Der Menschenrechtsgerichtshof wendet sich einstimmig gegen Kreuze in Klassenzimmern. Geklagt hatte eine Italienerin. Die Regierung kann in Berufung gehen.von Christian Rath
Leute... der Junge in Berlin hat KEINEN eigenen Gebetsraum bekommen!!! Schon gar keinen öffentlich finanzierten. Es muß ihm lediglich gestattet sein, sein(e) Gebet(e) in einem Raum durchzuführen. Das könnte übrigens auch jeder Christ, wenn erwünscht. Natürlich darf er auch nicht mitten im Unterricht aufstehen und in den Raum abdampfen. Das Domizil ist weder mit Spezial-Teppich ausgestattet, noch ist das Sperrgebiet für Ungläubige und auch Frauen dürfen diesen Raum betreten, wann immer sie wollen, mit oder ohne Schlappen, mit oder ohne Kopftuch, mit oder ohne Kaugummi. Dieser Raum wurde auch nicht aus Steuermitteln grün angemalt und es wurde auch keine Predigerplattform eingebaut. Der Raum gehört also nicht den Muslimen der Schule, wie fälschlich hier verbreitet wird, er gehört der Schule. Und wenn der Raum mal gebraucht wird, kann man den Schüler jederzeit einen anderen Ort zuweisen.
Das hier behandelte Urteil sagt nicht, daß die Schüler nicht mehr mit dem Cruci Fixus um den Hals rumlaufen dürfen. Es geht nur um das Kreuz an der Wand. Ob man das nun sinnvoll findet oder nicht... sei mal dahingestellt.
06.11.2009 07:17 Uhr
von Semilocon:
Wer glaubt, dass die Bibel als ethisch vertretbares Wort Gottes hingedreht werden kann, sollte sie mal lesen. Jesaja: "Wie diese Menschen ihre eigenen Wege wählen und an ihren Gottesbildern Gefallen haben, so wähle ich für sie die Strafe aus und bringe über sie Schrecken. (...) Ja, Mit Feuer und Schwert hält der Herr Gericcht über alle Sterblichen und viele sind es, die der Herr erschlägt" Christen sind also, von ihrem ethischen Leitfaden her, egozentrisch, arrogant und inhuman-archaisch. Jeder heutige Mensch hat zumindest ein Minimum mehr Moral als dieser Gott, der willkürlich Menschen umbringt. Nächstenliebe? Fehlanzeige! Auch Jesus droht bevorzugt mit der Hölle. Soll das ein Argument sein? Wie man zu so etwas dankbar und gläubig sein kann, ist mir unverständlich.
05.11.2009 14:02 Uhr
von karin bryant:
Wenn religioese Symbole wie z.B.das Kreuz aus Klassenzimmern verbannt werden soll dann duerfen Kopftuecher und Kippas auch dort nicht auftauchen.Gebete in der Schule muessen dann auch verboten werden. Es geht nicht an dass ein Symbol verboten wird und andere erlaubt sind.
05.11.2009 07:41 Uhr
von vic:
Das wird wohl jeder anders interpretieren. Ich wurde getauft, da ich für Widerstand vermutlich zu klein war... Mit 16 bin ich ausgetreten. Atheist sein bedeutet für mich selbstverständlich die Abkehr von jeder Religion.
04.11.2009 15:43 Uhr
von Armist:
Ich frage mich warum immer mit "Atheismus" ins Feld gezogen wird. Atheismus ist nichts weiter als nicht an einen Gott zu glauben, dass sagt über die zugehörigkeit von Religion teils wenig aus. Buddisten sind auch Atheisten, da sie keine Gottheiten verehren.
Als Mensch der religionsfrei lebt und dies auch zu 100% vertritt, begrüsse ich dieses Urteil. Ich kann nicht auf der einen Seite mit Terrorgefahr und angeblichen negativimage ein Kopftuchverbot verhängen mich aber gleichzeitig an das Kreuz klammern. Das passt nicht in meinen Augen.
Religion hat in der Bildung und in der Politik nichts zu suchen.
