• 27.07.2010

Technoszene über Loveparade

"Raver sind nicht bekloppt"

Die Protagonisten der Technoszene, Monika Kruse, WestBam und Anton Waldt, über das Desaster in Duisburg, die Verurteilung der Raver und die Schlamperei der Organisatoren.von Frauke Böger / Matthias Lohr / Anton Waldt

  • 16.08.2010 12:48 Uhr

    von Dominik:

    @Pecuchet
    Die Veranstaltung weiterlaufen zu lassen war die einzig sinnvolle Variante. Oder meinen Sie ernsthaft es wäre eine gute Idee gewesen alles abzubrechen und den Besuchern zu sagen: Es gab ein Unglück im Tunnel, deswegen brechen wir nun ab. Geht jetzt bitte alle gleichzeitig durch den zu kleinen Tunnel nach Hause.

    Wohl eher nicht. Bei einem Unglück und erst Recht wenn die Gefahr besteht, dass es ausser Kontrolle gerät, muss das Konzert weitergehen. Nicht um das Recht auf Feiern hochzuhalten, sondern um Menschenleben zu schützen.

    @Trainspotter
    Seltsamer Kommentar. Was genau hat Dr Motte mit dem ganzen zu tun? Er war schon seit einigen Jahren nicht mehr an der Love Parade beteiligt. Oder wollten Sie damit sagen, dass es prinzipiell keine Grossveranstaltungen mehr geben darf?

    Zum Thema Totentanz, siehe oben. Nicht aufzulegen ist unverantwortlich in so einer Situation.

  • 30.07.2010 03:31 Uhr

    von anton waldt:

    @ jörg:

    Die "ganz normale" Schlamperei soll hier nur sagen: dass nicht die "schlampige Rave-Kultur" in die Katastrophe geführt hat, sondern profanere Ursachen (Geltungsbewustsein, Gier, you name it ...).

    Über das tatsächliche Ausmaß der Schlamperei sollte es dagegen nichts sagen.

    peace!

  • 28.07.2010 13:25 Uhr

    von Pecuchet:

    Seltsam gehässiger Kommentar von Trainspotter. Die Vorstellung, das DJs, die dies als Beruf ausüben, vor ihren Auftritten auch noch eine Sicherheitsabnahme des Veranstaltungsortes durchführen sollen, finde ich gelinde gesagt weltfremd.

    Ich denke, West Bam hat mit seinen Bemerkungen recht. Warum hat man die Veranstaltung noch stundenlang weiterlaufen lassen? Ich kann das nicht verstehen, da wird anscheinend unterstellt, die Besucher wären ein Haufen partysüchtiger Bekloppter, die ihr Recht auf Fun um jeden Preis durchsetzen würden und, die, hätte man sie mit ruhigen und vernünftigen Worten informiert, völlig ausgeflippt wären.

    Ich habe den Eindruck, die Veranstalter und die Verantwortlichen der Stadt haben in einer Art Schock die Sache weiterlaufen lassen, weil sie nicht wahrhaben wollten oder konnten, was sie angerichtet haben. Psychologisch ist das verständlich, aber es war dennoch falsch. Die Szenerie der weiterwummernden Musik mit Lighshow und einigen Tanzenden direkt am Ort einer Katastrophe war unwirklich und wirkte sehr pietätlos.

  • 28.07.2010 12:01 Uhr

    von Jörg:

    Das war keine "ganz normale Schlamperei bei der Durchführung einer Großveranstaltung" Hallo! Wenn diese desaströse Vorbereitung Normalität gewesen sein sein soll, sagt das genug. Eine solche Verharmlosungstendenz erinnert mich an den Besucher im TV, der mehr den Stimmungseinbruch bedauernd als die Katastrophe davon sprach, daß seine Stimmung, nachdem er von den Toten erfuhr, "ein bißchen" gedämpft worden sei.

  • 28.07.2010 11:30 Uhr

    von p3t3r:

    zu behaupten die 1,4 millionen menschen seien alles raver gewesen, ist ja wohl auch übertrieben.

    ich denke da waren ganz "normale" menschen da, die auch auf jede kirmes oder fest gehen würden

    und klamotten mit musik zu vergleichen, trainspotter, ist auch zu weit hergeholt

  • 28.07.2010 05:26 Uhr

    von Georg:

    Und was wäre passiert, wenn nichts passiert wäre und die Veranstaltung nicht statt gefundnden hätte? die, die jetzt die schuld bei den jeweils anderen suchen, hätten den duisburger verantwortlichen Provinzialität vorgehalten. Im Lichte so vieler Toter bei einer L O V E P A R A D E sollte ma das Licht aus machen. Punkt. Alles andere ist verlogen.

