Zum großen Wandel in kleinen Schritten, dazu rät Jonathan Safran Foer. Sein neues Buch "Tiere essen" ist eine brillante Mischung aus Recherchejournalismus und Autobiografie.von Peter Unfried
Das Buch von Volker Ellis Pilgrim : Gründe kein Fleisch zu essen ist eine Pflichtlektüre. Sehr persönlich und leicht verständlich geschrieben.
30.08.2010 17:31 Uhr
von Madlen Kobi:
Foers Buch ist spannend geschrieben und deckt alles auf, was Fleischkonsumierende gerne verdrängen.
Gleichzeitig möchte ich auf eine soziale Auswirkung unseres Fleischkonsums aufmerksam machen, die bei Foer unerwähnt bleibt: Unsere Tiere brauchen nämlich Futter, das wir oft aus Ländern des globalen Südens importieren, weil wir selber nicht genügend Anbauflächen haben. Für den Anbau von Futtermitteln wie Soja und Getreide wird Regenwald gerodet, Grossbetriebe lassen sich nieder und verdrängen mit ihrerm industriellen Anbau die Kleinbauernfamilien von ihren Fincas.
Weil das Land und das Grundwasser durch Pestizide verschmutzt werden und die Sojaindustrie kaum Arbeitsplätze anbietet, migrieren viele Bauernfamilien in die Slumviertel der Städte, wo sie in einer Armutsspirale versinken, weil sie dort nur schlechtbezahlte Jobs finden und Lebensmittel zu teuren Preisen einkaufen, weil sie diese nicht mehr von ihren Feldern beziehen können.
Wieso vergessen wir diese globalen Auswirkungen, die viele in diesem Forum schon angesprochen haben, sobald auf unserem Teller ein Steak liegt?
26.08.2010 13:02 Uhr
von Jelfry Polanco Jimenez:
Ich finde gut,wenn jemand kein Fleisch isst,aber: was kann man machen,wenn die Tiere sehr alt sind? Also meine Meinung ist,dass man 3 oder 4 Mal pro Woche Fleisch essen kann.
23.08.2010 15:47 Uhr
von MoSef:
Hier gibt es eine spannende Diskussion und das Buch wird verlost!
@ Sven O.: Es freut mich, dass Sie auch einer toleranten Veganerin begegnet sind. Ich selbst würde mich dazu rechnen, was bedeutet, dass ich die Ernährungsweise anderer Mitmenschen respektiere, selbst wenn Sie nach Darlegung der Fakten der Ansicht sind, nichts daran ändern zu müssen. Solange ich ebenfalls respektiert werde. Denn das geschieht leider viel zu selten, denn oftmals müssen sich Veganer/innen für ihre Form der Ernährung, wie Sojakotelett richtig angemerkt hat, immer wieder rechtfertigen, was ich, da es sich zuvorderst um eine ganz persönliche Entscheidung handelt, für sehr respektlos erachte.
Im Übrigen stimme ich Sojakotelett auch darin überein, dass die absolute Mehrzahl der Veganer/innen ein "normales" Leben führt und die "missionierenden Hippie-VeganerInnen" lediglich eine verschwindend geringe Minderheit innerhalb einer bereits sehr kleinen Minorität bilden.
Dennoch gibt es solche Vertreter/innen, namentlich sei an dieser Stelle Achim Stößer genannt, der in seiner Art, andere überzeugen zu wollen, auch den allermeisten Veganer/innen hierzulande viel zu extrem ist und daher praktisch isoliert ist.
Hier seine von ihm betriebenen Websites, die man sich einmal anschauen sollte, um sich ein Bild zu machen, dann aber schnell wieder vergessen und ignorieren sollte:
http://maqi.de/ http://veganismus.de/
Stattdessen empfehle ich die Lektüre folgender Seiten, auf denen Sie sehr vielen toleranten Veganer/innen begegnen:
http://vegan.de/ http://www.berlin-vegan.de/
17.08.2010 14:37 Uhr
von petronius:
der vorschlag, weniger fleisch zu essen und dafür gutes (also nicht aus tierfabriken), ist zwar nicht neu, aber dennoch gut und wert, befolgt zu werden. auch wenn es von hardcore-vegetariern als unzureichend kritisiert wird
an Spitzen-Fruchtfleischfresser:
"Veganer ... waren schon immer eine bedeutende Kraft zu vielen Zeiten in verschiedenen Kulturen"
mit verlaub: das ist unsinn. in früheren zeiten wäre niemand auf die idee gekommen, auf tierische produkte zu verzichten. es gab schließlich noch keine mineralölprodukte, um leder, wolle, knochenleim etc. zu ersetzen
"Felder sind auch ohne Tierdung oder Mineralöl bestellbar. Sogar nachhaltig"
und wo kommen die nährstoffe dann her?
16.08.2010 18:12 Uhr
von Sojakotelett:
Es gibt weder eine "Veganer-Szene", noch sind VeganerInnen Extremisten, es ist lediglich eine Art sich zu ernähren. Es bedarf nicht einmal besonderen Aufwands, es ist nur ein Weglassen von bestimmten Lebensmitteln. Daran ist nicht besonders viel extrem. Aus meinen bisherigen Erfahrungen bekehren VeganerInnen sehr selten, Ausnahmen bestätigen die Regel, doch viele "normalen" VeganerInnen sind oft als solche nicht zu erkennen. Vielmehr rechtfertigen sich VeganerInnen sehr oft, dafür dass sie etwas NICHT TUN, sprich Fleisch- und Milchprodukte zu essen. Anstatt sich über die wenigen missionierenden Hippie-VeganerInnen zu empören, könnte man erstens das Buch von J.F.Foer lesen - er erklärt darin sehr sachlich und ohne die Intention zu bekehren, wie Fleisch hergestellt wird; und zweitens erst über die Auswirkungen des eigenen Konsumverhaltens nachdenken, bevor man, ohne sich je die Mühe gemacht zu haben sich darüber zu informieren woher die Dinge stammen, die man seinem Körper zuführt, andere dafür angreift, dass sie sich solche Gedanken gemacht und daraus Konsequenzen gezogen haben.