04.11.2009 14:34 Uhr
von Müller:
Sicher ist es nicht einfach, gegenüber Religon tolerant zu sein - aber es ist die einzige Möglichkeit, Menschen die Ausübung ihrer Religion zu ermöglichen. Wer keine Religion hat, braucht auch keine Religionsfreiheit - aber er sollte sie denen zugestehen, die eine Religion haben. Ein Urteil, das Menschen den Gebrauch religiöser Symbole ihrer Religion verbietet, verletzt das Recht der freien Religionsausübung. Und ein Staat ist nicht neutral - er ist weltanschaulich geprägt und hat das Recht, seine Weltanschauung zu präsentieren. Und warum sollte es nicht möglich sein, dass unter einem Kruzifix ein Mädchen mit Kopftuch sitzt? Beide Religionen gibt's - warum sollte man sie ausblenden? Ein Beispiel für ein friedliches Miteinander ist wirkungsvoller. Übrigens scheinen die Richter des europäischen Gerichtshofes unter Religionsfreiheit eine religionsfreie Zone zu verstehen, statt die Freiheit der Religionsausübung. Hier sollten sie vielleicht einmal ins 16. und 17. Jahrhundert zurückblicken, als man lernte, mit anderen religiösen Überzeugungen zusammen zu leben. Haben wir das wieder verlernt?
04.11.2009 14:20 Uhr
von moslaemm.wordpress.com:
Ey Janet Kruzificks, woher hassu Märschen von de Gebetsraum? Hassu nisch richtisch gelesen de Urteil von de Wedding Gericht? Steht nur drin, dass Beten is erlaubt in Schule un nisch dass Moslem kriegt eigene Gebetsraum. Sagst du mal Bescheid deine Stefan, Alta. Sonst er baut noch Gebetsraum in PI-Zentrale.
Habsch schon 3 doische Frauen, weissu. Machsch viele Kopftuchmädschen und Spuckjungen, isch schwör.
04.11.2009 13:08 Uhr
von ohno:
Ach Dori, Du kennst eine öffentliche Schule in D, in der "islamische Symbole" aufgehängt werden? Sehr interessant. Andere Unterschiede zu Deinem Beispiel und dem im Urteil verhandelten werde ich Dir lieber nicht erklären.
04.11.2009 13:00 Uhr
von teufelsschnecke:
Ein sehr gutes und weises Urteil. Das Kreuz ist ein Symbol einer Ideologie die keinesfalls frei war von Folter, Kreuzzügen, Krieg und der Eroberung.
Es ist allerdings zu befürchten daß derzeit in Europa grassierende "Mitte/Rechts"-Regierungen das Urteil ignorieren oder versuchen es mit juristischen Spitzfindigkeiten zu umgehen.
Übrigens ist Religion Opium für das Volk. Und wer will schon ein Junkie sein.....
04.11.2009 12:03 Uhr
von Janet:
Kruzifixe werden verboten, Gebetsräume erlaubt...seltsame Logik!
04.11.2009 11:21 Uhr
von Hannes der Säufer:
Gut so! Religion darf keinem aufgezwungen werden!
Nun müssen nur noch so Dinge wie der Quasi-Zwang zum Sankt Martinszug in Kindergärten und Schulen angegangen werden. Und es muss das Kopftuchverbot folgen.
Genauso muss das Kirchengebimmel ebenso wie Muezzingeschrei aufhören. Dann haben wir endlich Ruhe vor diesen ganzen Missionierern.
Ich verstehe nicht, warum eine Welt die bei Dingen wie der String-Theorie und Raumfahrt angekommen ist immernoch mit Religionen zu kämpfen hat.
Naja das Volk lässt sich wohl zu gerne blenden. :-/
04.11.2009 11:14 Uhr
von Säkularisation123:
Ein längst überfälliges Urteil. Dass sich die Bayern daran anpassen werden, ist aber zumindestens in naher Zukunft sehr unwarscheinlich. Man ist ja ein "Freistaat"...
04.11.2009 10:54 Uhr
von Gockeline:
Wenn Kreuze als religiöses Symbol verboten sind, dann müßen Kopftücher als religiöses Symbol auch verschwinden. Fische als Jesussymbol muß verschwinden. Judensternanhänger in Schulen verboten. Was gibt es sonst noch an Symbolen von Religionen? Ist das nicht eine Überreaktion von Gerichten? Oder muß man unterscheiden ob es zur Kultur gehört?
