Als Obamas Terror-Freund wollten die Republikaner Bill Ayers im Wahlkampf vorführen. Die Kampagne blieb ohne Erfolg. Im taz-Interview freut sich Ayers über Obamas Sieg.von Adrienne Woltersdorf
Gerade Bill Ayers muss ganz ruhig sein mit seinen Äusserungen . Er war es der mit Bernardine Dohrn , seiner Frau 1970 eine polizeistation 1970 in San francisco Bombardiert hat . Der Polizist Brian MCDONELL ist dabei ums Leben gekommen . Das hat auch der ehemalige FBI-Informant Larry Grathwohl bestätigt der seinerzeit als V-Mann bei der WEATHER UNDERGROUND eingeschleust war .
20.01.2009 01:49 Uhr
von Anne:
@ Yes we can: "(...) ist jemand, der sich nicht für einen besseren Menschen als andere hält, dessen Moralvorstellungen auf Gefühl, Erfahrung und Intellekt beruhen, der die Moralvorstellungen anderer respektiert, der aufgrund umfassender Bildung sehr genau Bescheid weiß und sich trotzdem nicht einbildet, alles verstanden zu haben."
Merkwürdig, das galt z.B. auch für Albert Einstein oder Bertrand Russell und manch andere, die sich sowohl selbst (wenn schon solche Schubladen) für so etwas wie "links" (oder "linksliberal") gehalten haben, und auch von den meisten anderen, die sie kannten, für so etwas wie "links" (oder "linksliberal") gehalten wurden. Deine Pauschalurteile scheinen also irgendwie nicht so ganz zur Realität zu passen.
Davon mal abgesehen: Bzgl. Scheinheiligen Moralaposteltums ist mit Sicherheit bei Leuten, die eher als "Nicht-" oder "Anti-Linke" zu bezeichnen sind, prozentual der Durchschnitt (seit Jahrtausenden) viel höher (die chinesische KP und ein paar andere solche Beispiele, die sich ja vielleicht auch für "links" halten, vielleicht ausgenommen - naja, auch Stalin und die meisten seiner Anhänger hatten in der Kindheit eine strenge, autoritäre, orthodox religiöse Erziehung, da kann dann schon so was Krankes bei rauskommen wie Stalinismus).
20.01.2009 01:28 Uhr
von archimedes:
Nachtrag: @ "Yes we can": Also gemäß der meisten Merkmale Deiner Definition sind dann sehr viele Linke bei der CDU und FDP !
- und zwar mehr als z.B. bei SPD und Bündnisgrünen, und analog sind auch sehr viel mehr Linke demgemäß unter der AnhängerInnen der US Rep.s, als bei den Dem.s.
Nur das mit den Pflastersteinen passt dann nicht so recht, denn die neigen eher zu schärferer Munition (und lassen lieber diesen 'Job' oft andere machen, die sie bezahlen, um sich selber nicht allzu sehr in Gefahr begeben zu müssen).
Und das mit der Mauer ist auch eher subtil, Reisefreiheit für eine Minderheit, die es sich leisten kann, der Rest darf zu Hause bleiben oder z.B. auch im Mittelmeer ertrinken oder darauf verdursten. Das sind dann "Mauern anderer Art", die tendenziell bei CDU und FDP und analogen Parteien Europas etc. stärker befürwortet werden, als z.B. bei SPD und Bündnisgrünen - obwohl ich hier keine Parteischubladen beschwören will - es sind nur Näherungswerte mit Abweichungen.
Ich finde nicht zuletzt, Du machst insofern denselben Fehler wie viele die sich politisch links oder in der Mitte oder rechts einordnen, als dieses Muster viel zu unscharf, stereotyp, nämlich eindimensional ist.
Aber wenn wir schon damit arbeiten, finde ich die Vorschläge von Wanja wesentlich überzeugender.
20.01.2009 01:02 Uhr
von archimedes:
@ 16.01.2009 21:41 Uhr: Von Yes we can: Solche extremen Stereotype & Vorurteile sind leider nichts neues in der Welt - ob die Feindbilder nun "links" heißen oder anders.
Die Unfähigkeit zu differenziertere Wahrnehmung ist leider kein neues Phänomen in der Welt, ob nationalistische oder eben solche Arten von Kollektiv-Feindbildern (auch Freundbilder sind oft sehr vorurteilsvoll, aber da ist es meist weniger schlimm in den Konsequenzen, außer wenn es Enttäuschungen deshalb gibt ...)