16.08.2010 11:16 Uhr
von Christian Kolberg:
Ein Buch ,das ich mir auf alle Fälle durchlesen muß. Bisher mußte ich, selbst leidenschaftlicher Fleischesser, eine Wandlung vom armen Studierenden, dessen liebster Freund die Alditheke war zum verantwortungsbewußten Einkäufer mausern, um Qualität kennenzulernen. Dazu gehört die Fleischbeschaffung "am Stück". Wer schon einmal langsam auf Wiesen herangewachsenes Rind verkostet hat, oder die Wurst und das Rippchen des glücklichen Schweines von Bauer X in Direktvermarktung, wird feststellen, daß die höheren Preise durch die Qualität und den Geschmack deutlich relativiert werden. Da lohnt es sich wirklich, zur Geldkompensation einen fleischfreien Tag die Woche einzuführen, oder wie im gut katholischen Haushalt den Freitag mit "Alternativspeisen" zu überstehen. Was ich nicht verstehe, ist, daß Wild als Fleisch auf dem Tisch noch immer Befremden auslöst, ein klassisches Herbst-Winteressen bleibt(Trotz Kühltruhen)und nicht saisonal den Jagdzeiten angepaßt auf dem Markt erscheint. Wir importieren Wild aus Gehegen in Neuseeland, anstatt das heimische "Biofleisch", das streßfrei ohne lange Transport-und Schlachtmaschinerie sein Leben beendet in der Cuisine einzusetzen. Wildschäden und überhöhte Bestände verlangen nach Reduzierung, aber das "Nebenprodukt" Fleisch von tollem Geschmack und großer Vielfalt geht für 80 Cent zum Händler oder wird Abfall, was ethisch und nach Tierschutzgesetz nicht zu vertreten ist. In diesem Zusammenhang muß die Entfremdung der Gesellschaft von der Herkunft ihrer Konsumprodukte beseitigt werden, Fleisch kommt nun mal nicht vom Supermarkt und die Milch nicht von Tetra-Pak sondern hatte mal Augen und ein trauriges Leben geführt. Vielleicht ist dann die Umkehr von der Massentierhaltung zur extensiven Landwirtschaft und die Nutzung der Biorecourcen möglich. Auch die Bioproduktepalette, die im Discount nach anfänglichem Boom immer kleiner wird, ist vom Verbraucher gesteuert! Also nicht nur moralisieren, sondern auch nicht nur nach Sonderangeboten geiern. Wer denn reelen Wert und die Produktionskosten der Landwirtschaft tierfreundlich unterstützen will, kann keine Billigprodukte kaufen. Den Profit sacken sich die Veredlerbetriebe und Vertriebe ein, der Rohstoffanteil am Preis wird immer kleiner.Auch der Fisch ist keine Alternative, die mit gutem Gewissen gekauft werden kann.
16.08.2010 00:51 Uhr
von Spitzen-Fruchtfleischfresser:
Mir fiel in letzter Zeit recht häufig auf, das Veganern der Radikalismus unterstellt wird, weswegen diese Ernährungsform dann damit begründet abgelehnt werden kann. Man wäre ja kein Extremist. Andererseits wird dann fast im gleichen Atemzug vorgeworfen, das man nicht radikal genug wäre, und somit willkürlich handelt.
Es gibt Menschen, die lieben und beachten die Welt abseits der Zivilisation. Umgangssprachlich Natur genannt. Sie strengen sich an, ihr Handeln nach dem auszurichten, was sie lieben und achten. Anderen Menschen ist das Außerhalb egal oder sie haben andere Prioritäten.
So einfach ist das.
@Jan Sebastian
Veganer sind genauso Menschen wie Du und ich. Sie waren schon immer eine bedeutende Kraft zu vielen Zeiten in verschiedenen Kulturen. Und neben der Bourgoisie auch in anderen Gesellschaftsschichten. Die Natur zu erhalten bedeutet Ewigkeit.
Felder sind auch ohne Tierdung oder Mineralöl bestellbar. Sogar nachhaltig. Regenwürmer sind unsere Freunde.
Unsere Fähigkeit, Spitzenpredator zu sein, hat uns dahin gebracht, wo wir jetzt sind. Mit allen Annehmlichkeiten, die ich hoch schätze. Zum Beispiel Möbel aus Holz und Ähnliches. Diese Fähigkeit wird uns jedoch ins Verderben stürzen, wenn wir sie nicht ablegen.
Dann sind wir alleine mit 80 Millionen Kühen. (in Europa)
15.08.2010 23:20 Uhr
von WhiskeyBernd:
@Jan:
Wenn man bedenkt, wieviel Getreide, Soja, Wasser und Anbauflächen für die Tierhaltung verschwendet werden, ist es total lächerlich, Veganern vorzuwerfen, dass sie aus "zu viel Wohstand verzichten". Fleich zu essen ist übermäßiger Wohlstand, nicht, es zu boykottieren.
Ach übrigens: Du wirst es kaum glauben, aber es gibt auch Dünger ohne Mineralöl und Kuhkot.
@hongde_mogui:
Das Problem hierbei ist, das für die Mast viel viel viel mehr Pflanze benötigt wird als für eine pflanzliche Ernährung. Für 1 KG Fleisch bis zu 16 KG Pflanzen. Also wäre demnach eine rein pflanzliche Ernährung viel moralischer ;).
