• 24.08.2010

Versorgung Bedürftiger umstritten

Berliner Tafel warnt vor zu viel Essen

Die Berliner Tafel kritisiert, es gebe zu viele Ausgabestellen für Lebensmittel in Berlin. Der Staat werde damit aus der Pflicht genommen. Andere Vereine mit ähnlicher Aufgabe bestreiten das.von Antje Lang-Lendorff

  • 04.10.2010 22:04 Uhr

    von DerDemokrator:

    Zumindest die Lichtenberger Hilfe e.V. betreibt da "falsches Spiel". Man zahlt wie in einem ganz normalen Ladengeschäft Preise ua. für Artikel mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum, die oft nicht wesentlich niedriger liegen als beim Discounter. Was an sich eine gute Idee wäre, wird dadurch pervertiert das die Mitarbeiter im Bezirk Moabit sich nach Gutsherrenart verhalten. Wer die Preispolitik kritisiert kann genauso Hausverbot erhalten, wie wenn er die dortigen Gepflogenheiten ohne diese genau zu kennen mißachtet. Kritik ist unerwünscht. Obwohl der Tafelboom bedenklich ist, sorgen deren Aktivitäten zumindest für "finanzielle Entspannung" bei den Bedürftigen. Wenn dies jedoch zu Ressentiments führt weil Bedürftige keine sozialen Einrichtungen mehr besuchen dürfen, um nicht in den Verdacht von Sozialmißbrauch zu geraten, dann entsteht das Gegenteil von Hilfe, nämlich Ausgrenzung. Hierunter leiden Hartz4-Bezieher und Niedrigrentner mit Sozialhilfeergänzung sowieso schon. So wäre das Verhalten als Ghettoisierung zu bezeichnen.

    Ciao
    DerDemokrator

  • 26.08.2010 23:18 Uhr

    von Schneider:

    Politiker unterstützen medial die Vereinsarbeit,
    die aus Mangel an staatlicher Pflicht, z. B.
    die Schaffung von gut bezahlten Arbeitsplätzen,
    entstanden ist.

    Aus kommunalen Einrichtungen wurden z. B. Vereine;
    die mit Ehrenamtlichen und Ein-Euro-Jobbern
    weitergeführt werden oder kommunale Einrichtungen wurden geschlossen.

    Die Politik hat den Niedriglohnsektor massiv damit aufgebläht und zu verantworten.

    Vereine, die Lebensmittel an Bedürftige gegen einen Obolus ausgeben, bezahlen damit Aufwendungen; d.h. Kosten für Miete, Telefon, Energie, Benzin u. a.

    Wird die Vereinsarbeit kontrolliert?
    Werden von Ämtern und Spendern, z. B. Lebensmittelgeschäfte u. ä. immer wieder die gleichen Vereine materiell und finanziell unterstützt und die anderen bleiben außen vor?

    Es war schon vor Jahren zu hören, dass die Berliner Tafel "das alleinige Monopol in Berlin" und damit die Abholung und Ausgabe von Lebensmitteln, wolle...

    Warum? Weil sich damit Geld verdienen lässt?

    Politiker polarisieren mit der Not der Bedürftigen.
    Das kann auf Dauer nicht funktionieren.

  • 26.08.2010 15:35 Uhr

    von kiekoo:

    Hallo miteinander,
    die in diesem Bericht zitierten Fachmänner sollten sich selber mal auf den Weg machen und fühlbare Verbesserungsvorschläge machen. Ich kann nicht verstehen, das man Menschen die Hilfe leisten für die herrschenden Mißstände auch noch eine Mitschild daran verpasst. Diese Herrschaften brauchen sich wahrscheinlich keine Sorgen um ihre nächste Mahlzeit zu machen. Also soll keine Soforthilfe geleistet werden. Kinder sollen also schlechte Bedingen zum Leben behalten, damit die Herren Politiker endlich gezwungen werden für bessere Bildung, Versorgung etc. zu machen. Das ich nicht lache. Ich werde das Gefühl nicht , das einige nicht wirklich wissen von was sie reden.

  • 25.08.2010 15:12 Uhr

    von Toby:

    Grotian hat recht. Nicht nur bei den Tafeln. Das Dilemma findet sich allenthalben.
    Auch der Förderverein an unserer Schule nimt den Staat aus seiner Leistungspflicht. Hier ist es sogar noch schlimmer, denn durch die unterschiedlichen finanziellen Leistungsfähigkeiten der Eltern in verschiedenen Kiezen, wird so durch unterschiedlich leistungsfähige Fördervereine die Ungleichheit der Lebens-, Lern- und Arbeitsbedingungen vertieft. Steckt der Staat weniger in die Schulen, mag ein Förderverein in Zehlendorf noch was reißen. In Neukölln nicht.
    Oder öffentliche Bibliotheken, die geschlossen werden sollen und von Vereinen weiter betrieben werden. Läuft das einmal, wird der Bezirkl sich so einen Laden nie wieder finanziell ans Bein binden. Eher noch eine zweite schließen und hoffen, daß sich eine Bürgerini findet.
    Wer solches Engagement leistet, muß immer auch gleichzeitig politisch Druck machen und aufzeigen, daß die von ihm geschlossenen Lücken vom Staat offen gelassen werden.

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