Korrektur Leider konnte ich noch nie so genau rechnen (siehe Eisgeschichte), und außerdem ist es momentan so heiß. Es müsste heißen "... auch im fünften Jahr nach meiner Geburt ...", was ja ganz was anderes ist als die Tatsache, dass meine Schwester sieben Jahre älter ist als ich. 1000 Mal Entschuldigung.
15.07.2010 09:31 Uhr
von pandaartfactory:
Herrn Bauer eher zustimmend, möchte ich hier eine Kindheitsanekdote zum Thema Eiskauf in den Fünfziger Jahren loswerden. Die harten Fakten vorab: Schauplatz ist ein bekannter Ort im Schwarzwald, der neulich wegen der Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche häufiger als sonst in den Zeitungen auftauchte. Das Jahr: 1956 (+ - 1). Eispreis: 1 Kugel im Hörnchen kostet 10 Pfennig (+ - 5 Pfennig). Anlässlich des seltenen Besuchs der englischen Großmutter wurden meine Schwester (ein junger Teenager)und ich (ein Kleinkind) zum Eisessen eingeladen. dazu wurde de Älteren ein Geldbetrag in die Hand gedrückt, der nach einem Gang über die entsetzlich lange Menzenschwander Straße (so kam sie der Jüngeren damals vor) zum ortseigenen Café, das auch Eis verkaufte,teilweise in der vorgesehenen Form angelegt wurde. Die persönliche Kaufentscheidung meiner lieben Schwester war es, für jede von uns eine Kugel im Hörnchen zu ordern (ich glaube, es war Erdbeereis, auf jeden Fall rot), wonach sie immer noch einen Batzen Geld übrigbehielt. Die Wertigkeit von Eis rangierte bei ihr ganz offenbar weniger hoch als bei mir, nur kam ich auf Grund der Altersstruktur nicht zu einer individuellen Kaufentscheidung. Vulgärpsychologisch ist dazu noch zu bemerken, dass sie auch im siebten Jahr nach meiner Geburt noch eifersüchtig unter meiner Existenz litt. Individualökonomisch betrachtet, wollte sie das übrige Geld vermutlich schatzbildend horten oder sie plante vorausschauend es später in Zigaretten anzulegen, die sie in Bäumen versteckt, ab dem Alter von 14 zu rauchen pflegte. Zurück zum EIS! Auf dem Rückweg (über die Menzenschwander Straße), eisschleckend, passierte mir das Malheur: Die Kugel kippte aus dem Hörnchen auf den Bürgersteig. Meine Schwester hob sie umgehend auf und packte sie zurück an den vorgesehenen Platz, wobei sie sah, dass sich einige kleine Steinchen vom Boden hineingeschafft hatten. Ehrlich fürsorglich bot sie mir an, mit ihrem hygienisch einwandfreien Eis zu tauschen. Ich lehnte ab! Ich konnte nämlich mit einem Blick erkennen, dass ihre Eiskugel schon deutlich kleiner geschleckt worden war als meine. Vielleicht gibt es den rationalen Konsumenten ja wirklich nicht.
10.07.2010 17:55 Uhr
von triawilhelm:
Wenn Florian sich für einen Wissenschafttler hält, sollte er keine Aussage der Art machen: "Den rationalen Käufer gibt es nicht." Allenfalls kann er sagen: "In meinen Untersuchungen habe ich noch keinen nachweisen können." Dass es kaum solche Leute gibt, will ich nicht bestreiten, und davon lebt schliesslich auch der Autor des unwissenschaftlichen Satzes.