Generell find ich es hier ein Witz, wie die ökologischen Probleme von einigen Kommententatoren völlig ausgelassen werden. Die immer weiter führende Regenwaldrohdung, die Verschmutzung des Grundwassers und der Luft. Ach - bevor mal wieder jemand meint, für Soja wird der Regenwald zerstört - exakt, und zwar für das Futter der Massentierhaltung. Dies verschlingt 90 % des weltweiten Sojaanbaus - mal abgesehen davon, wieviel hungernden Menschen man damit das Leben retten könnte.
15.08.2010 22:53 Uhr
von Nicht-extremistischer Veganer:
Der Artikel lädt zum Lesen des Buches ein.
Vor allem die bornierten Kommentatoren, die beim Thema Vegetarismus/Veganismus als erstes aufschreien, sollten auch mal einen Blick in dieses Buch werfen. Die englische Version hat bei Amazon 14*5 Sterne. Soooo schlecht kann das Buch also nicht sein.
15.08.2010 15:44 Uhr
von vic:
Ich esse keine Tiere - Nie. Ihr anderen, fresst was ihr wollt und lasst mich in Ruhe, so wie ich euch in Ruhe lasse.
15.08.2010 14:38 Uhr
von Männe:
Ich finde es gut, dass in dieser Richtung diskutiert wird. Es ist eben eine Lüge, dass Fleisch ein Stück Lebenskraft ist. Diese Losung hilft nur der Fleischindustrie. Die Leute sollen "fressen". Da der größte Teil unserer Jugend nicht gebildet ist, wird eben auch Gammelfleisch vertilgt. Die Medizin hat richtig dargestellt, dass der Fleischverzehr zu riesigen gesundheitlichen Problemen führt. Das wollen aber die Menschen nicht wissen und machen in dem alten Trott weiter, bis es eines Tages zu spät ist. Jeder sollte nach seiner eigenen Fasson leben keine Frage, sich aber durch eine falsche Ernährung zu schädigen, dafür sollte man sein Bewußtsein schon einstellen. Fakt ist, dass durch diese Ernährungsweise über 62% der Deutschen fettleibig geworden ist, besonders die jungen Mädchen. Wie gesagt, man muss durch seine Ernährung nicht ethische Ziele verfolgen, wäre allerdings zu begrüßen, die eigene Gesundheit sollte einem auch wichtig sein.
15.08.2010 13:32 Uhr
von Antonietta:
Billig soll das Fleisch sein, den es wird immer weniger Wert auf Qualität gelegt, wenn man dadurch Einsparungen erreichen kann. Doch das geht nur, wenn sehr viele Tiere von möglichst wenig Arbeitskräften am Leben gehalten werden und das geht nur, wenn Tiere möglichst schnell aufwachsen und schlachtreif werden. Fleisch ist also billig, weil Tiere in Massentierhaltungen ein elendes Leben führen müssen.
15.08.2010 12:39 Uhr
von www.schnitzel-ist-out.de:
Massentierhaltung ist ein Verbrechen an Tier und Natur
15.08.2010 12:06 Uhr
von Susanna:
Toller Artikel, aber nur einmal die Woche weniger Fleisch essen ist nun wirklich nicht radikal, diese Tipps gibt es schon seit 20 Jahren und niemand macht es. In meinen Augen fehlt es eher an grundlegendem Verständnis der Gesamternährungs - und Umweltsituation. Das hat mit Moral nix zu tun eher mit Ethik - natürlich ist es ethischer überhaupt kein Tier zu töten also auch kein artgerecht gehaltenes, aber es wäre doch ein absolut notwendiger Schritt überhaupt aus der ABSOLUT UNWÜRDIGEN Massentierhaltung rauszukommen. Wenn mans genau betrachtet ist die Milchgewinnung mit ständig aufrechterhaltender Säugefunktion der Kuh oder ständig eierlegende Hühner auch nicht wirklich natürlich oder eben ethisch, aber irgendwo muss man mal anfangen.
Aber wenn dann die Ökos ,aus erfahrenem Widerstand versteht sich, immer dafür plädieren nicht zu deutlich und klar aufzuklären könnte ich mich immer amüsieren.
Wenn ich mir überlege wie die Leute durch die Medien hauptsächlich natürlich durch die Werbung im Prinzip stetig massiv manipuliert werden ( das ist ja kein Geheimnis, die besten Werbeleute könnten auch Psychologen sein) was sie zu essen haben und was gut ist oder zumindest cool, dann darf und muss zum Teil ziemlich deutlich argumentiert werden was gesunde genussvolle Ernährung und vorallem ein gesundes Ökosystem, das ja alle Menschen betrifft, angeht.
15.08.2010 11:22 Uhr
von Jan Sebastian:
Veganer sind Extremisten und werden aus diesem Grunde niemals eine bedeutende Kraft werden können. Allein der Gedanke jedwede Tierhaltung abzulehnen ist Zeichen eines burgeoisen Wohlstandsdenkens ("Solange es gibt, kann ich verzichten") und leider viel zu kurz gedacht.
Wer ohne Tierhaltung Felder düngen und bestellen will muss zum Mineralöl greifen und das ist bald weg. Nicht sehr nachhaltig. Selbst in einem unbehandelten Gemüsebeet werden Regenwürmer vom Menschen versklavt.
Davon abgesehen ist der Mensch in manchen Gegenden der einzige Spitzenpredator, der Großtierbestände, die ganze Wälder in wenigen Jahrzehnten roden können, effektiv dezimieren und deren Schädigung eindämmen kann.
Der Mensch ist dazu verdammt in die Natur einzugreifen, mit Tieren zu arbeiten und sie auch zu töten, wenn er die Natur für sich erhalten möchte. Oder fällt jemandem spontan ein Predator ein, der allein in Europa 80 Millionen Kühe in Schach halten kann?
