Eisendüngung öffnet ganz andere Problemkreise: es gab bereits vor rund einem Jahrzehnt Bestrebungen kommerzieller Interessengruppen, ganze Meeresregionen zu privatisieren. Das Ziel ist zweierlei: zum einen soll durch die (schwer quantifizierbare) Erzeugung künstlicher CO2 Senken am Handel mit Emmissionsrechten verdient werden, zum anderen gab es den Gedanken, etwa die Wanderungsbewegungen von Thunfischen durch die Erzeugung neuer trophischer Regionen mit entsprechenden Nahrungsquellen zu beeinflussen. Im privatisierten Meeresraum gäbe es dann auch exklusive Fangrechte. Die lokale Inselbevölkerung (konkret ging es um die Marshall Islands) ginge leer aus. Hinzu kommt, daß Algenblüten in tropischen Inselregionen völlig andere Auswirkungen haben, als in polaren Hochseegebieten. Das könnte leicht der Todesstoß sein für ohnehin gestresste Korallenriffe. Das Hauptproblem aber scheint mir zu sein, daß es vor allem um die Erschliessung neuer fragwürdiger Finanzwerkzeuge geht, für die alles Reden über Quellen und Senken lediglich Alibifunktion hat. Und mit windigen Finanzwerkzeugen haben wir ja derzeit genug zu kämpfen.
13.03.2009 23:45 Uhr
von Christian:
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Natürlich kann Geoengineering prinzipiell in ein Desaster führen. Aber dazu forscht man ja. Wer kann denn etwas gegen zusätzliches Wissen haben? So geben die Gegner ja zu, dass sie eigentlich keine Ahnung haben und vor allem wollen sie auch, dass das so bleibt. Keine Position, die eines Enkels der Aufklärung würdig ist.
Wo außer in der Bibel steht denn, dass "natürlich" in allen Fällen gleich besser ist? Im Gegenteil, wir setzen dem Lebensraum Meer so zu, dass ein Ausbau der grundlegenden Ressource Plankton ja sogar eine Rettung für die gebeutelten Fischbestände sein könnte. Natürlich würde man das auch erreichen, indem man die Fischerei einstellte, aber die wenigsten dürften das für eine Forderung halten, die es auch nur Wert ist sie zu stellen.
13.03.2009 09:30 Uhr
von Karl:
Das ganze Experiment war Unfug!
Nicht von der Idee her, aber die Umsetzung war höchst mangelhaft. Genauer, die Probenahmemehtode war eigentlich nicht geeignet die tatsächlichen Gehalte an Spuren und das Fe (II/III) Gleichgewicht in-situ zu bestimmen.
Was herausgekommen ist spiegelt die tatsächlichen hydrochemischen Verhältnisse nit annähernd wieder.
Das ist der eigentliche Skandal!
Warum? Einfach, weil angesichts des erheblichen Wasservolumns nur Spurenkonzentrationen verändert worden sind bzw sein können. Wird nun eine Korrelation zwischen den Gehalten an Fe und der "Algendichte" hergestellt, muß diese "schwache Wechselwirkung" auch verifiziert werden. Das ist nicht geschehen.
Insgesamt von der Wirkung harmlos aber die Interpretation der Daten ist fragwürdig.
Leserkommentare
14.03.2009 17:05 Uhr
von Stefan Thiesen:
Eisendüngung öffnet ganz andere Problemkreise: es gab bereits vor rund einem Jahrzehnt Bestrebungen kommerzieller Interessengruppen, ganze Meeresregionen zu privatisieren. Das Ziel ist zweierlei: zum einen soll durch die (schwer quantifizierbare) Erzeugung künstlicher CO2 Senken am Handel mit Emmissionsrechten verdient werden, zum anderen gab es den Gedanken, etwa die Wanderungsbewegungen von Thunfischen durch die Erzeugung neuer trophischer Regionen mit entsprechenden Nahrungsquellen zu beeinflussen. Im privatisierten Meeresraum gäbe es dann auch exklusive Fangrechte. Die lokale Inselbevölkerung (konkret ging es um die Marshall Islands) ginge leer aus. Hinzu kommt, daß Algenblüten in tropischen Inselregionen völlig andere Auswirkungen haben, als in polaren Hochseegebieten. Das könnte leicht der Todesstoß sein für ohnehin gestresste Korallenriffe. Das Hauptproblem aber scheint mir zu sein, daß es vor allem um die Erschliessung neuer fragwürdiger Finanzwerkzeuge geht, für die alles Reden über Quellen und Senken lediglich Alibifunktion hat. Und mit windigen Finanzwerkzeugen haben wir ja derzeit genug zu kämpfen.
13.03.2009 23:45 Uhr
von Christian:
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Natürlich kann Geoengineering prinzipiell in ein Desaster führen. Aber dazu forscht man ja. Wer kann denn etwas gegen zusätzliches Wissen haben? So geben die Gegner ja zu, dass sie eigentlich keine Ahnung haben und vor allem wollen sie auch, dass das so bleibt. Keine Position, die eines Enkels der Aufklärung würdig ist.
Wo außer in der Bibel steht denn, dass "natürlich" in allen Fällen gleich besser ist? Im Gegenteil, wir setzen dem Lebensraum Meer so zu, dass ein Ausbau der grundlegenden Ressource Plankton ja sogar eine Rettung für die gebeutelten Fischbestände sein könnte. Natürlich würde man das auch erreichen, indem man die Fischerei einstellte, aber die wenigsten dürften das für eine Forderung halten, die es auch nur Wert ist sie zu stellen.
13.03.2009 09:30 Uhr
von Karl:
Das ganze Experiment war Unfug!
Nicht von der Idee her, aber die Umsetzung war höchst mangelhaft. Genauer, die Probenahmemehtode war eigentlich nicht geeignet die tatsächlichen Gehalte an Spuren und das Fe (II/III) Gleichgewicht in-situ zu bestimmen.
Was herausgekommen ist spiegelt die tatsächlichen hydrochemischen Verhältnisse nit annähernd wieder.
Das ist der eigentliche Skandal!
Warum? Einfach, weil angesichts des erheblichen Wasservolumns nur Spurenkonzentrationen verändert worden sind bzw sein können. Wird nun eine Korrelation zwischen den Gehalten an Fe und der "Algendichte" hergestellt, muß diese "schwache Wechselwirkung" auch verifiziert werden. Das ist nicht geschehen.
Insgesamt von der Wirkung harmlos aber die Interpretation der Daten ist fragwürdig.
Glück auf!
Karl