• 17.08.2009

Verlage beuten freie Journalisten aus

Meister der Enteignung

Indem sie ihre freien Mitarbeiter in Knebelverträge zwingen, zerstören die Verleger langfristig die Grundlage ihres Geschäfts: die journalistische Glaubwürdigkeit.von Kai Schächtele

  • 22.08.2009 13:23 Uhr

    von Jan Söfjer:

    @Kai Schächtele: 500 Euro sind viel für einen großen Artikel. Ich würde eher sagen, für einen Durchschnittsartikel für eine Tageszeitung bekommt man vielleicht 70 Euro. Und dann kann man schon froh sein, wenn man zwei Artikel pro Woche verkauft.

    Sie beschreiben aber ganz richtig, dass die Verleger mit ihren Forderungen auch von der Ausbeutung der freien Autoren ablenken. Mein Vorschlag: Man sollte über eine Leistungsschutzabgabe für Freie nachdenken. Wenn ein Aritkel in mehreren Blättern eines Verlages erscheint sowie in den Internetausgaben, dann muss das honoriert werden.

  • 22.08.2009 10:43 Uhr

    von Bert:

    @Holger: Suchmaschinen führen Nachrichten-Sites Besucher zu. Eigentlich müsste Burda Geld an Google bezahlen. Darüber hinaus kann Burda mit einem einfachen technischen Eintrag aus Google verschwinden (robots.txt, disallow). Machen sie aber nicht.

  • 18.08.2009 02:51 Uhr

    von Jack Salinger:

    Form frisst Inhalt. Und niemand beklagt sich mehr als der bestohlene Dieb. Obwohl grad der am meissten das Maul halten sollte. Ausserdem wäre mir als adelige Umgebung meiner Texte die Bäckerblume wesentlich lieber als Burda-Blätter. Irgendwie erinnert Burdas verzweifelte Aufrufe an Madame Schickedanz. Vielleicht muss er bald auch von 600 Euro in seinen Schlössern leben. Zusammen hätten die dann 1200 Euro. Auch nicht schlecht.

  • 17.08.2009 18:30 Uhr

    von Holger:

    Leider ist es Ihre Denke, Matze, die hier oberflaechlich ist. Es geht nicht darum, dass jemand mit Texten Geld verdient hat, die er nicht selbst geschrieben hat. Vielmehr geht es um eine leistungsangemessene Honorierung in der Wertschoepfungskette.
    Und klar: Wenn eine Zeitschrift €5 kostet, dann gehen die wohl direkt in die Taschen des Kioskbesitzers?
    Der kann froh sein, wenn er sich mit der nichtverkauften Auflage nachts nicht zudecken muss!

  • 17.08.2009 15:20 Uhr

    von Dorin Popa:

    Früher konnte man als Freelancer wenigstens noch seine Beiträge mehrmals verkaufen, etwa an weit auseinander liegende Regionalzeitungen.

    Diese Mehrfachverkäufe macht die Internetpräsenz der Verlage unmöglich, ohne daß sie dafür mehr zahlten. Die ersten Jahre haben selbst Verlage wie Holtzbrinck oder Springer die Texte freier Mitarbeiter stillschweigend online übernommen, inzwischen gibt es Knebelverträge, aber keine angemessenene Honorierung. In der Regel ist mit dem alten Printhonorar die Onlinenutzung mit abgegolten.

  • 16.08.2009 15:45 Uhr

    von matze:

    Hm, bei Google News sehe ich keine Werbung, wo verdient Google also Geld?

    Außerdem, was ist mit dem Kioskbesitzer, auch er verdient Geld mit dem Inhalt anderer Leute.

    Leider ist der Beitrag etwas oberflächlich.

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