• 15.07.2010

US-Zeitung mit drastischer Regelung

Fürs Kommentieren bezahlen

Wer bei der amerikanischen Lokalzeitung "The Sun Chronicle" seine Meinung loswerden will, muss künftig einen Dollar bezahlen. Eigentliches Ziel: Die Personaldaten der Leser.von Ben Schwan

  • 20.07.2010 10:33 Uhr

    von askmewhy:

    Allein die Tatsache das hier im Moment auch Kommentare zu lesen sind die nicht so ganz dem Sinn der Redaktion entsprechen dürften zeigt doch, das die Freischaltung dieser Kommentare möglich ist. Hier waren schon ganz andere Sachen zu lesen die auch freigeschaltet wurden.
    Deswegen kann man der taz nicht unbedingt Unfähigkeit zur Kritik vorwerfen. Das mit der Freischaltungsdauer kann Personale/technische Gründe haben. Da gibts andere Blätter (z.B.:aus dem größten Verlagshaus des Universums. Auch aus Berlin. Vier Buchstaben links oben) die sind etwas anders aufgesetzt.

    In dem Sinne

    Frohes kommentieren!!! ;-)




  • 19.07.2010 07:41 Uhr

    von anti-propaganda:

    wäre das nicht 'ne überlegenswerte option für EUCH, so angesichts der situation auf taz.de?
    (also das mit dem kommentieren-bezahlen, nicht das daten-sammeln)

    evtl. bliebe dann ja der rechte schmock draußen, der sich hier regelmäßig aufzugeilen versucht, um dann rumbrüllen zu können...
    und als online-user bräuchte man nicht mehr bei empfindlichen themen mehrheitlich kommentare von national-zeitungs-abonnenten lesen, was aus deren perspektive an der taz(+leserschaft) denn so alles 'typisch' und 'unverbesserlich' sei.
    (z.b. polizeiübergriffe zu kritisieren oder beiträge von ausländer-türken zu veröffentlichen, das geht natürlich gar nicht)

  • 16.07.2010 21:59 Uhr

    von Dr. Harald Wenk:

    Ein großer Medienkonzern zu dem die LA Times und die Chigaco Tribune gehörte, war schon insolvent in den USA. Es gibt sie zwar wieder, aber die Krise sitzt tief.
    Kleine Informationsfrage: Liegt es auch, die Zusammnestellung deutet mit dem Zaunpfahl darauf hin, am Personal- oder Geldmangel?
    Ansonsten verstehe ich den quasi freiwilligen Verzicht oder seine etwas stiefmüttterliche Behandlung
    auf besserer Möglichkeiten kritischer Öffentlichkeit mit der Kommentarfunktion nun ganz und gar nicht.
    Die Huffington Post, ein reiner Blog, soll wegen des Propagandaeffektes viele Millionen wert sein, obwohl offiziell kein Dollar fliesst. Die BRD ist der größte europäische Markt.

  • 16.07.2010 21:47 Uhr

    von wauz:

    Die Freischaltung von Kommentaren ist hier nicht weniger willkürlich, wie bei focus-online. "Unangemessen" ist, was nicht der Linie entspricht. Das ist insofern nichts besonderes, als dass man solches selektives Veröffentlichen vom klassischen Leserbrief ja kennt, aber im Gegensatz zum Print ist im Internet "Platz" kein Argument. Wenn die TAZ nicht Mainstream werden will, muss sie ihr Profil deutlich schärfen. Wenn sie aber Mainstream werden will - liebe Genossen, habt dann den Mut, den Laden zuzuklappen!

  • 16.07.2010 13:43 Uhr

    von Schaps:

    Tja und ein Kommentar von mir über den Unsinn zwar "Studierende" zu schreiben aber immernoch von "Schülern" zu reden, wurde nicht veröffentlicht.
    Ansonsten halte ich vom Kommentarfreischalten absolut nichts. Vielmehr sollte es so sein, dass Kommentare sofort öffentlich sind und gegebenenfalls nachträglich durchgesehen werden. Am allerschlimmsten ist noch die Kommentarfunktion beim Focus. Wer "Lust" hat kann da ja mal vorbeischauen. Dort wurde ungefähr alles getan, um mögliche Kommentatoren zu vergraulen...

