Taz deckt Glühbirnenverschwörung auf
Verehrt, verraten und verglüht
Tausend Stunden und mehr nicht! So dekretierte einst das Elektrokartell die Lebensspanne der Glühbirne. Ein Frevel. Denn die Lichtspenderin ist in Uterusform gegossene Perfektion.von Helmut Höge
Leserkommentare
23.02.2011 17:54 Uhr
von peter:
test of service..
23.02.2011 17:53 Uhr
von Lighthouse:
Stimmt, von Yarramalong,
aber Energi-Sparen von verbot ist noch Weniger...
(auf englisch, mit referenzen)
ceolas.net/#li171x
using USA Dept of Energy data references
Under 1% overall energy savings from efficiency regulations on incandescent lights.
17.02.2011 10:08 Uhr
von Yarramalong:
In den Kommentaren kommt das Wort Qualität kaum vor. Die Glühlampe steht für eine bestimmte Qualität des Lichts und des Leuchtmittels, mit der man über 100 Jahre leben gelernt hat. Selbst die Halogenlampe, die auch eine Glühlampe ist, kommt da nicht mit. Sie hat eine andere Qualität (höhere Farbtemperatur, viel höhere Helligkeit, kleinere Abmessungen der leuchtenden Fläche), die in bestimmten Fällen (z.B. Erzeugung von Brillanz) von Bedeutung ist, in anderen wiederum nicht.
Nicht umsonst gibt es Zehntausende Formen von Leuchtmitteln. Dass man ausgerechnet eine davon verbieten will, die überall in der Architektur und in Möbeln etc. Eingang gefunden hat, zeugt eher von Aktionismus. Gespart wird kaum etwas.
In Deutschland wird etwa 10% des Stroms für Licht verbraucht. Da die Glühlampe in Arbeitsumgebungen kaum noch anzutreffen ist, in der öffentlichen Beleuchtung ebenfalls nicht, handelt es sich energiepolitisch gesehen um eine Marginalie. Hingegen ballert die Beleuchtung von Büros 40% des dort verbrauchten Stroms weg, davon mehr als die Hälfte auf den Teppich. Und dieser Verbrauch wurde durch eine Norm im Jahre 2002 um mindestens 20%, für viele Anwendungen bis 100% erhöht. Die EU sollte lieber dies unter die Lupe nehmen.
31.12.2010 01:27 Uhr
von Macrozoff:
Man kann eben nur Prudukte die eigentlich keiner so
richtig will (EnergieSparLampe), für teueres Geld,
an "den Mann bringen" wenn man die Produkte die
gefragt sind (Glühlampen), aber an denen man nur
wenig verdient, (durch die EU) verbieten lässt.
Jetzt spart man Strom und die Energierversorger
können ein paar Kraftwerke abschalten und die
CO2-Lizenzen weiter verkaufen.
Kein bischen in der CO2-Bilanz gespart.
Die Entsorgungskosten der ESL's werden dann natürlich
der Allgemeinheit in Rechnung gestellt.
PFUI - TEUFELSZEUG
28.12.2010 22:42 Uhr
von Marx:
Wir sollten damit beginnen unsere kaputten Energiesparlampen vor den Umweltämtern zu zertöppern, alternativ im geschlossenen Umschlag zerbröseln und an die jeweiligen Ämter per Post verschicken. Damit tragen wir die Umweltfreundlichkeit in die Räume der Behörden.
Angeblich ist das bisschen Quecksilber ja so Umweltfreundlich und völlig ungefährlich......
16.12.2010 23:46 Uhr
von Schweickhardt:
.. ich habe volle Sympatie für heatball und hoffe sehr, dass man die arogante EU Gesetztgebung richtig gut abwatschen kann.
EU hat ein "notorisches demokratisches Defizit" wie Peter Gauweiler schreibt.
Wir brauchen noch viele Zwergenaufstände!
