Die Telekom hat eine Quote beschlossen: Bis 2015 sollen 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt sein - auch der Telekom-Vorstand. Frauenministerin Schröder ist jetzt in der Zwickmühle.
Quoten schaden der Gleichberechtigung. Mit einer solchen wird gezwungener Maßen davon ausgegangen, dass zumindest ein Teil der Frauen nicht wegen ihrer Fähigkeiten, sondern wegen der Quote in dem Job ist. Und wer steht schon voll hinter einem Vorgesetzten, den er (oder sie) für nicht hinreichend qualifiziert hält? Insofern passt auch die Aussage von "eine Quote macht uns besser": Denn die Frauen im Vorstand müssen jetzt das doppelte leisten, damit auch alle überzeugt sind, dass sie wegen ihrer Fähigkeiten dort vertreten sind.
Ein anderer Punkt hat mich allerdings auch schockiert - man begründet die "Notwendigkeit" mit den 60% Frauen in "Wirtschaftlichen Studiengängen". Eh, hallo, ist die Telekom nicht auch ein Technologie-Unternehmen? Und eben da gibt es (leider) nahezu 0% Frauen. Dürfte also den Techniker-Anteil in der Chefetage noch weiter senken...
16.03.2010 01:05 Uhr
von Tanko:
Gerade durch so eine explizite Quote, wie auch durch sprachliche Vergewaltigungen wie Bundeskanzlerin, findest erst recht eine Separierung der Geschlechter statt. Man muss Frauen einstellen, man muss auf das Geschlecht achten. Genau das sollte man aber durch Emanzipationspolitik verhindern, man soll eben nicht mehr auf das Geschlecht (Genus) achten. (nicht das einer noch auf den Gedanken kommt, ich sei emanzipativ restriktiv). Deshalb bin ich eigentlich der Quote in der Berufswelt eher abgeneigt. Viel mehr sollte man doch die Wurzel des Problems angehen, was in diesem Falle wohl die Einstellung vieler Männer ist, die natürlich schon in der Erziehung konstituiert wird. Aber auch bei Frauen, Feministinnen a la Alice Schwarzer können einem gestohlen bleiben. Emanzipation statt Feminismus. Dazu gehört auch die Veränderung des Mutterschutzes und der Wehrpflicht. Das musste ich mal eben zu dieser späten Stunde loswerden.
Zur Telekom: Immer mehr verloren gegangene Kunden drängt die Telekom kreativ zu werden, um eine positive Medienpräsenz zu erfahren. Sicherlich ist dieses Unterfangen hauptsächlich von ökonomischer statt sozialer Natur.
15.03.2010 21:02 Uhr
von Roman Urich:
"Hier handelt es sich nicht um die Einführung der Frauenquote aus feministisch/emanzipatorischen Gründen, sondern es geht um rein wirtschaftliche Interessen! Das finde ich sehr schade."
Ich lache mich schlapp. Auf die wirtschaftlichen Interessen zu achten ist also "sehr schade"? Nach ihrer Logik könnte ein Unternehmen auch zu Grunde gehen. Hauptsache der "feministische/emanzipatorische" Auftrag ist erfüllt.
15.03.2010 19:49 Uhr
von zeitlos:
Man sieht allein schon an den Parteien wie ungerecht eine Quote ist. Der Anteil der Frauen in der Partei beträgt ca. 30 %. Der Vorstand soll jedoch einen Frauenanteil von 40 %, in manchen Parteien sogar 50% haben. ??? Wenn bei dieser Quotenregelung ein Mann in eine Partei eintritt, ist die Chance nach oben zu kommen geringer als bei einer Frau.
15.03.2010 18:00 Uhr
von Teleweg:
Nach dem statistischen Bundesamt sind seit Jahren 51 % der deutschen Bevölkerung weiblich, 51% der Studienabsolventen sind weiblich, 41% der Promotionen gehen an Frauen. Und da wird es - Jahre nach dem erbärmlicherweise erforderlichen Gleichstellungsgesetz - gefeiert, wenn 30% der Führungspositionen eines Konzerns an Frauen gehen sollen?! Wie rückständig und konservativ sind wir eigentlich? es soll Länder in Europa geben, in denen den Unternehmen verbindlich vorgeschrieben ist, dss 50% der Fürhungspositionen an Frauen zu vergeben sind, und es soll sogar funktionieren! Wer sagt mir, dass die 30%-Quote nicht nur deswegen angekündigt wird, weil Frauen im Durchschnitt immer noch wesentlich weniger verdienen als Männer in gleichen Positionen? Dieser Verdacht liegt nahe angesichts der Aussage, das Unternehmen würde hierdurch besser - sprich: gewinnbringender!
15.03.2010 17:36 Uhr
von HamburgerX:
Ich habe es schon an anderer Stelle gesagt: Frauenquoten sind völliger Unsinn. Sie bedeuten nichts anderes, als dass im Zweifelsfall nicht die Qualifikation, sondern das Geschlecht entscheidet.
Das ist Diskriminierung unter dem Deckmantel feministisch-ideologischer Irrlehren.
