UN-Chefvolkswirt über Finanzsystem
"Industriestaaten fürchten Machtverlust"
Dass der Weltfinanzgipfel der Vereinten Nationen weitreichende Beschlüsse fasst, wollen die Industrieländer verhindern, kritisiert UN-Chefvolkswirt Heiner Flassbeck.von Christian Felber
Leserkommentare
25.06.2009 10:33 Uhr
von Manul:
Das ist Business as usual. Man tut immer nur so viel, dass es den Anschein hat, man würde etwas tun. Im Grunde genommen aber tun die Protagonisten rund um den Erdball alles, um die bisherigen Verhältnisse in keinster Weise zu verändern. Das hiesse sonst nämlich, dass die Rohstofflieferanten ihre Preise machen würden, was etliche Waren (richtigerweise) verteuern würde - und dann müssten die alten Industrieländer sich etwas anderes einfallen lassen, um ihre (utopische) Idee vom Wachstumskapitalismus irgendwie länger aufrecht zu erhalten.
Das Besorgniserregende daran ist, dass es dabei auch indirekt darum geht die Teilung des Kapitals auch so aufrecht zu erhalten, wie es ist. Das, obwohl diese überaus ungerechte Kapitalverteilung auch die Krise mitiniziiert hat und ihr eigentlich noch Futter gibt, dadurch, dass weltweit massenweise Geld unterwegs ist, was kaum noch Anlagemöglichkeiten findet (ausser in Lebenmittel, Rohstoffe, Energie, usw., was auch derzeit wieder geschieht) und auf der anderen Seite ausser Schulden und Elend eigentlich nichts mehr vorhanden ist, was die Menschen zu gleichberechtigten Partnern in diesem Zirkus machen würde. Die Reichen leben eben in ihrer Parallelwelt, die so langsam jegliche Bodenhaftung zu verlieren droht. Diese Leute sind inzwischen wie tollwütige Hunde, die jederzeit zu beissen drohen, sobald man ihnen nur zu nahe kommt. Solche Hunde beissen auch schon mal ihre fütternde Hand tot, wenn ihnen mal wieder die Sicherung durchbrennt. Die Militarisierung der alten Industrieländer ist jedenfalls unübersehbar und die dazu gehörigen Think-Tanks sitzen heute schon und arbeiten Strategien aus wie man erneut andere Völker versklaven und ausbeuten kann, um die Scheinwelt zu Hause noch weiter aufrecht zu erhalten.