  • 27.07.2010 15:47 Uhr

    von Trainspotter:

    So deutlich die Schuld bei den Veranstaltern liegt, finde ich doch dass es sich die Stars der Szene zu leicht machen. Sie deligieren die Verantwortung an diejenigen, die nicht wie sie Spezialisten fürs Musikalische sondern Spezialisten fürs Organisatorische sind, denen vertrauen sie blind.Setzen sich nicht selbst wenigstens im Groben mit den örtlichen Bedingungen auseinander. Irgendein Partymensch lobte im Vorfeld die tolle Tunnel-Lösung, alle Beteiligten nahmen sie bewusst oder unbewusst in Kauf. Dr. Motte liess wissen, er werde bald auf einem weiteren Grossevent auflegen, da organisieren wieder seine Vertrauensleute; Westbam hätte sich wohl breitschlagen lasssen, zum Totentanz aufzulegen, hätte er nur mal die richtigen Platten dabei gehabt. Ob er auch nicht zur Beerdigung geht, weil er gerade die richtigen Klamotten nicht dabei hat? Abgeschottetes Bewusstsein und Tunnelblick pur.

  • 27.07.2010 14:30 Uhr

    von Fandorin:

    Ich mochte die LoveParade noch nie und ich mochte solche Aufläufe von Menschenmassen noch nie. Aber trotz Antipathie hätte ich selbst in meiner tiefsten Techno-Hass-Phase solch menschenverachtende Argumente nicht zum Besten gegeben! Ich muß Anton Waldt voll recht geben.

    Die Schuld den Jugendlichen zu geben ist einfach nur zynisch und Geschmacklos! Wenn die Stadt "aufgeppt" wird sind "drogensüchtige Raver" in Ordnung, da meckert auch das wertkonservative Bürgertum nicht. Passiert eine Kathastrophe heißt es dann plötzlich, WIR wußten es schon immer. Jaja die 68iger. Zu denen nebenbei gesagt der CDU Bürgermeister von Duisburg, der die Veranstaltung schließlich wollte, kaum hinzugezählt werden kann.

    Die in Ungnade gefallene Medien-Hofschranze Herman, vergisst plötzlich ihren Anstand und wettern öffentlich über die Akzeptanz des "allgemeinen Sittenverfalls", um sich hinterher besonders glaubwürdig bei den Opfern zu entschuldigen.

    Ihnen etwas von "Werten", "gegenseitigem Respekt" vorzuträllern und sie zwecks religiöser Gehirnreinigung in ihr smartes Studio einzuladen.

    Liebe T-Fans, werdet falls ihr es nicht seid, aktiv und wehrt euch gegen wertkonservativ geschönte Vorurteile!!!!

  • 27.07.2010 14:09 Uhr

    von Bernd Goldammer:

    Bitte nicht herunterspielen! Quadratmeter der Veranstaltungsfläche geteilt durch erwartete Besucher und schon hätte man, ganz ohne Panik-Beraterhonorar, wissen können, wann Kapazitätsgrenzen erreicht sind.
    Die Aufnahmefähigkeit der vorgesehenen Fluchtwege und ihre Durchlässigkeit gehören doch auch zum kleinen Einmaleins für Veranstalter. Veranstalter, Duisburger Rathausmitarbeiter, Polizei und Feuerwehr, alle haben irgendwann mal Abitur gemacht. Deshalb glaube ich: Die "Parade der Liebe" fiel unterschiedlichsten Formen der Skrupellosigkeit zum Opfer. "Gier frisst Hirn", ein altes Sprichwort bestätigt sich in Duisburg auf grauenvolle Weise. Das Desaster wurde aber auch möglich, weil es eben nicht reicht, Bedenken anzumelden und die Zettel hinterher der Presse zu zeigen. Verhindern wäre die Beamtenpflicht gewesen! Jedes Gericht hätte bei dieser organisatorischen Unreife das Stoppsignal geschalten. Oder?

  • 27.07.2010 13:28 Uhr

    von Raver99:

    Wie raver sind nicht bekloppt? Soll das ne Beleidigung sein?
    HYPER HYPER DANCE OR DIE
    Doppelt sehen!!!

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