- und so manche, die sich selber "links" nennen, sind an solchen Pauschalnegativurteilen leider teilweise auch mitschuld.
@ Matthias: Das hatte ich mir auch gedacht (vielleicht hält er ja Chicago für repräsentativ).
16.01.2009 23:30 Uhr
von matthias:
Daraus, dass - so behauptet Ayers - die Mehrheit der Amerikaner in Chigaco politisch links denkt schliesst er, dass es Blödsinn sei zu denken die Linke in Amerika sei eine Minderheit. Eine nicht gerade sehr intelligente Aussage...
16.01.2009 21:54 Uhr
von wanja:
Der Link in meinem Kommentar geht (im Moment, bzw. vorhin, als ich den Link gerade selbst versucht hatte) merkwürdigerweise auf eine falsche Seite, obwohl ich garantiert die richtige URL eingefügt hatte.
Alternativ zum direkten Anklicken mögen Interessierte einfach unter "Amerika" den Artikel "Kritik an Obamas Rettungspaket" auswählen und dort dann die Leserkommentare.
16.01.2009 21:41 Uhr
von Yes we can!:
Links sein heißt, sich für einen besseren Menschen als andere zu halten, ohne es zu sein.
Links sein heißt, anderen seine eigene verquere Vorstellung von Moral aufzwingen zu wollen, sei es durch plumpe Diffamierung, das Schmeißen von Pflastersteinen oder durch das Einmauern einer halben Nation.
Links sein heißt, nie wirklich genau Bescheid zu wissen, weil man meint, man hätte bereits alles verstanden.
Obama ist jemand, der sich nicht für einen besseren Menschen als andere hält, dessen Moralvorstellungen auf Gefühl, Erfahrung und Intellekt beruhen, der die Moralvorstellungen anderer respektiert, der aufgrund umfassender Bildung sehr genau Bescheid weiß und sich trotzdem nicht einbildet, alles verstanden zu haben.
Nein, Obama ist sicherlich nicht links.
16.01.2009 14:47 Uhr
von wanja:
Ayerst versteht unter "links" zwar folgendes: "(...) für Frauenrechte, für die Gleichstellung Homosexueller, die Abschaffung der Todesstrafe und der staatlichen Überwachungsgesetze, etcetera. (...) die Schließung von Guantanamo, ein Ende der Folter und der aggressiven, auf Eroberung fixierten Außenpolitik, die Abschaffung der Todesstrafe, bessere Gesundheitsversorgung, Bildung und so weiter. (...)".
Das ist aber erstmal "liberal" würde ich sagen, wobei ich das nicht in der Bedeutung meine, wie sie die FDP u.a. für sich vereinnahmen wollen, geht aber tatsächlich schon in Richtung "links", v.a. "bessere Gesundheitsversorgung, Bildung".
Zu politisch "linken" Positionen gehört aber auch die Infragestellung von ökonomischen Spielregeln, die stark dazu beitragen, dass einige extrem reich und andere extrem arm sind - mit mehr oder weniger vielen dazwischen. Sogar Liberale wie John Rawls haben sich bekanntlich schon oft auf dieses Terrain gewagt, das in den USA mehr als in Europa fast ein Tabubereich ist, weil es sehr schnell als "communism" diskreditiert wird. Der Charity-Ansatz ist insofern nicht links, als er das Wohl der Bedürftigen zu sehr von der "Gnade" derer abhängig macht, denen es besser geht. Hier ist daher ein starker Staat gefordert (unter der Bedingung, dass er demokratisch ist, denn sonst ist ein starker Staat "rechts", im Extremfall faschistisch).
Darüber hinaus wäre neben den von Ayers aufgezählten Dingen auch eine Verkehrs- und Energie-Revolution insofern "links", als sie die Lebensbedingungen nicht nur privilegierter Minderheiten, sondern auch der großen Mehrheiten mittel- und langfristig verbessern würde, und das nicht nur in den USA (z.B., aber nicht allein, wegen der Klimakatastrophe), vgl. dazu auch die 3 untersten Kommentare auf dieser Seite: http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/kritik-an-obamas-rettungspaket/kommentare/1/1/
Soweit mein Beitrag & Vorschlag zu diesen Begriffen & Konzepten.
Leserkommentare
02.04.2010 16:40 Uhr
von Andreas Maier:
Gerade Bill Ayers muss ganz ruhig sein mit seinen Äusserungen . Er war es der mit Bernardine Dohrn , seiner Frau 1970 eine polizeistation 1970 in San francisco Bombardiert hat . Der Polizist Brian MCDONELL ist dabei ums Leben gekommen . Das hat auch der ehemalige FBI-Informant Larry Grathwohl bestätigt der seinerzeit als V-Mann bei der WEATHER UNDERGROUND eingeschleust war .
20.01.2009 01:49 Uhr
von Anne:
@ Yes we can: "(...) ist jemand, der sich nicht für einen besseren Menschen als andere hält, dessen Moralvorstellungen auf Gefühl, Erfahrung und Intellekt beruhen, der die Moralvorstellungen anderer respektiert, der aufgrund umfassender Bildung sehr genau Bescheid weiß und sich trotzdem nicht einbildet, alles verstanden zu haben."
Merkwürdig, das galt z.B. auch für Albert Einstein oder Bertrand Russell und manch andere, die sich sowohl selbst (wenn schon solche Schubladen) für so etwas wie "links" (oder "linksliberal") gehalten haben, und auch von den meisten anderen, die sie kannten, für so etwas wie "links" (oder "linksliberal") gehalten wurden. Deine Pauschalurteile scheinen also irgendwie nicht so ganz zur Realität zu passen.
Davon mal abgesehen: Bzgl. Scheinheiligen Moralaposteltums ist mit Sicherheit bei Leuten, die eher als "Nicht-" oder "Anti-Linke" zu bezeichnen sind, prozentual der Durchschnitt (seit Jahrtausenden) viel höher (die chinesische KP und ein paar andere solche Beispiele, die sich ja vielleicht auch für "links" halten, vielleicht ausgenommen - naja, auch Stalin und die meisten seiner Anhänger hatten in der Kindheit eine strenge, autoritäre, orthodox religiöse Erziehung, da kann dann schon so was Krankes bei rauskommen wie Stalinismus).
20.01.2009 01:28 Uhr
von archimedes:
Nachtrag: @ "Yes we can": Also gemäß der meisten Merkmale Deiner Definition sind dann sehr viele Linke bei der CDU und FDP !
- und zwar mehr als z.B. bei SPD und Bündnisgrünen, und analog sind auch sehr viel mehr Linke demgemäß unter der AnhängerInnen der US Rep.s, als bei den Dem.s.
Nur das mit den Pflastersteinen passt dann nicht so recht, denn die neigen eher zu schärferer Munition (und lassen lieber diesen 'Job' oft andere machen, die sie bezahlen, um sich selber nicht allzu sehr in Gefahr begeben zu müssen).
Und das mit der Mauer ist auch eher subtil, Reisefreiheit für eine Minderheit, die es sich leisten kann, der Rest darf zu Hause bleiben oder z.B. auch im Mittelmeer ertrinken oder darauf verdursten. Das sind dann "Mauern anderer Art", die tendenziell bei CDU und FDP und analogen Parteien Europas etc. stärker befürwortet werden, als z.B. bei SPD und Bündnisgrünen - obwohl ich hier keine Parteischubladen beschwören will - es sind nur Näherungswerte mit Abweichungen.
Ich finde nicht zuletzt, Du machst insofern denselben Fehler wie viele die sich politisch links oder in der Mitte oder rechts einordnen,
als dieses Muster viel zu unscharf, stereotyp, nämlich eindimensional ist.
Aber wenn wir schon damit arbeiten, finde ich die Vorschläge von Wanja wesentlich überzeugender.
20.01.2009 01:02 Uhr
von archimedes:
@ 16.01.2009 21:41 Uhr: Von Yes we can: Solche extremen Stereotype & Vorurteile sind leider nichts neues in der Welt - ob die Feindbilder nun "links" heißen oder anders.
Die Unfähigkeit zu differenziertere Wahrnehmung ist leider kein neues Phänomen in der Welt, ob nationalistische oder eben solche Arten von Kollektiv-Feindbildern (auch Freundbilder sind oft sehr vorurteilsvoll, aber da ist es meist weniger schlimm in den Konsequenzen, außer wenn es Enttäuschungen deshalb gibt ...)
