergelder, Ethernetkabel unterm Teppich) "existiert" ist ein weiteres Problem.
Diese Förderstrukturen bestimmen das Bild und Verhalten des Doktorandentums. Das ist wie Filmförderung: Jahrzehnteland "dummes deutsches Geld" in Hollywood. Dann leichte(?) Änderungen bei den Vergaberegeln und deshalb 2-3 Hollywood-Filme pro Jahr in Deutschland.
Ich wollte schon vor 10 Jahren einen EPrint-Verlag eröffnen. Die Deutsche Bibliothek hat bis heute keine Upload-Server wo man die Titelschutz-Texte hochladen kann um sie gegenzuchecken und von der Bibliothek als "vermutlich nicht raubkopiert" selber anmelden zu können. Wenn Trittin besser wäre, wären alle Texte seit 1999 längst elektronisch bei der Bibliothek und alle neuen Bücher seit 1999 gäbe es automatisch auch als EBook. Zeitungen und Zeitschriften natürlich ebenfalls.
Und die hochwohlgeboren Doktoren sind ob ihres überlegenen Super-Diploms und Abiturs nicht in der Lage aktiv ihre Überlegenheit zu verkünden ? Anständige Leute haben ihre Diplomarbeiten und Artefakte zum Download auf public servern. Diese Leute kriegen die Job-Einladungen. Die Darkroomer hingegen die geheime Firmen-Diplomarbeiten angeblich programmiert haben wollen, könne ja in dieser Firma bleiben. Fußballspieler schaut man sich ja auch live an bevor man sie einkauft.
Soll heissen: Die echten Forscher können problemlos auf den Tisch legen und die anderen sind dann Darkroomer die vielleicht was zu verstecken haben.
Davon abgesehen stellt sich die Frage, ob solche juristischen DrArbeiten überhaupt thematisch zulässig sein sollten. Oder ob man Nutzungsmetriken einführt und jeder weiss, das er etwas geforscht hat, was keinen interessiert und er somit jahrelang deshalb keine Sozialbeiträge eingezahlt hat.
DrTitel sind wie Adel: Vielleicht besser abschaffen und durch echte Projekte "ich habe ein WiFree im Kongo aufgebaut, dank mir hat Kabila die Wahl verloren und wurde ausgeliefert" "ich habe onlinebanking so umgebaut das man Ausgaben und einnahmen realtime ans Finanzamt schicken kann und sie in Elster auftauchen und man 10mal schneller Steuererklärung fertig hat und keine Belege kopieren muss." "ich habe bei DPD die Kamerafunktion eingebaut. Wer ein paket entgegennnimmt wird fotografiert. Paket-Diebstähle gibts quasi nicht mehr" "Ich habe die Pyramide gegen Castor designed" "Die homemade-Panzersperren gegen Assad sind von mir"... .
Besonders in weichen wissenschaften sollten EU-Fördermilliarden bessere Leistung erbringen.
Wenn ich einen Dr.Titel hätte, würde ich ein Crowding finanzieren und 1000 Euro Kopfgeld für Ex-Dr-Titelträger aussetzen. Das Geld müssen die dann zurückzahlen.
Davon abgesehen muss man immer unterschreiben das man niemals einen gleichen Studiengang endgültig nicht bestanden hat. Wenn man das auf Dr-Titel fortsetzen würde, würde das heissen, das von und zu Guttenberg und die anderen keinen Juristen-Dr. mehr machen können sondern ein anderes Fach nehmen müssten.
wenn ich die taz wäre, würde ich mit diesem Argument das jeder Student nachvollziehen kann die Dr-Gremien der Universitäten nerven bis sie einknicken und diese Regelung auch auf Dr-Titel übertragen. Und zwar BEVOR er sich für eine neue Dr-Arbeit einträgt.
Schade das der Mossad oder Hamptons-Boni-Banker nicht systematisch Dr-Titel überprüfen um die Dr-durchsetzten deutschen Firmen zu schwächen und billig aufzukaufen.
Jeder schlaue Investmentbanker müsste diesen Plan sofort durchziehen.
Oder Parteien haben sowas in der Hinterhand um 2 Monate vor der Wahl die Kandidaten oder ihre zweite Reihe zurücktreten zu lassen.
Ehre kann man nicht kaufen. Daher kann man Ehrlosigkeit wie Sand am Meer finden. Ich kam mir immer komisch vor, weil ich die Labor-Arbeiten nicht vom Vorjahr abgeschrieben sondern selbst gemacht habe. Ich dachte das Problem wäre innere Schlamperei aber die Ehrlosigkeit ist noch viel einfacher und somit viel beweisbarer: Simples studipes beweisbares Abschreiben. Da findet man sicher Fälle wie Sand am Meer. Und die Ehrlichen werden nicht belohnt. Weil Hofstaaten auf Korruption, Seilschaften, Klüngeltum und Miswirschaft basieren.
Vielleicht sollte man mal Reporter-Diplomarbeiten geskilled lesen um die Branche zu bereinigen bevor NewsStand das macht.
Früher wurde uns gar nix geglaubt. Wir mussten sogar Prüfungen machen. Heute erwarten Studenten wohl für die Gebühren das die Antworten fertig dabei liegen und sie nur noch ihren Namen draufschreiben müssen. Ohne Kontrolle geht das Schiff unter oder läuft mit Schulden voll oder das Flugzeug stürzt ab. Nieten und Parasiten mögen keine Kontrollen und lehnen sie daher systematisch ab. Jede Schulklasse ist kontrollierter als Politik und Wirtschaft.
Abschreiber gabs schon ewig. Deborah Weber-Wullfs Texte von 2001 sind teilweise noch frei im Web legal verfügbar. Da wird sich also garnichts tun. Eher baut Italien und Griechenland durch Fleiß alle seine Schulden ab.