• 16.10.2008

Warum kam es zur Finanzkrise?

Zweimal null ist eins

Auf vielfachen Wunsch klären wir auf. Die Finanzkrise lag an zweierlei: Die Märkte haben gegen das Gebot der Nullintelligenz ihrer Akteure und gegen die Nullsummenkonstanzprämisse verstoßen.von D.Baecker

  • 28.10.2008 17:05 Uhr

    von Moritz Avenarius:

    Hallo in die Forumsrunde,
    ich habe den Artikel von Herrn Baecker erst heute gelesen, möchte aber dennoch einige Bemerkungen loswerden:

    1. Die These der Nullintelligenz verstehe ich als Aufforderung, allen Menschen umfassende Bildung (vor allem in Sachen Betriebswirtschaft) zukommen zu lassen, um eine gerechte Verteilung von Ressourcen zu ermöglichen. Sprich soziale Gerechtigkeit.
    Klingt für mich sehr erstrebenswert. Und um so besser, wenn dann noch die beiden Ökonomen Dhananjy K. Gode und Shyam Sunder nachweisen konnten, dass dies aus makroökonomischer Sicht zum optimalen Funktionieren von Märkten führt. Anschlussfähigkeit an Ökonomen somit hergestellt.

    Klar auch, dass einzelne Menschen oder Gruppen daran kein Interesse haben, um ihren asymmetrischen Besitz zu wahren.


    2. Die Nullsummenkonstanzprämisse versuche ich mir als Physiker über den Energieerhaltungssatz verständlich zu machen. Auf der materiellen Ebene gibt es kein Erzeugen oder Verschwinden von den "Dingen", es findet lediglich eine permanente Umformung von Gestaltung/Design statt.
    Auf die Wirtschaft übertragen interpretiere ich dies so: Die materiellen Ressourcen sind begrenzt und das versteht jedes Kind bzw. jeder an der Wirtschaft beteiligte Akteure und daher wird ständig nur umverteilt. Und in Kombi mit der Nullintelligenzregel klappt das auf der Ebene der Akteure am Besten, wenn alle gleich schlau sind.

    Grund der aktuellen Krise ist also, dass viele Akteure meinten, sie könnten (Geld)Werte erzeugen, ohne dass jemand anderes dabei verliert.

    Was mir aber immer noch nicht verständlich ist - und vielleicht kann das Herr Baecker aus systemischer Sicht erklären oder auch jemand anderes - wie entsteht dann Wachstum und allgemeiner Wohlstand? bzw. was wächst da? Materielle Werte offenbar nicht, eher deren menschliche Bewertung.

    Global betrachtet stellt sich für mich damit die Frage, wenn diese Prämisse mehr als nur Prämisse ist, profitieren wir dann hier in den entwickelten Ländern nicht permanent von einer Verletzung selbiger auf Kosten der Entwicklungsländer? Ist Wachstum von kollektiven Wohlstand global überhaupt möglich mit solch einem Wirtschaftssystem (die ökologische Brille mal außen vor gelassen)? Oder wird wie @suraf meinte diese Asymmetrie systembedingt nicht immer wieder durch zyklische Konjunktureinbrüche ausgeglichen?

    Freue mich auf Antworten

  • 25.10.2008 17:31 Uhr

    von Dirk Baecker:

    Systeme lassen sich unabhängig von Prämissen, die Sie, Herr Zion, metaphysisch nennen, nicht beschreiben. Metaphysik heißt in meinen Augen so viel wie: die eigene Beobachterposition nicht außen vor zu lassen, sondern mit ins Spiel zu bringen. Daran hat ja auch der von Ihnen erwähnte Gilles Deleuze sein Leben lang gearbeitet - daran und an vielem anderen. Die Prämisse, die ich in meinem Artikel ins Spiel bringe, ist so gesehen eine Prämisse, unter der ich in der Lage bin, sowohl das Operieren des Wirtschaftssystems zu verstehen als auch mich selbst in ein in diesem Fall affirmatives Verhältnis zu dieser Wirtschaft zu versetzen.
    Dieses affirmative Verhältnis, das Sie ein normatives nennen, ist in kritischen Milieus natürlich hochgradig ungewohnt, aber es drängt sich mir soziologisch auf, weil ich nicht davon absehen kann, dass Wirtschaften ein empirisch vorkommender Sachverhalt ist, der sich gesellschaftlich selbst organisiert. Das kann man sehen und muss man meines Erachtens anerkennen, ohne sich deswegen gezwungen zu sehen, auch zu ungebührlichen Profiteuren dieser Verhältnisse ein affirmatives Verhältnis zu pflegen. Im Gegenteil.
    Was mich ärgert, ist ein ökonomischer Analphabetismus, der es den smarten Akteuren der Wall Street ja erst so leicht macht, Trittbrettfahrer auf ihren abwärts rasenden Triebwagen zu locken. Deswegen beginne ich meine Analyse affirmativ/normativ, das heißt in Anerkennung eines real existierenden Sachverhalts, um mir dann anzuschauen, wer sich eher vorteilhaft und wer sich eher nachteilig in diesem System bewegt. Das feine Wort der ökonomischen Theorie, das zu benennen vermag, wer in der Lage ist, wen über den Tisch zu ziehen, heißt "informationelle Asymmetrien". Publizistisches Arbeiten kann versuchen, einige dieser Asymmetrien etwas abzubauen. Mehr habe ich nicht versucht.
    Vielen Dank bei dieser Gelegenheit für die Anregung, ein Buch über die "Raumfahrt der Gesellschaft" zu schreiben. Eine gute Idee. Man müsste sich mit Oswald Wiener verbünden, um das hinzubekommen.

