Justizsenatorin Jana Schiedek hat Erfolg mit ihrem Vorstoß für eine Frauenquote in Aufsichtsräten.von Lena Kaiser

In Champagnerlaune: Justizsenatorin Jana Schiedek (l.) und EU-Justizkommissarin Viviane Reding. Bild: Miguel Ferraz, dpa [Montage]
Als Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) am Mittwochabend im Gästehaus des Senats die EU-Justizkommissarin Viviane Reding empfängt, sind die beiden Streiterinnen für die Frauenquote in Aufsichtsräten in Champagnerlaune. „Am Tag, an dem die europäische Kommission in Brüssel die Entscheidung für die Quotenregelung trifft, sind die Hamburger die ersten, mit denen ich das feiern kann“, freut sich Reding. Immerhin sei der deutsche Vorstoß für eine verbindliche Geschlechterquote von Hamburg ausgegangen. Schiedek wiederum verspricht sich vom Beschluss aus Brüssel Rückenwind für ihre Bundesratsinitiative.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Schiedecks Vorstoß für die Frauenquote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen hat ihr bundesweit Prominenz verschafft. Die Süddeutsche Zeitung erklärte die Justizsenatorin gar zur „Mutter der Frauenquote“. Ihre Bundesratsinitiative kam gerade zu der Zeit, als innerhalb der schwarz-gelben Bundesregierung über die Quotenfrage Uneinigkeit herrschte. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und die FDP wollten die verbindliche Quote eigentlich begraben. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist für die Quote.
Konkret sieht Schiedeks Gesetzesentwurf vor, dass ab 2018 eine Quote von mindestens 20 Prozent gelten soll und in zehn Jahren dann mindestens 40 Prozent der Aufsichtsräte mit Frauen besetzt werden müssen. Wer sich entzieht, dem drohen höhere Steuern, und es gibt eine Rechtfertigungspflicht. Im September stimmte der Bundesrat für Schiedeks Entwurf.
Der Justizsenatorin geht es nicht um die große Emanzipation. Studien hätten belegt, dass es auch wirtschaftlich sinnvoll ist, Frauen in Führungsgremien zu haben. „Insofern kommen hier wirtschaftliche Vernunft und Chancengleichheit zusammen“, sagt Schiedek. „Ich erlebe viele hochqualifizierte Frauen, die trotzdem nicht in Führungspositionen kommen, das ist schon eine Frage der Gerechtigkeit.“ Die letzten elf Jahre freiwilliger Selbstverpflichtung hätten gezeigt, dass es nicht ohne verbindliche Quote geht.
Schiedek räumt ein, dass es auch bei den Sozialdemokraten Handlungsbedarf gibt. „Im Hamburger Senat sind 50 Prozent der SPD-Abgeordneten Frauen, auf der Ebene der Staatsräte sieht das dann schon wieder anders aus.“
Nun hängt die Einführung der verbindlichen Quote von der Entscheidung im Bundestag ab. Im Prinzip gäbe es eine Mehrheit, denn neben Sozialdemokraten, Grünen und Linken können sich auch CDU-Frauen für die Frauenquote erwärmen. Dass es bis zu den Bundestagswahlen im September zu einer Abstimmung kommt, dürfte mit aber eher unwahrscheinlich sein. Auch Reding muss noch das europäische Parlament und den Ministerrat überzeugen.
Die Service-Mitarbeiter der Asklepios-Kliniken sind vom Tarifvertrag ausgenommen. Nun soll ein Haustarif prekäre Beschäftigungsverhältnisse verhindern von Kai von Appen

In Findorff wurde die Modernisierung des Müllheizkraftwerks gefeiert. Dreimal so viel Strom und Fernwärme kommt nun aus der gleichen Menge Müll von Jean-Philipp Baeck

Das Oldenburger Landesmuseum warnt vor den Umtrieben illegaler „Archäologen“ – und hat eine Ausstellung mit pädagogischer Mission auf die Beine gestellt: Statt der Raubgräberei zu frönen, soll die Bevölkerung Hand in Hand mit den Profis arbeiten von Henning Bleyl

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

14 Jahre war Thomas Schaaf Trainer bei Werder Bremen – genug Zeit, seinen trockenen Humor in vielen Interviewantworten unter Beweis zu stellen.

Am Samstag ist es wieder so weit: Im schwedischen Malmö kämpfen 39 Länder um den ersten Platz beim ESC. Wir wissen, auf welche Teilnehmer Sie besonders achten können.

Leserkommentare
22.11.2012 02:40 | Michael Baleanu
"wirtschaftlich sinnvoll, Frauen in Führungsgremien zu haben." ...
16.11.2012 23:15 | Horsti
"Studien hätten belegt, dass es auch wirtschaftlich sinnvoll ist, Frauen in Führungsgremien zu haben." ...