Klimaschutz habe weniger mit Verzicht als mit Wohlstand zu tun, meint der neue Umweltminister Röttgen. In Kopenhagen getroffene Entscheidungen müssten streng kontrolliert werden.von R. Bollmann, H. Gersmann & M. Kreutzfeldt
"...Es scheint Ihnen ein Anliegen zu sein, den Menschen die Lebensfreude zu nehmen..."
Klimaschutz durch Wohlstand statt durch Verzicht? Schade, dass die Abgabenlast die meisten "kleinen Leuten" schon heute zu Verzicht zwingt. Alles was Herr Röttgen sagt, nimmt mir die Lebensfreude.
10.12.2009 21:23 Uhr
von Andreas:
@taz: "Sie [Atomkraftwerke] lassen sich nicht herunterregeln, wenn beispielsweise die Windräder bei starkem Sturm viel Strom erzeugen." Welcher dieser 3 Interviewer hat die LÜGE erzählt! Ich fordere die TAZ auf dies endgültig Richtig zu stellen!
->"Technisch kann jedes Großkraftwerk in seiner Leistung geregelt werden. Auch ein Kernkraftwerk. In welchem Maße die ins Netz eingespeiste elektrische Leistung eines Kraftwerkes reguliert werden kann, bestimmt der sogenannte Laständerungsgradient. Er veranschaulicht, um wie viel Prozent die Kraftwerksleistung in einer bestimmten Zeiteinheit erhöht oder gedrosselt werden kann. Ein Kernkraftwerk beispielsweise kann in seiner Leistung pro Minute im Bereich von +/- 5 bis 10% gefahren werden. Auf das Kernkraftwerk Biblis A bezogen wären dies beispielsweise bis zu 120 Megawatt pro Minute. Diese Leistungsänderung erfolgt in einem technisch bestimmten Leistungsspektrum - nämlich zwischen der minimalen - und technisch sinnvollen - im Normalbetrieb fahrbaren Leistung und der (maximalen) Nennleistung des Kraftwerks. Für Kernkraftwerke ergibt sich so ein regelbarer Leistungsbereich von 45% bis 100% der Gesamtleistung. Dabei gilt: Je langsamer abgefahren wird, desto höher die mögliche Leistungsreduzierung in einer bestimmten Zeit. Übrigens: Kernkraftwerke können technisch sogar schneller als Kohle- oder Gas(GuD)kraftwerke gefahren werden."
10.12.2009 12:38 Uhr
von TAZ-Leser:
Ich muss mich gleich für meinen letzten Absatz meines Kommentar entschuldigen, wo ich Norbert Röttgen mit dem Ministerpräsident von NRW Rüttgers verwechselt habe. Jürgen Rüttgers plant die Gesetzesänderung, die e.on den Bau eines Kohlekraftwerks ermöglichen kann.
10.12.2009 12:32 Uhr
von TAZ-Leser:
"Es scheint [Klimaforschern] ein Anliegen zu sein, den Menschen die Lebensfreude zu nehmen"
Das scheint nur so. Tatsächlich ist es den Klimaforschern (ebenso wie Umweltaktivisten) aber ein Anliegen, eine Welt zu erhalten, die auch späteren Generationen noch Lebensfreude geben kann.
Rüttgers allerdings IST es ein Anliegen, die Profite seiner Klientel zu mehren, egal, wieviel andere dabei verlieren. Das zeigt auch sein aktueller Fehltritt in der Umweltpolitik, wo Klimaziele aus dem Gesetz gestrichen werden sollen, damit e.on das größte Kohlekraftwerk Europas bauen darf.
09.12.2009 21:29 Uhr
von Konsumverzicht:
Selbstverständlich ist es notwendig, dass wir unseren Lebensstandart senken. Dass so Ökokonservative wie Herr Röttgen das nicht einsehen wollen ist verständlich. Doch ein Paradigmenwechsel ist absolut überfällig, denn eine Überflussgesellschaft ist ökölogisch einfach nicht mehr tragbar.