  • 24.10.2008 13:31 Uhr

    von Robert Zion:

    @nbo
    Der Artikel ist keineswegs unverständlich, sondern gießt einfach nur bekannte Funktionsmechanismen von Märkten, in denen Geldschöpfung durch Kreditvergabe vonstatten geht, in eine sehr spezifische Sprache.

    @Dirk Baecker
    Sie leiten aus Funktionsbeschreibungen normative Grundsätze ab (in Ihrem Kommentar wird dies nun sehr offensichtlich). Ob dies zulässig ist, will heißen, ob es tatsächlich das Sein ist, das das Sollen bedingt, ist die entscheidende Frage. Es ist im Übrigen zulässig. Dann aber müssen Sie eine aufgeklärte Metaphysik schreiben und einen lediglich systembeschreibenden Modus verlassen. Sie müssen IHRE Prämisse formulieren und sorgfältig entwickeln und können sich nicht einfach die Prämisse des zu beschreibenden Systems zu eigen machen und entsprechende normative Schlussfolgerungen daraus ableiten. Eine so entstehende Zweckrationalität war schon immer das gemeinsame Merkmal schlechter Metaphysiken.

  • 23.10.2008 17:35 Uhr

    von Dirk Baecker:

    Der Trick an der Nullsummenkonstanzprämisse ist, dass sie eine Prämisse ist. Das heißt, jeder Akteur in der Wirtschaft weiß, dass das Geld von Notenbanken und Geschäftsbanken in mehr oder minder fein oder unfein abgestimmten Kreditgeschäften tatsächlich vermehrt werden kann. Daran ist nichts faustisch, sondern alles systemisch. Denn man kann es nicht riskieren, angesichts des immensen Koordinationsbedarfs in der Wirtschaft der Gesellschaft mit absolut fixen Geldmengen zu operieren. Wie sollten sich darin demographischer Wandel, Klassen- und Gruppenkonkurrenz, industrieller Strukturwandel und regionaler Wandel abbilden lassen? Das gäbe ein Hauen und Stechen. (Aber dass das Geld ein "Triumph über die Gewalt" ist, wird in einem Forum wie diesem vermutlich auch bestritten werden...) Der Trick ist nur, dass die Variation der Geldmenge auf der Ebene des Gesamtsystems auf die Ebene der Akteure nicht durchschlagen darf, weil Arbeiter und Konsumenten, Produzenten und Banker, Anleger und Berater nur arbeiten können, wenn sie davon ausgehen, dass die Zahlung des einen an den anderen die verfügbare Geldmenge des ersten verringert und des zweiten vergrößert. In der Tat, das festzustellen, ist höchst trivial. Aber genau diese Trivialität ist die robuste Operationsbedingung der Wirtschaft. Wer statt dessen lieber Ausbeutung oder Gier beobachten möchte, kann das ja unbenommen tun. Freundlichen Gruß

  • 22.10.2008 14:59 Uhr

    von nbo:

    @robert zion:
    der artikel ist zwar unverständlich, aber deswegen noch kein nachweis, dass die systemtheorie quark ist. ärgerlicherweise verbinden in deutschland mit systemtheorie immer alle nur luhmann, dabei ist sie schon vorher auf interessantere weise entwickelt worden. natürlich nur als analytisches werkzeug, nicht als erklärung von irgendetwas. die eigentliche theoretische arbeit erspart einem die system"theorie" nicht, aber sie hilft enorm, den wald und die bäume zu sehen.

