• 11.01.2012

Verzerrte Geschichte in Osteuropa

Auferstehung der braunen Ungeheuer

In Osteuropa setzt sich ein Geschichtsbild durch, das dem rechtsradikaler Kreise ähnelt. Die Massenverbrechen der Nazis und ihrer Verbündeten werden dabei ausgeblendet.von William Totok

  • 18.01.2012 03:02 Uhr

    von knorkator:

    Und wer war in Ungarn und Spanien an der Macht und habt für den Schlammasel gesorgt: Die Sozialisten bzw. Postkommunisten.
    Da du das wahrscheinlich selbst weißt, halte ich solch billige Ideologiepropaganda für ganz mies.

  • 17.01.2012 16:34 Uhr

    von Kaboom:

    @Hari Seldon

    Wie ausserordentlich gut Konservative / Rechte mit Geld umgehen können, sieht man gerade in Ungarn. Die sind so gut wie pleite. Und in Italien. Und in Spanien, Und in Irland. Und - nicht zuletzt - in den USA. Wo bis vor der Krise die ersten 5 Plätze der größten Schuldenmacher allesamt von Präsidenten der GOP gestellt wurden. Und der König von allen war G.W.Bush, der es fertig brachte, einen Haushaltüberschuss (den der liberale Clinton ihm übergab) in Nullkommanichts in ein Rekorddefizit zu verwandeln.
    Achja, so richtig austoben durften die Konservativen sich ja in Chile unter Pinochet. Das führte dazu, das 45% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebte, und dass Chile, um eine Pleite abzuwenden, 1982/83 die größten privaten Banken des Landes verstaatlichte.
    Gegen dieses systematische Komplettversagen der Konservativen und Rechten weltweit bezüglich Schuldenmachen sind die Probleme der Linken diesbezüglich geradezu Peanuts.

  • 17.01.2012 15:26 Uhr

    von El Commandante:

    Lieber Hari Seldon, lass mich dir etwas sagen:

    Meine Wenigkeit kommt aus den ost-europäischen Staaten und ich kann dir eines sagen, wenn man nach einer menschenverachtenden Diktatur des angeblichen Proletariats sich in der Diktatur des unbegrenzten Massenkonsums wiederfindet und dabei auch noch feststellen muss, dass beides zwei verfluchte Seiten ein und derselben Medallie sind, ist es nicht verwunderlich, dass die, so oder so schon entfremdeten, radikalisiert werden. Und dann sucht man den Fehler für die eigene Dummheit und Naivität bei Anderen bzw. Fremden. Dabei vergessen diese Leute aber, dass ohne das große Opfer, dass die Völker Europas im zweiten Weltkrieg gebracht haben es uns und ihnen überhaupt möglich macht hier blöd rumzusitzen und über Gott und die Welt zu diskutieren. Die Naivität mancher Menscher lässt einen manchmal leider kotzen oder wollen willst du behaupten der zweite Weltkrieg war ein präventiver Krieg? Und noch was: du kannst dich ja eig. über die linken Diktaturen von damals freuen, oder meinst du der Kapitalismus kommt ohne Feindbilder aus?

    Viel Spaß beim NACHDENKEN

    MsG El Commandante

  • 11.01.2012 21:15 Uhr

    von Klaus Popa:

    Zu Tommy:

    Was W. Totok mit der "Freiwilligen" Teilnahme und überproprotioniert zahlreichen Vertretung der sogenannten "Volksdeutschen" in den Verbänden der SS meint, ist, dass die meisten wehrfähigen, nicht nur jungen Männer, sondern auch ältere Männer, die bereits im Ersten Weltkrieg gedient haben, der SS beitraten. Leider beweisen die Zeitdokumente, dass der überwiegende Teil der wehrfähigen Volksdeutschen in der SS ihren Waffendienst leistete. Auch belegen die Dokumente, dass in manchen SS-Divisionen, und die "Prinz-Eugen" ist das beste und immer wieder genannte Beispiel, zum Teil bis zu einem Drittel aus "Volksdeutschen" aus den süd- und zentraleuropäischen Ländern stammten, die entweder mit dem Dritten Reich verbündet (Ungarn, Rumänien und die Slowakei) oder von diesem Staat besetzt waren - wie das aufgelöste Jugoslawien.

