Willi-Bleicher-Haus, Stuttgart

Vortrag: «Die Novemberrevolution in Stuttgart und ihre Akteure»

Erhard Korn und Elisabeth Benz: «Die Novemberrevolution in Stuttgart und ihre Akteure» Clara Zetkin war es, die am 29.1.1919 als erste Frau in einem deutschen Parlament das Wort ergriff. Das Frauenwahlrecht hatte sie schon lange gefordert und war von den Vertretern der bürgerlichen Parteien ausgelacht worden. Nun wurde sie erneut ausgelacht, denn sie setzte sich auch für die Ziele ein, für die die Stuttgarter Arbeiter am 9. November die königliche Regierung gestürzt hatten: Frieden, Demokratie und Sozialismus. Der junge Sozialist Fritz Rück hatte an der Spitze der Bewegung gestanden, als Redner und Vorsitzender des Arbeiterrats, gemeinsam mit August Thalheimer, Albert Schreiner, Willi Münzenberg, Arthur Crispien. Auf der Gegenseite die ehemaligen Redaktionskollegen aus der Schwäbischen Tagwacht Wilhelm Keil und Wilhelm Blos, der erste gewählte Staatspräsident. In den Schicksalen dieser Akteure spiegelt sich die Tragödie dieses demokratischen Aufbruchs – und des 20. Jahrhunderts.