15.11.2010 02:35 Uhr
von Franz Heinz:
Die Lobby der Leuchtstofflampenindustrie hat mit wer weiß was für Mitteln bei der EU erreicht, dass die mit verhältnismäßig wenig Energie und Rohmaterial herstellbaren Glühlampen durch die mit so vielen Nachteilen behafteten sogenannten Energiesparlampen ersetzt werden müssen, weil die Energiesparlampenindustrie aus ihren Fertigungsanlagen noch so viel wie möglich Profit schlagen will, ehe bald die LED-Beleuchtung bezüglich Lichtleistung, Farbtemperatur und Preis als wahre Energiespar-Alternative zur Glühlampe entwickelt sein wird.
23.10.2010 00:55 Uhr
von Wolfgang Apfeld:
DANKE für den taz-Artikel !!!
Weder das eine noch das andere der avisierten Leuchtmittel kann jemals eine echte Glühbirne wirklich ersetzen, denn das menschliche Auge ist entwicklungsbiologisch an ein sonnenähnliches „Glühlicht“ angepaßt.
Es widerspricht dem gesunden Menschenverstand den Alltag von 500 Millionen Europäern - durch das totale Verbot der Glühbirne - zu verdunkeln.
Dabei stehen weder Sicherheit
noch gesundheitlichen Risiken auf dem Spiel.
Eine Marktwirtschaftliche Lösung des Problems
wäre für uns alle hilfreich.
Der europäische Verbraucher soll und wird frei entscheiden, welche Beleuchtung er nutzen will.
Aber er muß weiterhin entscheiden können !!!
Oder sollte die Erfahrung des Jahres 1989
für ganz Europa umsonst gewesen sein ?
Mit freundlichem Gruß
Wolfgang Apfeld
16.10.2010 21:49 Uhr
von GTO:
Selten einen so abstrusen, zusammengeschusterten Artikel gelesen...
Glühlampen halten natürlich länger, wenn sie mit geringerer Spannung betrieben werden - oder wenn der Faden für eine höhere Spannung konzipiert wurde. Die Folge ist dann ein noch rotstichigeres Licht und ein noch schlechterer Wirkungsgrad. Quasi ein Heizgerät. (Siehe Heatball.de)
Die EU-Verordnung hat immerhin bewirkt, dass Halogenlampen inzwischen 30 % statt 20 % sparsamer sind als normale Glühbirnen, einfach durch Verwendung von Wärmeschutzglas als Umhüllung.
Das Märchen, dass Leuchtstofflampen beim Einschalten unverhältnismäßig viel Strom brauchen, kann jeder, der ein Strommessgerät kauft oder ausleiht, leicht widerlegen. Aber wozu, es gibt ja die "Urban-Legend". Auch wird immer wieder von Leuchtstofflampen berichtet, die angeblich nach wenigen Monaten kaputt waren, kann ich nicht bestätigen. Die Kompaktleuchtstofflampen, die ich besitze, haben sehr lange überlebt oder leben noch, aber ich benutze sie nicht mehr, weil ich von der Lichtleistung, die mit der Zeit auch noch stark nachlässt, nicht begeistert war. Ich setze jetzt Röhren ein, die es in Industriequalität mit jeder gewünschten Lichtfarbe und vielen "Wattagen" gibt. Die einzige Leuchtquelle, die mich überhaupt nicht überzeugen konnte, waren bisher aber die Kryptonlampen. Die gingen wirklich am laufenden Band kaputt, zum Teil schon nach 4 Monaten. Wirklich schlechter als normale Glühlampen und das zum bis zu fünffachen Preis.
Im Übrigen können Sie auch mit einer LED-Taschenlampe in den Abstellraum gehen oder eine solche dort installieren. Wenn Sie hochwertige Akkus dafür verwenden, werden Sie lange Freude daran haben.
