• 13.11.2009

Vox-Doku über DDR-Frauenknast

Das Gesetz von Hoheneck

Der Privatsender Vox sendet die Dokumentation "Unter Verschluss - Die geheimen Schicksale der DDR-Frauen". Die Tochter einer ehemaligen Insassin blickt hinter die Kulissen.von Dörte Franke

  • 19.11.2009 18:49 Uhr

    von Statist:

    Hatte erst heute Gelegenheit diese beeindruckende Doku zu sehen. Sie zeigt in Interviews das Schicksal von einfachen DDR-Bürgerinnen, welche in ihrer Heimat mit Schwerkriminellen behandelt wurden. Nur der Wunsch nach Freiheit war ihr Vergehen. Sie haben gelitten und sie sind heute noch tapfer. Sie sind die Heldeninnen, denen es gebührt hätte, wenn sie schon nicht, wie viele zu Unrecht, mit Orden bedacht werden, daß man ihr Schicksal als Mahnung betrachtet, nie wieder ein sozialistisches System in Deutschland zuzulassen, egal ob rot, braun oder rosa.
    In "Der Spiegel" dieser Woche wird ein Schicksal aus Hoheneck, noch einmal genauer betrachtet und wenn man genauer liesst, bemerkt man, das "Wir sind das Volk" auch wirklich aus dem Volk kam.

  • 17.11.2009 15:48 Uhr

    von Alex Latotzky:

    Liebe Frau Bohnstedt,
    ist Ihnen denn nicht aufgefallen, dass der Beitrag von Imm nichts anderes ist als eine Aufreihung von Plattitüden. Da ist kein einziges Argument zum Thema. Viel lieber wird Uwe Steimle zitiert, aber auch nicht zum Thema, dessen Eltern nicht nur Mitglied in der SED, sondern auch bei der Stasi waren. Da kann man doch schon von einer systemkonformen Erziehung ausgehen und Herr Steimle tut zudem auch alles, um das unter Beweis zu stellen.
    Ich bin inzwischen dazu übergegangen, Schreiber wie Imm zu ignorieren, weil es sinnlos ist. Sie sind jedem sachlichen Argument gegenüber resistent und wollen eigentlich nur provozieren.

    Nebenbei, als im Bautzener Knast geborener, und noch sächsischer kann man nun wirklich nicht sein, ist Stemle für mich eine Beleidigung für jeden wahren Sachsen, aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

  • 16.11.2009 17:17 Uhr

    von Astrid Bohnstedt:

    der letzte Eintrag von "Imm" zeigt unmißverständlich, dass immernoch nicht genug über die Greultaten des SED-UNrecht-und Gewaltstaates berichtet wird. Ein paar Monate unschuldig eingekerkert auf Burg Hoheneck unter der "Erziehungsherrschaft" von Oberleutnant Suttinger hätten auch den letzten UNBELEHRBAREN das Fürchten gelernt. Das Unrecht kann nie wieder gut gemacht werden und die Tränen weden nie trocknen. Was glaubt dieser Mensch wer er ist, dass er sich erdreistet auf gequälte Seelen rumtrampeln zu können.

  • 16.11.2009 17:07 Uhr

    von ALex Latotzky:

    Ein beeindruckender Film. Ein Film der betroffen machte, selbst jene, die da glauben doch schon lange alles über die Diktatur der DDR zu wissen. Ob ihn Uwe Steimle auch gesehen hat?

    Es war die unspektakuläre und dabei so eindringliche Art, die den Zuschauer so betroffen machte, wie da Frauen über das Grauen ihres Erlebten berichteten. Frauen, die eingesperrt wurden, weil sie sich nichts anderes wünschten als das Land, in dem sie leben wollten, selbst zu bestimmen. Frauen, die es wagten, die politischen Verhältnisse der DDR zu kritisieren.

