Widerständler über Lage in Honduras
"Die Militärs sind eine reale Macht"
Starke soziale Bewegungen ermöglichen in Honduras, dem Putsch schon seit 25 Tagen Widerstand entgegenzusetzen. Eine Rückkehr des Präsidenten Zelayas wird wieder wahrscheinlicher.von Leo Gabriel
Leserkommentare
25.07.2009 01:52 Uhr
von Miguel S.:
Dumm nur, dass der "Putsch" keiner war, sondern Militär und Judikative per Verfassung dazu berechtig sind den ehemaligen Präsidenten daran zu hindern sein gegen die Verfassung verstoßendes Referendum durchzuführen.
Ich wünschte vor 76 Jahren hätten deutsche Militärs und Richter dem (national-)sozialistischen Oberbefehlshaber die Gefolgschaft verweigert und ihn, auf diesselbe Weise wie heute in Honduras, daran gehindert sich zum Diktator aufzuschwingen.
24.07.2009 22:47 Uhr
von Udo Henn:
Nach den mir bekannten Augenzeugenberichten gibt es keinen nennenswerten Widerstand in Honduras, im Gegenteil, die wenigen Demonstrationen richten sich gegen Zelaya und Chavez. Es kann ja auch kein vernuenftiger Mensch die Wiedereinsetzung Zelayas fordern, der dabei war, sein Land herunterzuwirtschaften, so wie es Castro mit Kuba gemacht hat und wie Chavez in Venezuela gerade dabei ist.
24.07.2009 18:05 Uhr
von schnipp-schnapp:
Ich wünschte nur, dass die taz - wie auch alle anderen deutschen Medien - die Putschisten in Honduras auf genau dieselbe Art und Weise akribisch beobachten würden, wie das im Fall des Iran geschieht.
Woran mag es bloss liegen, dass die Demokratie und die Menschenrechte in Honduras weniger von Belang sind wie im Iran?
Immerhin hätte ein erfolgreicher Putsch für die Region sicher nicht viel weniger Signalwirkung, wie ein Regimewechsel im Iran.
24.07.2009 17:47 Uhr
von marina:
"(...) Er kommt ja aus dem bürgerlichen Lager, identifizierte sich aber mit vielen dynamischen Projekten wie Alba (Alianza Bolivariana para las Américas: lateinamerikanisches Integrationsprojekt unter der Führung Venezuelas, Anm. d. Red.), trat für gerechtere Mindestlöhne und bäuerliche Landrechte ein und erlaubte keine weiteren Privatisierungen. Das alles störte die Oligarchie, die begann, die Militärs von der "kommunistischen Gefahr" zu überzeugen. (...)"
Sehr gute Zusammenfassung der Hintergründe!
Überhaupt ein guter Artikel.