04.11.2009 10:39 Uhr
von Kruzifix:
Ein muslimischer Schüler bekommt per Gericht einen öffentlich finanzierten Gebetsraum zugesprochen, zugleich müssen die Kruzifixe abgehängt werden. So sieht Gleichheit vor Gericht aus...
04.11.2009 09:56 Uhr
von imation:
Als Ersatz für Kruzifixe gibt es ja muslimische Gebetsräume. Ist ja auch viel besser wenn die wahre Religon der Liebe und Toleranz gefördert wird.
04.11.2009 05:25 Uhr
von Reiner Moysich:
Endlich europäisches Kruzifix-Verbot an staatlichen Schulen!
Dass viele so genannte "Christen" über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte verärgert sind, finde ich zum Teil verwunderlich, zum Teil verständlich.
Die Reaktion ist für mich verwunderlich, da die Europäische Menschenrechtskommission - wie aber auch das Grundgesetz! - schon seit Jahrzehnten die Religions- bzw. (besser und richtiger) Weltanschauungsfreiheit in eine "positive" und "negative" Freiheit unterteilt. Die "positive" Freiheit bedeutet, dass jeder seinen religiösen oder nichtreligiösen Glauben frei ausüben kann; die "negative" besagt, dass dabei jedoch natürlich (wie bei jeder Art von Freiheit) die Freiheit des Einen dort aufzuhören hat, wo die Freiheit des Anderen anfängt. Dies heißt nun hier, dass jeder europäische Staat sehr genau darauf achten muss, dass er keine Weltanschauung bevorzugt oder benachteiligt. Diese eminent wichtige unparteiische Weltanschauungsneutralität wird natürlich massiv verletzt, wenn in staatlichen(!) Schulen Kruzifixe oder christliche Kreuze in den Räumen angebracht werden - nicht jedoch ebenso alle Symbole der anderen ca. 4000 religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen. Da Letzteres aber praktisch nicht möglich ist, bleibt als einzige faire Lösung, dass dann keinerlei Weltanschauungssymbol die Räume dominiert.
Der Ärger so genannter "Christen" ist nur dann verständlich, wenn sie gemäß des seltsamerweise noch immer bestehenden kriegerischen christlichen Absolutheitsanspruchs (die einzige richtige, wahre Religion zu haben und als solche anerkannt zu werden) sich einbilden, sie müssten auf jeden Fall bevorzugt werden - auch wenn diese abstoßende arrogante Einstellung massiv grundgesetz- und menschenrechtswidrig ist. Sie denken dabei äußerst egoistisch und handeln genau entgegengesetzt zur christlichen Nächstenliebe; denn laut Bibelwort Lev. 19,18 wird unter Nächstenliebe verstanden: "Liebe deinen Nächsten; denn was dir unlieb ist, tue ihm nicht!".
Da es sicher Christen sogar sehr "unlieb" wäre, wenn z.B. statt Kreuzen Buddha-Statuen in allen Klassenzimmern ständen, werden sich wahre Christen bestimmt über dieses bahnbrechende und äußerst gerechte Urteil freuen.
Weil die christliche Nächstenliebe unverzichtbar zum Christsein dazugehört, müssten folglich alle so genannte "Christen" (einschließlich Papst!) entweder umdenken hin zu wirklicher Mitmenschlichkeit - oder aber darauf verzichten, sich Christ zu nennen!
04.11.2009 02:31 Uhr
von vic:
Raus mit dem Kreuz. Völlig richtig so. Wer´s unbedingt braucht kann es sich ja um den Hals hängen. Menschenrechtswidrig finde ich jedoch zu hoch gehängt, aber grundgesetzwidrig im Sinne Artikel 3 GG/Abs.3, ist die bisherige Praxis definitiv.
03.11.2009 23:27 Uhr
von ast61:
Und wo ist Europa mittlerweile gelandet, dass es sich mit so einem Pipifax abgeben muss?