    Und doch es hätte ein noch besserer Film werden können. Er wäre es dann geworden, wenn man nicht eine ganze Generation von Frauen einfach ausgelassen hätte. Wo waren in dem Beitrag jene Frauen zu sehen, die als erste im Winter 1950 nach Hoheneck kamen? Die in den sowjetischen Lagern Bautzen und Sachsenhausen zuvor schon fünf Jahre Lagerleben hinter sich hatten und dabei tausende von Mitgefangenen verhungern sahen. Die bei ihrem Einzug in Hoheneck glaubten, dass es nun endlich besser werden wird, denn man kam ja zu den Deutschen, da verhungert keiner. Doch erst mit einem wochenlangen Hungerstreik gelang es ihnen 1953, sich wirklich bessere Haftbedingungen zu erkämpften. Wo waren die Frauen der 50er Jahre, die z. B. wegen ihres Eintretens für die SPD inhaftiert waren?

    Sie wurden alle abgehandelt in einem knappen Beitrag des Autors dieser Zeilen, dessen Mutter zu jenen Frauen gehörte und der über sie und sich kurz erzählen durfte. War da wirklich keine Zeit, eine Margot Jann berichten zu lassen, die als junge Schülerin unschuldig von einem SMT zunächst zum Tode verurteilt und dann wegen ihrer Jugend zu 25 Jahren „begnadigt“ wurde? Die jahrelang den Frauenkreis der Hoheneckerinnen leitete. Oder eine Elfriede L., die wegen „Propaganda gegen die kommunistische Partei Deutschlands“ in Hoheneck einsaß und deren Kind im November 1950 dort als Totgeburt auf die Welt kam? Gehören sie nicht auch zur Geschichte von Hoheneck und damit zur Geschichte der DDR?

    Hier wurde eine große Chance vertan, über die ganze Geschichte des berüchtigtsten Frauengefängnisses DDR zu berichten. Schade, es ist ein wichtiger und guter Film geworden, doch er hätte auch ein sehr guter werden können.

  • 14.11.2009 17:59 Uhr

    von aso:

    "...Nicht ganz so klar ist, warum solch ein Thema bei den Sendern, die de facto einen Bildungsauftrag haben, bisher kaum oder gar nicht vorkam...":

    Ist doch mal wieder ein tolles Beispiel dafür, daß die mit "Rundfunkräten" aufgeblasenen GEZ-Sender (und damit die Abzocke für die "Bereithaltung eines Gerätes") völlig überflüssig sind.

  • 14.11.2009 17:54 Uhr

    von ganzeinfach:

    "Nicht ganz so klar ist, warum solch ein Thema bei den Sendern, die de facto einen Bildungsauftrag haben, bisher kaum oder gar nicht vorkam."

    weil sich das von knopp einfach nicht quotentauglich verwursten lässt.
    da sind weder soignierte alte herren, die man sekundebruchteilweise reinschneiden kann, noch heroisch-bedeutsame verbrechen oder übermeschlich-schreckliche verbrecher dabei.
    nur ganz normale, kleinbürgerliche grausamkeit und bösartigkeit von leuten wie von nebenan -- kann sich jemand den geleckten knopp in so einem milieu vorstellen?

    ausserem ist es ohne hitler.

  • 14.11.2009 15:16 Uhr

    von lmm:

    Immer wieder, die böse böse DDR. Wann werden Themen wie BND, Berufsverbotspraxis, Nato-Marschpläne etc. mal zum Thema gemacht?
    Aber so ist's ja viel einfacher und die schöne Bundesrepublik kann weiter auf die Zone schauen. Ach seid ihr im Westen alle gut gewesen, vor allem weil ihr nach dem 2. WK alles aus eigener! Kraft geschafft habt mit nur 40 DM in der Tasche... Aber Währungsreform, Marshalplan, Natobeitritt, Aufrüstungsbeschluß etc. ist ja alles schon vergessen, Naziskandale hat's natürlich in der großen Freiheit nie gegeben... Wann habt ihr endlich euren Minderwertigkeitskomplex überwunden in den schönen alten Bundesländern? Dieses Betroffenheitsgedudel nebst unerträglich einseitiger Journaille seit dem 9. Nevember 1989 über die EX-DDR ist eigentlich nicht mehr zu ertragen. Aber wie Uwe Steimle einmal treffend formuliert hat: die Einheit ist dann vollzogen, wenn der letzte Ossi aus den Grundbüchern verschwunden ist.

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