10.07.2010 11:11 Uhr
von Anna:
Klingt schon einleuchtend, was der Herr Psychologe da sagt, aber es trift nur auf den Durchschnittsbürger zu. Leute, die beispielsweise vegan leben und/oder auf Nachhaltigkeit (Fairtrade, artgerechte Tierhaltung, keine Chemie etc) Wert legen, kaufen nicht zwingend nach Preis, sondern ganz "vernünftig" nach ihren -selbstgesetzten- Maßstäben
09.07.2010 23:08 Uhr
von Eistüte:
Wie so vieles im Leben gibt es die Idealform einer Theorie nicht, aber es macht Sinn damit zu arbeiten. Was wäre denn die alternative zu der Therorie der Mensch würde sich nicht rational verhalten? Das würde bedeuten er würde sich nicht rational verhalten, und wenn wir uns in der Welt umschauen , so finden wir viele Menschen die sich irrational verhalten, trotz dem macht es Sinn wenn ich zunächst annehme das mein Gegenüber sich rational verhält, mir nicht blind Links eine rein schlägt oder ein sonstiges irrwitziges Verhalten an den Tag legt. Wenn in Deutschland sich Menschen so verhalten das sie nicht das billigst und nicht das teuerste holen , sondern das in der mittleren Preiskathegorie, so liegt hier ein Erfahrungswert zu Grunde, der durch aus Rational erklärbar ist. Doch zu behaupten der Mensch würde sich wenig Preissensibel verhalten, sein mir zu weit von der REalität zu sein, nicht umsonst machen die Discounter hier ordentlich Geschäfte. Den Lehrbuch Homo oeconomicus gibt es sehr wohl, natürlich nicht in seiner reinst Form, aber wer glaubt ohne dieses Modell wirtschaften zu können der wird sehr schnell scheitern und dann viele Ausreden suchen warum man gescheitert ist.
09.07.2010 19:28 Uhr
von Enzo Aduro:
Die taz muss sich schon entscheiden ob Aldi-Käufer übergeizig sind und wir mehr geld für (kleine Eisdielen) ausgeben sollen
-oder-
ob diejenigen die einen Euro für das eis ausgeben total bescheuert sind.
PS: Einfach mal ein klitzekleines bisschen der Marktwirtschaft vertrauen. Vielleicht zahlen die leute 2 euro für eine kugel eis. Aber nicht wenn es 30 meter weiter eis für 80 cent gibt. Und Eisdielen werden entstehen wenn das Eis 2 euro kosten würde. Daneben muss man ja auch bedenken das die Eisdielen nur Geld im sommer verdienen können.
09.07.2010 16:16 Uhr
von brf:
Eis kostete in Frankreich bei meinem letzten Besuch schon 3.50 Euro (pro Kugel!) und es wurde gekauft.
09.07.2010 15:40 Uhr
von Master of Desaster:
Vor Jahren erklärte mir ein italienischer Eiscafebesitzer, dass ihn eine Kugel Eis 8 Pfennig koste. Wenns dann heute 8 Eurocent sind, lässt sich die Riesenmarge auch nicht mehr mit hohen Kosten rechtfertigen.
09.07.2010 15:19 Uhr
von Peter A. Weber:
Wenn Herr Bauer sich nicht täuscht, dann bedeutet das doch im Umkehrschluß, daß wir alle - ohne Ausnahme - dummes Herdenvieh ohne einen Funken eigenen Verstand und Urteilsvermögen sind. Ich persönlich neige zu der Ansicht, daß dies auch auf einen Großteil der Mitbürger zutrifft, sonst würde die konsum- und werbegesteuerte Wirtschaft auch nicht funktionieren.
Allerdings sehe ich doch noch etwas Hoffung, denn es gibt tatsächlich - noch - Leute (zu denen ich mich auch zähle), die zwar nicht vor emotionalen Einflüssen und Entscheidungen gefeit sind, die aber doch in der Lage sind, ihre Einkaufswahl halbwegs rational zu steuern.
Das genannte Beispiel mit der Eiskugel ist gut gewählt. Da ich nicht mehr der jüngste bin und außerdem seit 40 Jahren selbst einkaufe und die Preiskurven in meinem Kopf verankert sind, sagt mir meine Erfahrung und mein Vergleichssinn, daß ich bei bestimmten Produkten wie der Eiskugel mit inflationären Preisentwicklungen Abstinenz üben muß. Dazu kommt noch, daß ich arbeitslos bin und der Blick in mein Portemonnaie schon zwanghaft ist, fallen meine Kaufentscheidungen präzise und rational aus. Wenn ich auch noch mein ökologisches und politisches Bewußtsein sowie meine umfangreichen Produktkenntnisse und mein psychologisches Hintergrundwissen mit einbeziehe, dann - so glauben Sie mir - habe ich diesbezüglich einen sehr klaren Blick.
Daher fühle ich mich allen Menschen verbunden, die ähnlich denken und handeln und innigster Wunsch ist es, daß ihre Zahl anwächst! Wenn wir schon nicht zu einer Revolution in der Lage sind, dann kann nur noch der Verbraucher die Weichen umstellen.
Leserkommentare
15.07.2010 16:14 Uhr
von pandaartfactory:
Korrektur
Leider konnte ich noch nie so genau rechnen (siehe Eisgeschichte), und außerdem ist es momentan so heiß. Es müsste heißen "... auch im fünften Jahr nach meiner Geburt ...", was ja ganz was anderes ist als die Tatsache, dass meine Schwester sieben Jahre älter ist als ich. 1000 Mal Entschuldigung.
15.07.2010 09:31 Uhr
von pandaartfactory:
Herrn Bauer eher zustimmend, möchte ich hier eine Kindheitsanekdote zum Thema Eiskauf in den Fünfziger
Jahren loswerden. Die harten Fakten vorab: Schauplatz ist ein bekannter Ort im Schwarzwald, der neulich wegen der Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche häufiger als sonst in den Zeitungen auftauchte. Das Jahr: 1956 (+ - 1). Eispreis: 1 Kugel im Hörnchen kostet 10 Pfennig (+ - 5 Pfennig).
Anlässlich des seltenen Besuchs der englischen Großmutter wurden meine Schwester (ein junger Teenager)und ich (ein Kleinkind) zum Eisessen eingeladen. dazu wurde de Älteren ein Geldbetrag in die Hand gedrückt, der nach einem Gang über die entsetzlich lange Menzenschwander Straße (so kam sie der Jüngeren damals vor) zum ortseigenen Café, das auch Eis verkaufte,teilweise in der vorgesehenen Form angelegt wurde. Die persönliche Kaufentscheidung meiner lieben Schwester war es, für jede von uns eine Kugel im Hörnchen zu ordern (ich glaube, es war Erdbeereis, auf jeden Fall rot), wonach sie immer noch einen Batzen Geld übrigbehielt. Die Wertigkeit von Eis rangierte bei ihr ganz offenbar weniger hoch als bei mir, nur kam ich auf Grund der Altersstruktur nicht zu einer individuellen Kaufentscheidung. Vulgärpsychologisch ist dazu noch zu bemerken, dass sie auch im siebten Jahr nach meiner Geburt noch eifersüchtig unter meiner Existenz litt. Individualökonomisch betrachtet, wollte sie das übrige Geld vermutlich schatzbildend horten oder sie plante vorausschauend es später in Zigaretten anzulegen, die sie in Bäumen versteckt, ab dem Alter von 14 zu rauchen pflegte. Zurück zum EIS! Auf dem Rückweg (über die Menzenschwander Straße), eisschleckend, passierte mir das Malheur: Die Kugel kippte aus dem Hörnchen auf den Bürgersteig. Meine Schwester hob sie umgehend auf und packte sie zurück an den vorgesehenen Platz, wobei sie sah, dass sich einige kleine Steinchen vom Boden hineingeschafft hatten. Ehrlich fürsorglich bot sie mir an, mit ihrem hygienisch einwandfreien Eis zu tauschen. Ich lehnte ab! Ich konnte nämlich mit einem Blick erkennen, dass ihre Eiskugel schon deutlich kleiner geschleckt worden war als meine.
Vielleicht gibt es den rationalen Konsumenten ja wirklich nicht.
10.07.2010 17:55 Uhr
von triawilhelm:
Wenn Florian sich für einen Wissenschafttler hält, sollte er keine Aussage der Art machen: "Den rationalen Käufer gibt es nicht." Allenfalls kann er sagen: "In meinen Untersuchungen habe ich noch keinen nachweisen können." Dass es kaum solche Leute gibt, will ich nicht bestreiten, und davon lebt schliesslich auch der Autor des unwissenschaftlichen Satzes.
10.07.2010 11:11 Uhr
von Anna:
Klingt schon einleuchtend, was der Herr Psychologe da sagt, aber es trift nur auf den Durchschnittsbürger zu.
