• 09.09.2010

Vor der Wahl in Venezuela

Absolut Chávez

Beobachter erwarten, dass Venezuelas Präsident Chavez bei der Wahl Ende September die absolute Mehrheit erneut sicher ist. Doch er will noch mehr.von Gerhard Dilger

  • 21.09.2010 14:18 Uhr

    von Venezolano:

    Guter Bericht, es ist sehr schade, dass nur sehr wenig berichtet wird. Dem Land könnte es gut gehen, aber leider sind wir, wie sehr gut bemerkt eine Mischung aus faschistische Militärdiktatur und Kuba Politik ausgesetzt. Wer immer noch glaubt Chavez habe seinem Volk etwas Gutes getan, der irrt. Viele behaupten sie kennen sich aus, aber nur wer hier lebt weiß wie es um das Land steht. Chavez hat längst alle Medien unter Kontrolle und alle Freiheiten gestrichen. Das Volk verhungert und es wird jeden Tag schlimmer. Chavez Anhänger erhalten Unmengen von Geld und alle Freiheiten und gehen über Leichen.
    Selbst mit der Korruption (die es ja überall gibt) vor 20 Jahren ging es dem Land ausgezeichnet.
    Die Wahl wird wie immer von Chavez kontrolliert, Computer sind heute schon manipuliert.
    Bei der ID Abfrage, erhält man immer ein Ergebnis auch bei IDs die es nicht geben kann. Warum werden viele Tausend Chinesen und Kubaner mit Venezolanischen Pässen ausgestattet und ins Land geholt? Chavez hat das Land verraten und mit Ihm wird es keinen Ausweg geben.
    In tiefer Trauer um unser Land.

  • 21.09.2010 11:55 Uhr

    von Anna:

    Ich verstehe gar nicht, wieso die Deutschen sich über Venezuele aufregen. Bei uns herrscht doch schon lange eine Lobbyisten-Diktatur. Machen unsere Politiker etwa was sie vor der Wahl versprechen? Machen Sie, was das Volk will (Atompolitik, Stuttgart 21, Bildungspolitik, um nur einiges zu nennen. Das Argument der Wirtschaftlichkeit leiern sie dann immer herunter, dabei ist z.B. längst bewiesen, das S21 dazu da ist, die Schienenverkehr zu lähmen um die Auto-Lobby zufrieden zu stellen. Gut für die Wirtschaft der Autoindustrie, schlecht für die Menschen und die Umwelt. Deshalb lieber etwas weniger Wirtschaftlichkeit für wenige als langfristige Wirtschaftlichkeit für alle. Das nennt man dann gute Volkswirtschaft, da wird anders gemessen. Das übrigens unsere Medien längst nicht mehr unabhängig sind, weiß auch jeder, der mal in einer Presseabteilung gearbeitet hat. Ich trau den Machthabenden in Deutschland sogar einen Putsch zu, falls die Linken an die Macht kommen.

  • 14.09.2010 18:13 Uhr

    von evelote:

    Es ist jetzt schon eine Diktatur. Nichts, aber auch gar nichts hat sich wirklich (signifikant) verbessert. Schon gar nicht die Armut halbiert. Auch kein Gesundheitssystem. Zwar befinden sich ca. 20 000 kubanische Ärzt im Land, aber teilweise sind es nur Sanitäter. Vor allem aber, es gibt kein Material. Die Hospitäler sind nicht als solche zu bezeichnen. Es herrscht Willkür und eine extreme Korruption. Für mich ist es eine Wiederholung der Geschichte. Und zwar einer Mischung aus Nazideutschland, der DDR und Kuba. Es herrscht eine Form von Rechtlosigkeit. Nicht so sehr im "Alltagsrecht" (Verkehr, Zivilrecht) aber als Beispiel: Eine Richterin fällt ein Urteil das dem Präsidenten nicht gefällt. Er ordnet vie TV bei seiner sonntäglichen Show an: "Die gehört verhaftet und zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt". Sagt es und am nächsten Tag ist sie verhaftet. Menschen sitzen Jahre im Knast ohne einen Richter gesehen zu haben. Schade, mit dem vielen Geld könnte eine Regierung ein Paradies aus Venezuela machen. Wettermäßig ist es das ja schon. Auch die Mentalität ist super - deshalb lebe ich dort.

  • 10.09.2010 16:07 Uhr

    von Udo Henn:

    Ein hervorragender Artikel, darueber freut man sich. Nur ein kleiner Korrekturhinweis: Kolumbien ist kein "Buergerkriegsland".

  • 10.09.2010 13:50 Uhr

    von dieter:

    ich hatte etwas vergessen: die ausl. Beobachter sind nun wirklich ueberfluessig. Wir haben da die Erfahrung mit Jimmy Carter.
    Was koennen die beobachten ? dass alle Leute friedlich zum Wahllokal schreiten ?
    Die Wahl findet per Maschine statt. Wie diese Computer-MAschinen programmiert sind, weiss nur Hugo und seine Bande.
    Und hier gibt es keinerlei Kontrolle.....Das perfekte Verbrechen ist moeglich.

    Venezuela ist jeden Tag mehr wie Kuba, wir bekommen in Kuerze auch eine Karte zu Rationierung und Kontrolle.

  • 10.09.2010 13:44 Uhr

    von DIETER :

    Die beiden von Ihnen genannten Forscher stehen Chavez nahe.
    Die WAhlbehoerde ist von Chavez kontrolliert,
    der oberste Gerichtshof ist von Chavez kontrolliert.
    Gewaehlt wird mit Wahlmaschine, wie soll Chavez da verlieren ?
    das Privateigentum wird abgeschafft. Enteignungen ohne Prozess sind an der Tagesordnung.
    Das ist eine faschistische Militaerdiktatur - auch von Goebbels hat man gelernt.

    Nach den Umfragen muesste Hugo die Wahlen verlieren,
    aber machen Sie sich keine Sorgen, so gegen 3 Uhr morgens wird die Praesidentin der Wahlbehoerde - ernannt von Chavez - den Sieg der KPDSU, pardon, PSUV
    bekanntgeben.

    Sollte jedoch ein solches Statement nicht moeglich sein, so hat Hugo drei Monate Zeit : die neugewaehlten Abgeordneten treten ihren Job am, 5.1.2011 an. Bis dahin hat Hugo das Parlament abgeschafft.



    Freundliche Gruesse aus Caracas

  • 10.09.2010 13:07 Uhr

    von Anton:

    @Sebastian: gleichzuschalten! gleichzuschalten...
    Schön mal wieder einen schöner, platter antikommunistischer Spruch ohne Inhalt. Informiere Sie sich über die Entwicklung Venezuelas, dann kann man vielleicht mit ihrem Gerede etwas anfangen

  • 10.09.2010 12:01 Uhr

    von Eike:

    Interessanter Artikel und schöne Form.

    Liebe Taz; ich lese eure Zeitung, weil eure Auslandsberichtserstattung so gut ist. Ihr verfolgt interessante Entwicklungen weltweit, und berichtet über Hintergründe. Dieser Artikel, und die Reihe über die Wahlen in Ruanda sind Beispiele davon.

    Bei diesem Artikel hat mir aber auch die Form besonders gut gefallen: Die Fußnoten mit den vielen weiterführenden Links. So sollten alle eure Artikel sein!

  • 10.09.2010 11:36 Uhr

    von Udo Radert:

    "Beobachter erwarten, dass Venezuelas Präsident Chavez bei der Wahl Ende September die absolute Mehrheit erneut sicher ist. Doch er will noch mehr."
    ______

    Ja, allerdings: eine Diktatur nämlich.

    Ich mein, das ist doch nun wirklich ganz offensichtlich und da braucht man doch nicht drum herumzureden.

    Er errichtet diese nicht im Sturm, sondern er bedient sich dabei halt der Salami-Taktik, läßt sich Stück für Stück alles durch Wahlen und Referenden absichern, NUR, das Ergebnis ist dann zum Schluß eben doch dasselbe.

    Am Ende steht dann eine astreine Diktatur und die Wähler, die ihm heute noch ihre Stimme geben (u.a. auch, weil er schon lange alle kritischen Medien aus- oder gleichgeschaltet hat), was, wenn die ihre Meinung einmal ändern sollten, bzw. wollen?

    Sie werden erschreckt feststellen, dass sehr vieles garnicht mehr so ohne weiteres zu ändern geht.

    Und sie werden vor allem feststellen, dass es keine - wirklich überhaupt keine - Medien mehr gibt, die ihnen dann eine Stimme verleihen.

  • 10.09.2010 09:56 Uhr

    von Por Que No Te Callas:

    Eine entscheidende Wahl für die Zukunft Venezuelas ... und Chavez hat die Wahlkreise neu zu seinen Gunsten ordnen lassen, lässt am 26.9. unabhängige ausländische Beobachter nicht zu, kontrolliert bis auf einen Sender die gesamte TV-Landschaft, gibt die Ölmilliarden des Volkes für den eigenen Wahlkampf aus und lässt Kritiker durch Schlägertrupps einschüchtern bzw. steckt sie in den Knast. Wie diese Wahl ausgehen wird, ist doch nun wirklich kein Geheimnis. Die Opposition sollte sich keine Illusionen machen. Der Mann klebt mittlerweile genauso sicher auf dem Thron wie die Castros oder Kim Jong Il. Die Wahlen sind nur noch eine Formalität und/oder PR-Show.

  • 10.09.2010 09:35 Uhr

    von Sebastian:

    Auch dieser Sozialismus wird untergehen. Es ist unmöglich alle Menschen gleich zu schalten!

  • 10.09.2010 09:14 Uhr

    von Pina:

    Ein sehr informativer Hintergundartikel, der versucht verständlich zu machen, warum Chavez einerseits eine so große Anhängerschaft hat und andererseits warum er so polarisiert.
    So etwas habe ich in der deutschen Presselandschaft (und auch in der taz) bisher kaum gefunden. D A N K E



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