• 16.03.2010

Unternehmen mit Quote

Frauen zahlen sich aus

Die Telekom verordnet sich die Quote, Norwegen hat sie schon. Die Effekte sind stets positiv. Und was macht Deutschland? Zumindest ist das Thema Quote nicht mehr anrüchig.von Heide Oestreich

  • 17.03.2010 01:30 Uhr

    von Torsten Steinberg:

    Frauen in leitenden Positionen sind unterrepräsentiert. Ändern wir das!

    Leider sind die Rollenverständnisse von Mann und Frau in der Berufswelt auch heute noch so einzementiert, dass nicht nur viele Männer den Frauen keine ausreichenden Führungsqualitäten zutrauen, sondern dass oft die Frauen selbst vor der Übernahme von Führungsaufgaben zurückschrecken. Es gehört schon ein bißchen Kreativität und eine gehörige Portion guten Willens von beiden Seiten dazu, daran etwas zu ändern. Sich auf die Position zurückzuziehen, dass unabhängig vom Geschlecht der Bessere sich durchsetzen wird, genügt jedenfalls nicht. Andererseits halte ich es für phantasielos, ohne Rücksicht auf die Gegebenheiten der jeweiligen Unternehmen eine feste Frauenquote vorzuschreiben. Denn was sollte es schon bedeuten, wenn den Frauen weniger als 50% der Führungsposten gegönnt würden? Sind Frauen vielleicht doch nur halb so gut wie Männer, wenn ihnen 1/3 der Posten zugeschanzt wird, während 2/3 der Posten Männer unter sich ausmachen?

    Interessant erscheint mir auch, dass in dem Bericht von Frauen in Aufsichträten die Rede ist. Trägt das der verbreiteten Vorstellung Rechnung, dass Frauen wohl recht gut kontrollieren können, aber von Führen reden wir besser nicht?

    Die Grafiken betreffend wüßte auch ich gerne, welche Aussagekraft ihnen tatsächlich zukommt, das heißt, inwieweit sie als repräsentativ gelten können, wenn doch beklagt wird, dass Frauen nur in Ausnahmefällen Positionen in Führungsetagen und Aufsichtsräten bekleiden. Worauf überhaupt, auf welche Geschäftsebene bezieht sich hier der Begriff "Frauenquote"?

    Übrigens, Bettina Würth, die in der gedruckten Ausgabe der taz abgebildet ist, steht der Würth-Gruppe vor, die keine Aktiengesellschaft und somit auch im DAX nicht vertreten ist. Bei Simone Bagel-Trah von der Henkel AG handelt es sich um die Urenkelin des Firmengründers, und man wird davon ausgehen dürfen, dass sie ihre Rolle als Aufsichtsratsvorsitzende in nicht unerheblichen Maße der Zugehörigkeit zu dieser Familie verdankt. Das ändert natürlich nichts daran, dass sie klug und durchsetzungsfähig ist und man wohl kaum jemanden hätte finden können, der in dieser Rolle besser seine Frau steht.

  • 16.03.2010 21:16 Uhr

    von Kritzmix:

    Ja, unsere Heide mal wieder. Einfach mehr Frauen in die Chefetage, schon geht´s dem Land besser, so einfach ist das. Die Qualität dieser Milchmädchenrechnung liegt ungefähr auf dem Level der Meldung die erst kürzlich durch die Redaktionen ging, nachdem man Frauen einfach nur 30% mehr Lohn zahlen müßte, dann würde die Wirtschaft brummen. So einfach lassen sich Feminismus und Wirtschaftswachstum in Einklang bringen. Dumm nur, daß diese Theorie im Praxistest kläglich versagt.

  • 16.03.2010 16:11 Uhr

    von dermitdendiagrammentanzt:

    Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem "Women’s Forum for the Economy & Society" hat McKinsey in drei Studien den Zusammenhang zwischen Gender Diversity und Unternehmenserfolg untersucht.

    Kann bei McKinsey nachgelesen werden. Hält die Taz-Redaktion ihre Leser für derart leicht manipulierbar ? Ein paar Excel-Diagramme ersetzen keine Argumente.

    Etwas weniger verbohrte, altbackene feministische "Frauen sind die besseren Menschen" - Parolen, etwas mehr an Argumenten, das wär mal was. 1970 war einmal, ihr kleinbürgerlichen Feministen !