Leserkommentare
11.12.2009 12:08 Uhr
von tazitus:
"...Es scheint Ihnen ein Anliegen zu sein, den Menschen die Lebensfreude zu nehmen..."
Klimaschutz durch Wohlstand statt durch Verzicht? Schade, dass die Abgabenlast die meisten "kleinen Leuten" schon heute zu Verzicht zwingt. Alles was Herr Röttgen sagt, nimmt mir die Lebensfreude.
10.12.2009 21:23 Uhr
von Andreas:
@taz:
"Sie [Atomkraftwerke] lassen sich nicht herunterregeln, wenn beispielsweise die Windräder bei starkem Sturm viel Strom erzeugen."
Welcher dieser 3 Interviewer hat die LÜGE erzählt!
Ich fordere die TAZ auf dies endgültig Richtig zu stellen!
->"Technisch kann jedes Großkraftwerk in seiner Leistung geregelt werden. Auch ein Kernkraftwerk.
In welchem Maße die ins Netz eingespeiste elektrische Leistung eines Kraftwerkes reguliert werden kann, bestimmt der sogenannte Laständerungsgradient. Er veranschaulicht, um wie viel Prozent die Kraftwerksleistung in einer bestimmten Zeiteinheit erhöht oder gedrosselt werden kann. Ein Kernkraftwerk beispielsweise kann in seiner Leistung pro Minute im Bereich von +/- 5 bis 10% gefahren werden. Auf das Kernkraftwerk Biblis A bezogen wären dies beispielsweise bis zu 120 Megawatt pro Minute.
Diese Leistungsänderung erfolgt in einem technisch bestimmten Leistungsspektrum - nämlich zwischen der minimalen - und technisch sinnvollen - im Normalbetrieb fahrbaren Leistung und der (maximalen) Nennleistung des Kraftwerks. Für Kernkraftwerke ergibt sich so ein regelbarer Leistungsbereich von 45% bis 100% der Gesamtleistung. Dabei gilt: Je langsamer abgefahren wird, desto höher die mögliche Leistungsreduzierung in einer bestimmten Zeit.
Übrigens: Kernkraftwerke können technisch sogar schneller als Kohle- oder Gas(GuD)kraftwerke gefahren werden."
10.12.2009 12:38 Uhr
von TAZ-Leser:
Ich muss mich gleich für meinen letzten Absatz meines Kommentar entschuldigen, wo ich Norbert Röttgen mit dem Ministerpräsident von NRW Rüttgers verwechselt habe. Jürgen Rüttgers plant die Gesetzesänderung, die e.on den Bau eines Kohlekraftwerks ermöglichen kann.
10.12.2009 12:32 Uhr
von TAZ-Leser:
"Es scheint [Klimaforschern] ein Anliegen zu sein, den Menschen die Lebensfreude zu nehmen"
Das scheint nur so. Tatsächlich ist es den Klimaforschern (ebenso wie Umweltaktivisten) aber ein Anliegen, eine Welt zu erhalten, die auch späteren Generationen noch Lebensfreude geben kann.
Rüttgers allerdings IST es ein Anliegen, die Profite seiner Klientel zu mehren, egal, wieviel andere dabei verlieren. Das zeigt auch sein aktueller Fehltritt in der Umweltpolitik, wo Klimaziele aus dem Gesetz gestrichen werden sollen, damit e.on das größte Kohlekraftwerk Europas bauen darf.
09.12.2009 21:29 Uhr
von Konsumverzicht:
Selbstverständlich ist es notwendig, dass wir unseren Lebensstandart senken. Dass so Ökokonservative wie Herr Röttgen das nicht einsehen wollen ist verständlich. Doch ein Paradigmenwechsel ist absolut überfällig, denn eine Überflussgesellschaft ist ökölogisch einfach nicht mehr tragbar.