Taz-Serie "Soziale Stadt" (10)
Putztruppe im Arme-Leute-Kiez
Das Projekt "Task Force Okerstraße" polarisiert: Die Befürworter hoffen, dass Sozialarbeiter, Polizei und Ämter zusammen die massiven sozialen Probleme im Neuköllner Schillerkiez in den Griff bekommen.von Jan Mohnhaupt
Leserkommentare
17.03.2010 13:58 Uhr
von neukoelln:
was ist denn das für ein scheissartikel?! gehts noch, die frau schmiedeknecht so unkritisch die argumente zu übernehmen? ein wenig recherche und ein wenig sensibilität für die tragweite solcher politischen prozesse würden da helfen...
10.03.2010 18:08 Uhr
von Icke:
Das Problematische ist vor allem das die Vermieter die Mieten ins unermessliche Treiben können sobald die Gegend besser wird bzw. Szene. Durch die Festlegung einer Höchstmiete pro Quadratmeter könnte sichergestellt werden das sich die Bevölkerung gleichmäßiger Verteilt. Dies hätte aus verschiedenen Gesichtspunkten heraus sogar große Vorteile ( Integration, Bildung). Problematisch ist jedoch definitiv das, bei der jetzigen Form der Gentrifizierung, schlussendlich nicht mehr die ursprüngliche Bevölkerung in den betroffenen Kiezen wohnt. Statt dessen werden diese durch Gruppen mit größerem Einkommen nach und nach komplett verdrängt. Immoment entwickelt sich die Situation in Berlin, nach Sicht des Autors, so das die ärmeren Bevölkerungsruppen in die Außenbezirke "gedrängt" werden. Langfristig wiederholt sich diese Entwicklung mit verschiedenen Stadtteilen, wobei auch die jetzt hippen Bezirke wieder "verkommen" und danach wieder aufgewertet werden. Das ändert natürlich nichts an der Situation der jetzigen Bewohner.
So würde ich das sehen!
10.03.2010 16:15 Uhr
von Gentrify me!:
Da ich ständig Plattheiten von selbsternannten Kiezretter höre, ein paar Gedanken dazu:
*Gentrification ist ein Prozess, der sicher verlangsamt oder beschleunigt werden kann, aber niemals aufgehalten.
*Wenn es keine Investition gäbe, wären hier keine günstigen Altbauwohnungen, sondern Moorland.
*In einer Wedding-Führung hörte ich einmal :"Hier will die Stadt nicht investieren, leider verkommt alles", in Friedrichshain dagegen: "Hier wird investiert, alles wird teurer". So wirklich recht kann man es wohl keinem machen, oder?
*Die meisten, die jammern, sind selbst in einen Stadtteil gezogen, weil sie ihn hipp fanden.
*Ich versteh immer noch nicht, warum 'Schwaben raus' links/intellektuell sein soll, 'Türken raus' dagegen rassistisch/rechts.
*Es sind Menschen an der Mauer gestorben, weil sie frei den Wohnort wählen wollten. Wem wollt ihr verbieten, in Euren Kiez zu ziehen? Wollen wir eine Mauer aufbauen?
*Viele jammern über steigende Preise, dann zeiht doch irgendwohin, wo's günstig ist! "Aber das ist mein Kiez!" Wieviele Menschen investieren tatsächlich Zeit und Energie, den Kiez zu einem lebenswerten Ort zu machen? Die z.B. den Gehweg von Eis befreien? Klingt spießig, sicher, aber sag das den Rentnern, den Ureinwohnern, die sich nicht mehr auf die Straße getraut haben.
10.03.2010 14:45 Uhr
von dieLINKE:
"neuköllna" schreibt sehr boshaft derb . wir dürfen allerdings nicht ausschließen, dass "neuköllne" womoglich sehr darunter leidet . diagnose könne übersteigerte philanthropie sein.
10.03.2010 01:45 Uhr
von neuköllna:
"Scheiben klirren und ihr schreit, Menschen sterben und ihr schweigt"
Gentrifiezierung ist Verdrängung, heißt abgeschoben zu werden wo es niemanden interessiert - zumindest niemanden der Geld hat, heißt unerwünscht zu sein, heißt stigmatisiert zu sein, heißt (im individualisierten Normalfall) wehrlos zu sein, ohnmächtig zu sein - heißt nichts anderes als durch Gewalt aus Kapital verdrängt zu werden. Verdrängung heißt Gewalt, heißt hab genug Geld und akzeptier es das Profit und nicht menschliche Bedürfnisse das sagen habe oder verpiss dich. Wer dies leugnet oder mit Euphemismen schön redet ist ein geistiger Schützer für kapitalistisch legitimierte Gewalt(täterInnen).