15.08.2010 01:27 Uhr
von Franz Wagner:
Wenn wir wirklich aufrichtig sein wollen und uns nicht um die Frage drehen möchten Veganer oder nicht, dann haben wir die Pflicht auch über eines Nachzudenken und uns bewusst zu machen - und nicht wie bisher unter den Teppich zu kehren - TIERE WERDEN FÜR UNS JEDEN TAG MISSHANDELT!
Und das auf eine unvorstellbar brutalst mögliche Art und Weise um bei McD, Nordess, Aldi & CO in einer sterilen Verpackung oder Dose (mit Wasser aufgebläht und anderen Zugaben "bereichert").
Mir ist der Klos im Hals stehen geblieben, nachdem ich die Dokumentation "Earthlings" im Internet gesehen habe. Zu finden unter:
Danach bekommt diese Diskussion schlagartig eine andere Wende!
15.08.2010 00:36 Uhr
von gonzobaba:
also ich bin jetzt fast 30 jahre vegetarier und mir bekommt es, aber ob nun ein amerikaner egal welcher herkunft darüber ein buch schreibt oder nicht ist eigentlich fast egal oder? das die massentierhaltung sowohl ethisch als auch umweltpolitisch eine katastrophe ist, gehört glaube ich in vielen köpfen längst zur allgemeinbildung. vielleicht nicht bei den amerikanern die sich steaks von klon-rindern reinziehen, aber deren entwicklung ist ja noch nicht abgeschlossen. spätestens wenn sich so etwas wie rinderwahn bemerkbar macht wird das restgehirn wieder angeschmissen. nur dann ist es wohl zu spät.
14.08.2010 12:29 Uhr
von Konventioneller Landwirt:
Foer ist meiner Ansicht nach einer der ersten, die das Problem von der Richtigen Seite her angehen. Ich kenne mich selbst sehr gut mit der modernen Landwirtschaft aus, habe aber mit Massentierhaltung nichts am Hut. Auch weil mir das einfach keinen Spaß machen will.
Wenn ich die Generation meiner Eltern sehe, da gibt es, gerade auf dem Land, drei Mal am Tag Fleisch. Man kann es sich ja leisten und arbeitet körperlich. Genauso habe ich es übrigens in China und Südostasien erlebt. Ich habe dann auch angefangen einen Tag die Woche ohne tierische Nahrung zu leben und wusste z.B. gar nicht was ich auf mein Brot machen soll.
Tierrechts-Kiddies und Leute die reflexhaft gegen jeden neuen Stall oder Schlachthof protestieren gehen entweder gegen die falschen Leute vor - die relativ "sauberen" Erzeuger in Deutschland - oder verschrecken die Mehrheit der Verbraucher mit krassen Forderungen.
Gleichzeitig wollen dann auch die wenigsten so konsequent sein und z.B. auf Hunde und Katzen als Haustiere verzichten, die, auch wenn ihr Futter z.T. nur aus Schlachtabfällen besteht, das ganze System trotzdem profitabler machen. Oder es sollte mehr Pferdefleisch verzehrt werden, dass ja letztlich nur ein Nebenprodukt des Hobbys Reiten ist. Etc.
14.08.2010 07:00 Uhr
von hongde_mogui:
Wieder ein Veganer! Scheint sich zum Lieblingsthema der TAZ zu entwickeln. Schade eigentlich. Übrigens Pflanzen sind auch Lebewesen und haben nach neuestem Wissenstand Befindlichkeiten. Wir töten sie, mahlen ihre Babys in Mühlen und und und. Pflanzen essen ist Mord und erhöht definitiv den CO2-Ausstoß. Also kein Fleisch, keine Pflanzen und das Problem hat sich durch Abschaffung der Menschheit gelöst.
14.08.2010 03:32 Uhr
von Sven O.:
Das ist es leider. Vegetarismus, wahrscheinlich auch Veganismus, ist in unserer heutigen Welt die sinnvollere Alternative zur fleischlastigen Ernährung, die immer flächendeckender wird.
Aber wenn man das nicht tolerant und mit ehrlich gemeinter Offenheit kommuniziert, sondern wie viele die ich kenne, nur mit krassen Sprüchen um sich wirft, die für die Gegenposition ohnehin nicht nachvollziehbar sind, dann bringt es nichts, ist eher sogar kontraproduktiv für die Sache.
Wenn ich als toleranter Vegetarier so manchen löblicherweise sehr aktiven, aber schrecklich engstirnigen Veganer genauer betrachte, kommt es mir oft so vor, dass es um die Sache gar nicht geht, sondern darum, dass sich das alles wie im Text gesagt für einen selbst gut anfühlt. Oft sind sie zu Selbstkritik nicht mehr in der Lage, weil sie sich selbst herrlich finden und alle anderen verdammen. Das ist schlimm, weil dann geht nichts voran.
Ich wurde von sehr einer toleranten Veganerin überzeugt. Und ich weiß, dass Vegetarismus nur die halbe Miete ist und ich arbeite daran. Trotzdem glaube ich, dass diese Szene mehr Selbstkritik verträgt. Hoffen wir mal, dass so ein Buch ein gutes Beispiel ist.
14.08.2010 01:31 Uhr
von essender:
also ab sofort nur noch grüne blätter aufs brot. käse und margarine sind ja wohl auch absolut tabu da ja dadurch mehr CO2 emittiert wird als durch eine vergleichbare menge schweinefleisch.