Frauenquoten sind genau so angebracht, wie Kleine-Männer-Quoten (Größere Männer verdienen im Durchschnitt mehr), Hautfarben-Quoten (Migranten sind in Dax-Vorständen unterrepräsentiert) und Linkshänderquoten (Rechtshänder machen ebenfalls öfter Karriere) usw.
Damit werden Unternehmen nicht besser, sondern können sich allenfalls mit irgendeinem Etikett Image-Mehrwert erkaufen.
15.03.2010 17:06 Uhr
von Hans D.:
Mein Gott, was für ein hirrissiger Quatsch !
15.03.2010 15:27 Uhr
von Schau hin:
"Mit mehr Frauen an der Spitze werden wir einfach besser" Es ist ja super eine Frauenquote einzuführen, aber nur weil das Unternehmen dann "besser wird" also aus reinen Profitgründen diesen Schritt zu gehen, hat für mich einen sehr fahlen Beigeschmack! Wieder mal geht es eigentlich darum, mehr Gewinne einzufahren! Hier handelt es sich nicht um die Einführung der Frauenquote aus feministisch/emanzipatorischen Gründen, sondern es geht um rein wirtschaftliche Interessen! Das finde ich sehr schade.
15.03.2010 15:17 Uhr
von Aus Haching:
Wie man die Sache dreht oder wendet, gut sieht die Telekom dabei nicht aus:
Entweder die Auswahlprozesse der Telekom waren in der Vergangenheit geschlechtsdiskrimierend, das wäre bei der Größe des Unternehmens und angesichts der Gesellschaferstruktur im Jahre 4 nach dem AGG kein Ruhmesblatt.
Oder die Auswahlprozesse waren nicht geschlechtsdiskrimierend, dann führt die Quote dazu, dass in Zukunft weniger qualifizierte Personen befördert werden als in der Vergangenheit.
P.S. Eine Quote für den Vorstand kann allenfalls der Aufsichtsrat oder die Hauptverstammlung beschließen - nicht der Vorstand selbst.
15.03.2010 13:04 Uhr
von Wiesewittel:
Ruft nicht eine Frauenquote immer wieder unnötigen Widerspruch hervor. Seid doch mal ehrlich und benennt es endlich wie es auch der Realität entspricht, "Männerquote". Wenn die Meldung lauten würde: Die Telekom hat beschlossen, ihre Männerquote bis 2015 auf 70 Prozent der Führungspositionen zu senken, das würde doch schon ganz anders klingen. Dann können alle, die gegen eine Quotenregelung sind, auch diesem Abbau reinen Herzens zustimmen.
Leserkommentare
16.03.2010 10:38 Uhr
von TheK:
Quoten schaden der Gleichberechtigung. Mit einer solchen wird gezwungener Maßen davon ausgegangen, dass zumindest ein Teil der Frauen nicht wegen ihrer Fähigkeiten, sondern wegen der Quote in dem Job ist. Und wer steht schon voll hinter einem Vorgesetzten, den er (oder sie) für nicht hinreichend qualifiziert hält? Insofern passt auch die Aussage von "eine Quote macht uns besser": Denn die Frauen im Vorstand müssen jetzt das doppelte leisten, damit auch alle überzeugt sind, dass sie wegen ihrer Fähigkeiten dort vertreten sind.
Ein anderer Punkt hat mich allerdings auch schockiert - man begründet die "Notwendigkeit" mit den 60% Frauen in "Wirtschaftlichen Studiengängen". Eh, hallo, ist die Telekom nicht auch ein Technologie-Unternehmen? Und eben da gibt es (leider) nahezu 0% Frauen. Dürfte also den Techniker-Anteil in der Chefetage noch weiter senken...
16.03.2010 01:05 Uhr
von Tanko:
Gerade durch so eine explizite Quote, wie auch durch sprachliche Vergewaltigungen wie Bundeskanzlerin, findest erst recht eine Separierung der Geschlechter statt. Man muss Frauen einstellen, man muss auf das Geschlecht achten. Genau das sollte man aber durch Emanzipationspolitik verhindern, man soll eben nicht mehr auf das Geschlecht (Genus) achten. (nicht das einer noch auf den Gedanken kommt, ich sei emanzipativ restriktiv). Deshalb bin ich eigentlich der Quote in der Berufswelt eher abgeneigt. Viel mehr sollte man doch die Wurzel des Problems angehen, was in diesem Falle wohl die Einstellung vieler Männer ist, die natürlich schon in der Erziehung konstituiert wird. Aber auch bei Frauen, Feministinnen a la Alice Schwarzer können einem gestohlen bleiben. Emanzipation statt Feminismus. Dazu gehört auch die Veränderung des Mutterschutzes und der Wehrpflicht. Das musste ich mal eben zu dieser späten Stunde loswerden.
Zur Telekom:
Immer mehr verloren gegangene Kunden drängt die Telekom kreativ zu werden, um eine positive Medienpräsenz zu erfahren. Sicherlich ist dieses Unterfangen hauptsächlich von ökonomischer statt sozialer Natur.
15.03.2010 21:02 Uhr
von Roman Urich:
"Hier handelt es sich nicht um die Einführung der Frauenquote aus feministisch/emanzipatorischen Gründen, sondern es geht um rein wirtschaftliche Interessen! Das finde ich sehr schade."
Ich lache mich schlapp. Auf die wirtschaftlichen Interessen zu achten ist also "sehr schade"? Nach ihrer Logik könnte ein Unternehmen auch zu Grunde gehen. Hauptsache der "feministische/emanzipatorische" Auftrag ist erfüllt.
15.03.2010 19:49 Uhr
von zeitlos:
Man sieht allein schon an den Parteien wie ungerecht eine Quote ist. Der Anteil der Frauen in der Partei beträgt ca. 30 %. Der Vorstand soll jedoch einen Frauenanteil von 40 %, in manchen Parteien sogar 50% haben. ??? Wenn bei dieser Quotenregelung ein Mann in eine Partei eintritt, ist die Chance nach oben zu kommen geringer als bei einer Frau.
15.03.2010 18:00 Uhr
von Teleweg:
Nach dem statistischen Bundesamt sind seit Jahren 51 % der deutschen Bevölkerung weiblich, 51% der Studienabsolventen sind weiblich, 41% der Promotionen gehen an Frauen. Und da wird es - Jahre nach dem erbärmlicherweise erforderlichen Gleichstellungsgesetz - gefeiert, wenn 30% der Führungspositionen eines Konzerns an Frauen gehen sollen?! Wie rückständig und konservativ sind wir eigentlich? es soll Länder in Europa geben, in denen den Unternehmen verbindlich vorgeschrieben ist, dss 50% der Fürhungspositionen an Frauen zu vergeben sind, und es soll sogar funktionieren!
Wer sagt mir, dass die 30%-Quote nicht nur deswegen angekündigt wird, weil Frauen im Durchschnitt immer noch wesentlich weniger verdienen als Männer in gleichen Positionen? Dieser Verdacht liegt nahe angesichts der Aussage, das Unternehmen würde hierdurch besser - sprich: gewinnbringender!
15.03.2010 17:36 Uhr
von HamburgerX:
Ich habe es schon an anderer Stelle gesagt: Frauenquoten sind völliger Unsinn. Sie bedeuten nichts anderes, als dass im Zweifelsfall nicht die Qualifikation, sondern das Geschlecht entscheidet.
Das ist Diskriminierung unter dem Deckmantel feministisch-ideologischer Irrlehren.
Frauenquoten sind genau so angebracht, wie Kleine-Männer-Quoten (Größere Männer verdienen im Durchschnitt mehr), Hautfarben-Quoten (Migranten sind in Dax-Vorständen unterrepräsentiert) und Linkshänderquoten (Rechtshänder machen ebenfalls öfter Karriere) usw.
Damit werden Unternehmen nicht besser, sondern können sich allenfalls mit irgendeinem Etikett Image-Mehrwert erkaufen.
15.03.2010 17:06 Uhr
von Hans D.:
Mein Gott, was für ein hirrissiger Quatsch !
15.03.2010 15:27 Uhr
von Schau hin:
"Mit mehr Frauen an der Spitze werden wir einfach besser"
Es ist ja super eine Frauenquote einzuführen, aber nur weil das Unternehmen dann "besser wird" also aus reinen Profitgründen diesen Schritt zu gehen, hat für mich einen sehr fahlen Beigeschmack! Wieder mal geht es eigentlich darum, mehr Gewinne einzufahren! Hier handelt es sich nicht um die Einführung der Frauenquote aus feministisch/emanzipatorischen Gründen, sondern es geht um rein wirtschaftliche Interessen! Das finde ich sehr schade.
15.03.2010 15:17 Uhr
von Aus Haching:
Wie man die Sache dreht oder wendet, gut sieht die Telekom dabei nicht aus:
Entweder die Auswahlprozesse der Telekom waren in der Vergangenheit geschlechtsdiskrimierend, das wäre bei der Größe des Unternehmens und angesichts der Gesellschaferstruktur im Jahre 4 nach dem AGG kein Ruhmesblatt.
Oder die Auswahlprozesse waren nicht geschlechtsdiskrimierend, dann führt die Quote dazu, dass in Zukunft weniger qualifizierte Personen befördert werden als in der Vergangenheit.
P.S. Eine Quote für den Vorstand kann allenfalls der Aufsichtsrat oder die Hauptverstammlung beschließen - nicht der Vorstand selbst.
15.03.2010 13:04 Uhr
von Wiesewittel:
Ruft nicht eine Frauenquote immer wieder unnötigen Widerspruch hervor. Seid doch mal ehrlich und benennt es endlich wie es auch der Realität entspricht, "Männerquote". Wenn die Meldung lauten würde: Die Telekom hat beschlossen, ihre Männerquote bis 2015 auf 70 Prozent der Führungspositionen zu senken, das würde doch schon ganz anders klingen. Dann können alle, die gegen eine Quotenregelung sind, auch diesem Abbau reinen Herzens zustimmen.
15.03.2010 12:16 Uhr
von Quoty:
Wieso 30% und nicht 50%?