Der Abhörskandal der Telekom weitet sich noch mehr aus: Auch DGB-Chef Sommer ist betroffen. Telekom-Vorstandschef Obermann entschuldigt sich.

Die Telekom interessiert sich scheinbar sehr für die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. Bild: dpa
BERLIN dpa/taz Und noch immer ist die Spitzelaffäre der Deutschen Telekom nicht vollständig aufgedeckt: Neben Arbeitnehmervertretern der Telekom sind auch die Telefondaten von DGB-Chef Michael Sommer aufgezeichnet und ausgewertet worden.
Sommer selbst sagte der Financial Times Deutschland, dass Telekom-Chef Obermann ihn darüber informiert habe, dass seine Verbindungsdaten durchleuchtet worden seien. Die Deutsche Telekom bestätigte am Dienstag in Bonn, dass die Telefondaten von "mehreren Aufsichtsräten" der Arbeitnehmerseite ausgewertet worden sind. Neben DGB-Chef Michael Sommer gehöre auch Lothar Schröder, Vizechef des Telekom-Aufsichtsrates, zu den Betroffenen. Schröder und Sommer hatten mit elf weiteren aktiven und ehemaligen Arbeitnehmervertretern aus dem Aufsichtsrat des Telekom-Konzerns Ende Mai Strafanzeige gestellt, um als Prozessbeteiligte Einblick in die Akten zu bekommen.
"Das, was ich bislang erfahren habe, habe ich von Herrn Obermann erfahren", sagte Sommer am Mittwoch im Deutschlandfunk. Der Telekom-Vorstandsvorsitzende habe sich bei ihm entschuldigt. "Damit ist der eine Teil erledigt, der andere Teil ist natürlich: Der Fakt bleibt, dass ich abgehört worden bin, beziehungsweise dass meine Verbindungsdaten überprüft worden sind." Sommer betonte, dass sich ein solcher Fall nicht wiederholen dürfe. "Niemand darf in diesem Land über dem Gesetz stehen. Und das gilt auch für die Deutsche Telekom."
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