16.10.2010 17:55 Uhr
von Paul:
Auf YouTube: Rettet die Glühbirne
www.youtube.com/watch?v=osQgObgwlSM
16.10.2010 03:26 Uhr
von Peter Aleff:
Ein weiterer und bisher unter den Teppich gefecter Nachteil der fluoreszierenden Lampen ist deren hohe Ausstrahlung von blauem Licht in genau der Wellenlaenge von 435.8 nanometer die den groessten Augenschaden verursacht. Kinder und Jugendliche sind dafuer besonders empfindlich denn ihre Augen haben noch nicht den Schutz der aelteren und mehr vergilbten Augen. Fruehe Bestrahlung der Netzhaut mit diesem blauen Licht ist deshalb eine sehr wahrscheinliche Ursache fuer die Epidemik von "Macular Degeneration" die jetzt besonders die Leute betrifft die als erste Generation unter fluoreszierenden Lampen in ihren Klassenraeumen aufwuchsen. Siehe meine Webseite http://retinopathyofprematurity.org/maculardegeneration.htm zur Dokumentation dieser Kurzbeschreibung. Siehe auch http://retinopathyofprematurity.org/01summary.htm fuer den Einfluss dieser Lampen auf das Baby-Blenden durch die Epidemik von "retinopathy of prematurity" die erst mit der Einfuehrung der fluoreszierenden Lampen begann.
03.01.2009 18:40 Uhr
von Michael:
Ist mit "Fet des Lichts" Chanukka 1926 gemeint? Oder die Ausstellung "Berlin im Licht", die war 1928?
Zum Thema: ich frage mich, warum bei einem "Verbraucher", der 80% der zugeführten Energie in Wärme umsetzt, überhaupt disktutiert wird.
Mal ehrlich, welcher normale Mensch würde ein Auto fahren, das 30 l/100km verbraucht, aber nur max. 30 km/h fährt?
26.12.2008 12:20 Uhr
von Müller-Goldenstedt:
Der beste Artikel in der TAZ seit langer Zeit.Aber ich lese unregelmäßig und regelmäßig das ND.
Die müssen sich jetzt auch mal anstrengen.
Aber einige Fragen:
Glühbirne energetisch besser aber nicht als Energiesparlampe ?
Glühbirne haltbarer trotz Kartell-gibt`s die ?
Und last but not least:
Glühbirne verbieten den TFT-elektronischen Fotorahmen erlauben und massenhaft produzieren:
da stimmt etwas überhaupt nicht!!!
25.12.2008 17:40 Uhr
von Knorf:
Ein Hoch auf die Glühbirne :)
Günstig in der Herstellung, schadstoffarm und formschön anzusehen. Leider hat sie ihre Lobbyarbeit vernachlässigt und so müssen wir bald teure, schadstoffintensive und kalte Sparlampen ertragen. Aber das ist nicht so schlimm. Wir Menschen haben schon schlimmeres überlebt. Naturkatastrophen, Kulturkastastrophen und die Wildecker Hetzbuben.
25.12.2008 09:41 Uhr
von Jens Borger:
Mit „Energiesparen“ hat das Verbot herzlich wenig zu tun, es sollen ja auch nicht alle Glühbirnen verboten werden – nur die Billigen. Teurere Halogenbeleuchtung spart – auch wenn gern der Eindruck vermittelt wird – keine Energie, denn technisch sind es auch nur „Glühlampen“.
Und ob es der Umwelt hilft und tatsächlich Energie spart, wenn ich die 40W Glühlampe in meiner Abstellkammer, die nur kurze Zeit, meist weniger als 5 Min. berennt und so im Jahr vielleicht auf 10 Betriebsstunden kommt, ist mehr als fraglich – zumal die Ersatzlösungen bei der Produktion einen höheren Energieverbrauch verursachen und/oder nicht gerade für kurze Betriebszeiten geeignet sind. (Überall, wo Licht über Stunden brennt verwende ich Leuchtstofflampen).
Nein, dieses Verbot nutzt Umweltpopulisten, die ihre eigene Konzeptlosigkeit hinter diesem blinden Aktionismus verbergen wollen – und der Beleuchtungsindustrie, die schließlich auch die erheblich teureren Ersatzlösungen verkauft. So stelle ich schon mal die Prognose auf, dass dieses Verbot nicht zu einem messbaren Rückgang des Energieverbrauchs führen wird, der doch eigentlich das Ziel sein sollte. Oder?