    @artikel:
    die "nullsummenkonstanzprämisse" ist entweder nicht ausreichend erklärt oder sie ist wirklich der mumpitz, für den ich sie halte. herr baecker, lesen sie dieses forum? dann helfen sie uns doch mal bitte: wie soll in einer auf kreditgeldschöpfung basierenden und daher wachsenden wirtschaft eine nullsummenkonstanz existieren? und bezogen auf welchen zeitrahmen? mikrosekunden, minuten, tage...?
    ich versteh das nicht.

  • 22.10.2008 11:06 Uhr

    von Robert Zion:

    Oh je, Herr Baecker! Wenn Sie dann systemtheoretisch über Krieg reden, stellen Sie dann auch mathematische Betrachtungen über die Flugkurven von Artilleriegeschossen, respekive über die Verstöße von Feuerleitoffizieren gegen deren Gesetzmäßigkeiten an? Die Systemtheorie sollte ihren Funktionalismus endlich mal in ein zentrales und abschließendes Werk gießen: "Die Raumfahrt der Gesellschaft". Denn auch dort gibt es keinen Sauerstoff und ist es kalt.

    Das Schlimme an der Systemtheorie war schon immer, dass diese hierzulande die Auseinandersetzung mit wirklichen Durchbrüchen im Denken des zwanzigsten Jahrhunderts - etwa mit dem Denken von Gilles Deuleuze - in der Professoren- und Studentenschaft einfach nur verstopft hat.

    Dass Sie dann in ihren Schlussfolgerungen auf nicht viel mehr kommen, als auf die Bestätigungen einer Banalität der Makroökonomie und von Regeln, die Sie allesamt schon bei Keynes finden können, ist nur allzu symptomatisch für diese Theorie.

  • 22.10.2008 03:43 Uhr

    von Klaus-Jürgen Herrmann:

    Hallo, warum so viele negative Kommentare (von Nullen)? Sorry, ich will niemanden verletzen.
    Der Artikel hilft schon weiter beim Verständniss. Die grössten Dinge im Leben sind halt einfach. Aber leider will es niemand einfach haben. Des Kaisers neue Kleider sind doch zu verlockend. Und ich habe sie gesehen!!! Du aber nicht! Ätsch wie doof bist Du doch. Und so geht es immer schön weiter. Wer erinnert sich noch an die Internetblase? Was war das noch mal? Nach kurzem Katzenjammer kommen wieder super Einstiegskurse (sagt mein smarter Bankberater). Warten wir darauf. Einstein hatte recht. Nur eine Sache dieser Welt ist unendlich (und nachwachsend).

  • 21.10.2008 12:30 Uhr

    von Roswitha:

    Also noch mal, dat heißt: "Dreimol null is null is null, denn wir worn ja bei de kayjass in de scholl, jo scholl!"

  • 21.10.2008 12:26 Uhr

    von Roswitha:

    dreimal null ist null ist null, denn do worn wa bei de kayjass in de scholl!

  • 20.10.2008 22:30 Uhr

    von Zoran:

    Dieser Artikel ist viel zu kompliziert geschrieben das hätte man einfacher sagen können, es wird nur um den heißen Brei geredet... und zum schluß kommt nur heiße Luft raus. Würde dem Autor raten das nochmal zu überarbeiten

  • 17.10.2008 22:50 Uhr

    von KlasseMasse:

    Ok, alles klaro. Kinder kommt rein, Miracoli ist fertig!

  • 17.10.2008 18:15 Uhr

    von José:

    Dieser Artikel ist (mir) viel zu kompliziert. Pragmatisch gesehen frage ich: Wo sind sie geblieben?

    Synonyme für: Finanzier

    Besitzender [Nomen]
    Bankier, Finanzgröße, Ausbeuter, Unternehmer, reicher Mann, Fabrikant, Geldaristokrat, Bonze, Aktionär, Arbeitgeber, Krösus, Geldmagnat, Reicher, Bourgeois

    Finanzgröße [Nomen]
    Finanzgewaltiger, Geldmann, Kapitalist, Geldsack, Großindustrieller, Finanzhyäne, Magnat, Finanzmann, Industriekapitän, Finanzkönig

    Sie schweigen und überlassen es den Politikern den Schlamassel auszubaden. Es gab Zeiten, da wurde von den Obgenannten die Politik ins Abseits gestellt und der Staat als Kröte abgetan. Nun soll der Staat die Kröte fressen! Der Normalbürger ist die Kröte und wird gefressen. Kaum ist sie gefressen kommen sie wieder aus ihren Löchern heraus die Ratten und Aasgeier und wollen wieder neue Kröten schlucken! Und so dreht sich die Welt weiter und weiter und wir sind wieder bei Null angelangt... und somit sind wir bei zwei mal Null.

  • 17.10.2008 16:12 Uhr

    von Jochen:

    Also ich fand das ganz gut erklärt. Man kann jetzt zwar immernoch fragen "Aber warum...", aber der Artikel wirft einen interessanten Blick auf das Problem.

    Schönen Tag noch.

    Jochen

  • 17.10.2008 14:32 Uhr

    von Gabi:

    Könnte man auch Chaos-Theorie nennen! Allerdings ohne das "Higgs-Teilchen" im Hintergrund, das geheime Ordnungs- und Verstandteilchen.

  • 17.10.2008 12:50 Uhr

    von Daniel:

    Das Beste, nicht nur weil Beruhigendste, an diesem Artikel sind für mich die bisherigen Leserkommentare. Alleine dafür lohnte er sich - wohl wirklich alleine deshalb.

  • 17.10.2008 12:24 Uhr

    von L. Schuster:

    Der Artikel zeigt indirekt noch eine weitere Doppelnull auf, die nicht weniger zu denken gibt: Denn offensichtlich gelingt es Dirk Baecker (wieder einmal) nicht, mit seinen Beschreibungen in einem breiteren öffentlichen Diskurs nachhaltig anschlussfähig zu werden. Die eine Null ist dem pseudomathematischen Vokabular (respektive der Grammatik) der Luhmann'schen Systemtheorie geschuldet, das laufend an seiner eigenen Selbsterklärung scheitert - ein inzwischen altbekanntes Problem, das Baecker ("Form und Formen der Kommunikation") sicher selbst am besten erklären kann. Dieser Null steht der Nullwille der Leser zur Seite, sich an ihrem Verständnisdefizit abzuarbeiten. Sogar der taz-Leser.
    Das ist wirklich "00".

  • 17.10.2008 08:49 Uhr

    von Ruhland:

    Ganz toll erklärt, so allgemein verständlich!
    Den Artikel hätten Sie sich schenken können.

  • 16.10.2008 23:06 Uhr

    von suraf:

    Ihren Kommentar hier eingeben
    Die US-Notenbank hat für die Geldwertstabilität und außerdem - in Zusammenarbeit mit der Politik -für angemessenes Wirtschaftwachstum zu sorgen. Ziel dieser Wirtschaftspolitik ist es die zyklischen Konjunkturabschwünge zu verhindern.
    Dazu müssen vor allem sämtliche Märkte dereguliert werden, so daß durch die zunehmende Konkurrenz nicht nur hohe Anforderungen an die Effizienz der Marktteilnehmer gestellt sind, sondern auch Preissteigerungen vermieden werden - falls die Notenbank bei schwächelnder Konjunktur die Zinsen senkt. Die Unternehmen können den steigenden Konkurrenzdruck - aufgrund der Deregulierungen auf dem Arbeitsmarkt - auf ihre Mitarbeiter durch das Senken der Stundenlöhne abwälzen. Insoweit bleibt die Nullsummenkonstanzprämisse trotz steigender Geldmenge gewahrt. Um Einkommensverluste zu vermeiden werden viele Angestellte die Wochenarbeitszeit (beispielsweise durch Nebenerwerb) steigern, das Angebot an Arbeit erhöht sich und übt weiteren Lohndruck aus. Falls sich jedoch die Arbeitszeit bei annähernder Vollbeschäftigung nicht weiter steigern läßt, sind entweder Lohnsteigerungen die Folge, die wiederum zu Preissteigerungen führen - oder die Kaufkraft geht zurück und verdüstert die Absatzchancen der Unternehmen. Daher weitet die Notenbank die Geldmenge durch Leitzinssenkungen und niedrige Mindestreservesätze für Banken aus.
    Dieses Geld kann vorerst in Aktien und Immobilien geleitet werden, deren Wert dadurch steigt und noch mehr Liquidität ansaugt. Des weiteren wird viel Geld in den Konsum gesteckt, dessen Bedürfnisse durch preisgünstige Güter aus Übersee gedeckt werden und daher die Inflation nicht antreiben; so scheinen auch die noch niedrigeren chinesischen Löhne einen Beitrag zur Nullsummenkonstanzprämisse zu leisten.
    Um die Folgen einer sogenannten "Dienstmädchenhausse", welche durch die hohe Liqudität am Aktienmarkt hervorgerufen wird und zum Platzen der Blase führt, für die Konjunktur gering zu halten, wird die Notenbank die Leitzinsen bis nahe der Nullprozentmarke senken. Auch jetzt sorgen die freien Märkte dafür, daß die offizielle Inflationsrate moderat bleibt, ABER die Einkommensunterschiede wachsen bei deregulieten Märkten immmer weiter, so daß Mehrarbeit für viele nicht mehr ausreicht um immer weiter zu konsumieren. Hier hilft die -durch die ausgeweitete Geldmenge provozierte -Steigerung der Immobilienpreise; diese erlauben es, trotz fallender Stundenlöhne, den für die Konjunktur notwendigen Konsum über Hypothekenkredite zu sichern.
    Das heißt: Die Unternehmen können bei sehr guten Absatzchancen auf dem Heimatmarkt ihre Gewinne steigern, die Notenbank kann auf eine moderate Inflationsrate verweisen und der Verbraucher kann trotz sinkender Löhne weiter konsumieren - er hat ja Kredit solange die Immobilienpreise steigen; falls sie nicht ausreichend steigen sorgt der deregulierte Finanzmarkt durch innovative Finanzprodukte dafür, daß die reichlich vorhandene Liquidität den eigentlich nicht mehr zahlungskräftigen Kreditnehmer/Konsumenten erreicht.
    Die Immobilienkredite untergraben die Nullsummenkonstanzprämisse denn sie wirken wie Lohnsteigerungen welche die Kapitaleigner den abhängig Beschäftigten gewähren, zugleich stehen diese aber in den Büchern als Kreditforderungen - dieses Geld ist also Lohn und Kredit zugleich; als Lohn ist es schon wieder in den Konsum geflossen, also kann es als Kredit nicht mehr zurückgefordert werden.

