• 14.04.2010

Vorkämpferin einer anderen Psychiatrie

Die zwangssterilisierte Braut Christi

Dorothea Buck wurde in Nazi-Deutschland zwangssterilisiert. Als Vorkämpferin für eine andere Psychiatrie fordert sie heute: "Redet mit den Patienten".von Friederike Gräff

  • 26.09.2010 15:27 Uhr

    von nicole hertel:

    danke auch für den artikel! habe vor ca.10 jahren, als kunsttherapiestudentin und psychiatrieerfahrene, eine hausarbeit über dorothea buck geschrieben und freue mich das sie mit ihren 93 jahren immernoch am wirken ist und von der öffentlichkeit wahrgenommen wird!das ist wichtig. merci, liebe dorothea

  • 28.08.2010 01:26 Uhr

    von mischko:

    liebe taz,

    in der medienlandschaft gibt es solche, die nur über psychisch kranke berichten, wenn etwas schlimmes passiert ist, also mord und totschlag.die taz gehört nicht dazu! eine psychose kann z.b durch rauchen von canabis ausgelöst werden und fühlt sich dann in etwa so an wie ein horrortrip. nur! dass man am nächsten tag
    immer noch in diesem wahnhaften erleben feststeckt. dann ist es hilfreich, wenn freunde und angehörige diese veränderung bemerken und dann hilfe holen und suchen. dank dorothea buck sind in vielen krankenhäusern die hilfestellungen
    einigermaßen human und können einen heilungsprozess auf den weg bringen.für alle beteiligten wird es allerdings schwierig, wenn jemand während der akuten phase laut und gewalttätig wird. dann steht oft einer fixierung nichts mehr im weg. die kann aber schon oft am nächsten tag wieder rückgängig gemacht werden. spätestens dann muss das gespräch gesucht und fortgeführt werden. eine psychose kann einen wirklich helfen, bei sich anzukommen.seine seele kann man nicht bescheissen!

    frau buck , sie sind wunderbar

    mischko

  • 29.04.2010 19:12 Uhr

    von Lisa Wendt:

    Psychosen werden nach wie vor mit fiesen Medikamenten behandelt, die den Patienten zum Gefangenen im eigenen Körper machen und die beim Absetzen zu schweren äußerst unangenehmen Entzugserscheinungen führen. Wehrt man sich gegen die Einnahme dieser Foltermedikation, so wird man ans Bett gefesselt (fixiert) und bekommt eine noch höhere Dosis in den Hintern verpasst, so dass man wegdämmert. Morgens wacht man mit schlimmen Gliederschmerzen im eingenässten Bett auf und schreit um Hilfe nach jemandem der einen endlich von den Fesseln befreit. Sie fixieren einen als Strafe für Ungehorsam. Dabei muss man sich in der Psychiatrie wehren: gegen das Eingesperrtsein, gegen die Medikamente und gegen autoritäre Regeln. Sonst hat man keine Chance da je wieder raus zu kommen und verliert die Selbstachtung

  • 22.04.2010 17:29 Uhr

    von Patrick Rabe:

    Liebe taz,
    Begrüßenswert, dass Sie sich der Biographie Dorothea Bucks angenommen haben. Trotzdem - dieser reißerische Titel (zwangssterilisierte Braut Christi) , hat der sein müssen? Es mangelt Ihren Autoren offenbar an Fingerspitzengefühl, denn in diesem Wortlaut ist das entwürdigend und steht den Bemühungen von Frau Buck, den Psychiatriepatienten ihre Würde zurückzugeben, entgegen! Ich hoffe sehr, dass Sie in Zukunft dieses Bild-Zeitungs-Niveau meiden werden!

    Ihr Patrick Rabe

  • 17.04.2010 02:35 Uhr

    von gaijinette:

    Schönheit ist keine Frage des Alters... diese Frau ist für mich unglaublich schön... bin ich jetzt Sexist? Sowieso, mir doch egal.

    Und es ist so erschütternd und brachte mich zum Weinen.

    Ja, danke taz.


    Ich wünsche Dorothea Buck alles menschenmögliche Glück.


    Es ist nicht faßbar, daß Derartiges einmal möglich war.

    Und doch... die Gegenwart:

    Ein Radovan Karadžić, Psychoanalytiker, war zum Massenmord fähig.

    Die CIA rekrutiert über das Regierungsprogramm 'MK Ultra' Menschen, die nach einer Gehirnwäsche als Mörder einsetzbar sind. (Psychologie und Psychiatrie in faschistischem Dienst). Nur ein Beispiel.

    Die Stasi eliminierte Regimegegner auch über die Psychiatrie.

    Der BND, der aus der Nazi-Elite (SS, Gestapo) hervorgegangen ist und (allerplausibelste Annahme, abgeleitet aus dem Fakt, daß BKA und öffentlicher Dienst Stasi-Mitarbeiter übernommen haben) auch einen Großteil der Stasi integriert hat, verwendet Psychologie und Psychiatrie ebenfalls in einer Weise, die ich gerne nach einer überfälligen Revolution der Wessis wie seit 1989 die Stasiakten aufgearbeitet wissen möchte, wahrscheinlich werden die dann aber schneller sein als die Stasi mit dem Reißwolf... Ich habe Erfahrung mit den BND-Nazis und könnte ihre Methoden ziemlich gut beschreiben.


    Fazit: Pschologie und Psychiatrie stehen auch nach dem Ende des Hitlerregimes im Dienste des Bösen, um mal Kindersprache zu verwenden.


    Krankheit:

    'Die Vertreter des öffentlichen Gesundheitswesens entscheiden, was eine seelische Krankheit ist'. (Rainer Krause, bis 2009 Lehrstuhlinhaber für Klinische Psychologie an der Uni SB, 2002 in LI).
    [Ich persönlich mag Krause nicht. Aber diese Definition gefällt mir.]


    Nochmals, ein sehr schöner Artikel, eine bewundernswerte Frau, ich wünsche ihr alles erdenklich Gute und Liebe.

    --gaijinette

  • 14.04.2010 17:31 Uhr

    von Schulz:

    Das ist ja entsetzlich.
    Entweder sind hier einige wichtige Definitionen
    nicht wissensmaessig vermittelt worden
    (dann waere die Diagnose Psychose niemals gestellt worden)
    oder es war ein Vernichtungsplan gegen Christen von wem auch immer im damaligen Deutschen Reich.

    Immerhin: was ist eine Braut Christi?
    Eine katholische Nonne, eine Berufsbezeichnung?
    Nein, sondern die Gesamtheit aller Glaubenden
    eine fast romantische Beschreibung
    des Volkes Israel.
    Darueber gibts sogar heute noch Streit.
    Also braucht es Ersatzausdruecke,Synonyme.

    Daraus das Recht oder die Pflicht zur Sterilisation abzuleiten halte ich fuer einen Irrweg,
    ein Verbrechen, wie auch immer zu bezeichnen.

    Leider gibts aber auch keine Pflicht zum Schutz von Pflegern oder der Zivilbevoelkerung
    im Dienste von Behinderten gegen sex. Hilfeleistungen?
    Missbrauch gibts ueberall.

    Wenn man / frau im falschen Schema landet oder behandelt wird, entsteht immer Schaden.

    Hier ist also eine Kuensterlin beschrieben,
    die trotz massiver Hindernisse ein Leben
    lebte, welches individuelle Freiheit beschreibt.

  • 14.04.2010 14:03 Uhr

    von All inclusive:

    Die Frau hat Recht.
    Hut ab vor ihr.

  • 14.04.2010 13:30 Uhr

    von Klaus Schmitz:

    Der Redaktion der TAZ einen herzlichen Dank, dass Sie Dorothea Buck in dem Porträt Möglichkeit zur Darstellung Ihrer Betrachtung der psychiatrischen Landschaft in Deutschland und dem Verstehen von Psychosen gibt.
    Dorothea Buck ist für mich und viele andere, Mahnerin, zuzuhören, vestehen zu wollen und sich nicht mit einfachen diagnostischen Einschätzungen abzugeben.
    Sie hat damit Betroffenen und sogenannten Professionellen neue Türen geöffnet und die Chance geboten in einem tieferen Verständnis immer wieder aufeinander zuzugehen.
    Gruß aus dem Dorothea Buck Haus, Bottrop
    Klaus Schmitz

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