Lissabon lässt grüssen. Viel Spass.
03.11.2009 21:42 Uhr
von W-D. Lassotta:
Was für eine Absurdität. Soeben wurde mit Herrn Klaus noch die Umgehung der Rechte ausgehandelt und schon verschreibt man sich wieder dem Kampf für die Wahrung dieser. Dabei geht von den in Klassenzimmern hängenden Kreuzen sicherlich weniger Ungerechtigkeit und Gewalt aus, als von den Beneš-Dekreten...
Manche Meldungen kann man tatsächlich nur noch unter dem Stichwort "Realsatire" verbuchen...
03.11.2009 19:47 Uhr
von Gott:
Herrlich :-D
Das christliche Kreuz in staatlichen Schulen als Symbol für die Trennung von Kirche und Staat zu verkaufen, grandiose Argumentation.
03.11.2009 19:34 Uhr
von EGMR, immer für eine positive Überraschung gut:
Es ist schlimm genug, dass ein Bundesstaat das Bundesverfassungsgericht ignoriert. Aber Bayern ist das kleinere Problem. Interessanter ist die Frage, ob Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes endlich gestrichen wird.
03.11.2009 18:36 Uhr
von Dori:
Was ist eigentlich mit dem Halbmond auf der türkischen Flagge, ist doch die BRD ein wertneutraler Staat, müsste sie nicht die offene Zuschaustellung von islamischen Symbolen in der Öffentlichkeit verbieten? Es wird Zeit, daß ein derartiges Urteil des Europäischen Völkergerichtshof gesprochen wird. Buaaah, was für ein lächerlicher Kontinent !
03.11.2009 18:27 Uhr
von Holger:
Ich bin froh und dankbar über dieses Urteil. Gerade die Linke, die früher einmal gegen Religion und Klerus gekämpft hat, ist ja seit einigen Jahren eher auf der Seite der Neoklerikalen und hat Verständnis für Forderungen nach Zensur (siehe Mohammed-Karikaturen). Nicht-Religiöse sind schlecht organisiert, sie haben keine Lobby, deshalb sind Gerichte so wichtig.
Leserkommentare
06.11.2009 11:58 Uhr
von ole:
Leute... der Junge in Berlin hat KEINEN eigenen Gebetsraum bekommen!!! Schon gar keinen öffentlich finanzierten. Es muß ihm lediglich gestattet sein, sein(e) Gebet(e) in einem Raum durchzuführen. Das könnte übrigens auch jeder Christ, wenn erwünscht. Natürlich darf er auch nicht mitten im Unterricht aufstehen und in den Raum abdampfen. Das Domizil ist weder mit Spezial-Teppich ausgestattet, noch ist das Sperrgebiet für Ungläubige und auch Frauen dürfen diesen Raum betreten, wann immer sie wollen, mit oder ohne Schlappen, mit oder ohne Kopftuch, mit oder ohne Kaugummi. Dieser Raum wurde auch nicht aus Steuermitteln grün angemalt und es wurde auch keine Predigerplattform eingebaut. Der Raum gehört also nicht den Muslimen der Schule, wie fälschlich hier verbreitet wird, er gehört der Schule. Und wenn der Raum mal gebraucht wird, kann man den Schüler jederzeit einen anderen Ort zuweisen.
Das hier behandelte Urteil sagt nicht, daß die Schüler nicht mehr mit dem Cruci Fixus um den Hals rumlaufen dürfen. Es geht nur um das Kreuz an der Wand.
Ob man das nun sinnvoll findet oder nicht... sei mal dahingestellt.
06.11.2009 07:17 Uhr
von Semilocon:
Wer glaubt, dass die Bibel als ethisch vertretbares Wort Gottes hingedreht werden kann, sollte sie mal lesen. Jesaja: "Wie diese Menschen ihre eigenen Wege wählen und an ihren Gottesbildern Gefallen haben, so wähle ich für sie die Strafe aus und bringe über sie Schrecken. (...) Ja, Mit Feuer und Schwert hält der Herr Gericcht über alle Sterblichen und viele sind es, die der Herr erschlägt"
Christen sind also, von ihrem ethischen Leitfaden her, egozentrisch, arrogant und inhuman-archaisch. Jeder heutige Mensch hat zumindest ein Minimum mehr Moral als dieser Gott, der willkürlich Menschen umbringt. Nächstenliebe? Fehlanzeige! Auch Jesus droht bevorzugt mit der Hölle. Soll das ein Argument sein? Wie man zu so etwas dankbar und gläubig sein kann, ist mir unverständlich.
