Bald jährt sich der Amoklauf in Winnenden. Die Medien brachen damals sämtliche Tabus. Zum Jahrestag droht eine neue Journalisten-Invasion. Haben sie dazugelernt?von Ingo Arzt
es ist schon immer auf's neue faszinierend mit welchem halbwissen sich gerade redakteure aus dem Hause Springer versuchen meinung zu bilden. das arme, vietnamesische Mädchen ist im Gegensatz zu den Erschossenen noch am Leben. Ganz nebenbei handelt es sich auch um eines der bekanntesten Fotos überhaupt. Das Grauen des Vietnamkrieges mit einem Amoklauf zu vergleichen?! Vielleicht sollte ein Chefredakteur dafür "zurücktretten", oder muss er erst besoffen durch Hannover rasen?
09.03.2010 11:04 Uhr
von Johannes W.:
Lieber Herr Arzt, Vielen Dank für diesen lesenswerten und interessanten Artikel. Ein Journalisten-Handbuch zum Umgang mit solchen Extremsituationen tut Not.
Allerdings wäre es schön gewesen, auch ein paar andere Standpunkte "auszuprobieren":
Welches Informationsbedürfnis hatten Leser, Hörer, Zuschauer außerhalb Winnendens und Wendlingens? Unter welchem Druck standen Journalisten - zu "liefern"?
Haben die Fotografen bei den Beerdigungen "einfach so" Leitern aufgestellt, oder sich mit den Angehörigen und der Polizei abgesprochen (gerade diese Szene wird immer und immer wieder falsch dargestellt)?
War die Berichterstattung des Waiblinger Zeitungsverlags wirklich so anders als die anderer Regionalblätter?
Die Berichterstattung muss diskutiert werden, sicher. Aber man sollte dabei auch beide Seiten berücksichtigen (was überhaupt nicht bedeutet, die Angehörigen und Winnender außer Acht zu lassen). Beste Grüße, Johannes W.
08.03.2010 09:31 Uhr
von Thorsten Schierhorn:
"Winnenden. Jeder kennt die Bilder."? Ich kenne sie nicht. Welchen Erkenntnisgewinn sollte ich auch davon haben, mir trauernde Kinder anzusehen? Mit anderen Worten: mit mir ist mit solcher Art Berichterstattung kein Staat ... äh, kein Geld zu machen, weder über Quote noch mit Werbung. Wer also diese menschenverachtenden Methoden kritisiert, braucht nur seine eigene Rezeption zu überdenken. Und schon hätte die Presse-Meute keinen Grund mehr, über ein trauerndes Dorf herzufallen wie die Hunnen.
05.03.2010 16:43 Uhr
von Aldinger:
Gerade das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, oder besser gesagt Frau Mayer und Herr Schober, nutzen den Presserummel ganz bewusst für Ihre Ziele aus, ich möchte hier nur an die getürkte "Killerspiel" Vernichtung in Stuttgart letztes Jahr erinnern. Nicht nur deswegen haben sich bereits die meisten Opfer-Angehörigen von diesen beiden distanziert. Auch die Angehörigen der Opfer von Wendlingen werden doppelt gestraft, dort gab es "nur" 3 Tote, und diese waren Erwachsene, genauso wie der Mann, der von den Täter bei seiner Flucht erschossen wurde, werden diese gerne vergessen, tote Kinder bringen mehr Einschaltquoten = mehr Geld. Dabei fördert dieser Rummel um die Tat die Nachahmung derselben geradezu, über 160 Nachahmer und Trittbrettfahrer gab es nach Winnenden und Wendlingen, der nächste Amoklauf geht auf das Konto der Medien, den diese sorgen für die entsprechende "Heldenverehrung" der Täter.
Leserkommentare
11.03.2010 16:26 Uhr
von Mr. Hanky:
es ist schon immer auf's neue faszinierend mit welchem halbwissen sich gerade redakteure aus dem Hause Springer versuchen meinung zu bilden. das arme, vietnamesische Mädchen ist im Gegensatz zu den Erschossenen noch am Leben. Ganz nebenbei handelt es sich auch um eines der bekanntesten Fotos überhaupt. Das Grauen des Vietnamkrieges mit einem Amoklauf zu vergleichen?! Vielleicht sollte ein Chefredakteur dafür "zurücktretten", oder muss er erst besoffen durch Hannover rasen?
09.03.2010 11:04 Uhr
von Johannes W.:
Lieber Herr Arzt,
Vielen Dank für diesen lesenswerten und interessanten Artikel. Ein Journalisten-Handbuch zum Umgang mit solchen Extremsituationen tut Not.
Allerdings wäre es schön gewesen, auch ein paar andere Standpunkte "auszuprobieren":
Welches Informationsbedürfnis hatten Leser, Hörer, Zuschauer außerhalb Winnendens und Wendlingens? Unter welchem Druck standen Journalisten - zu "liefern"?
Haben die Fotografen bei den Beerdigungen "einfach so" Leitern aufgestellt, oder sich mit den Angehörigen und der Polizei abgesprochen (gerade diese Szene wird immer und immer wieder falsch dargestellt)?
War die Berichterstattung des Waiblinger Zeitungsverlags wirklich so anders als die anderer Regionalblätter?
Die Berichterstattung muss diskutiert werden, sicher. Aber man sollte dabei auch beide Seiten berücksichtigen (was überhaupt nicht bedeutet, die Angehörigen und Winnender außer Acht zu lassen).
Beste Grüße, Johannes W.
08.03.2010 09:31 Uhr
von Thorsten Schierhorn:
"Winnenden. Jeder kennt die Bilder."? Ich kenne sie nicht. Welchen Erkenntnisgewinn sollte ich auch davon haben, mir trauernde Kinder anzusehen? Mit anderen Worten: mit mir ist mit solcher Art Berichterstattung kein Staat ... äh, kein Geld zu machen, weder über Quote noch mit Werbung. Wer also diese menschenverachtenden Methoden kritisiert, braucht nur seine eigene Rezeption zu überdenken. Und schon hätte die Presse-Meute keinen Grund mehr, über ein trauerndes Dorf herzufallen wie die Hunnen.
05.03.2010 16:43 Uhr
von Aldinger:
Gerade das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, oder besser gesagt Frau Mayer und Herr Schober, nutzen den Presserummel ganz bewusst für Ihre Ziele aus, ich möchte hier nur an die getürkte "Killerspiel" Vernichtung in Stuttgart letztes Jahr erinnern. Nicht nur deswegen haben sich bereits die meisten Opfer-Angehörigen von diesen beiden distanziert. Auch die Angehörigen der Opfer von Wendlingen werden doppelt gestraft, dort gab es "nur" 3 Tote, und diese waren Erwachsene, genauso wie der Mann, der von den Täter bei seiner Flucht erschossen wurde, werden diese gerne vergessen, tote Kinder bringen mehr Einschaltquoten = mehr Geld.
Dabei fördert dieser Rummel um die Tat die Nachahmung derselben geradezu, über 160 Nachahmer und Trittbrettfahrer gab es nach Winnenden und Wendlingen, der nächste Amoklauf geht auf das Konto der Medien, den diese sorgen für die entsprechende "Heldenverehrung" der Täter.