Leute, die beispielsweise vegan leben und/oder auf Nachhaltigkeit (Fairtrade, artgerechte Tierhaltung, keine Chemie etc) Wert legen, kaufen nicht zwingend nach Preis, sondern ganz "vernünftig" nach ihren -selbstgesetzten- Maßstäben
09.07.2010 23:08 Uhr
von Eistüte:
Wie so vieles im Leben gibt es die Idealform einer Theorie nicht, aber es macht Sinn damit zu arbeiten. Was wäre denn die alternative zu der Therorie der Mensch würde sich nicht rational verhalten? Das würde bedeuten er würde sich nicht rational verhalten, und wenn wir uns in der Welt umschauen , so finden wir viele Menschen die sich irrational verhalten, trotz dem macht es Sinn wenn ich zunächst annehme das mein Gegenüber sich rational verhält, mir nicht blind Links eine rein schlägt oder ein sonstiges irrwitziges Verhalten an den Tag legt. Wenn in Deutschland sich Menschen so verhalten das sie nicht das billigst und nicht das teuerste holen , sondern das in der mittleren Preiskathegorie, so liegt hier ein Erfahrungswert zu Grunde, der durch aus Rational erklärbar ist. Doch zu behaupten der Mensch würde sich wenig Preissensibel verhalten, sein mir zu weit von der REalität zu sein, nicht umsonst machen die Discounter hier ordentlich Geschäfte. Den Lehrbuch Homo oeconomicus gibt es sehr wohl, natürlich nicht in seiner reinst Form, aber wer glaubt ohne dieses Modell wirtschaften zu können der wird sehr schnell scheitern und dann viele Ausreden suchen warum man gescheitert ist.
09.07.2010 19:28 Uhr
von Enzo Aduro:
Die taz muss sich schon entscheiden ob Aldi-Käufer übergeizig sind und wir mehr geld für (kleine Eisdielen) ausgeben sollen
-oder-
ob diejenigen die einen Euro für das eis ausgeben total bescheuert sind.
PS: Einfach mal ein klitzekleines bisschen der Marktwirtschaft vertrauen. Vielleicht zahlen die leute 2 euro für eine kugel eis. Aber nicht wenn es 30 meter weiter eis für 80 cent gibt. Und Eisdielen werden entstehen wenn das Eis 2 euro kosten würde. Daneben muss man ja auch bedenken das die Eisdielen nur Geld im sommer verdienen können.
09.07.2010 16:16 Uhr
von brf:
Eis kostete in Frankreich bei meinem letzten Besuch schon 3.50 Euro (pro Kugel!) und es wurde gekauft.
09.07.2010 15:40 Uhr
von Master of Desaster:
Vor Jahren erklärte mir ein italienischer Eiscafebesitzer, dass ihn eine Kugel Eis 8 Pfennig koste. Wenns dann heute 8 Eurocent sind, lässt sich die Riesenmarge auch nicht mehr mit hohen Kosten rechtfertigen.
09.07.2010 15:19 Uhr
von Peter A. Weber:
Wenn Herr Bauer sich nicht täuscht, dann bedeutet das doch im Umkehrschluß, daß wir alle - ohne Ausnahme - dummes Herdenvieh ohne einen Funken eigenen Verstand und Urteilsvermögen sind. Ich persönlich neige zu der Ansicht, daß dies auch auf einen Großteil der Mitbürger zutrifft, sonst würde die konsum- und werbegesteuerte Wirtschaft auch nicht funktionieren.
Allerdings sehe ich doch noch etwas Hoffung, denn es gibt tatsächlich - noch - Leute (zu denen ich mich auch zähle), die zwar nicht vor emotionalen Einflüssen und Entscheidungen gefeit sind, die aber doch in der Lage sind, ihre Einkaufswahl halbwegs rational zu steuern.
Das genannte Beispiel mit der Eiskugel ist gut gewählt. Da ich nicht mehr der jüngste bin und außerdem seit 40 Jahren selbst einkaufe und die Preiskurven in meinem Kopf verankert sind, sagt mir meine Erfahrung und mein Vergleichssinn, daß ich bei bestimmten Produkten wie der Eiskugel mit inflationären Preisentwicklungen Abstinenz üben muß. Dazu kommt noch, daß ich arbeitslos bin und der Blick in mein Portemonnaie schon zwanghaft ist, fallen meine Kaufentscheidungen präzise und rational aus. Wenn ich auch noch mein ökologisches und politisches Bewußtsein sowie meine umfangreichen Produktkenntnisse und mein psychologisches Hintergrundwissen mit einbeziehe, dann - so glauben Sie mir - habe ich diesbezüglich einen sehr klaren Blick.
Daher fühle ich mich allen Menschen verbunden, die ähnlich denken und handeln und innigster Wunsch ist es, daß ihre Zahl anwächst! Wenn wir schon nicht zu einer Revolution in der Lage sind, dann kann nur noch der Verbraucher die Weichen umstellen.