Parteitag soll über die Verlängerung der Autobahn vom Dreieck Neukölln zum Treptower Park abstimmen. SPD hat den Bau bereits abgelehnt. CDU und FDP fordern ein Machtwort des Regierenden für den Ausbau. Auch die zuständige Senatorin hält daran festvon Sebastian Heiser

Leserkommentare
25.03.2010 21:28 Uhr
von kay:
Nachdem Herr Henkel sich bekanntlich lieber in Bayern als in Berlin aufhält, ist ihm offenbar auch die Lage des geplanten 16. BA der A100 nicht so vertraut. Denn diese Stummelautobahn mit dem modrigen Mief der 40er Jahre leitet keinen Verkehr AUS der Innenstadt oder um sie herum, sondern sie lenkt eine Menge Verkehr an einen innerstädtischen und kleinräumigen Knotenpunkt, der als Autobahnende so ungeeignet ist wie es sich sogar der Teppichhändler vorstellen können sollte.
In den Unterlagen des 16. BA heißt es, dass die volle Entlastungswirkung erst nach Fertigstellung des 17. BA zur Frankfurter Allee kommt. Der 17. BA aber ist, aus rechtlichen, finanziellen und planunstechnischen Gründen im 21. Jahrhundert ungefähr so realistisch wie eine Landung der Marsmännchen zu Ostern.
Der 16. BA allein schafft bestenfalls kurzfristig der Baulobby volle Auftragsbücher. Warum die FDP gemeinsam mit der CDU dennoch uneingeschränkt dafür ist -? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Mehr als die Hälfte der Berliner Haushalte haben kein Auto, der Autoverkehr nimmt laut Prognose 2025 langfristig ab, die Bedürfnisse nach Lärm- und Schadstoffredzierung nehmen zu - aber Herr Henkel, und seine CDU, die FDP und leider auch Frau Junge-Reyer können offenbar die Zeichen der Zeit ebensowenig entziffern wie die Planungsunterlagen der A100. Oder sind sie wirklich so naiv?
16.03.2010 10:25 Uhr
von dirk:
Beim Autobahnbau geht es also primär um die Arbeitsplätze, die beim Weiterbau entstehen. War das nicht auch die Absicht beim Autobahnbau unter Hitler?
Also ehrlich gesagt, kann man mit der Kohle sinnvollere und dauerhaftere Arbeitsplätze schaffen.
16.03.2010 00:52 Uhr
von Jobberin:
"Im Fall einer falschen Wahl drohe die "radikale Abwertung frisch sanierter und beliebter Altbaugebiete in Treptow, Friedrichshain und Pankow"."
Autobahnen gegen Yuppies, ich war eigentlich dagegen weil ich dachte es führe zur aufwertung im größerern maßstab (und natürlich die ökologischen belange)? Als Nahverkehrsnutzerin hab ich lieber Verkehrschaos als mich wegen Yuppies und Reichen spießern aus dem Stadtteil verdrängen zu lassen.
Eigentlich seht pikant das Zitat, sarkastisch könnte man es ja übersetzen in "oh nein, die ganzen MittelschichtlerInnen und reichen Bürgerkinder verziehen sich dann wieder, die ganze Verdrängung umsonst, und wieder nur Unterschicht und HartzIV, was für eine spätrömische Dekandenz"