    Auch darf nicht kleingeredet werden, dass, wenigstens im Fall der Deutschen aus Rumänien, ab März/Mai 1943, als der massenhafte "freiwillige" Eintritt in die SS stattfand, manche Wachmannschaften von berüchtigsten Konzentrationslagern eine beträchtliche Anzahl dieser Volksdeutschen umfasste. Auch ist dokumentiert, dass die "Volksdeutschen" aus Rumänien besonders beliebt bei der SS-Führung waren, indem sie z.B. in Rastenburg, wo es auch ein KZ, aber auch besondere Einrichtungen der SS und bekanntlich auch einen "Führer-Bunker" gab, als Wachnpersonal auftreten. Und zwei der berüchtigsten SS-Divisionen, die "Leibstabdarte Adolf Hitler" und die SS-Division "Das Reich" waren eigentlich den "Freiwilligen" aus Rumänien vorbehalten. Bereits in den frühesten Jahren der "Leibstandarte", u.zw ab 1938, aber verstärkt ab 1940, waren die Deutschen aus Rumänien in der "Leibstandarte" vertreten und im Verlauf des Krieges wurde, um sich für die "besonderen Leistungen" dieser Rumäniendeutschen erkenntlich zu zeigen und damit auch die "Deutsche Volksgruppe in Rumänien" und deren Führung zu "ehren", die erste Kompanie dieser Division ausschließlich mit Rumäniendeutschen bestückt.

  • 11.01.2012 21:02 Uhr

    von Hari Seldon:

    Verzerrtes Geschichtsbild in Osteurope? Bitte, denken Sie daran, dass Osteurope 45 Jahre Erfahrung auf eigenem Leib mit den Linken, Sozialisten, Kommunisten (neulich mit Linksliberalen) hat. Es ist kein Wunder, dass die Bevölkerung mit den linken Ideologien die Nase voll hat: Die linke Ideologie führte zu Ausbeutung, Unterdrückung, Schuldenberg, Korruption, Staatspleiten, usw., und vergessen wir die unzähligen Opfer der Kommunisten auch nicht. Die Bevölkerung von Westeurope hat keine Ahnung von den Realitäten der linken Ideologien, und kennen nur die "Salonkommunisten" und Linksliberalen wie die Grünen. Aber überall, wo die Grünen (Linksliberalen) auf der Regierung sind, ist die Staatspleite früher oder später garantiert. Paradebeispiel: In NRW brauchte Rot-Grün nur 7 Monate für die Transformation vom Geberland in ein Nehmerland.

  • 11.01.2012 18:19 Uhr

    von ernst:

    Albaner,Bosniaken(Präsident Izetbegovic Arbeitete mit Hitler zusammen)und Turkvölker haben sie wohl wissentlich unterschlagen.

    Hier eine kleine Zusammenfassung de Ausländer:
    Niederlande: ca. 60.000
    Ungarn: 50.000
    Belgien: 43.000 (Flamen und Wallonen)
    Ukraine: 40.000
    Lettland: 32.000
    Kroatien: ca. 25.000
    Frankreich: 20.000
    Estland: ca. 20.000
    Italien: 19.000
    Dänemark : 9.000
    Norwegen: 6.000
    Albanien: (von Italienern besetzt) ca. 5.000 bis 6.000
    Rumänien: 2 Regimenter (ca. 2.000 bis 6.000)
    Schweden (nicht von deutschen Truppen besetzt) : 180 (Quelle: „Svenskar i krig 1914-45“)
    Spanien (nicht von deutschen Truppen besetzt): ca 300 Freiwillige (span. Freiwilligenkompanie der SS 101 und 102) der 1943 aufgelösten 250. (span.) Infanteriedivision Blaue Division
    Finnland: 1.221
    Bulgarien: 500 bis 600
    Schweiz (nicht von deutschen Truppen besetzt): 800 (etwa 1.200 traten in die Wehrmacht ein)
    Indien: 1150
    Liechtenstein: 80
    Luxemburg: 10.211 (Zwangsrekrutierte)
    Großbritannien: 75 (Ex-Kriegsgefangene)
    Japan: 10
    USA: mindestens 2 (von 8 weiß man, dass sie im Einsatz gefallen sind)
    Thailand: 3
    Irland: mindestens 2

