• 26.11.2008

Wie Medienverlage die Finanzkrise nutzen

Gelegenheit macht Krise

Zeitschriften und Zeitungen sparen drastisch, Redaktionen werden ausgedünnt, Titel werden eingestellt. Der Markt ist schwierig geworden, heißt es. Dabei ist alles von langer Hand geplant.von Klaus Raab

  • 25.11.2008 21:14 Uhr

    von Medienkonsument:

    Kein anderes privatwirtschaftliches Unternehmen könnte sich eine solche Innovationsfeindlichkeit leisten wie es die organisatorisch rückständigen Redaktionen tun. Nirgends werden mehr Schlafwagen mit durchgeschleift, als in den Schreibstuben. Man nehme nur "Die Zeit", "den Spiegel" oder den "Stern". Ein Blick ins Impressum reicht.

    Und ausgerechnet der Stern - noch immer prächtig überbesetzt mit sich für Edelfedern haltenden Salonmarxisten, die 2 Mal im Jahr zum Stift greifen - protestiert gegen die Kürzungswelle. Da ist noch mächtig Speck, der abtrainiert werden kann.

    Und wo wir schon beim Thema Sturm sind: Wo ist denn der Sturm der Kreativität bei den Betroffenen, neue Ideen auf den Weg zu bringen, sich der veränderten Zeit zu stellen, mit Online-Medien zu experimentieren, sich auf Neues einzulassen?

    Das Ndr-Magazin Zapp macht einen vor Selbstmitleid triefenden Beitrag über die Medienkrise und die geplanten Entlassungen und zeigt in derselben Sendung einen Film über die Nutzung von Presserabatten vom Toaster bis zum Testarossa.

    Wir wissen doch alle, dass der Journalismus in Deutschland eine in weiten Teilen verkommene Branche ist, wo selbst Chefredakteure mit dem neuesten Handy-Modell zu bestechen sind und für ihre Flugreisen grundsätzich nie mehr als die Hälfte bezahlen - wenn überhaupt. Moral, Integrität und der Wille zur unabhängigen Einordnung von Ereignissen sind eine Seltenheit geworden. Ein schönes Beispiel sind doch auch Preisverleihungen von Wirtschaftsjournalistenpreisen, wo die Preisträger gleichzeitig in der Jury sitzen - sich die durch irgendeine Private Equity-Bude gestiftete Bestechung quasi auch noch selbst zuschanzen. Es wird wirklich Zeit, dass sich die Spreu vom Weizen trennt. In den Verlagsetagen genauso wie in den Redaktionen.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder