• 30.12.2008

Wichtigsprech und rhetorische Luft

Deppensprache Deutsch

Nicht die Jugend malträtiert die Sprache der Dichter und Denker bis zum Unverständnis. Es sind vielmehr die erwachsenen Dampfplauderer in den Medien.von Reinhard Siemes

  • 04.04.2011 19:02 Uhr

    von Wortraum:

    Warum stimmt Rechner für Computer nicht? Obwohl ich Informatiker bin, habe ich davon nie etwas. Die Begriffe unterscheiden sich lediglich in ihrer Anwendung, denn während man in der Informatik Rechner sagt, heißt es in der Laiensprache vorzugsweise Computer. Also: was stimmt damit nicht? Der Artikel bleibt die Antwort leider schuldig, was auch nicht besser ist als Worthülsen und Streckbankdeutsch.

  • 04.04.2011 19:02 Uhr

    von sondermann:

    der komplette artikel gibt nicht komplett meine meinung wieder, aber es ist komplett richtig anzumerken, dass die komplette riege der sogenannten meinungsführer, komplett eitel im kompletten schaugeschäft, hier einfach komplett die unkomplette wahrheit sagt, weil die komplette wahrheit von der kompletten bevölkerung komplett nicht akzeptiert würde. was ich komplett nachvollziehbar finde.
    ich habe nichts gegen neue einflüsse im deutschen, doch manche verflachen sie leider völlig. so wie das heute so inflationär gebrauchte wort "komplett". was ich rundherum ablehne.

  • 04.04.2011 19:02 Uhr

    von Dietmar:

    Der Autor sowie einige Kommentatoren liegen einem weit verbreiteten Missverständnis auf: Eine Sprache lässt sich nicht maltraitieren, sondern allenfalls Menschen, mit denen gesprochen wird. Auf Leerformeln, Euphemismen und Verschleierungsstrategien zu achten, diese zu kritisieren, ist eine sinnvolle Form der Sprachkritik.

    Dabei ist die Sprache (die ein funktionierendes und sich ständig änderndes Kommunikationsmittel ist) allerdings niemals gefährdet, am allerwenigstens durch vermeintliche Grammatik'fehler', in denen sich lediglich die Lebendigkeit und fruchtbare Uneinheitlichkeit der Sprache zeigt. Insofern dürfen wir auf besserwisserische und engstirnige Sprachkritiker wie Wolf Schneider und Bastian Sick gerne verzichten. Und sich über Rechtschreib'fehler' seiner Mitmenschen zu amüsieren, ist ein billiges Vergnügen und Ausdruck bildungsbürgerlichen Dünkels. Gegen 'Sylvester' ist nichts einzuwenden, solange das Datum stimmt.

  • 04.04.2011 19:02 Uhr

    von Sebastian:

    @Johannes Ripalda: Die Beispiele sind gar nicht so abwegig und gehören zur jugendlichen Szenesprache, also erst Jugend fragen dann meckern.

    Ich finde den Artikel gelungen, leider wird er am aufgeblasenen Gebrabbel, das über den Äther gejagt wird, nichts ändern.

    Ein gutes Beispiel für dieses hochtrabende Geschwafel sind übrigens auch Fußball-Kommentare, aber die werden ja auch von Beckmann und Konsorten eingesprochen.

    Ich fürchte aber, dass auch dieses Bla-Bla zur deutschen Sprache gehört, ebenso wie die der Jugend. Journalisten und Politiker gehören halt auch zu einer Szene, die sich von den anderen Abgrenzen möchte.

  • 04.04.2011 19:02 Uhr

    von ole:

    wie schön: Hupe soll ich hier eingeben, damit dieser Kommentar Spam vermeidet und dann erscheint - Hupe! Ist da Freud am Werk? Kann die Maschine doch denken? Wollte eben auch schreiben: Was soll das Gehupe? "Man" kann ... jaja, sich unheimlich über Sprachen ereifern,nur wachsen und entwickeln die sich ja grad, weil Leute miteinander reden. Was ist daran schlecht.
    Wenns da was zu klären gibt, fangt doch alle zusammen mal bei Ärzten, Juristen, Callcenteragents an - die allesamt eine Menge Kohle (Geld, Schotter, Moneten,...) daraus schneiden, abgeschottet ihre eigenen Sprachen zu haben und die (oder die Dauer ihres Verstehens) teuer übersetzen zu lassen - "man" kann davon und dabei arm, krank, verrückt und gar kriminell werden. Jo.
    Und nun: Hupe!

  • 04.04.2011 19:02 Uhr

    von Metaller:

    Aus keinem Buch. Sie werden in erster Linie gesprochen.

  • 04.04.2011 19:02 Uhr

    von Johannes Ripalda:

    "Bildungsschuppen", "Reiterhof", "Kopfgärtner", "Zappelbunker". Aus welchem Buch hat denn der Autor diese angeblichen Beispiele für heutige Jugendsprache? Der ganze Artikel ist ein einziges Füllwort und mithin überflüssig.

  • 11.02.2011 17:49 Uhr

    von Wortraum:

    Warum stimmt Rechner für Computer nicht? Obwohl ich Informatiker bin, habe ich davon nie etwas. Die Begriffe unterscheiden sich lediglich in ihrer Anwendung, denn während man in der Informatik Rechner sagt, heißt es in der Laiensprache vorzugsweise Computer. Also: was stimmt damit nicht? Der Artikel bleibt die Antwort leider schuldig, was auch nicht besser ist als Worthülsen und Streckbankdeutsch.

  • 11.02.2011 17:49 Uhr

    von sondermann:

    der komplette artikel gibt nicht komplett meine meinung wieder, aber es ist komplett richtig anzumerken, dass die komplette riege der sogenannten meinungsführer, komplett eitel im kompletten schaugeschäft, hier einfach komplett die unkomplette wahrheit sagt, weil die komplette wahrheit von der kompletten bevölkerung komplett nicht akzeptiert würde. was ich komplett nachvollziehbar finde.
    ich habe nichts gegen neue einflüsse im deutschen, doch manche verflachen sie leider völlig. so wie das heute so inflationär gebrauchte wort "komplett". was ich rundherum ablehne.

  • 11.02.2011 17:49 Uhr

    von Martin:

    @ Leser

    "Kunst, uns Sprache begreiflich zu machen" klingt nach Wichtigsprech.

    Diese "Lesen Sie ... und Sie werden ..."-Typen sind die schlimmsten Nervtöter.

  • 11.02.2011 17:49 Uhr

    von Johannes Ripalda:

    "Bildungsschuppen", "Reiterhof", "Kopfgärtner", "Zappelbunker". Aus welchem Buch hat denn der Autor diese angeblichen Beispiele für heutige Jugendsprache? Der ganze Artikel ist ein einziges Füllwort und mithin überflüssig.

  • 04.01.2009 23:30 Uhr

    von Wortraum:

    Warum stimmt Rechner für Computer nicht? Obwohl ich Informatiker bin, habe ich davon nie etwas. Die Begriffe unterscheiden sich lediglich in ihrer Anwendung, denn während man in der Informatik Rechner sagt, heißt es in der Laiensprache vorzugsweise Computer. Also: was stimmt damit nicht? Der Artikel bleibt die Antwort leider schuldig, was auch nicht besser ist als Worthülsen und Streckbankdeutsch.

  • 01.01.2009 22:48 Uhr

    von sondermann:

    der komplette artikel gibt nicht komplett meine meinung wieder, aber es ist komplett richtig anzumerken, dass die komplette riege der sogenannten meinungsführer, komplett eitel im kompletten schaugeschäft, hier einfach komplett die unkomplette wahrheit sagt, weil die komplette wahrheit von der kompletten bevölkerung komplett nicht akzeptiert würde. was ich komplett nachvollziehbar finde.
    ich habe nichts gegen neue einflüsse im deutschen, doch manche verflachen sie leider völlig. so wie das heute so inflationär gebrauchte wort "komplett". was ich rundherum ablehne.

  • 30.12.2008 16:16 Uhr

    von Dietmar:

    Der Autor sowie einige Kommentatoren liegen einem weit verbreiteten Missverständnis auf: Eine Sprache lässt sich nicht maltraitieren, sondern allenfalls Menschen, mit denen gesprochen wird. Auf Leerformeln, Euphemismen und Verschleierungsstrategien zu achten, diese zu kritisieren, ist eine sinnvolle Form der Sprachkritik.

    Dabei ist die Sprache (die ein funktionierendes und sich ständig änderndes Kommunikationsmittel ist) allerdings niemals gefährdet, am allerwenigstens durch vermeintliche Grammatik'fehler', in denen sich lediglich die Lebendigkeit und fruchtbare Uneinheitlichkeit der Sprache zeigt. Insofern dürfen wir auf besserwisserische und engstirnige Sprachkritiker wie Wolf Schneider und Bastian Sick gerne verzichten. Und sich über Rechtschreib'fehler' seiner Mitmenschen zu amüsieren, ist ein billiges Vergnügen und Ausdruck bildungsbürgerlichen Dünkels. Gegen 'Sylvester' ist nichts einzuwenden, solange das Datum stimmt.

  • 30.12.2008 10:57 Uhr

    von Noch'n Leser:

    Ich find's übrigens tragisch, daß die Vergewaltigung des Begriffes "tragisch" so ganz unerwähnt bleibt.
    Was ist aus dem grandiosen Stoff antiker Dichtungen, der auch heute noch aktuell ist - der Konflikt zwischen zwei Lösungen, die beide aber Unrecht sind - geworden: jeder illiterate Doofi in den Redaktionen der Zeitungen bezeichnet es als tragisch, wenn ein Besoffener durchaus vermeidbar in einer Kurve geradeaus an den Baum fährt und, keinesfalls konfliktträchtig, den Gurt aufgelassen hat...

  • 30.12.2008 10:32 Uhr

    von Yakitora:

    Das wußte ja schon Kurt Tucholsky ("Ratschläge an einen schlechten Redner"):
    "Sprich, wie du schreibst. Und ich weiß, wie du schreibst. Sprich mit langen, langen Sätzen - solchen, bei denen du, der du dich zu Hause, wo du ja die Ruhe, deren du so sehr benötigst, deiner Kinder ungeachtet, hast, vorbereitest, genau weißt, wie das Ende ist, die Nebensätze schön ineinandergeschachtelt, so daß der Hörer, ungeduldig auf seinem Sitz hin- und herträumend, sich in einem Kolleg wähnend, in dem er früher so gerne geschlummert hat, auf das Ende solcher Periode wartet . . . nun, ich habe dir eben ein Beispiel gegeben. So mußt du sprechen."

    Fazit: wer viel redet muß nix sagen. ;-)

  • 30.12.2008 09:27 Uhr

    von Sebastian:

    @Johannes Ripalda: Die Beispiele sind gar nicht so abwegig und gehören zur jugendlichen Szenesprache, also erst Jugend fragen dann meckern.

    Ich finde den Artikel gelungen, leider wird er am aufgeblasenen Gebrabbel, das über den Äther gejagt wird, nichts ändern.

    Ein gutes Beispiel für dieses hochtrabende Geschwafel sind übrigens auch Fußball-Kommentare, aber die werden ja auch von Beckmann und Konsorten eingesprochen.

    Ich fürchte aber, dass auch dieses Bla-Bla zur deutschen Sprache gehört, ebenso wie die der Jugend. Journalisten und Politiker gehören halt auch zu einer Szene, die sich von den anderen Abgrenzen möchte.

  • 30.12.2008 08:04 Uhr

    von lesender:

    Sylvester ist aber auch nicht schlecht. Der zerrt nämlich an den Nerven das man glauben könnte, es hackt. Oder hakt es, wenn der Silvester an den Nerven zehrt? Wer weiß?

    Die Presseorgane sind an der Verschwurbelung der Sprache nicht unschuldig. Man beachte nur den Satzbau, der sich immer stärker dem Englischen annähert, insbesondere was die Positionierung des Wörtchen "nicht" angeht.

    Auch das ehemalige Nachrichtenmagazin aus HAmburg ist gegen Fehler in der Wortstellung nicht gefeit:
    "Sind Sie auch ein Loser?" Sollte besser "Sind auch Sie ein Loser?" heißen und statt "Late Night kann nur Harald" sollte man besser "Nur Harald kann Late Night" sagen. etc.

  • 30.12.2008 01:50 Uhr

    von masine:

    deutsch soll dreimal hoch leben. es soll leben, sterben und viele kleine kinder zeugen. also sich entwickeln, weiterbilden und gutes tun (wenigstens die sprache, wenn wir dies schon versäumen).
    und eben deshalb einem grundgesetz fernbleiben, welches unumstößliches und dergleichen abbildet + beschreibt. dahinein gehören lieber dinge wie "alten menschen über die straße helfen" oder "gelassenheit ausstrahlen, auch wenn die tram 3min verspätung hat". eherne grundsätze des zusammenlebens mit wem oder was auch immer. sprache soll, will und darf auch leben und tauglich sein für jede generation die sie benutzt. wem es zu schwierig ist soll bitte taub werden oder sich in den kreuzworträtseln seines geburtsjahrganges suhlen. bitte sehr.