    Darüber hinaus gab es eine ungeklärte Anzahl Freiwilliger aus vielen Ländern der Sowjetunion, wie z. B. Russen, Armenier, Aserbaidschaner, Georgier, Turkistaner (Turkmenen, Kasachen und Nogaier), Tataren, Weißrussen, etc. )

    Erfolgreich waren Werbemaßnahmen zunächst auch in Estland, Lettland, der Ukraine und auf dem Balkan. Ab 1943 war Hadschi Mohammed Amin al-Husseini, der von Großbritannien vertriebene Großmufti von al-Quds (Jerusalem) mit der Organisation und Ausbildung von bosnisch-islamischen Wehrmachteinheiten und Waffen-SS-Divisionen befasst. Die größte war die 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ (kroatische Nr. 1) (21.065 Mann), die ab Februar 1944 Operationen gegen kommunistische Partisanen auf dem Balkan durchführte. Sie war für eine Reihe von Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung verantwortlich. Die 23. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Kama“(3.793 Mann) erreichte nicht die operative Stärke einer Division und wurde nach fünf Monaten aufgelöst; ihre Angehörigen wurden auf andere Einheiten verteilt. Weitere Einheiten waren ein Moslem-SS-Selbstverteidigungsregiment in der serbischen Raschka(Sandzak)-Region, das arabische Freiheitskorps, die arabische Brigade und das ostmuselmanische SS-Regiment.

  • 11.01.2012 14:18 Uhr

    von tommy:

    "Dass ein großer Teil der auslandsdeutschen wehrfähigen jungen Männer aus Rumänien, Serbien, Kroatien, der Slowakei oder Ungarn freiwillig in die Waffen-SS eingetreten sind, war das Ergebnis einer methodischen ideologischen Beeinflussungspolitik, die in der Weltanschauungsfabrik des Dritten Reiches ausgeheckt worden war."

    Dieses Satz verstehe ich nicht ganz - soll das heißen, dass die Mehrheit der jungen männlichen "Volksdeutschen" in den Balkanländern Angehörige der Waffen-SS waren? Das kommt mir irgendwie zahlenmäßig implausibel vor, die Waffen-SS war zwar bei Kriegsende ziemlich groß, aber so groß, dass ganze Gruppen geschlossen Mitglied in ihr waren? Oder soll der Satz aussagen, dass "Volksdeutsche" in der Waffen-SS überrepräsentiert waren?
    Ansonsten möchte ich noch sagen, dass die angesprochenen Geschichtsbilder in einigen Ländern Osteuropas sicherlich beunruhigend sind (und teilweise auch ziemlich bizarr - hätten die Nazis gewonnen, hätte keine der osteuropäischen Nationen eine eigenständige Existenz führen können; statt von der Sowjetunion wären sie von Deutschland dominiert worden, was wahrscheinlich angesichts der deutschen Pläne noch wesentlich schlimmere Folgen als die sowjetische Hegemonie gehabt hätte). Eine Verherrlichung der SS ist nicht hinnehmbar. Aber in mancher Hinsicht muss man sagen, dass diese Geschichtsbilder nur das Spiegelbild zu dem auch sehr einseitigen Geschichtsbild sind, das multikulturell gesonnene Linke in Nordamerika und Westeuropa pushen, um aus den Massenmorden der Nazis eine geradezu metaphysische Legitimation für ihre antinationalen social engineering-Projekte zu ziehen.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder