Die Dokumentation "Das Spiel des Todes" auf dem Sender France 2 erklärt das Fernsehen zur Autorität unserer Zeit. Auf Befehl wird gefoltert.von Julia Herrnböck
Das Fernsehen hat allergrößten Einfluß auf den Durchschnittsbürger. Zwar wird sich der hier vertretene Teil der Leser als ebensolcher gerade nicht bezeichnen wollen, doch ich behaupte, daß es trotzdem so ist. In einer mehrere Monate andauernden fernsehfreien Zeit konnte ich bereits nach kurzer Zeit an der Sprechweise usw. erkennen, aus welcher Sendung der Betreffende seine Information bezog. Das Fernsehen hat auch sein eigenes Rollenverständnis völlig verändert: Während es früher bei Ereignissen dabei (!) und eben nur dabei war, beispielsweise sichtbar beim Fußball, wo einige wenige Kameras unten am Platz am Rand aufgestellt waren, ist das Fernsehen heute zentraler Macher; der Popanz, um den sich fast alles dreht. Mit seinem Rollenverständnis haben auch die Reporter, sorry, heute wollen sie ja Journalisten genannt sein, ebenso ihr Selbsverständnis geändert: Mit einer durch fast nichts gerechtfertigten Sicherheit glauben sie, daß sie quasi automatisch zur intellektuellen Oberschicht gehören und sozusagen den Nimbus einer gewissen Unfehlbarkeit innehaben. Ob das ein Grund dafür ist, daß sie deshalb die (katholische) Kirche so stark ablehnen, müßte mal untersucht werden. Aber eben jener Unfehlbarkeitsnimbus wird optisch/akustisch weitergetragen und sorgt beim Rezipienten für ein Gefühl sicherer Information. Die McDonaldisierung des Meinungsbildes ist allenthalben sichtbar.
19.03.2010 11:25 Uhr
von Ralph:
Hallo,
die Bildunterschrift ist leider irreführend. "Recht(s) das Schaltpult für die Stromstöße" ist in Wirklichkeit ein olles Tonmischpult von Yamaha. Viel mehr als 1,55 Volt wird man dem nicht entlocken können... Möglich aber, das darüber die Simulation der Schmerzensschreie abgewickelt wurde.
Leserkommentare
19.03.2010 12:18 Uhr
von Thomas Schöffel:
Das Fernsehen hat allergrößten Einfluß auf den Durchschnittsbürger. Zwar wird sich der hier vertretene Teil der Leser als ebensolcher gerade nicht bezeichnen wollen, doch ich behaupte, daß es trotzdem so ist. In einer mehrere Monate andauernden fernsehfreien Zeit konnte ich bereits nach kurzer Zeit an der Sprechweise usw. erkennen, aus welcher Sendung der Betreffende seine Information bezog. Das Fernsehen hat auch sein eigenes Rollenverständnis völlig verändert: Während es früher bei Ereignissen dabei (!) und eben nur dabei war, beispielsweise sichtbar beim Fußball, wo einige wenige Kameras unten am Platz am Rand aufgestellt waren, ist das Fernsehen heute zentraler Macher; der Popanz, um den sich fast alles dreht. Mit seinem Rollenverständnis haben auch die Reporter, sorry, heute wollen sie ja Journalisten genannt sein, ebenso ihr Selbsverständnis geändert: Mit einer durch fast nichts gerechtfertigten Sicherheit glauben sie, daß sie quasi automatisch zur intellektuellen Oberschicht gehören und sozusagen den Nimbus einer gewissen Unfehlbarkeit innehaben. Ob das ein Grund dafür ist, daß sie deshalb die (katholische) Kirche so stark ablehnen, müßte mal untersucht werden. Aber eben jener Unfehlbarkeitsnimbus wird optisch/akustisch weitergetragen und sorgt beim Rezipienten für ein Gefühl sicherer Information. Die McDonaldisierung des Meinungsbildes ist allenthalben sichtbar.
19.03.2010 11:25 Uhr
von Ralph:
Hallo,
die Bildunterschrift ist leider irreführend. "Recht(s) das Schaltpult für die Stromstöße" ist in Wirklichkeit ein olles Tonmischpult von Yamaha. Viel mehr als 1,55 Volt wird man dem nicht entlocken können...
Möglich aber, das darüber die Simulation der Schmerzensschreie abgewickelt wurde.