Thilo Weichert über den Kampf gegen Facebook
"Die Übertölpelung der Nutzer"
Schleswig-Holsteins oberster Datenschützer will das größte soziale Netzwerk Facebook dazu bringen, sich an europäisches Recht zu halten. 2011 machte er bloß den Anfang.von Ilka Kreutzträger
Leserkommentare
24.03.2012 13:56 Uhr
von Emil:
Die Arroganz und Selbstgerechtigkeit dieses "Datenschützers" und einiger seiner Kollegen ist nicht mehr auszuhalten. Ich will mit meinen Daten machen können, was ich will - nicht was ein Herr Weichert will, das mit meinen Daten passiert oder nicht passiert. Und wenn ich entscheide, meine Daten Facebook zu überlassen, dann entscheide ich es. Diese "Datenschützer" aber schwingen sich zu Diktatoren des Internet-Zeitalters auf.
24.03.2012 13:56 Uhr
von Bitbändiger:
Respekt für Herrn Weichert, dass er sich das antut. Leider wird er scheitern - weil die Nutzer nicht einfach übertölpelt "werden", sondern nach Übertölpelung förmlich schreien. Und weil sie - viel schlimmer noch - von der Internet-Wirtschaft, von inzwischen nahezu allen (auch seriösen) Medien, wie z.B. der taz, und sogar von staatlichen Internet-Auftritten (wie z.B. der Landesregierung Schleswig-Holstein) darin bestärkt werden, "dass man facebook braucht".
Die Nutzer-Köderung folgt einem bewährten Muster:
- Ein unter technischen Aspekten wirklich hervorragendes Kommunikationssystem wird "kostenlos" zur Verfügung gestellt.
- Ab einer bestimmten Anzahl von Nutzern entsteht - gerade bei Kindern und Jugendlichen - ein gewaltiger sozialer Druck zum "Mitmachen".
- Das System ist proprietär konstruiert; kommunikative Beziehungen mit der "Außenwelt" sind ohne Medienbruch nicht möglich.
- Bei hoher Nutzerzahl erliegen die Informationsanbieter (Wirtschaft, Medien etc.) dem Druck, den Nutzern diesen Kommunikationspfad zu eröffnen - durch Beitritt zu (und damit massiver Werbung für!) facebook.
- Facebook-Verweigerer - wie ich - werden damit von jeglicher Kommunikation, soweit sie auf facebook verlagert wird, zunehmend abgechnitten. Viele werden diesem sozialen Druck nicht standhalten.
- Jeder Regulierungsversuch ist unter diesen Umständen zum Scheitern verurteilt: Da der Krake in den USA, also einem de facto rechtsfreien Raum, angesiedelt ist, hätte er ausschließlich kommerziellen Druck in Form sinkender Nutzerzahlen zu fürchten. Dies würde aber intelligente und problembewusste Nutzer voraussetzen.
24.03.2012 13:56 Uhr
von Neo:
Großer Respekt für den Schleswig-Holsteiner Datenschützer.
Literaturtipp: Roman 1984 von George Orwell geschrieben 1948
Neo, die Unbestechlichen
01.01.2012 12:14 Uhr
von Andreas:
Lieber Emil, genau das ist doch das Problem. Sie sollen doch mit ihren Daten machen dürfen was SIE wollen - und es sollen eben nicht einfach Daten über Sie gesammelt werden (was sie meist nicht einmal merken) und diese dann für Werbung, Bonitätsanfragen, Karriere (oder eben halt auch nicht) im Beruf etc. verwendet werden. Und genau darum geht es: Das SIE und nicht irgendein Unternehmen (egal ob es facebook, google oder blablapupps heißt) bestimmen können was mit IHREN Daten passiert.
Aber das sie dies augenscheinlich nicht verstehen - das erfreut oben genannte Firmen sehr. Je Dümmer der Datenlieferer ist - umso besser. Übrigens: ich nutze auch Facebook (privat und geschäftlich), ich habe auf meinen Web-Seiten auch facebook, google+ und twitter Buttons. Aber nicht den vorgefertigten Müll der Anbieter mit dem alles und jeder erfasst wird, sondern eine selbstgemachte Lösung die eben nicht Daten über Ihr Verhalten im Internet sammelt nur weil Sie auf einer Webseite sind (die eigentlich mit facebook überhaupt nichts zu tun hat).
Es ist totaler Blödsinn facebook und co verbieten zu wollen und zu verdammen - aber es ist mindestens genauso großer blödsinn einfach alles von facebook und co als toll zu bezeichnen und alle die was dagegen sagen zu verdammen.
31.12.2011 16:24 Uhr
von Emil:
Die Arroganz und Selbstgerechtigkeit dieses "Datenschützers" und einiger seiner Kollegen ist nicht mehr auszuhalten. Ich will mit meinen Daten machen können, was ich will - nicht was ein Herr Weichert will, das mit meinen Daten passiert oder nicht passiert. Und wenn ich entscheide, meine Daten Facebook zu überlassen, dann entscheide ich es. Diese "Datenschützer" aber schwingen sich zu Diktatoren des Internet-Zeitalters auf.
30.12.2011 01:30 Uhr
von Bitbändiger:
Respekt für Herrn Weichert, dass er sich das antut. Leider wird er scheitern - weil die Nutzer nicht einfach übertölpelt "werden", sondern nach Übertölpelung förmlich schreien. Und weil sie - viel schlimmer noch - von der Internet-Wirtschaft, von inzwischen nahezu allen (auch seriösen) Medien, wie z.B. der taz, und sogar von staatlichen Internet-Auftritten (wie z.B. der Landesregierung Schleswig-Holstein) darin bestärkt werden, "dass man facebook braucht".
Die Nutzer-Köderung folgt einem bewährten Muster:
- Ein unter technischen Aspekten wirklich hervorragendes Kommunikationssystem wird "kostenlos" zur Verfügung gestellt.
- Ab einer bestimmten Anzahl von Nutzern entsteht - gerade bei Kindern und Jugendlichen - ein gewaltiger sozialer Druck zum "Mitmachen".
- Das System ist proprietär konstruiert; kommunikative Beziehungen mit der "Außenwelt" sind ohne Medienbruch nicht möglich.
- Bei hoher Nutzerzahl erliegen die Informationsanbieter (Wirtschaft, Medien etc.) dem Druck, den Nutzern diesen Kommunikationspfad zu eröffnen - durch Beitritt zu (und damit massiver Werbung für!) facebook.
- Facebook-Verweigerer - wie ich - werden damit von jeglicher Kommunikation, soweit sie auf facebook verlagert wird, zunehmend abgechnitten. Viele werden diesem sozialen Druck nicht standhalten.
- Jeder Regulierungsversuch ist unter diesen Umständen zum Scheitern verurteilt: Da der Krake in den USA, also einem de facto rechtsfreien Raum, angesiedelt ist, hätte er ausschließlich kommerziellen Druck in Form sinkender Nutzerzahlen zu fürchten. Dies würde aber intelligente und problembewusste Nutzer voraussetzen.
29.12.2011 20:18 Uhr
von Neo:
Großer Respekt für den Schleswig-Holsteiner Datenschützer.
Literaturtipp: Roman 1984 von George Orwell geschrieben 1948
Neo, die Unbestechlichen