  • 30.12.2008 00:56 Uhr

    von Ferdinand:

    Geht es um gutes oder schlechtes Deutsch? Nein, es geht um die Umgangs-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Kultursprache in Deutschland. Und das ist deutsch, ob es nun im Grundgesetz steht oder nicht. Die Alternative zu schlechtem Deutsch ist nicht (gutes) Russisch, Polnisch, Türkisch oder Arabisch, sondern besseres Deutsch.
    Was das nun sei, darüber kann man streiten - aber sinnvoll nur auf deutsch (jedenfalls hier in Deutschland).
    Oder schreiben hier dauernd Kommentatoren auf russisch, polnisch, türkisch oder arabisch?

  • 29.12.2008 23:57 Uhr

    von ole:

    wie schön: Hupe soll ich hier eingeben, damit dieser Kommentar Spam vermeidet und dann erscheint - Hupe! Ist da Freud am Werk? Kann die Maschine doch denken? Wollte eben auch schreiben: Was soll das Gehupe? "Man" kann ... jaja, sich unheimlich über Sprachen ereifern,nur wachsen und entwickeln die sich ja grad, weil Leute miteinander reden. Was ist daran schlecht.
    Wenns da was zu klären gibt, fangt doch alle zusammen mal bei Ärzten, Juristen, Callcenteragents an - die allesamt eine Menge Kohle (Geld, Schotter, Moneten,...) daraus schneiden, abgeschottet ihre eigenen Sprachen zu haben und die (oder die Dauer ihres Verstehens) teuer übersetzen zu lassen - "man" kann davon und dabei arm, krank, verrückt und gar kriminell werden. Jo.
    Und nun: Hupe!

  • 29.12.2008 21:20 Uhr

    von Pas Materski:

    Ganz genau das ist der Knackpunkt,
    in der deutschen Sprache, sie macht nichts her,
    nicht mal als Thema. Mr.Siemes mal aussen vor.
    Und meistens kommt auch nichts herum beim deutscheln.
    Allenfalls banales Gesülze da sonst inhaltlich nix mit niemandem niemals "läuft"(Tagesablauf!). Und nun zeigt sich was auf der Sprache alles lastet, das sie Gemeinwohl ist, und auch so gebraucht wird,
    und das sie nicht deutet aber derart gedeutet wird als sei das der Fall.

  • 29.12.2008 20:24 Uhr

    von hokl:

    Zum angeblichen falschen Genitiv in der Aussage Gerhard Schröders: diesen ist nur die schwache und dieses die starke Deklination des Demonstrativ-Pronomens. Hier ist kein grammatischer Fehler zu bemerken, sondern nur eine sprachästhetische Entscheidung: denn man kann es durchaus als geschmeidigere Sprache oder auch als besser im Ohr klingend erachten, wenn Beiwort und Hauptwort in verschiedener Deklination auftreten.

  • 29.12.2008 20:23 Uhr

    von Leser:

    Mir ist ein Fehler unterlaufen. Der Name des Schriftstellers lautet Karl Krauss.

  • 29.12.2008 20:01 Uhr

    von Metaller:

    Aus keinem Buch. Sie werden in erster Linie gesprochen.

  • 29.12.2008 18:11 Uhr

    von Martin:

    @ Leser

    "Kunst, uns Sprache begreiflich zu machen" klingt nach Wichtigsprech.

    Diese "Lesen Sie ... und Sie werden ..."-Typen sind die schlimmsten Nervtöter.

  • 29.12.2008 17:44 Uhr

    von Epanalepse:

    In der Tat scheinen Begriffe wie "Bildungsschuppen", "Reiterhof", "Kopfgärtner" oder "Zappelbunker" freie verunglückte Erfindungen des Autors zu sein. Nicht ein einziger davon ist mir in 4 Jahren bei täglichen Fahrten mit der U-Bahn zu Ohren gekommen. Dortmunder Norden. Ich höre wohl mal "Coiffeur" oder "Etablissment" ...

    Ein Artikel zum Thema ist aber keinesfalls überflüssig, und der Hinweis auf das laute Vorlesen ist gar gut und kann vergnüglich sein. Überhaupt das Thema anzusprechen, ist wichtig und sinnvoll.

    Also ein Stern und: Ut desint vires, tamen est laudanda voluntas.

  • 29.12.2008 17:11 Uhr

    von Leser:

    Lesen Sie Karl Kraus und seine Kunst, uns Sprache begreiflich zu machen. Sie werden demütig Ihren Beruf aufgeben und Schreiner werden.

  • 29.12.2008 16:56 Uhr

    von Johannes Ripalda:

    "Bildungsschuppen", "Reiterhof", "Kopfgärtner", "Zappelbunker". Aus welchem Buch hat denn der Autor diese angeblichen Beispiele für heutige Jugendsprache? Der ganze Artikel ist ein einziges Füllwort und mithin überflüssig.

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