Verlängerung der Autobahn 100
Protest auf der Überholspur
Seit Montag liegen die Pläne zum Ausbau der Autobahn A 100 in Neukölln und Treptow aus. Der Widerstand gegen das Projekt formiert sich - auch wenn die Autobahn schon beschlossene Sache ist.von Kristina Pezzei
Leserkommentare
10.03.2009 09:00 Uhr
von Tagedieb:
Dieser Autobahnbau ist doch das Gegenstück zur Planung der Westtangente. Ist das Teilstück zum Treptower Park erstmal gebaut, wird direkt der Weiterbau über die Spree zur Frankfurter Allee ins Visier genommen. Deshalb darf dieses Teilstück nicht gebaut werden. Ist das wirklich gewollt, auch im Ostteil der Innenstadt eine unüberwindbare Schneise zu bekommen, wie im Westteil der Stadt(in Charlottenburg und Schöneberg)?
Seine vorgeblichen Vorteile werden die sich nachziehenden Nachteile wie ein höheres Verkehrsaufkommen in den Zufahrtsgebieten in Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln und Treptow nie und nimmer aufwiegen können. Daneben wird die zusätzliche Versiegelung von Flächen weiter zu einer Verschlechterung des Stadtklimas beitragen. Ganz abgesehen davon, dass schnellere Verkehre höhere Schadstoff- und Lärmemissionen nach sich ziehen, OPA hin oder her.
Hier hat sich der Senat eine Trasse ausgesucht, die aufgrund ihrer Lage erstmal auf wenig Protest stoßen wird. Aber, wie wohl das von den Grünen in Auftrag gegebene Gutachten darlegt, zu spüren werden es andere Viertel/Anwohner bekommen. Auch kann man davon ausgehen, dass eine schnelle Anbindung an eine Autobahn Viertel wie SO36 oder rund um den Boxhagener Platz noch attraktiver machen, als sie eh schon sind. Mit den entsprechenden Folgen. Sprich, der Autobahnanschluss wird zur Aufwertung beitragen.
Das Geld, auch wenn es überwiegend vom Bund kommt, ist im ÖPNV und Schienenverkehr besser aufgehoben. Vielleicht könnte man damit ja die Anbindung des neuen Flughafens an das Schienennetz beschleunigen? Oder auch die U9 über Rudow bis zum neune Flughafen verlängern? Oder man gibt es einfach nicht aus.
Das Demokratieverständnis des derzeitigen Senates ist ebenfalls unter aller Sau. Fr. Junge-Reyer sollte wissen, dass eine Planung auch mal nicht umgesetzt wird, so es nicht gewollt ist. Das die Linke hier ganz still ist, ist daher verständlich.