• 28.04.2009

Themengewichtung im Öffentlich-Rechtlichen

Klinsmann-TV statt Schweinegrippe

Was? Schweinegrippe? Das Erste sendet lieber ein Spezial zum Klinsmann-Rauswurf. Wie Gerhard Delling nichts Neues berichtet und RTL zum Bildungsfernsehen wird.von Boris Rosenkranz

  • 29.04.2009 13:05 Uhr

    von Yakitora:

    " . . . und hatte darin nichts zu berichten, was nicht schon tagsüber auf allen Kanälen rauf- und runtergenudelt wurde. "

    Das ZDF-special zur "Schweinegrippe" hatte auch nichts weiter zu sagen, was man nicht schon den lieben langen Tag im Radio gehört oder im Web gelesen hätte, dito die specials zu Kölner Archiv, Amoklauf usw. Und was die specials abends bringen, kann man am nächsten Morgen in komprimierter Form noch mal in der Zeitung nachlesen.
    Mal dumm gefragt, wer braucht solche "specials" überhaupt?

  • 29.04.2009 08:07 Uhr

    von eilsabeth:

    das ist nun wirklich oberpeinlich für die taz sich so gehen zu lassen. muss eine verantwortliche zeitung sich wirklich mit solchen mitteln über einen ungeliebten fussballtrainer auslassen ? es gibt immerhin zwei öffentlich-rechtliche fernsehsender, und wenn der eine schon über schweinegrippe berichtet, kann der andere ja auch was anderes machen, klinsmann, finanzkrise, ... und schließlich hat der fussball wie sonst nichts einen sommer lang die massen zum public viewing auf die strassen gebracht, was ja gar nicht so scheisse war, also warum nicht nun über den weiteren verlauf dieser angelegenheit berichten ?
    ich bin enttäuscht von der taz.

  • 29.04.2009 01:03 Uhr

    von vic:

    Das Dilemma ist doch, ich glaube wirklich dass Klinsmann mehr Quote bringt als "irgendwelche" Probleme.
    Qualität gab´s dafür im Zweiten!
    Dunja Hayali und Henning Mankell in Afrika.
    Absolut sehenswert.

  • 29.04.2009 00:55 Uhr

    von Jack Salinger:

    Wie man sieht: die Schweinegrippe macht auch vor den Fernsehmachern nicht halt. Erst BSE, also Gehirnzersetzung, und nun das. Was kommt als nächstes: Bayern München wird nicht mal Meister, und dann gibts ne Rostbratwürstl-Seuche?

  • 29.04.2009 00:24 Uhr

    von Anna:

    Hallo,
    igendwie liesst sich dies wie ein Privat-Blog. Journalistisch ausgefeilt klingt das nicht, eher nach wie in 10 Minuten hingeschmiert.

    Zum Inhalt: lesen Sie doch einfach die Schweinegrippe-"Faktenlisten" im Netz nach, da gibts schon genug.
    Oder brauchen Sie bewegte Bilder von leuten mit mundschutz und Mikroskopaufnahmen des Virus um die Lage besser einschätzen zu können?

    Hier ein recht informativer Link (zwischen den Zeilen lesen ist erwünscht!):

    http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews[tt_news]=2880&tx_ttnews[backPid]=3&cHash=41f5579d57.

    Abgesehen davon weiss ich nicht was weniger relevant ist, Kliensmann-Dauerschleifen oder Seuchenwarnung-Dauerschleifen.

    Cheers

  • 29.04.2009 00:18 Uhr

    von Benjamin Sourlier:

    achach! von der taz hätte ich da ein bisschen mehr erwartet, als sich darüber aufzuregen, dass es noch Medien gibt, die eine Alternative zum kollektiven Weltuntergangshype anbieten. Da ist folgender Artikel schon lesenswerter:
    http://www.tagesanzeiger.ch/meinungen/dossier/kolumnen--kommentare/Die-chronische-Katastrophe/story/10886313

  • 28.04.2009 23:11 Uhr

    von rolf obermeier:

    und das jetzt wo die taz selber einen sport schwepunkt integriert hat. echt ärgerlich das es trotzdem nicht reicht.

  • 28.04.2009 20:15 Uhr

    von Heiko Tollkien:

    Irgendwie hängen die beiden dramatischen Ereignisse zusammen, und haben somit dringend notwendige Präsenz in den deutschen TV-Sendern:
    Die wesentliche Frage wird doch sein, ob der "Schweini" vom FCB am Wochenende in der BL auflaufen darf, oder ob er, nachdem er auf 72 Grad erhitzt, in Quarantäne muß!?

    Und warum muß ich als Spamschutz "huhn" (Vogelgrippe grüßt) eintippen und nicht "schwein"?

  • 28.04.2009 20:00 Uhr

    von ...aber bitte bleiben Sie ruhig!:

    Das Erste hat völlig richtig gehandelt und macht es leider nicht konsequent genug. Wenn ich mir die internationale Presse anschaue, ist Deutschland mal wieder das einzige Land der Welt, das Alarmismus betreibt. Genauer gesagt, die Deutsche Presse. Von morgends bis abends eine 1-er Meldung, gefolgt mit den abschließenden Worten "aber bitte keine Panik". Ganz toll, liebe Presse. Die Schweinegrippe gehört zwar in die Nachrichten, aber ganz nach hinten.

