Zum Auftakt des einwöchigen Bildungsstreiks besetzen und blockieren Studierende ihre Institute. Am ersten Tag beteiligen sich rund 2.000 Studierende.von Svenja Bergt Und Ulrike Dimitz
Module sind keinesfalls Ersatz für selbst eigenverantwortlich und individuell interessengeleitet erarbeitetes, später situativ vernetztes und derart auch geprüftes Wissen in Diplomprüfungen. Hausarbeiten sind zur Einübung wissenschaftlicher Methoden ergänzend geeignet, allerdings kommt die Vermittlung und Anwendung der Methoden in Ba-Ma-Modulen ebenfalls unwissenschaftlich zu kurz, solide wissenschaftliche Recherche wird aus Zeitgründen oft unterlassen, das Niveau ist erheblich gesunken. Das merkt man auch schon äußerlich den leider zwangsweise modulhaft manipulierten Studenten an, Intellektuellen begegnet man auf dem Campus kaum mehr, das sah eben vor zehn Jahren noch anders aus, erst Recht vor 30 und muss sich wieder ändern.
Bildungspolitikern und unreflektiert schweigenden Wissenschaftlern empfehle ich einfach mal, versuchen zu denken: Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.
16.06.2009 13:32 Uhr
von katharina:
"Der größe Missstand ist, das für die gleichen Inhalte, die vermittelt werden müssen, viel weniger Zeit ist", kritisiert ein Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fachbereichs Architektur, der die Studenten in ihren Forderungen unterstützt.
Ich glaube, da hat jemand das System nicht verstanden. Und weil SOLCHE Leute beauftragt waren, die Studienpläne zu erstellen und die Umstellung zu vollziehen, sitzen wir jetzt in der Scheiße. Der Inhalt eines gesamten Magister-Studiums soll NICHT Inhalt eines BA-Studiums sein. BA-Medienwissenschaftler sollten nicht das gleiche Pensum lernen, wie Diplomer. Am besten wäre gewesen, die Grundstudiumssachen in den BA, die vom Hauptstudium in den Master zu packen. Aber nein...
16.06.2009 11:18 Uhr
von schon traurig:
War mir absolut klar, dass dieser Bildungsstreik keine Dynamik hervorbringen würde. Der Bolognaprozess ist viel zu abstrakt, als dass ein durchschnittlicher Student ihn gedanklich durchdringen könnte - zumindest wenn er sich nicht etwas intensiver damit beschäftigt. Diese Beschäftigung wird allerdings kaum jemand aufbringen, in Zeiten, in denen es äußerst unmodern geworden ist irgendein System - und sei es nur der Altglasautomat im Supermarkt - in Frage zu stellen. Die Studenten von heute tragen zwar Ché Guevara auf der Brust und vor drei Jahren hatten sie ihre Taschen und Jacken noch mit "Anarchy" und "Revolution"- Zeichen übersäht, aber das war nur Kommerz. Im Endeffekt ist die heutige Studentengeneration extrem konservativ, extrem unpolitisch, extrem enghorizontig und extrem desinteressiert an allem, das nicht ihrem eigenen Vorankommen dient. Wenn es jemals Untertanengeist gab, dann verkörpern ihn die heutigen Studenten.
16.06.2009 10:41 Uhr
von jan:
Märsche zur Gedächtniskirche und Institutsbesetzungen sind Irreführungen der sowieso schon spärlichen Demo-Energie.
Wieso zieht denn keiner zu den Kultusministerien und campiert so lange dort, bis die zentralen Forderungen erfüllt werden? Wieso wissen die deutschen Studenten nicht einmal, gegen WEN sie konkret demonstrieren?
Leserkommentare
16.06.2009 15:03 Uhr
von Sophie:
Module sind keinesfalls Ersatz für selbst eigenverantwortlich und individuell interessengeleitet erarbeitetes, später situativ vernetztes und derart auch geprüftes Wissen in Diplomprüfungen. Hausarbeiten sind zur Einübung wissenschaftlicher Methoden ergänzend geeignet, allerdings kommt die Vermittlung und Anwendung der Methoden in Ba-Ma-Modulen ebenfalls unwissenschaftlich zu kurz, solide wissenschaftliche Recherche wird aus Zeitgründen oft unterlassen, das Niveau ist erheblich gesunken. Das merkt man auch schon äußerlich den leider zwangsweise modulhaft manipulierten Studenten an, Intellektuellen begegnet man auf dem Campus kaum mehr, das sah eben vor zehn Jahren noch anders aus, erst Recht vor 30 und muss sich wieder ändern.
Bildungspolitikern und unreflektiert schweigenden Wissenschaftlern empfehle ich einfach mal, versuchen zu denken: Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.
16.06.2009 13:32 Uhr
von katharina:
"Der größe Missstand ist, das für die gleichen Inhalte, die vermittelt werden müssen, viel weniger Zeit ist", kritisiert ein Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fachbereichs Architektur, der die Studenten in ihren Forderungen unterstützt.
Ich glaube, da hat jemand das System nicht verstanden. Und weil SOLCHE Leute beauftragt waren, die Studienpläne zu erstellen und die Umstellung zu vollziehen, sitzen wir jetzt in der Scheiße. Der Inhalt eines gesamten Magister-Studiums soll NICHT Inhalt eines BA-Studiums sein. BA-Medienwissenschaftler sollten nicht das gleiche Pensum lernen, wie Diplomer. Am besten wäre gewesen, die Grundstudiumssachen in den BA, die vom Hauptstudium in den Master zu packen. Aber nein...
16.06.2009 11:18 Uhr
von schon traurig:
War mir absolut klar, dass dieser Bildungsstreik keine Dynamik hervorbringen würde. Der Bolognaprozess ist viel zu abstrakt, als dass ein durchschnittlicher Student ihn gedanklich durchdringen könnte - zumindest wenn er sich nicht etwas intensiver damit beschäftigt.
Diese Beschäftigung wird allerdings kaum jemand aufbringen, in Zeiten, in denen es äußerst unmodern geworden ist irgendein System - und sei es nur der Altglasautomat im Supermarkt - in Frage zu stellen.
Die Studenten von heute tragen zwar Ché Guevara auf der Brust und vor drei Jahren hatten sie ihre Taschen und Jacken noch mit "Anarchy" und "Revolution"- Zeichen übersäht, aber das war nur Kommerz. Im Endeffekt ist die heutige Studentengeneration extrem konservativ, extrem unpolitisch, extrem enghorizontig und extrem desinteressiert an allem, das nicht ihrem eigenen Vorankommen dient.
Wenn es jemals Untertanengeist gab, dann verkörpern ihn die heutigen Studenten.
16.06.2009 10:41 Uhr
von jan:
Märsche zur Gedächtniskirche und Institutsbesetzungen sind Irreführungen der sowieso schon spärlichen Demo-Energie.
Wieso zieht denn keiner zu den Kultusministerien und campiert so lange dort, bis die zentralen Forderungen erfüllt werden?
Wieso wissen die deutschen Studenten nicht einmal, gegen WEN sie konkret demonstrieren?