• 15.08.2010

Wikileaks unter Druck

Schwarze Listen der Taliban befürchtet

Gegenwind für Wikileaks: Neben Nato und US-Regierung hat auch "Reporter ohne Grenzen" die Veröffentlichung der Afghanistan-Dokumente als verantwortungslos und hochgefährlich abgelehnt.

  • 17.08.2010 04:51 Uhr

    von weißich morgenwieder:

    rsf ist - leicht verspätet - auf einen schachzug hereingefallen. das ganze hatte mit amnesty begonnen. es erschien ein wsj-beitrag (wall street journal) mit einem angeblichen zitat von amnesty. und das wall street journal ist ja bekanntlich superpro bei kontaken zu menschenrechtsgruppen und fachspezialist in fragen zu menschenrechten und so. berlin hatte - so klang das am telefon - zur hälfte zero ahnung, was am nebenkontinent gerade abläuft und zur anderen hälfte steckte es noch im jetlag erm im gähn-muskelkater vom urlaub. es dauerte ein bißchen, amnesty london mußte auch etwas tätiger werden, dann kam das dementi der aussage schließlich an. es wurde offiziell mitgeteilt: es gab keine verifizierte stellungnahme von amnesty (ny).

    soweit.

    bis das aber durchkam, haben die vereinten cons-twitterzwerge (oh, doch, sekretär und sekretärin von thiessen und colin powell haben kräftig in die tasten gehauen) - herumgesendet, was ging und das gerücht, amnesty hätte was gesagt, landete schließlich wohl auf dem schreibtisch eines praktikanten bei rsf london. ohne rückfrage, was die anderen rsf's wohl so dazu sagen (und mit wohl noch nichtmal angeklickten collateral murder video, indem ja schließlich nur zwei reuters-mitarbeiter... aber man kann von praktikanten schließlich auch nicht alles erwarten) - wurde dann "weil wenn selbst amnesty"...

    den rsf-brief aber einfach so zu kopieren... schon komisch, liebe taz.

    achso und ein kleinen linktip zur nachlese von dies und das im vorfeld (für neueinsteiger ins thema) wäre hier so zum beispiel hier etwa

  • 16.08.2010 18:55 Uhr

    von ohne namen:

    Ich würde ja gerne einen Kommentar abgeben - aber in diesem unseren Staate ?

  • 16.08.2010 17:10 Uhr

    von Carsten:

    Ach und ich dachte, es wären "moderate Taliban"?

  • 16.08.2010 11:37 Uhr

    von Charlot:

    Und ich hatte immer geglaubt, Reporter ohne Grenzen seien neutral und der Wahrheit verpflichtet und nicht dem Pentagon und Geheimdiensten und dem "Krieg in der Grauzone" mit Todesschwadronen. Schade.

  • 15.08.2010 18:01 Uhr

    von Daniel:

    Ganz mieser und erbärmlicher Versuch: eine Regierung, die Krieg führt und dabei unzählige unschuldige Menschen auf dem Gewissen hat, versucht durch moralische Anschuldigungen die eigene Weste rein zu halten.
    Was diese Liste angeht, so mag Reporter ohne Grenzen teilweise Recht haben und darauf sollte geachtet werden, dass niemand persönlich in Gefahr gebracht wird.
    Dennoch ist Transparenz dringend notwendig. Die Lügen müssen aufgedeckt und die Verbrechen aufgeklärt werden.

  • 15.08.2010 15:54 Uhr

    von muessenweg:

    Ja, dann sieht man ja das gefährliche Gesicht der Taliban noch deutlicher und vielleicht kapieren es dann auch mal die letzten Hinterwäldler, dass diese Leute weg müssen.

  • 15.08.2010 15:28 Uhr

    von Simon:

    Die sollen mal aufhören rumzuwettern. Wikileaks macht eine gute Sache. Würden nicht reihenweise Journalisten ihren Job schlecht machen, gäbe es keine Nachfrage nach diesem Dienst.
    Anstatt den Mächtigen auf die Finger zu schauen, produziert man ein wie etwa im Fall der Bild ein Blut und Spermablatt, dessen Höhepunkt der Woche es ist, wenn i.ein Wettermoderator einer Vergewaltigung beschuldigt wird. Oder bei DSDS eine Panne war. oder oder oder...

  • 15.08.2010 14:19 Uhr

    von agtrier:

    Vor allem sind die veröffentlichen Dokumente peinlich für die etablierten Medien (die Taz inbegriffen), die sich allzu lange mit den Lügenmärchen von Militär und Politik abgefunden haben, und keine eigenen Recherchen betrieben, die zeigten, wie die Lage wirklich ist.

    Aber die wahren schuldigen sitzen (wieder mal) im Pentagon, Washington D.C. und natürlich in Berlin - wo man lange bemüht war, alle negativen Nachrichten über den Krieg in Afghanistan unter den Tepich zu kehren, weil sie sonst zuhause Probleme mit der Bevölkerung bekommen würden.

    All das fällt nun doppelt auf sie zurück. Kein wunder, dass sie nun einen anderen "Sündenbock" brauchen: Hier wird also auf den Überbringer der schlechten Nachrichten eingeschlagen, als könne er etwas dafür.

    Ach ja, und für's Töten und Morden brauchte es in Afghanistan bisher kein Wikileaks - und das wird in Zukunft auch nicht anders sein.

  • 15.08.2010 13:19 Uhr

    von rounald:

    Vor einer afghanischen Imitation der Nato-Todeslisten habe ich weniger Angst, als vor der weiteren massenweisen Bombardierung von Unbeteiligten aus der Luft, der Invasion von Länder, dem präventiven Abwurf von Atombomben durch die Reichsten der Reichsten im Kampf für ihre Gier.

    Berichte, die offizielle Thesen affirmieren, bringen mir nichts.

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