  • 28.04.2009 19:38 Uhr

    von Jens H.:

    Nun ja, ob mir ein ARD-Spezial zur Schweinegrippe nun wirklich weitergeholfen hätte, wage ich mal zu bezweifeln. Wahrscheinlich wäre da auch nichts berichtet worden, "was nicht schon tagsüber auf allen Kanälen rauf- und runtergenudelt wurde." Also isses doch eigentlich schietegal, worüber ein Spezial gemacht wird. Denn wirklich schlauer und besser informiert war ich nach sowas noch nie. Hauptsache es gibt überhaupt ein Spezial, sonst isses doch irgendwie langweilig, oder? Von mir aus auch über irgendeinen umgefallenen Reissack in China. Denn wenn ein Spezial kommt, weiß ich: Es ist Ausnahmezustand irgendwo auf dieser Welt. Und den habe ich dann live in meinem Wohnzimmer - ganz easy, ganz sauber und echt exklusiv. Zeitzeuge sein bei 'ner Tüte Chips und 'ner Dose Bier, super! Da stören die dauernd zusammenbrechenden Live-Schalten überhaupt nicht - im Gegenteil. Die gehören möglicherweise fest zum ausgeklügelten Konzept.

  • 28.04.2009 18:18 Uhr

    von Martin:

    Ungeachtet der Frage, ob die Berichterstattung bezüglich der Schweinegrippe nicht auch ein Stück weit Panikmache darstellt, und per se reduziert werden sollte, fällt mir besonders ein Fakt auf:
    Einerseits darüber beschweren, die ARD würde nur "berichten, was [...] schon tagsüber auf allen Kanälen rauf- und runtergenudelt wurde". Aber im gleichen Atemzug fordern, dass die ARD den selben Inhalt abspulen soll, wie ZDF, RTL und alle weiteren, die auch nichts neues zu berichten wussten. Diese Logik nachzuvollziehen fällt mir schwer.

  • 28.04.2009 17:22 Uhr

    von Simon:

    Das selbe ist mir gestern auf N24 und NTV aufgefallen. Die Zeitverteilung war folgende: Zuerst eine Stunde Sondersendung über Klinsi und danach dann - also die 3 Minuten bis zur vollen Stunde - die Meldung über die Schweinegrippe.

    Interessant was da die Sender für Prioritäten haben.

  • 28.04.2009 17:21 Uhr

    von Martin:

    Schämt Euch doch selber mit der "Entscheidung des Tages" zum Thema Fußball!

  • 28.04.2009 17:20 Uhr

    von Matthias Roman Schneider:

    Man sollte diese vermeindliche "Schweinegrippe" nicht überinterpretieren. Es ist gegeben, dass in einer Stadt wie Mexico-City in der 24 Millionen Menschen leben, so etwas wie eine Grippe-Epedemie umgehen kann. Dass Urlauber, oder Besucher der Stadt dann krank in fernen Landen aus der Maschine steigen, ist auch nichts übernatürliches. Fakt ist doch, dass es in der Medizin garkeine einwandfreien und vor allem genaue oder fehlerfreie Methoden zur Feststellung eines Bestimmten "Grippe-Viruses" gibt. Somit ist doch nicht einmal gesagt, dass die Verstorbenen, allesamt am selben Erreger zu leiden hatten, wenn die Methodik der Medizin ein Virus nicht einhundertprozentig verstellen kann. Darüberhinaus scheint gänzlich vergessen zu werden, dass "sich gewundert würde, dass die am vermeidlichen Virus Erkrankten außerhalb von Mexiko, in den USA und Kanada, wesentlich schwächere Symptome aufiesen. Daraus liese sich schließen, dass in Deutschland mit einem noch fortschrittlicheren Gesundheitswesen, auch mit ungenauer Festlegung des Erregers, kaum ein erhötes Risiko zu bestehen hat, als würde man an einer gewöhnlichen Grippe erkranken.
    - Man kann sich natürlich darüber lustig machen, dass gerade ein großer öffentlich-rechtlicher Sender einen Trainerrausschmiss in der Bundesliga vorzieht.. mit Sicherheit. Aber man sieht das doch schon fast lieber als diese übertriebene spekulative Panikmache, die sonst die Medien schon wieder dominiert. Wie bei jeder fragwürdigen Pandemie. Die Berichterstattungen sind bisweilen zusätzlich noch so sehr mit Lücken und Halbwahrheiten gespickt, dass man gar nicht mehr weiß was man glauben will und kann. Das ganze riecht fast schon wieder nach einem allgemeinen Aufruf der Pharmaindustrie, um rechtzeitig zur Inf-Saison die neuen Produkte an den Mann zu bekommen.
    - Daher ist es besser mit einem fundierten Spezial vielleicht ein wenig zu warten, bis man denn eine wirkliche Botschaft an die Öffentlichkeit hat; die dann möglicherweise lauten würde: Entwarnung für Mitteleuropa, Mexikanische Grippe keine Gefahr, da man ja das dreckige Wort "Schwein" bei dem jetzt akuten Hygienewahn nicht mehr in den Mund nemen möchte.

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