- und so manche, die sich selber "links" nennen, sind an solchen Pauschalnegativurteilen leider teilweise auch mitschuld.
@ Matthias: Das hatte ich mir auch gedacht (vielleicht hält er ja Chicago für repräsentativ).
16.01.2009 23:30 Uhr
von matthias:
Daraus, dass - so behauptet Ayers - die Mehrheit der Amerikaner in Chigaco politisch links denkt schliesst er, dass es Blödsinn sei zu denken die Linke in Amerika sei eine Minderheit. Eine nicht gerade sehr intelligente Aussage...
16.01.2009 21:54 Uhr
von wanja:
Der Link in meinem Kommentar geht (im Moment, bzw. vorhin, als ich den Link gerade selbst versucht hatte) merkwürdigerweise auf eine falsche Seite, obwohl ich garantiert die richtige URL eingefügt hatte.
Alternativ zum direkten Anklicken mögen Interessierte einfach unter "Amerika" den Artikel "Kritik an Obamas Rettungspaket" auswählen und dort dann die Leserkommentare.
16.01.2009 21:41 Uhr
von Yes we can!:
Links sein heißt, sich für einen besseren Menschen als andere zu halten, ohne es zu sein.
Links sein heißt, anderen seine eigene verquere Vorstellung von Moral aufzwingen zu wollen, sei es durch plumpe Diffamierung, das Schmeißen von Pflastersteinen oder durch das Einmauern einer halben Nation.
Links sein heißt, nie wirklich genau Bescheid zu wissen, weil man meint, man hätte bereits alles verstanden.
Obama ist jemand, der sich nicht für einen besseren Menschen als andere hält, dessen Moralvorstellungen auf Gefühl, Erfahrung und Intellekt beruhen, der die Moralvorstellungen anderer respektiert, der aufgrund umfassender Bildung sehr genau Bescheid weiß und sich trotzdem nicht einbildet, alles verstanden zu haben.
Nein, Obama ist sicherlich nicht links.
16.01.2009 14:47 Uhr
von wanja:
Ayerst versteht unter "links" zwar folgendes: "(...) für Frauenrechte, für die Gleichstellung Homosexueller, die Abschaffung der Todesstrafe und der staatlichen Überwachungsgesetze, etcetera. (...) die Schließung von Guantanamo, ein Ende der Folter und der aggressiven, auf Eroberung fixierten Außenpolitik, die Abschaffung der Todesstrafe, bessere Gesundheitsversorgung, Bildung und so weiter. (...)".
Das ist aber erstmal "liberal" würde ich sagen, wobei ich das nicht in der Bedeutung meine, wie sie die FDP u.a. für sich vereinnahmen wollen, geht aber tatsächlich schon in Richtung "links", v.a. "bessere Gesundheitsversorgung, Bildung".
Zu politisch "linken" Positionen gehört aber auch die Infragestellung von ökonomischen Spielregeln, die stark dazu beitragen, dass einige extrem reich und andere extrem arm sind - mit mehr oder weniger vielen dazwischen. Sogar Liberale wie John Rawls haben sich bekanntlich schon oft auf dieses Terrain gewagt, das in den USA mehr als in Europa fast ein Tabubereich ist, weil es sehr schnell als "communism" diskreditiert wird. Der Charity-Ansatz ist insofern nicht links, als er das Wohl der Bedürftigen zu sehr von der "Gnade" derer abhängig macht, denen es besser geht. Hier ist daher ein starker Staat gefordert (unter der Bedingung, dass er demokratisch ist, denn sonst ist ein starker Staat "rechts", im Extremfall faschistisch).
Darüber hinaus wäre neben den von Ayers aufgezählten Dingen auch eine Verkehrs- und Energie-Revolution insofern "links", als sie die Lebensbedingungen nicht nur privilegierter Minderheiten, sondern auch der großen Mehrheiten mittel- und langfristig verbessern würde, und das nicht nur in den USA (z.B., aber nicht allein, wegen der Klimakatastrophe), vgl. dazu auch die 3 untersten Kommentare auf dieser Seite:
http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/kritik-an-obamas-rettungspaket/kommentare/1/1/
Soweit mein Beitrag & Vorschlag zu diesen Begriffen & Konzepten.