  • 16.03.2010 10:36 Uhr

    von Quotenheini:

    Mhh, ich dachte immer, bei der Besetzung einer Stelle sei in erster Linie die Qualifikation (plus Erfahrung) entscheidend. Man sollte den Fortschritt jedoch nicht unterschätzen. Wahrscheinlich ist der Standpunkt, dass Fähigkeiten entscheidend sind, einfach total altmodisch.

    Ich werde mich bemühen, mein altmodisches Denken dem neuen, fortschrittlichen Zeitgeist anzupassen. Vielleicht kann man zukünftig auch eine Quote für sexuelle Minderheiten und Menschen mit Migrationshintergrund einführen?


  • 16.03.2010 10:12 Uhr

    von steffen:

    Höhere Rendite durch höheren Frauenanteil !?
    Heißt das jetzt Frauen sind noch gnadenloser auf Rendite getrimmt ?

    MfG

  • 16.03.2010 00:36 Uhr

    von patchamama:

    Es ist vollkommen richtig, es geht nur mit Quote, freiwillige Verpflichungen haben noch in keinem Bereich funktioniert (Bsp. Pharma-Industrie und Preisregulierung für Medikamente). Allerdings stört mich bei der Umfrage zur Quote die 3. Frage, denn dadurch wird die prozentuale Zustimmung, bzw. Ablehnung verfälscht. Ich bis selbstverständlich auch dafür, daß auf alle Frauen geschaut wird, da es hier aber um die Führungspositonen geht, kann meine Zustimmung nur pro Quote heißen.

  • 15.03.2010 22:49 Uhr

    von Horst:

    Macht ruhig eure Frauenquote. In einigen Jahren werden die entrechteten Männer auf die Barrikaden gehen.

  • 15.03.2010 20:00 Uhr

    von Florida Rolf:

    jau ist voll positiv frauenquote und so.

    ich bestell so viel wie geht online per Internet. Find die geringschätzingen blicke der neuen Leistungsträger unerträglich nur weil ich kein anZug anhab oder so.
    Ja ja frauenquote is ein anderes Wort für Lohndrücken ne.
    Aber kämpfen könn se ja was, die frauen, aber in ertragen von allem was chef sagt sind sie weltmeister und ist auch nur eine möglichkeit endlich mehr leistung aus den jungs zu kitzeln.
    ja ja, wir sind scho so unterdrücker und bald muss ma auch noch die triebe unterdücken wa.
    wer unter von weniger verdient der ist raus...

    na dann, viel spaß noch mit der neuen freiheit

  • 15.03.2010 19:07 Uhr

    von HamburgerX:

    Was soll denn die obige Grafik beweisen? Schon mal etwas von Scheinkorrelationen gehört?

    Sowieso wäre erst wirklich treffend eine Korrelation Frauenanteil Vorstand - Gewinnentwicklung im Vergleich zum Branchenschnitt. (Aber die wird es vermutlich gar nicht geben, daher wird auch nichts publiziert in diese Richtung.)

    Alles andere ergibt auf jeden Fall schon vom Ansatz her wenig Sinn.

    Eine Quote fängt dann an, anrüchig zu werden, wenn sie staatlich verordnet wird. Solange das Unternehmen freiwillig tun, ist das deren Sache - obwohl auch dann oft das Kaufen eines Imagegewinns im Vordergrund stehen dürfte.

  • 15.03.2010 18:48 Uhr

    von Ein Fragender:

    Ich frage mich nur immer: Wenn Frauen solch seit Jahrtausenden verkannte Genies sind, warum gründen sie dann nicht Unternehmen wie Facebook, Yahoo, Youtube oder Microsoft etc.?

    Die Gründer dieser Unternehmen hatten - nebenbei bemerkt - alle noch keine Kinder.

    Die zitierte McKinsey-Studie konnte übrigens keinen Zusammenhang zwischen Frauenanteil in der Führung und Rendite - wissenschaftlich - belegen.

    Aber der Telekom-Vorstoß ist zu begrüßen. Glaubt man der Studie, ist fortan ja mit Rendite-Zuwächsen in zweistelliger Höhe zu rechnen.

    Mal sehen...



  • 15.03.2010 18:02 Uhr

    von denninger:

    Seid Ihr sicher dass es sich um die Aufsichtsräte und nicht um die Vorstände handelt?
    Letzteres ergäbe Sinn.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder