Ein bisher nur für Hummeln und Wespen gefährlicher Parasit befällt auch die Honigbienen. Für diese kann die Infektion tödlich sein. Forscher befürchten ein noch schnelleres Bienensterben.von Wolfgang Löhr

Rätselhaftes Sterben: Tote Bienen vor dem Stock. Bild: dpa
BERLIN taz | Eine parasitäre Fliegenart ist vermutlich mitverantwortlich für das Bienensterben, das in den letzten Jahren wiederholt für Schlagzeilen sorgte. Die Parasiten legen in den Honigbienen ihre Eier ab. Die so infizierten Bienen würden dann orientierungslos die Bienenstöcke verlassen und herumzappeln wie "Zombies", bis sie schließlich sterben, berichten die Wissenschaftler um Andrew Core und John Hafernik von der San Francisco State University im Open-Access-Fachmagazin PLoS ONE.
Bisher wurde der Parasit, eine kleine Fliege (Apocephalus borealis), bei den in Amerika nicht einheimischen Honigbienen nur in Kalifornien und South Dakota entdeckt. Schon länger bekannt ist aber, dass diese Parasiten Hummeln und einige Wespenarten infizieren. Auch bei diesen Insektenarten ist in den letzten Jahren ein Rückgang der Individuenzahlen zu beobachten.
Bei Honigbienen wurde der Parasit jetzt das erste Mal entdeckt. Die Forscher vermuten, dass sie mit den einst aus Europa eingeführten Honigbienen einen neuen Wirtsorganismus gefunden haben.
Da die Honigbienen im Unterschied zu Hummeln und Wespen in großen Gemeinschaften eng zusammenleben, wird befürchtet, dass die Parasiten sich auch viel schneller ausbreiten können.
Dazu kommt, dass kommerziell genutzte Bienenstöcke über große Strecken transportiert werden. Für den Fliegenparasit sei daher die Honigbiene wie ein "Ticket für eine globale Invasion", schreiben die Forscher in ihrer Onlinepublikation.
Welchen Anteil die Fliegen am Bienensterben haben, ist noch unklar. Bisher wird davon ausgegangen, dass mehrere Faktoren daran beteiligt sind. So stehen verschiedene Viren, Pilze und auf dem Acker eingesetzte Pestizide im Verdacht, den Bienentod mitzuverursachen.
Der wichtigste Auslöser ist jedoch die weit verbreitete Varroamilbe, die die Bienenvölker massiv schwächen kann. Der jetzt von den kalifornischen Forschern bei den Bienen entdeckte Parasit verursacht jedoch ganz neue Krankheitssymptome.
So sammeln sich die befallenen Bienen nachts oder im Dunkeln unter elektrischen Lichtquellen. Dieses Phänomen sei vorher noch niemals bei Honigbienen beschrieben worden, erklären die Forscher.
Viele Griechen können sich ihr Nationalgetränk nicht mehr leisten, Ouzo-Hersteller kämpfen gegen die Pleite. Und das, wo ein guter Schnaps wichtiger ist als je zuvor. von Jannis Papadimitriou

Kita-Ausbau, Betreuungsgeld, Flexi-Quote - nix klappt bei der Familienministerin. Keine Schnute ziehen, Frau Schröder. taz.de hat Vorschläge für andere Aktivitäten.

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.


Leserkommentare
07.01.2012 11:13 | Manfred Gerber
Und wieder einmal hat man eine pathologische Ursache gefunden, die das verursachte Disaster durch Neonicotinoide vertuschen ...
06.01.2012 11:31 | Flint
"Für diese kann die Infektion tödlich."
06.01.2012 10:18 | -j-
Sowas passiert durch die gnadenlose Ausbeutung der Bienen. ...