Leserkommentare
10.02.2012 11:11 Uhr
von Till Seh:
Auf Utopia.de hat Martin Tillich eine sehr lesenswerte Renzension zu Tiere Essen von Safran Foer geschrieben:
http://www.utopia.de/magazin/glueckliche-tote-tiere-essen-plaedoyer-fuer-bewussten-konsum-jonathan-safran-foer-buch-verlosung-fleisch-vegetarismus
03.01.2012 15:46 Uhr
von Rottweiler:
Das Buch von Volker Ellis Pilgrim : Gründe kein Fleisch zu essen ist eine Pflichtlektüre. Sehr persönlich und leicht verständlich geschrieben.
30.08.2010 17:31 Uhr
von Madlen Kobi:
Foers Buch ist spannend geschrieben und deckt alles auf, was Fleischkonsumierende gerne verdrängen.
Gleichzeitig möchte ich auf eine soziale Auswirkung unseres Fleischkonsums aufmerksam machen, die bei Foer unerwähnt bleibt: Unsere Tiere brauchen nämlich Futter, das wir oft aus Ländern des globalen Südens importieren, weil wir selber nicht genügend Anbauflächen haben. Für den Anbau von Futtermitteln wie Soja und Getreide wird Regenwald gerodet, Grossbetriebe lassen sich nieder und verdrängen mit ihrerm industriellen Anbau die Kleinbauernfamilien von ihren Fincas.
Weil das Land und das Grundwasser durch Pestizide verschmutzt werden und die Sojaindustrie kaum Arbeitsplätze anbietet, migrieren viele Bauernfamilien in die Slumviertel der Städte, wo sie in einer Armutsspirale versinken, weil sie dort nur schlechtbezahlte Jobs finden und Lebensmittel zu teuren Preisen einkaufen, weil sie diese nicht mehr von ihren Feldern beziehen können.
Wieso vergessen wir diese globalen Auswirkungen, die viele in diesem Forum schon angesprochen haben, sobald auf unserem Teller ein Steak liegt?
26.08.2010 13:02 Uhr
von Jelfry Polanco Jimenez:
Ich finde gut,wenn jemand kein Fleisch isst,aber:
was kann man machen,wenn die Tiere sehr alt sind?
Also meine Meinung ist,dass man 3 oder 4 Mal pro Woche Fleisch essen kann.
23.08.2010 15:47 Uhr
von MoSef:
Hier gibt es eine spannende Diskussion und das Buch wird verlost!
http://www.utopia.de/magazin/glueckliche-tote-tiere-essen-plaedoyer-fuer-bewussten-konsum-jonathan-safran-foer-buch-verlosung-fleisch-vegetarismus
21.08.2010 14:15 Uhr
von Bärenhunger:
@ Sven O.: Es freut mich, dass Sie auch einer toleranten Veganerin begegnet sind. Ich selbst würde mich dazu rechnen, was bedeutet, dass ich die Ernährungsweise anderer Mitmenschen respektiere, selbst wenn Sie nach Darlegung der Fakten der Ansicht sind, nichts daran ändern zu müssen. Solange ich ebenfalls respektiert werde. Denn das geschieht leider viel zu selten, denn oftmals müssen sich Veganer/innen für ihre Form der Ernährung, wie Sojakotelett richtig angemerkt hat, immer wieder rechtfertigen, was ich, da es sich zuvorderst um eine ganz persönliche Entscheidung handelt, für sehr respektlos erachte.
Im Übrigen stimme ich Sojakotelett auch darin überein, dass die absolute Mehrzahl der Veganer/innen ein "normales" Leben führt und die "missionierenden Hippie-VeganerInnen" lediglich eine verschwindend geringe Minderheit innerhalb einer bereits sehr kleinen Minorität bilden.
Dennoch gibt es solche Vertreter/innen, namentlich sei an dieser Stelle Achim Stößer genannt, der in seiner Art, andere überzeugen zu wollen, auch den allermeisten Veganer/innen hierzulande viel zu extrem ist und daher praktisch isoliert ist.
Hier seine von ihm betriebenen Websites, die man sich einmal anschauen sollte, um sich ein Bild zu machen, dann aber schnell wieder vergessen und ignorieren sollte:
http://maqi.de/
http://veganismus.de/
Stattdessen empfehle ich die Lektüre folgender Seiten, auf denen Sie sehr vielen toleranten Veganer/innen begegnen:
http://vegan.de/
http://www.berlin-vegan.de/
17.08.2010 14:37 Uhr
von petronius:
der vorschlag, weniger fleisch zu essen und dafür gutes (also nicht aus tierfabriken), ist zwar nicht neu, aber dennoch gut und wert, befolgt zu werden. auch wenn es von hardcore-vegetariern als unzureichend kritisiert wird
an Spitzen-Fruchtfleischfresser:
"Veganer ... waren schon immer eine bedeutende Kraft zu vielen Zeiten in verschiedenen Kulturen"
mit verlaub: das ist unsinn. in früheren zeiten wäre niemand auf die idee gekommen, auf tierische produkte zu verzichten. es gab schließlich noch keine mineralölprodukte, um leder, wolle, knochenleim etc. zu ersetzen
"Felder sind auch ohne Tierdung oder Mineralöl bestellbar. Sogar nachhaltig"
und wo kommen die nährstoffe dann her?
16.08.2010 18:12 Uhr
von Sojakotelett:
Es gibt weder eine "Veganer-Szene", noch sind VeganerInnen Extremisten, es ist lediglich eine Art sich zu ernähren. Es bedarf nicht einmal besonderen Aufwands, es ist nur ein Weglassen von bestimmten Lebensmitteln. Daran ist nicht besonders viel extrem.
Aus meinen bisherigen Erfahrungen bekehren VeganerInnen sehr selten, Ausnahmen bestätigen die Regel, doch viele "normalen" VeganerInnen sind oft als solche nicht zu erkennen. Vielmehr rechtfertigen sich VeganerInnen sehr oft, dafür dass sie etwas NICHT TUN, sprich Fleisch- und Milchprodukte zu essen.
