• 07.02.2009

Traditionalisten geben keine Ruhe

Piusbrüder auf Konfrontationskurs

Nach der Aufforderung des Papstes, Bischof Williamson solle seine Holocaust-Leugnung widerrufen, provoziert die Bruderschaft weiter. In Deutschland sinkt das Ansehen Benedikts.von Marlene Halser

  • 09.02.2009 08:39 Uhr

    von Haiduk:

    Wie Wilfried Soddemann richtig anmerkt, fand der völlig zurecht beklagte Traditionsbruch schon beim ersten vatikanischen Räuberkonzil statt. So wie sich heute die Frage stellt, ob das Schisma mit den Lefebristen geheilt werden kann, so stellte sich damals die Frage mit den Altkatholiken. Ökumenisch war weder das erste noch das zweite Vatikanum, weil die heilige Orthodoxie in beiden Fällen außen vor blieb. Die Lutheraner spielen an dem Punkt tatsächlich keine Rolle, weil ihnen die apostolische Sukzession fehlt und Luther zudem noch den Frevel beging, das bei den ersten sieben ökumenischen Konzilen unter Mitwirkung des Heiligen Geistes gegebene kanonischen Recht zu verbrennen.

  • 08.02.2009 14:02 Uhr

    von Roland Klose:

    "Deutsche-Bank-Chef Joe Ackermann ist zur Privataudienz bei Papst Benedikt XVI. im Vatikan.

    Benedetto: "Wie meistern Sie die Bankenkrise, Herr Ackermann?"

    Joe: "Ich gründe für meine faulen Ramschpapiere eine "Bad Bank".

    Benedetto: "Sie hat mir der Herr geschickt. Jetzt habe ich die Lösung. Ich mache Holocaust-Leugner Williamson einfach zum Bischofsvikar meiner neuen "Bad Church."

  • 08.02.2009 04:22 Uhr

    von Alan:

    Man denkt an den Film ,,Das Boot ist voll".
    Die Schweitzer haben vieles erfunden was
    den Deutschen zugeschrieben worden ist.
    Trotzdem ist Ratzinger Deutscher und
    Bayer ... na! ist er vielleicht auch und
    ueberwiegend Schweitzer?

  • 08.02.2009 01:02 Uhr

    von Golem:

    Piusbrüder auf Konfrontationskurs:

    Leider hat es die taz immer noch nicht geschafft, sich mit der Materie angemessen zu befassen. Wenn diese Piusbrüder schon seit Jahrzehnten ihr Unwesen treiben, kommt sie, wie weite Teile der Medien in Deutschland, aus dem Mustopf. Aber wahrscheinlich empfindet die taz bei der Bearbeitung dieses Themas genauso, wie Frau Künast bei einem Praktikum im Kernkraftwerk.

    Insofern kommt dabei dann auch nichts anderes heraus als der Einheitsbrei, wie er auch in der Springerpresse nachzulesen ist, ebenso falsch wie einfach gestrickt. Wahrscheinlich haben einige in der Redaktion noch eine unverarbeitete katholische Vergangenheit aufzuarbeiten.

    Das Thema passt nicht zur taz, zumindest nicht in der durchgeführten Art und Weise. Das Literarische Colloquium analysiert ja auch nicht Bundesligaergebnisse. Als ob der typische taz-Leser ein interessierter gläubiger Katholik ist.

    Insofern ist die Entscheidung des Tages auch nicht besonders orginell. Die Wahl einer anderen Glaubensgemeinschaft wäre da schon vielleicht etwas interessanter gewesen. Wahrscheinlich wäre die Chance größer gewesen, mittelalterliche Inquisitionsprozesse mit ihren Folgen auch mal selbst in unserer Zeit erleben zu dürfen. Aber wie so oft in der Weltgeschichte reiht man sich lieber bereitwillig als Mitläufer in den Kreuzzug gegen die katholische Kirche ein.

  • 07.02.2009 23:02 Uhr

    von Ralf Houven:

    Als Katholik halte ich nichts von diesen Betonköpfen! Traditionaslisten sind das nicht, denn auch Traditionen entwickeln sich langsam weiter. Diese Leute sind aber in ihrer Entwickung Anfang der 1960er Jahre stehen geblieben. Leider sind sie nicht harmlos.

