In Istanbul betrachten 5.000 Menschen die Weltwirtschaftskrise und den Sozialabbau von unten. Doch die Mobilisierung wird schwieriger, die Teilnehmerzahlen sinken.von Martin Kaul
dein Opa ist mir sympatisch, doch ist das auch nicht die (Er-)Lösung. Denn er verschleiert eine tiefe Resignation vor den Dingen. Dies ist ja per se nicht schlecht, weil Einsicht bekanntlich den Weg zur Besserung ermöglicht. Doch leider wird damit nur nichts-tun legitimert. Anstatt die brachiale Ohnmacht zu überwinden, die einen der Erkenntnisprozess manchmal entgegenschleudert und sich wieder langsam seiner Selbst zu Ermächtigen, ergibt man sich der Ohnmacht, wird still und schwimmt einfach mit...
Werd nicht wie dein Opa, es gibt schon zu viele davon. Irgend was machen ist besser als gar nix. Du machst zwar auch Mist, kannst aber weiter lernen und verstehen. Und du wirst dabei sehen wie viele Leute genauso rum probieren wie du.
05.07.2010 06:51 Uhr
von Name:
... sorry, aber wie kommt ihr auf 6.000 Teilnehmer/innen in Malmö. Dort waren es mehr als 15.000 - eine einfache Recherche reicht für diese Zahl aus; 6.000 sind nirgends im Netz zu finden... Darüber hinaus sind die Gewerkschaften ja wohl nur ein kleiner Teil des Sozialforumsprozesses und die, die es sich leisten können Delegationen aus ihren eigenen Mitteln zu den Europ. Sozialforen zu schicken. Trotz der Beteuerungen internationale Solidarität hochzuhalten, scheint es mir schwieriger zu werden diese mit Leben auszufüllen... Vor diesem Hintergrund können kleinere Gruppen bzw. insb. südosteurop. Gruppen entsprechend mit weniger Teilnehmer/innen bei den ESFs sein oder gar überhaupt nicht teilnehmen...
05.07.2010 00:28 Uhr
von Michael Delfring:
Die letzten 10 Jahre (eigentlich begann es mit O.J. Simson´s Freispruch, dann kam Clinton/Lewinsky und DANN die letzten 10 Jahre, vor allem Bush, zuletzt die Blankfein/BankenShow... das Alles hat den Leuten eine Menge Illusionen genommen, sagen wir mal allgemeindemokratisch, egal ob Linkes oder Rechts.
Sicher hat es die Wut erhöht und den blinden Glauben an "Amerika!" gemildert. Aber es hat eben auch den starken Verdacht genährt, daß man in Demokratien genauso sehr irgendwas bewegen kann, wie in einer x-beliebigen Diktatur. Wozu sich also in Pose werfen ?
Wie sagte meine Oma (Kaiserreich, Krieg, Weimar, Adolf, Krieg, Bundesrepublik, Altersheim) immer : "Die machen ja doch, was sie wollen" - so weit bin ich inzwischen längst auch...
Leserkommentare
05.07.2010 15:34 Uhr
von Hugo:
@ Michael Delfring
"Die machen ja doch, was sie wollen"
dein Opa ist mir sympatisch, doch ist das auch nicht die (Er-)Lösung. Denn er verschleiert eine tiefe Resignation vor den Dingen.
Dies ist ja per se nicht schlecht, weil Einsicht bekanntlich den Weg zur Besserung ermöglicht. Doch leider wird damit nur nichts-tun legitimert. Anstatt die brachiale Ohnmacht zu überwinden, die einen der Erkenntnisprozess manchmal entgegenschleudert und sich wieder langsam seiner Selbst zu Ermächtigen, ergibt man sich der Ohnmacht, wird still und schwimmt einfach mit...
Werd nicht wie dein Opa, es gibt schon zu viele davon. Irgend was machen ist besser als gar nix. Du machst zwar auch Mist, kannst aber weiter lernen und verstehen. Und du wirst dabei sehen wie viele Leute genauso rum probieren wie du.
05.07.2010 06:51 Uhr
von Name:
... sorry, aber wie kommt ihr auf 6.000 Teilnehmer/innen in Malmö. Dort waren es mehr als 15.000 - eine einfache Recherche reicht für diese Zahl aus; 6.000 sind nirgends im Netz zu finden...
Darüber hinaus sind die Gewerkschaften ja wohl nur ein kleiner Teil des Sozialforumsprozesses und die, die es sich leisten können Delegationen aus ihren eigenen Mitteln zu den Europ. Sozialforen zu schicken. Trotz der Beteuerungen internationale Solidarität hochzuhalten, scheint es mir schwieriger zu werden diese mit Leben auszufüllen... Vor diesem Hintergrund können kleinere Gruppen bzw. insb. südosteurop. Gruppen entsprechend mit weniger Teilnehmer/innen bei den ESFs sein oder gar überhaupt nicht teilnehmen...
05.07.2010 00:28 Uhr
von Michael Delfring:
Die letzten 10 Jahre (eigentlich begann es mit O.J.
Simson´s Freispruch, dann kam Clinton/Lewinsky und
DANN die letzten 10 Jahre, vor allem Bush, zuletzt
die Blankfein/BankenShow...
das Alles hat den Leuten eine Menge Illusionen
genommen, sagen wir mal allgemeindemokratisch,
egal ob Linkes oder Rechts.
Sicher hat es die Wut erhöht und den blinden Glauben
an "Amerika!" gemildert.
Aber es hat eben auch den starken Verdacht genährt,
daß man in Demokratien genauso sehr irgendwas
bewegen kann, wie in einer x-beliebigen Diktatur.
Wozu sich also in Pose werfen ?
Wie sagte meine Oma (Kaiserreich, Krieg, Weimar, Adolf, Krieg, Bundesrepublik, Altersheim) immer :
"Die machen ja doch, was sie wollen" -
so weit bin ich inzwischen längst auch...