Anstatt sich über die wenigen missionierenden Hippie-VeganerInnen zu empören, könnte man erstens das Buch von J.F.Foer lesen - er erklärt darin sehr sachlich und ohne die Intention zu bekehren, wie Fleisch hergestellt wird; und zweitens erst über die Auswirkungen des eigenen Konsumverhaltens nachdenken, bevor man, ohne sich je die Mühe gemacht zu haben sich darüber zu informieren woher die Dinge stammen, die man seinem Körper zuführt, andere dafür angreift, dass sie sich solche Gedanken gemacht und daraus Konsequenzen gezogen haben.
16.08.2010 11:16 Uhr
von Christian Kolberg:
Ein Buch ,das ich mir auf alle Fälle durchlesen muß. Bisher mußte ich, selbst leidenschaftlicher Fleischesser, eine Wandlung vom armen Studierenden, dessen liebster Freund die Alditheke war zum verantwortungsbewußten Einkäufer mausern, um Qualität kennenzulernen. Dazu gehört die Fleischbeschaffung "am Stück". Wer schon einmal langsam auf Wiesen herangewachsenes Rind verkostet hat, oder die Wurst und das Rippchen des glücklichen Schweines von Bauer X in Direktvermarktung, wird feststellen, daß die höheren Preise durch die Qualität und den Geschmack deutlich relativiert werden. Da lohnt es sich wirklich, zur Geldkompensation einen fleischfreien Tag die Woche einzuführen, oder wie im gut katholischen Haushalt den Freitag mit "Alternativspeisen" zu überstehen. Was ich nicht verstehe, ist, daß Wild als Fleisch auf dem Tisch noch immer Befremden auslöst, ein klassisches Herbst-Winteressen bleibt(Trotz Kühltruhen)und nicht saisonal den Jagdzeiten angepaßt auf dem Markt erscheint. Wir importieren Wild aus Gehegen in Neuseeland, anstatt das heimische "Biofleisch", das streßfrei ohne lange Transport-und Schlachtmaschinerie sein Leben beendet in der Cuisine einzusetzen. Wildschäden und überhöhte Bestände verlangen nach Reduzierung, aber das "Nebenprodukt" Fleisch von tollem Geschmack und großer Vielfalt geht für 80 Cent zum Händler oder wird Abfall, was ethisch und nach Tierschutzgesetz nicht zu vertreten ist. In diesem Zusammenhang muß die Entfremdung der Gesellschaft von der Herkunft ihrer Konsumprodukte beseitigt werden, Fleisch kommt nun mal nicht vom Supermarkt und die Milch nicht von Tetra-Pak sondern hatte mal Augen und ein trauriges Leben geführt. Vielleicht ist dann die Umkehr von der Massentierhaltung zur extensiven Landwirtschaft und die Nutzung der Biorecourcen möglich. Auch die Bioproduktepalette, die im Discount nach anfänglichem Boom immer kleiner wird, ist vom Verbraucher gesteuert! Also nicht nur moralisieren, sondern auch nicht nur nach Sonderangeboten geiern. Wer denn reelen Wert und die Produktionskosten der Landwirtschaft tierfreundlich unterstützen will, kann keine Billigprodukte kaufen. Den Profit sacken sich die Veredlerbetriebe und Vertriebe ein, der Rohstoffanteil am Preis wird immer kleiner.Auch der Fisch ist keine Alternative, die mit gutem Gewissen gekauft werden kann.
16.08.2010 00:51 Uhr
von Spitzen-Fruchtfleischfresser:
Mir fiel in letzter Zeit recht häufig auf, das Veganern der Radikalismus unterstellt wird, weswegen diese Ernährungsform dann damit begründet abgelehnt werden kann. Man wäre ja kein Extremist.
Andererseits wird dann fast im gleichen Atemzug vorgeworfen, das man nicht radikal genug wäre, und somit willkürlich handelt.
Es gibt Menschen, die lieben und beachten die Welt abseits der Zivilisation. Umgangssprachlich Natur genannt. Sie strengen sich an, ihr Handeln nach dem auszurichten, was sie lieben und achten.
Anderen Menschen ist das Außerhalb egal oder sie haben andere Prioritäten.
So einfach ist das.
@Jan Sebastian
Veganer sind genauso Menschen wie Du und ich. Sie waren schon immer eine bedeutende Kraft zu vielen Zeiten in verschiedenen Kulturen. Und neben der Bourgoisie auch in anderen Gesellschaftsschichten. Die Natur zu erhalten bedeutet Ewigkeit.
Felder sind auch ohne Tierdung oder Mineralöl bestellbar. Sogar nachhaltig. Regenwürmer sind unsere Freunde.
Unsere Fähigkeit, Spitzenpredator zu sein, hat uns dahin gebracht, wo wir jetzt sind. Mit allen Annehmlichkeiten, die ich hoch schätze. Zum Beispiel Möbel aus Holz und Ähnliches. Diese Fähigkeit wird uns jedoch ins Verderben stürzen, wenn wir sie nicht ablegen.
Dann sind wir alleine mit 80 Millionen Kühen.
(in Europa)
15.08.2010 23:20 Uhr
von WhiskeyBernd:
@Jan:
Wenn man bedenkt, wieviel Getreide, Soja, Wasser und Anbauflächen für die Tierhaltung verschwendet werden, ist es total lächerlich, Veganern vorzuwerfen, dass sie aus "zu viel Wohstand verzichten". Fleich zu essen ist übermäßiger Wohlstand, nicht, es zu boykottieren.
Ach übrigens: Du wirst es kaum glauben, aber es gibt auch Dünger ohne Mineralöl und Kuhkot.