    Somit kann wohl eine Krise bei der die "greater fool theorie" oder "Dienstmädchenhausse" die wichtigere Ursache zu sein scheint, gerade noch gemeistert werden. Falls jedoch die Verletzung Nullsummenkonstanz die zentrale Krisenursache ist, sind die ökonomischen Folgen kaum noch innerhalb des alten Systems zu bewältigen.
    Der Staat versucht den Kreditausfall zu kompensieren indem er sich selbst bei den Ostasiaten verschuldet und den Geschäftsbanken so das überleben ermöglicht - damit ist das Problem immerhin auf die nächsthöhere Ebene verlagert; Aber wer ersetzt dem amerikanischen Konsumenten den "Einkommensausfall" aufgrund der gesperrten Konsumentenkredite?
    Erschwerend kommt hinzu, daß auch bei dem Versuch eines "Systemneustarts" die Auslandsverschuldung der USA weiter belastet, denn die Importe aus Übersee, welche für das Funktionieren der amerikanischen Wirtschaft essenziell sind, sind Kredite. Das Problem wird also transpazifisch in verschärfter Form wiederauftauchen.

    Moral von der Geschicht: Notenbanken sollten - wie die Bundesbank und die EZB - allein die Aufgabe haben den Geldwert zu sichern, die Konjunkturzyklen können sie nicht abschaffen.

  • 16.10.2008 17:47 Uhr

    von Dieter Drabiniok:

    Aha? So,So? Hm!? Zumindest weiß ich, welches Buch ich mir nicht kaufen werde!Für meine Nullkommaeins Intelligenz ist das zu hoch!

  • 16.10.2008 16:22 Uhr

    von Rainer:

    Realsatire vom feinsten.
    Die Null nullt nicht, die Null ist genullt.
    Nachdem nun die ausgefeiltesten mathematischen Modelle noch immer nicht geschafft haben, aus Heißluft Wertschöpfung zu generieren, erklärt nun Dr. No von der University of the Dingenskirchen in schönstem Luhmann-Speak was wirklich Sache ist.

    Lass stecken, Mann.

    Dazu braucht es keinen weiteren Intelligenzsimulator. Man muss nur wissen, dass Scheiße stinkt.

  • 16.10.2008 15:56 Uhr

    von Rainer:

    Realsatire vom feinsten.
    Die Null nullt nicht, die Null ist genullt.
    Nachdem nun die ausgefeiltesten mathematischen Modelle noch immer nicht geschafft haben, aus Heißluft Wertschöpfung zu generieren, erklärt nun Dr. No von der University of the Dingenskirchen in schönstem Luhmann-Speak was wirklich Sache ist.

    Lass stecken, Mann.

    Dazu braucht es keinen weiteren Intelligenzsimulator. Man muss nur wissen, dass Scheiße stinkt.

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