The Stooges in der Hall of Fame

Der letzte Rocker

ABBA, Genesis und The Stooges sind in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden. Sänger Iggy Pop bedankte sich mit Stinkefinger.

Gimme Danger? Iggy Pop beim Dankeskonzert am Montag. Bild: ap

NEW YORK apd | Mehr als 30 Jahre nach Welterfolgen wie "Waterloo", "Knowing Me, Knowing You" oder "Dancing Queen" ist die schwedische Popgruppe ABBA in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden. "Ich spreche für alle von uns, wir sind zutiefst geehrt", sagte Ex-Bandmitglied Benny Andersson bei der Zeremonie am Montag im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel. Dieselbe Ehre wurde unter anderen auch den britischen Rockbands Genesis und The Hollies, dem Reggae-Musiker Jimmy Cliff und den Punkrock-Vorläufern The Stooges um Iggy Pop zuteil.

Ex-ABBA-Sängerin Anni-Frid Lyngstad wies auf ihren Enkel im Publikum und sagte, dieser sei zwar selbst Heavy-Metal-Musiker, dennoch möge er auch die Musik seiner Großmutter. Eine Enttäuschung hielt Lyngstad allerdings für die Fans bereit: Sie erklärte, die 1982 aufgelöste Band werde niemals mehr gemeinsam auftreten. Immerhin kamen die Zuschauer aber in den Genuss eines Viertels von ABBA - Andersson spielte am Piano, während Countrystar Faith Hill "The Winner Takes It All" sang.

Eröffnet wurde der Aufnahmereigen mit Genesis, deren Laudatio Anastasio hielt. Schon als Teenager habe er die Alben von Genesis gekauft, sagte der Phish-Gitarrist, der mit seiner Band auch gleich mit den Genesis-Titeln "Watcher Of The Skies" und "No Reply At All" auftrat - eines aus der Zeit mit Peter Gabriel als Sänger, das andere aus den Jahren mit Drummer Phil Collins am Mikrofon. Gabriel fehlte am Montag. Sein früherer Bandgenosse Mike Rutherford erklärte, Gabriel lasse sich entschuldigen, und zwar aus gutem Grund: "Er geht gerade auf Tour."

Die Laudatio auf The Hollies hielt Steve Van Zandt, der Gitarrist von Bruce Springsteen. Er würdigte die "exquisiten englischen Harmonien" der beiden Sänger Allen Clarke und Graham Nash, die vielleicht nur von den Beatles übertroffen worden seien. Die Band selbst trat am Montag mit ihren 60er-Jahre-Hits "Bus Stop" und "Carrie-Anne" auf.

Der aus Haiti stammende Wyclef Jean würdigte den Jamaikaner Jimmy Cliff, der als einer der ersten Reggae-Musik ins Ausland exportierte. Zu Cliffs Hits zählen "The Harder They Come" oder "Many Rivers to Cross". Jean sagte, er habe die Lieder so gemocht, dass er einige von ihnen in Kirchenlieder umgeschrieben habe, damit sein Vater es erlaubte, dass sie im Gottesdienst gesungen wurden. Cliff sei sein Ansporn und seine Inspiration aus der Karibik gewesen.

The Stooges gaben sich als echte Rocker, allen voran Pop, der das Publikum mit seinem Mittelfinger grüßte und sein Hemd noch vor seinem Auftritt mit "Search And Destroy" auszog. Doch zugleich wirkten die Musiker zutiefst gerührt über die Ehre, in die Ruhmeshalle des Rocks mit Sitz in Cleveland aufgenommen zu werden. "Hier sind viel Macht und Geld (versammelt)", sagte Pop. Wenn die Branche die richtigen Entscheidungen treffe, werde sie am Leben bleiben. "Musik ist Leben, und Leben ist kein Geschäft."

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