05.11.2009 14:02 Uhr
von karin bryant:
Wenn religioese Symbole wie z.B.das Kreuz aus Klassenzimmern verbannt werden soll dann duerfen Kopftuecher und Kippas auch dort nicht auftauchen.Gebete in der Schule muessen dann auch verboten werden. Es geht nicht an dass ein Symbol verboten wird und andere erlaubt sind.
05.11.2009 07:41 Uhr
von vic:
Das wird wohl jeder anders interpretieren.
Ich wurde getauft, da ich für Widerstand vermutlich zu klein war...
Mit 16 bin ich ausgetreten. Atheist sein bedeutet für mich selbstverständlich die Abkehr von jeder Religion.
04.11.2009 15:43 Uhr
von Armist:
Ich frage mich warum immer mit "Atheismus" ins Feld gezogen wird. Atheismus ist nichts weiter als nicht an einen Gott zu glauben, dass sagt über die zugehörigkeit von Religion teils wenig aus. Buddisten sind auch Atheisten, da sie keine Gottheiten verehren.
Als Mensch der religionsfrei lebt und dies auch zu 100% vertritt, begrüsse ich dieses Urteil. Ich kann nicht auf der einen Seite mit Terrorgefahr und angeblichen negativimage ein Kopftuchverbot verhängen mich aber gleichzeitig an das Kreuz klammern. Das passt nicht in meinen Augen.
Religion hat in der Bildung und in der Politik nichts zu suchen.
04.11.2009 14:34 Uhr
von Müller:
Sicher ist es nicht einfach, gegenüber Religon tolerant zu sein - aber es ist die einzige Möglichkeit, Menschen die Ausübung ihrer Religion zu ermöglichen. Wer keine Religion hat, braucht auch keine Religionsfreiheit - aber er sollte sie denen zugestehen, die eine Religion haben. Ein Urteil, das Menschen den Gebrauch religiöser Symbole ihrer Religion verbietet, verletzt das Recht der freien Religionsausübung. Und ein Staat ist nicht neutral - er ist weltanschaulich geprägt und hat das Recht, seine Weltanschauung zu präsentieren. Und warum sollte es nicht möglich sein, dass unter einem Kruzifix ein Mädchen mit Kopftuch sitzt? Beide Religionen gibt's - warum sollte man sie ausblenden? Ein Beispiel für ein friedliches Miteinander ist wirkungsvoller.
Übrigens scheinen die Richter des europäischen Gerichtshofes unter Religionsfreiheit eine religionsfreie Zone zu verstehen, statt die Freiheit der Religionsausübung. Hier sollten sie vielleicht einmal ins 16. und 17. Jahrhundert zurückblicken, als man lernte, mit anderen religiösen Überzeugungen zusammen zu leben. Haben wir das wieder verlernt?
04.11.2009 14:20 Uhr
von moslaemm.wordpress.com:
Ey Janet Kruzificks, woher hassu Märschen von de Gebetsraum? Hassu nisch richtisch gelesen de Urteil von de Wedding Gericht?
Steht nur drin, dass Beten is erlaubt in Schule un nisch dass Moslem kriegt eigene Gebetsraum. Sagst du mal Bescheid deine Stefan, Alta. Sonst er baut noch Gebetsraum in PI-Zentrale.
Habsch schon 3 doische Frauen, weissu. Machsch viele Kopftuchmädschen und Spuckjungen, isch schwör.
04.11.2009 13:08 Uhr
von ohno:
Ach Dori, Du kennst eine öffentliche Schule in D, in der "islamische Symbole" aufgehängt werden? Sehr interessant. Andere Unterschiede zu Deinem Beispiel und dem im Urteil verhandelten werde ich Dir lieber nicht erklären.