  • 16.07.2010 13:16 Uhr

    von cyctologie:

    wenn ihr diskutieren wollt richtet euch doch ein "taz-leser" forum ein. da ist jeder artikel sofort veröffentlicht.

    wie wäre es, dass man flattrn muss um kommentieren zu können. wenn mir wirklich etwas an meinem kommentar liegt, liegt mir zwangsläufig etwas am artikel. ob die klickzahlen zurückgehen wenn nicht kommentiert werden kann, ist fraglich. schließlich kann man mit einigem recht annehmen, dass die qualität der kommentare steigt wenn man nicht mehr, immer und überall, seinen senf dazugeben kann.
    gute zeitung + gute kommentare = viele klicks?

    vllt reicht einmal flattrn in 24h für ein "tagesticket"?
    ein klassischer leserbrief wird meist nicht veröffentlicht und kostet auf jeden fall die briefmarke + material + hoher zeitaufwand. leser mit einem, wie auch immer digitalen, abo könnten die fkt. mit eingebaut haben.

    meinen realname will ich hier nicht lesen. wenn ihr den wollt, dann kohle her :)

  • 16.07.2010 11:28 Uhr

    von A. Merkel:

    "...taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren."

    Jetzt Interessiert es mich natürlich ob Ihr auch diesen von mir wirklich unnützen Kommentar veröffentlicht. Er ist weder rassistisch noch beleidigend und auch nicht ähnlich irgendwie unangemessen.

    Dieser Kommentar ist eine Bereicherung für alle Internetuser und Ihm sollte vollste Beachtung geschenkt werden.

    Mit freundlichen Grüßen,

    A. Merkel


  • 16.07.2010 10:55 Uhr

    von Herrn Schmilz:

    Das Problem der Finanzierung haben ja nicht nur online-Zeitungen, sondern natürlich auch die Papierausgaben.

    Für diese wird zwar am Kiosk oder per Abo bezahlt, was aber die tatsächlichen Kosten für echten Journalismus nicht trägt.

    Der Ausweg "Anzeige" verfällt mehr und mehr, die Zeitungen gehen vom Journalismus über zu "Content", wofür dann verständlicherweise um so weniger Bereitschaft zum Zahlen besteht, je peinlicher der "Content" seinen wahren Bereitsteller verherrlicht ...

    Müsst' der Briefkastenbesitzer für das wöchentliche Schweinebauchblättchen bezahlen, hätte er es nicht.

    Doch selbst so schöne Lösungen wie die künftig als "Informationssteuer" eingehoben GEZ-Gebühren stellen wider Erwarten keinen echten Journalismus sicher, solange die Intendaten von Rundfunk- und Fernsehanstalten öffentlichen Rechts weiter versuchen dürfen, nach den Kriterien der rein werbefinanzierten Privatsender auf "Quoten" zu schielen und je nach diesen dann ihre Inhalte von Informationen, kritischer Berichterstattung und investigativem Journalismus zu befreien.

    "Wirtschaftlichkeit" kann und darf kein Kriterium für Qualitätsjournalismus sein, sonst müssen wir künftig auf solchen grundsätzlich verzichten.

  • 16.07.2010 10:48 Uhr

    von Holger:

    Die Taz-Kommentarfunktion ist kaum mehr als ein schlechter Witz. Eure Redakteure brauchen so lange für die Freischaltung, daß jede Diskussion unmöglich wird. Auch wenn ihr gerne mit dem Finger auf die Süddeutsche zeigt - ausgerechnt Euer Blatt ist am restriktivsten von allen.