@hongde_mogui:
Das Problem hierbei ist, das für die Mast viel viel viel mehr Pflanze benötigt wird als für eine pflanzliche Ernährung. Für 1 KG Fleisch bis zu 16 KG Pflanzen. Also wäre demnach eine rein pflanzliche Ernährung viel moralischer ;).
Generell find ich es hier ein Witz, wie die ökologischen Probleme von einigen Kommententatoren völlig ausgelassen werden. Die immer weiter führende Regenwaldrohdung, die Verschmutzung des Grundwassers und der Luft. Ach - bevor mal wieder jemand meint, für Soja wird der Regenwald zerstört - exakt, und zwar für das Futter der Massentierhaltung. Dies verschlingt 90 % des weltweiten Sojaanbaus - mal abgesehen davon, wieviel hungernden Menschen man damit das Leben retten könnte.
15.08.2010 22:53 Uhr
von Nicht-extremistischer Veganer:
Der Artikel lädt zum Lesen des Buches ein.
Vor allem die bornierten Kommentatoren, die beim Thema Vegetarismus/Veganismus als erstes aufschreien, sollten auch mal einen Blick in dieses Buch werfen.
Die englische Version hat bei Amazon 14*5 Sterne. Soooo schlecht kann das Buch also nicht sein.
15.08.2010 15:44 Uhr
von vic:
Ich esse keine Tiere - Nie.
Ihr anderen, fresst was ihr wollt und lasst mich in Ruhe, so wie ich euch in Ruhe lasse.
15.08.2010 14:38 Uhr
von Männe:
Ich finde es gut, dass in dieser Richtung diskutiert wird.
Es ist eben eine Lüge, dass Fleisch ein Stück Lebenskraft ist. Diese Losung hilft nur der Fleischindustrie. Die Leute sollen "fressen".
Da der größte Teil unserer Jugend nicht gebildet ist, wird eben auch Gammelfleisch vertilgt.
Die Medizin hat richtig dargestellt, dass der Fleischverzehr zu riesigen gesundheitlichen Problemen führt. Das wollen aber die Menschen nicht wissen und machen in dem alten Trott weiter, bis es eines Tages zu spät ist.
Jeder sollte nach seiner eigenen Fasson leben keine Frage, sich aber durch eine falsche Ernährung zu schädigen, dafür sollte man sein Bewußtsein schon einstellen.
Fakt ist, dass durch diese Ernährungsweise über 62% der Deutschen fettleibig geworden ist, besonders die jungen Mädchen. Wie gesagt, man muss durch seine Ernährung nicht ethische Ziele verfolgen, wäre allerdings zu begrüßen, die eigene Gesundheit sollte einem auch wichtig sein.
15.08.2010 13:32 Uhr
von Antonietta:
Billig soll das Fleisch sein, den es wird immer weniger Wert auf Qualität gelegt, wenn man dadurch Einsparungen erreichen kann. Doch das geht nur, wenn sehr viele Tiere von möglichst wenig Arbeitskräften am Leben gehalten werden und das geht nur, wenn Tiere möglichst schnell aufwachsen und schlachtreif werden. Fleisch ist also billig, weil Tiere in Massentierhaltungen ein elendes Leben führen müssen.
15.08.2010 12:39 Uhr
von www.schnitzel-ist-out.de:
Massentierhaltung ist ein Verbrechen an Tier und Natur
15.08.2010 12:06 Uhr
von Susanna:
Toller Artikel, aber nur einmal die Woche weniger Fleisch essen ist nun wirklich nicht radikal, diese Tipps gibt es schon seit 20 Jahren und niemand macht es.
In meinen Augen fehlt es eher an grundlegendem Verständnis der Gesamternährungs - und Umweltsituation. Das hat mit Moral nix zu tun eher mit Ethik - natürlich ist es ethischer überhaupt kein Tier zu töten also auch kein artgerecht gehaltenes, aber es wäre doch ein absolut notwendiger Schritt überhaupt aus der ABSOLUT UNWÜRDIGEN Massentierhaltung rauszukommen.
Wenn mans genau betrachtet ist die Milchgewinnung mit ständig aufrechterhaltender Säugefunktion der Kuh oder ständig eierlegende Hühner auch nicht wirklich natürlich oder eben ethisch, aber irgendwo muss man mal anfangen.
Aber wenn dann die Ökos ,aus erfahrenem Widerstand versteht sich, immer dafür plädieren nicht zu deutlich und klar aufzuklären könnte ich mich immer amüsieren.
Wenn ich mir überlege wie die Leute durch die Medien hauptsächlich natürlich durch die Werbung im Prinzip stetig massiv manipuliert werden ( das ist ja kein Geheimnis, die besten Werbeleute könnten auch Psychologen sein) was sie zu essen haben und was gut ist oder zumindest cool, dann darf und muss zum Teil ziemlich deutlich argumentiert werden was gesunde genussvolle Ernährung und vorallem ein gesundes Ökosystem, das ja alle Menschen betrifft, angeht.
15.08.2010 11:22 Uhr
von Jan Sebastian:
Veganer sind Extremisten und werden aus diesem Grunde niemals eine bedeutende Kraft werden können. Allein der Gedanke jedwede Tierhaltung abzulehnen ist Zeichen eines burgeoisen Wohlstandsdenkens ("Solange es gibt, kann ich verzichten") und leider viel zu kurz gedacht.
Wer ohne Tierhaltung Felder düngen und bestellen will muss zum Mineralöl greifen und das ist bald weg. Nicht sehr nachhaltig. Selbst in einem unbehandelten Gemüsebeet werden Regenwürmer vom Menschen versklavt.
Davon abgesehen ist der Mensch in manchen Gegenden der einzige Spitzenpredator, der Großtierbestände, die ganze Wälder in wenigen Jahrzehnten roden können, effektiv dezimieren und deren Schädigung eindämmen kann.