04.11.2009 13:00 Uhr
von teufelsschnecke:
Ein sehr gutes und weises Urteil. Das Kreuz ist ein Symbol einer Ideologie die keinesfalls frei war von Folter, Kreuzzügen, Krieg und der Eroberung.
Es ist allerdings zu befürchten daß derzeit in Europa grassierende "Mitte/Rechts"-Regierungen das Urteil ignorieren oder versuchen es mit juristischen Spitzfindigkeiten zu umgehen.
Übrigens ist Religion Opium für das Volk. Und wer will schon ein Junkie sein.....
04.11.2009 12:03 Uhr
von Janet:
Kruzifixe werden verboten, Gebetsräume erlaubt...seltsame Logik!
04.11.2009 11:21 Uhr
von Hannes der Säufer:
Gut so! Religion darf keinem aufgezwungen werden!
Nun müssen nur noch so Dinge wie der Quasi-Zwang zum Sankt Martinszug in Kindergärten und Schulen angegangen werden. Und es muss das Kopftuchverbot folgen.
Genauso muss das Kirchengebimmel ebenso wie Muezzingeschrei aufhören. Dann haben wir endlich Ruhe vor diesen ganzen Missionierern.
Ich verstehe nicht, warum eine Welt die bei Dingen wie der String-Theorie und Raumfahrt angekommen ist immernoch mit Religionen zu kämpfen hat.
Naja das Volk lässt sich wohl zu gerne blenden. :-/
04.11.2009 11:14 Uhr
von Säkularisation123:
Ein längst überfälliges Urteil. Dass sich die Bayern daran anpassen werden, ist aber zumindestens in naher Zukunft sehr unwarscheinlich. Man ist ja ein "Freistaat"...
04.11.2009 10:54 Uhr
von Gockeline:
Wenn Kreuze als religiöses Symbol verboten sind,
dann müßen Kopftücher als religiöses Symbol auch verschwinden.
Fische als Jesussymbol muß verschwinden.
Judensternanhänger in Schulen verboten.
Was gibt es sonst noch an Symbolen von Religionen?
Ist das nicht eine Überreaktion von Gerichten?
Oder muß man unterscheiden ob es zur Kultur gehört?
04.11.2009 10:39 Uhr
von Kruzifix:
Ein muslimischer Schüler bekommt per Gericht einen öffentlich finanzierten Gebetsraum zugesprochen, zugleich müssen die Kruzifixe abgehängt werden. So sieht Gleichheit vor Gericht aus...
04.11.2009 09:56 Uhr
von imation:
Als Ersatz für Kruzifixe gibt es ja muslimische Gebetsräume.
Ist ja auch viel besser wenn die wahre Religon der Liebe und Toleranz gefördert wird.
04.11.2009 05:25 Uhr
von Reiner Moysich:
Endlich europäisches Kruzifix-Verbot an staatlichen Schulen!
Dass viele so genannte "Christen" über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte verärgert sind, finde ich zum Teil verwunderlich, zum Teil verständlich.
Die Reaktion ist für mich verwunderlich, da die Europäische Menschenrechtskommission - wie aber auch das Grundgesetz! - schon seit Jahrzehnten die Religions- bzw. (besser und richtiger) Weltanschauungsfreiheit in eine "positive" und "negative" Freiheit unterteilt.
Die "positive" Freiheit bedeutet, dass jeder seinen religiösen oder nichtreligiösen Glauben frei ausüben kann; die "negative" besagt, dass dabei jedoch natürlich (wie bei jeder Art von Freiheit) die Freiheit des Einen dort aufzuhören hat, wo die Freiheit des Anderen anfängt. Dies heißt nun hier, dass jeder europäische Staat sehr genau darauf achten muss, dass er keine Weltanschauung bevorzugt oder benachteiligt. Diese eminent wichtige unparteiische Weltanschauungsneutralität wird natürlich massiv verletzt, wenn in staatlichen(!) Schulen Kruzifixe oder christliche Kreuze in den Räumen angebracht werden - nicht jedoch ebenso alle Symbole der anderen ca. 4000 religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen. Da Letzteres aber praktisch nicht möglich ist, bleibt als einzige faire Lösung, dass dann keinerlei Weltanschauungssymbol die Räume dominiert.