  • 16.07.2010 08:10 Uhr

    von Candelacypris:

    Ich hielte eine geringe Gebühr bzw. das Kommentieren unter richtigem Namen unter folgenden Bedingungen für durchaus überlegenswert um die Diskussionskultur in den diversen Foren zu fördern:

    1. der Betrag muss gering sein, so dass es nicht zum Ausschluss von Personen mit geringem Einkommen kommt.
    2. Das Forum muss echt moderiert werden (Zusammenfassen der Beiträge, einhalten des Themas etc.), so dass eine zielgerichtete, nutzbringende Diskussion entsteht
    3. Der/die VerfasserIn des Artikels muss an der Diskussion teilnehmen und es als Teil seiner/ihrer Arbeit betrachten.
    4. Zeitung, VerfasserInnen und Leser müssen als Mitglieder einer Community begriffen werden, die voneinander profitieren.

    Momentan dienen die Kommentare eher der Frustabladung, erfolgen einseitig, anonym und es gibt keine echten Diskussionen. Meinungen werden willkürlich aneinadergereiht, überlegte Kommentare sind selten. Lese sie daher nur mehr selten.
    Vielleicht muss man ja nicht zu allen Artikeln solche Foren einrichten, sondern nur zu Themen, wo man eine sinnvolle Diskussion erwarten kann.


  • 15.07.2010 22:21 Uhr

    von jens:

    eingach genial! was wirklich fehlt sind gratiszeitungen, die nicht von werbung sondern von den journalisten bezahlt werden. das prinzip wer will das ihm jemand zuhört soll dafür bezahlen scheint sich ja immer mehr durchzusetzen und unterhöhlt die demokratur. Wie wäre es demnächst mit Wahlen bei denen summe der von den wählern bezahlten Steuern den Susschlag gibt.

  • 15.07.2010 21:46 Uhr

    von Der Zähe:

    "taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren."

    Tatsächlich sind das aber nicht die einzigen Gründe: Als ich einmal so dreist war, eine als Artikel publizierte Werbebotschaft als solche zu kennzeichnen (ich glaube, es ging da um irgendsoein neuartiges Erfrischungsgetränk, dessen Qualitäten der Artikel in den blumigsten Worten gelobt hat), ist der Kommentar leider dem Panopticum der Moderation erlegen.

  • 15.07.2010 18:50 Uhr

    von Ulrich:

    Jupp, und wo ist das Problem?
    Die Leutz geben ihre Daten doch freiwillig ab..im Internet. Also aus. selber schuld.
    Das kann doch nicht wahr sein, darüber noch einen Artikel zu schreiben!!!
    Viel wichtiger wäre es mal, sich über die Gleichschaltung der Presse zu unterhalten. Die Presse läuft im Gleichschritt. Was ist das????
    Wird euch, der Presse jetzt schon von der Merkel der Takt vorgegeben?.
    Es ist erbärmlich!!!

  • 15.07.2010 17:18 Uhr

    von ANdera:

    Vor allem geben einzelne Angestellte der taz-online Redaktion wohl/m.E. die email Adressen unliebsamer Kommentierer an Spamversender weiter. Wenn ich das übergangslos beweisen kann, gehe ich gegen Euch vor und versuche Euch fertig zu machen.

  • 15.07.2010 16:50 Uhr

    von Andy:

    Also Geld bezahlen fürs Kommentieren? Das ist für mich keine FREIE Meinungsäußerung. Das ist 'ne kostenpflichtige Meinungsäußerung...

  • 15.07.2010 16:17 Uhr

    von Chris:

    Ein prima Zeitpunkt, um mal die Kommentarfunktion der taz zu diskutieren!

    Bis hier nämlich der zuständige Redaktion die Kommentare freigeschaltet hat, vergehen oft Stunden. Kommentiert man nach 16:00 Uhr, kann man auf den nächsten Vormittag hoffen. Ist der Beitrag ein paar tage älter, kann man sich seinen Kommentar gleich sparen; oft wird er dann gar nicht mehr freigeschaltet.

    Ein knackige Diskussion kommt so garantiert nicht zustande! LeserIn A kommentiert einen Beitrag, LeserIn B antwortet darauf. Dieser Vorgang dauert mitunter über 24 Stunden. Dass wiederum A noch mal B antworten kann, ist quasi unmöglich.

    Ich frage mich ersthaft, wieso ich hier noch kommentiere.

    Das muss dringend geändert werden!!!

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