24.12.2008 14:43 Uhr
von blogage.de:
Die ZEIT hatte das schon 1999: http://www.zeit.de/stimmts/1999/199933_stimmts_gluehbir
24.12.2008 07:52 Uhr
von krater:
@max:
zumindest im winter seher ich hier kein großes energiespar-potential durch die abschaffung der glühbirne , weder in privaten haushalten noch in möbelhäusern .
was die glühbirne nicht an heizleistung hat muß die heizung bringen , auch wenn diese das etwas effizienter erledigt , so ist nicht die gesamte elektrische energie die mit einer anderen technologie eingespart wird wirkliche ersparnis...
leider fällt diese tatsache meist unter den tisch
24.12.2008 07:50 Uhr
von Peter Schweigert:
Ein bisschen mehr Glühbirnenforschung wäre für die Taz durchaus förderlich. Sonst ist die Gefahr groß, dass die Taz vollkommen im Mainstream strandet.
24.12.2008 06:10 Uhr
von ess.er:
Erlischen - lekker! Aber muss es nicht heissen:
Erlauschen? Erlochen? oder gar: Erlachen?
24.12.2008 03:01 Uhr
von alcibiades:
Mag sein, Max, aber in einem Artikel Pynchon, Marinetti, Walter Rathenau, den Siemens-Konzern und Birgit Breuel unterzubringen (Lenin?), ist einfach l'art pour l'art. Allein deswegen hab ich gerade spontan beschlossen, in meiner 30er-Jahre-Küchenlampe den guten alten Leuchtdraht am Leben zu lassen - da passen eh keine Energiesparlampen rein, ich hab's ausprobiert. Und, Herr Höge: Ich glaub Ihnen kein Wort! ;)
23.12.2008 23:17 Uhr
von trystero:
Brillanter investigativer Journalismus, aber was wird aus dem Neuen Loten Folum?
23.12.2008 18:26 Uhr
von H. Strobel:
Mit Verlaub, 150000 Stunden sind 17 Jahre. Außerdem sollte man dazusagen, dass eine Steigerung der Lebensdauer immer mit einem Mehraufwand in der Produktion und, was für den Normalverbraucher schwerer wiegt, einem um 50% höheren Stromverbrauch bei gleicher Leuchtkraft verbunden ist. Um die Leuchtkraft einer üblichen (1000-Stunden)-100W-Glühbirne zu erhalten bräuchte man also 150W, das entspricht bei einem üblichen Strompreis von 0,20 Euro/kWh Mehrkosten von 10 Euro in 1000 Stunden oder 1500 Euro in 150000 Stunden, wovon man sich ca. 700 konventionelle Glühbirnen kaufen kann, die insgesamt (700-150)*1000=550000 Stunden länger brennen als die 150000-Stunden-Birne, die man sich eingespart hat. Ganz zu schweigen natürlich von dem ökologischen Unsinn, 50% mehr Leistung ungenutzt flöten gehen zu lassen. Des Weiteren sind Halogenlampen auf dem Markt, die bei gleicher Lichtausbeute und gleichem Strombedarf länger leben oder alternativ bei gleichem Strombedarf mehr Lichtausbeute haben.
Und:
Was hat man von der Uterusform, wenn man sie in einer dekorativen Lampe versteckt hält und sie einem dafür das Geld aus der Tasche zieht?
23.12.2008 17:56 Uhr
von Max:
schön geschrieben, gut recherchiert,
in meiner Wahrnehmung aber schon 20 Jahre zu lang am Markt, dieses Energieverschwendungsteil.
Bin immer wieder erstaunt wer von meinen Freunden anscheinend das x-te mal so was nachkauft, in manchen Berliner Möbelhäusern zB. verbrennt so viel Energie, dass um das verglühte Geld das Personal verdoppelt werden könnte.