Der Ärger so genannter "Christen" ist nur dann verständlich, wenn sie gemäß des seltsamerweise noch immer bestehenden kriegerischen christlichen Absolutheitsanspruchs (die einzige richtige, wahre Religion zu haben und als solche anerkannt zu werden) sich einbilden, sie müssten auf jeden Fall bevorzugt werden - auch wenn diese abstoßende arrogante Einstellung massiv grundgesetz- und menschenrechtswidrig ist. Sie denken dabei äußerst egoistisch und handeln genau entgegengesetzt zur christlichen Nächstenliebe; denn laut Bibelwort Lev. 19,18 wird unter Nächstenliebe verstanden: "Liebe deinen Nächsten; denn was dir unlieb ist, tue ihm nicht!".
Da es sicher Christen sogar sehr "unlieb" wäre, wenn z.B. statt Kreuzen Buddha-Statuen in allen Klassenzimmern ständen, werden sich wahre Christen bestimmt über dieses bahnbrechende und äußerst gerechte Urteil freuen.
Weil die christliche Nächstenliebe unverzichtbar zum Christsein dazugehört, müssten folglich alle so genannte "Christen" (einschließlich Papst!) entweder umdenken hin zu wirklicher Mitmenschlichkeit - oder aber darauf verzichten, sich Christ zu nennen!
04.11.2009 02:31 Uhr
von vic:
Raus mit dem Kreuz. Völlig richtig so. Wer´s unbedingt braucht kann es sich ja um den Hals hängen.
Menschenrechtswidrig finde ich jedoch zu hoch gehängt, aber grundgesetzwidrig im Sinne Artikel 3 GG/Abs.3, ist die bisherige Praxis definitiv.
03.11.2009 23:27 Uhr
von ast61:
Und wo ist Europa mittlerweile gelandet, dass es sich mit so einem Pipifax abgeben muss?
Lissabon lässt grüssen. Viel Spass.
03.11.2009 21:42 Uhr
von W-D. Lassotta:
Was für eine Absurdität. Soeben wurde mit Herrn Klaus noch die Umgehung der Rechte ausgehandelt und schon verschreibt man sich wieder dem Kampf für die Wahrung dieser. Dabei geht von den in Klassenzimmern hängenden Kreuzen sicherlich weniger Ungerechtigkeit und Gewalt aus, als von den Beneš-Dekreten...
Manche Meldungen kann man tatsächlich nur noch unter dem Stichwort "Realsatire" verbuchen...
03.11.2009 19:47 Uhr
von Gott:
Herrlich :-D
Das christliche Kreuz in staatlichen Schulen als Symbol für die Trennung von Kirche und Staat zu verkaufen, grandiose Argumentation.
03.11.2009 19:34 Uhr
von EGMR, immer für eine positive Überraschung gut:
Es ist schlimm genug, dass ein Bundesstaat das Bundesverfassungsgericht ignoriert. Aber Bayern ist das kleinere Problem. Interessanter ist die Frage, ob Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes endlich gestrichen wird.
03.11.2009 18:36 Uhr
von Dori:
Was ist eigentlich mit dem Halbmond auf der türkischen Flagge, ist doch die BRD ein wertneutraler Staat, müsste sie nicht die offene Zuschaustellung von islamischen Symbolen in der Öffentlichkeit verbieten? Es wird Zeit, daß ein derartiges Urteil des Europäischen Völkergerichtshof gesprochen wird. Buaaah, was für ein lächerlicher Kontinent !
03.11.2009 18:27 Uhr
von Holger:
Ich bin froh und dankbar über dieses Urteil. Gerade die Linke, die früher einmal gegen Religion und Klerus gekämpft hat, ist ja seit einigen Jahren eher auf der Seite der Neoklerikalen und hat Verständnis für Forderungen nach Zensur (siehe Mohammed-Karikaturen). Nicht-Religiöse sind schlecht organisiert, sie haben keine Lobby, deshalb sind Gerichte so wichtig.