Der Mensch ist dazu verdammt in die Natur einzugreifen, mit Tieren zu arbeiten und sie auch zu töten, wenn er die Natur für sich erhalten möchte. Oder fällt jemandem spontan ein Predator ein, der allein in Europa 80 Millionen Kühe in Schach halten kann?
15.08.2010 01:27 Uhr
von Franz Wagner:
Wenn wir wirklich aufrichtig sein wollen und uns nicht um die Frage drehen möchten Veganer oder nicht, dann haben wir die Pflicht auch über eines Nachzudenken und uns bewusst zu machen - und nicht wie bisher unter den Teppich zu kehren - TIERE WERDEN FÜR UNS JEDEN TAG MISSHANDELT!
Und das auf eine unvorstellbar brutalst mögliche Art und Weise um bei McD, Nordess, Aldi & CO in einer sterilen Verpackung oder Dose (mit Wasser aufgebläht und anderen Zugaben "bereichert").
Mir ist der Klos im Hals stehen geblieben, nachdem ich die Dokumentation "Earthlings" im Internet gesehen habe. Zu finden unter:
http://video.google.com/videoplay?docid=6361872964130308142
Danach bekommt diese Diskussion schlagartig eine andere Wende!
15.08.2010 00:36 Uhr
von gonzobaba:
also ich bin jetzt fast 30 jahre vegetarier und mir bekommt es, aber ob nun ein amerikaner egal welcher herkunft darüber ein buch schreibt oder nicht ist eigentlich fast egal oder? das die massentierhaltung sowohl ethisch als auch umweltpolitisch eine katastrophe ist, gehört glaube ich in vielen köpfen längst zur allgemeinbildung. vielleicht nicht bei den amerikanern die sich steaks von klon-rindern reinziehen, aber deren entwicklung ist ja noch nicht abgeschlossen. spätestens wenn sich so etwas wie rinderwahn bemerkbar macht wird das restgehirn wieder angeschmissen. nur dann ist es wohl zu spät.
14.08.2010 12:29 Uhr
von Konventioneller Landwirt:
Foer ist meiner Ansicht nach einer der ersten, die das Problem von der Richtigen Seite her angehen. Ich kenne mich selbst sehr gut mit der modernen Landwirtschaft aus, habe aber mit Massentierhaltung nichts am Hut. Auch weil mir das einfach keinen Spaß machen will.
Wenn ich die Generation meiner Eltern sehe, da gibt es, gerade auf dem Land, drei Mal am Tag Fleisch. Man kann es sich ja leisten und arbeitet körperlich. Genauso habe ich es übrigens in China und Südostasien erlebt. Ich habe dann auch angefangen einen Tag die Woche ohne tierische Nahrung zu leben und wusste z.B. gar nicht was ich auf mein Brot machen soll.
Tierrechts-Kiddies und Leute die reflexhaft gegen jeden neuen Stall oder Schlachthof protestieren gehen entweder gegen die falschen Leute vor - die relativ "sauberen" Erzeuger in Deutschland - oder verschrecken die Mehrheit der Verbraucher mit krassen Forderungen.
Gleichzeitig wollen dann auch die wenigsten so konsequent sein und z.B. auf Hunde und Katzen als Haustiere verzichten, die, auch wenn ihr Futter z.T. nur aus Schlachtabfällen besteht, das ganze System trotzdem profitabler machen. Oder es sollte mehr Pferdefleisch verzehrt werden, dass ja letztlich nur ein Nebenprodukt des Hobbys Reiten ist. Etc.
14.08.2010 07:00 Uhr
von hongde_mogui:
Wieder ein Veganer! Scheint sich zum Lieblingsthema der TAZ zu entwickeln. Schade eigentlich.
Übrigens Pflanzen sind auch Lebewesen und haben nach neuestem Wissenstand Befindlichkeiten. Wir töten sie, mahlen ihre Babys in Mühlen und und und. Pflanzen essen ist Mord und erhöht definitiv den CO2-Ausstoß.
Also kein Fleisch, keine Pflanzen und das Problem hat sich durch Abschaffung der Menschheit gelöst.
14.08.2010 03:32 Uhr
von Sven O.:
Das ist es leider. Vegetarismus, wahrscheinlich auch Veganismus, ist in unserer heutigen Welt die sinnvollere Alternative zur fleischlastigen Ernährung, die immer flächendeckender wird.
Aber wenn man das nicht tolerant und mit ehrlich gemeinter Offenheit kommuniziert, sondern wie viele die ich kenne, nur mit krassen Sprüchen um sich wirft, die für die Gegenposition ohnehin nicht nachvollziehbar sind, dann bringt es nichts, ist eher sogar kontraproduktiv für die Sache.
Wenn ich als toleranter Vegetarier so manchen löblicherweise sehr aktiven, aber schrecklich engstirnigen Veganer genauer betrachte, kommt es mir oft so vor, dass es um die Sache gar nicht geht, sondern darum, dass sich das alles wie im Text gesagt für einen selbst gut anfühlt. Oft sind sie zu Selbstkritik nicht mehr in der Lage, weil sie sich selbst herrlich finden und alle anderen verdammen. Das ist schlimm, weil dann geht nichts voran.
Ich wurde von sehr einer toleranten Veganerin überzeugt. Und ich weiß, dass Vegetarismus nur die halbe Miete ist und ich arbeite daran. Trotzdem glaube ich, dass diese Szene mehr Selbstkritik verträgt. Hoffen wir mal, dass so ein Buch ein gutes Beispiel ist.
14.08.2010 01:31 Uhr
von essender:
also ab sofort nur noch grüne blätter aufs brot. käse und margarine sind ja wohl auch absolut tabu da ja dadurch mehr CO2 emittiert wird als durch eine vergleichbare menge schweinefleisch.