  • 07.02.2009 17:41 Uhr

    von Bert:

    Richard Williamson, Holocaustleugner und seit kurzem durch Vatikanführer Ratzinger anerkannter Kathole, schreibt (lt. Wikipedia) über Frauen:

    (Zitat:) "Aufgrund aller Arten von naturgegebenen Gründen sollte nahezu kein Mädchen zu irgendeiner Form von Universität gehen. (...) Daß Mädchen keine Universitäten besuchen sollten, liegt in der Natur der Universität und der Natur des Mädchens begründet. Echte Universitäten stehen für Ideen, Ideen sind nichts für richtige Mädchen, demzufolge sind echte Universitäten nichts für richtige Mädchen" (Zitat Ende.)

    Taten sprechen lauter als Worte. Eine Organisation, die Holocaustleugner und Frauenfeinde als Mitglieder aufnimmt, ist durch die Tat erwiesenermaßen antisemitisch und frauenfeindlich, egal was immer von solch einer Organgisation an salbungsvollem Gerede abgesondert wird.

  • 07.02.2009 15:21 Uhr

    von Winsent:

    Demokratiefeindlich!

    Tatsache ist, die Priesterbruderschaft St. Pius X ist gegen Religionsfreiheit. Für jeden nachlesbar, der sich sachlich informiert.
    Damit ist sie gegen unsere Verfassung, gegen das Grundgesetz.

    Sie ist gegen die freiheitlichen Rechte der Bürger - unser aller Rechte.

    Dem Vatikan ist dies sehr wohl bekannt und er unterstützt es stillschweigend durch seine Wiederaufnahme der Piusbrüderschaft.

    Wo leben wir heute? Im Mittelalter?
    Wir leben noch in einem freiheitlichen Staat, in dem Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit gilt. Wer dies nicht unterstützt ist weit mehr als intolerant - er ist fanatisch.

    Und: Nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz kann man aus der Katholischen Kirche austreten, in anderen Ländern ist dies nicht möglich, weil "die Taufe nicht rückgängig gemacht werden kann."

    Welch Anmaßung einer Kirche, den freien Willen des Einzelnen nicht zu respektieren!
    Jeder Erwachsene hat das Recht auf freie Wahl - auf die Freiheit, seinen individuellen Weg im Leben zu gehen. Wer dies nicht zuläßt, nicht wünscht, ist demokratiefeindlich, machtversessen und diktatorisch.

  • 07.02.2009 15:15 Uhr

    von snabul:

    Fein.
    Der erste informative Artikel, den ich zum Thema in einer Tageszeitung gefunden habe.
    Weiter so!

  • 07.02.2009 15:06 Uhr

    von quer:

    Die Piusbruderschaft vereinigt Personen, die sich nicht der jesuanischen Barmherzigkeit verschrieben haben, sondern es sind Wölfe, die alle in der Neuzeit - oft unter enormem Blutzoll - herbeigeführten Errungenschaften wieder niederkämpfen wollen, und eine Gottesherrschaft auf Erden errichten wollen. Religionsfreiheit, Gewissensfreiheit und Meinungsfreiheit werden zu menschlichen Irrwegen der Aufklärung und Französischen Revolution und somit als Teufelswerk verdammt. Diese Bruderschaft ist auf eine pathologische Weise antimodernistisch - und antisemitisch. Diese Leute sind wie Neonazis und Rechtsextremisten - und denen reicht der Staat auch nicht die Hand.

    Der Bonner Politikwissenschaftler und Parteienforscher Gerd Langguth hält die Pius-Bruderschaft für einen "Fall für den Verfassungsschutz". Die Bruderschaft strebe einen "katholischen Gottesstaat an", sagte Langguth im ZDF. "Es ist eine Frage des Verhältnisses dieser Organisation zur freiheitlichen und demokratischen Grundordnung. Und dieses sehe ich hier infrage gestellt. Deswegen glaube ich, dass es eine Aufgabe des Verfassungsschutzes ist, sich darum zu kümmern."

    Diese Menschen würden uns in das allerfinsterste Mittelalter zurückführen; hoffentlich findet der Vatikan die Kraft, sich von diesen Menschen definitiv und für immer zu trennen!

    Fundamentalisten, die den Glauben zur Ideologie erheben, dürfen keinen Platz in Führungspositionen im 21. Jahrhundert bekommen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die Opus-Dei-Leute in der Umgebung des Papstes nicht häufig ähnlich gestrickten Denkmustern anhängen!

  • 07.02.2009 12:30 Uhr

    von Günter Benas:

    Benedikt! Ich frage Dich:
    "Piusbrüder - oder ich?"

  • 07.02.2009 00:21 Uhr

    von freier Mensch:

    Da pupst der Papst - so titelte die taz vor Jahrzehnten und prangerte damit in erfrischend respektloser Weise die moralische Rückständigkeit des katholischen Führers an. Damals ging es u.a. um das Verbot der Empfängnisverhütung und die katastrophalen Folgen vor allem in Drittweltländern. Hat sich seitdem etwas Wesentliches geändert? Nein. Vor allem nicht im Zentrum der katholischen Macht, wo nur ein hoffnungslos naives Gemüt die Bündelung von sozialer Intelligenz vermuten würde.

    Nun hat sich gerade in Deutschland unter Katholiken schon länger eine fast ironische Distanz zum Vatikan entwickelt, und das erstaunlicherweise auch unter Kirchenbediensteten. Durch die Wahl Ratzingers ist es dann vorübergehend zu einer mehr oder weniger nationalistischen Euphorie gekommen, in der alles Rückständige blutsbrüderlich unter den Tisch gebetet wurde, und jetzt, wo mal wieder braune Soße aus allen Ritzen quillt, bleibt der Kater nicht aus und man erkennt: der Ratzinger ist eben auch bloß ein Papst.

    Wer aber nun mit dem Stinkefinger auf diese merkwürdige Bruderschaft zeigt und gleichzeitig das Papstamt anerkennt, hat bei der katholischen Amtskirche nicht hingeschaut. Dort gibt man sich zwar reformfreudig und hat sich sogar großmütig dazu herabgelassen, die Juden als "ältere Brüder" anzuerkennen (ja was denn sonst - erschießen vielleicht?), und man(n) hat sich sogar dazu durchgerungen, in Frauen so etwas wie selbständige Menschen zu sehen (ohne ihnen jedoch die daraus resultierenden Rechte zuzugestehen). Bei all diesen lächerlichen Versuchen verkennen sie völlig, dass sie selbst den meisten Nichtkatholiken wie Überreste eines ägyptischen Mumienschatzes erscheinen.

    Wir wissen zwar nicht, wie Jesus von Nazareth über dieses ganze Kasperletheater urteilen würde - vermutlich gar nicht - aber die Vorstellung, er - der im Bewusstsein eines Christen ja mitten im Heute lebt mit all unseren Kenntnissen - würde nur milde herablächeln... wäre zutiefst... katholisch?

  • 06.02.2009 21:21 Uhr

    von thomas bode:

    Der Papst repräsentiert eine groteske Form von Weltanschauung die hoffentlich bald endgültig der Vergangenheit angehört. Das ist völlig unabhängig davon ob dieser Papst etwas klügere Öffentlichkeitsarbeit betreibt, rötere Pantoffeln trägt oder toleranter ist als andere Päpste. Religion geniesst traditionell hohes gesellschaftliches Ansehen ist aber gerade in seiner nahöstlichen Ausprägung (Monotheismus) nichts anderes als eine geistige Verirrung aus der jederzeit Unheil entstehen kann, und tatsächlich entstand und immer noch entsteht. Der Begriff des "Glaubens" selbst ist heroisiert sollte aber eigentlich spätestens seit der Aufklärung in seiner Lächerlichkeit erkannt worden sein. Und dass die soziale Funktion der Religion überflüssig ist sieht man daran dass Gesellschaften die weniger religiös sind keineswegs weniger ethisch sind.

  • 06.02.2009 18:14 Uhr

    von Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann BBU e.V. Vorstand Umwelt und Gesundheit:

    Kritik an Papst Benedikt XVI.



    Papst Benedikt XVI. steht wegen der Rehabilitierung von vier erzkonservativen Bischöfen heftig in der Kritik. Er wird deshalb auch von hohen katholischen Würdenträgern kritisiert. Durch einen genialen Befreiungsschlag könnte sich Papst Benedikt XVI. rehabilitieren. Er könnte das Dogma, den Lehrsatz von der Unfehlbarkeit des Papstes als verbindliche Lehre der katholischen Kirche, beschlossen auf dem I. Vatikanischen Konzil 1869/70, aufheben.

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