10.02.2010 20:16 Uhr: von anna gärnter: An die Redaktion: Si erlauben diese Unsägliche Aussage und bringen meine "Gegendarstellung" dagegen nicht. Erstaulich, diese Leistung, Gratulation!
12.02.2010 12:21 Uhr
von der Angemessenheit:
Über die Angemessenheit von Kollateralschäden bei Militäreinsätzen kann man ja mal nachdenken. Gerade in Anbetracht der aktuellen Vorkommnisse in Afghanistan. Wenn es also völkerrechtlich so etwas gibt, wie eine angemessene Zahl ziviler Opfer bei einem Militäreinsatz und zivile Opfer unschuldige Menschen sind oder sein können, die nicht in den Konflikt involviert sind. Dann dürfte die Nationalität der zivilen Opfer keine Rolle spielen bei der Beurteilung der Angemessenheit. Wenn also ein deutscher General in Afghanistan entscheidet, dass für einen bestimmten militärischen Erfolg, 60 zivile Opfer angemessen sind, könnte man dann nicht konsequenterweise die zivilen Opfer zwischen den Afghanen und Deutschen aufteilen.
Ich stelle mir das so vor. Wenn ein Einsatz, wie der aktuelle 30 zivile Opfer in Afghanistan verursacht, muss der General entscheiden, dass 60 zivile Opfer angemessen sind. Das muss ja mit den entsprechenden Kriterien wie bisher auch machbar sein, nur liegt jetzt die Schwelle doppelt so hoch.
Ist der militärische Nutzen für Deutschland so hoch, dass 60 zivile Opfer gerechtfertigt sind, darf der Einsatz ausgeführt werden. Exakt die Anzahl an unschuldigen Opfern, die der Einsatz in Afghanistan fordert, in unseren Fall also 30 Personen, muss der Kommandant dann auch an unschuldigen Bürgern in Deutschland erschießen lassen.
Die Erschießungen der deutschen zivilen Opfern könnte am letzten Freitag im Monat auf der Wiese vor dem Reichstag feierlich stattfinden. Ich persönlich würde bei den Erschießungen auch zuerst Militärs und Bundestagsabgeordnete heranziehen, aber aus ethischen Gründen wir wohl der Zufall die Personen aus der Menge aller Bundesbürger ziehen müssen.
Bei länger geplanten Aktionen, wie ganze Operationen oder Kriege, wäre es auch möglich die erwartete Anzahl an zivilen Opfern voraus zu berechnen und vorab in der Bundesrepublik nach Freiwilligen zu suchen. Die Politik müsste also, wenn sie einen NATO-Einsatz mit einer zu erwartenden Anzahl von 300 zivilen Opfern im Kampfgebiet durchführen will, in der BRD vorab 300 Freiwillige finden, die den Auftrag mit ihrem Tod unterstützen. Am letzten Freitag im Monat müssten dann nur, die über die vorab berechnete Anzahl hinausgehende Menge zufällig ausgewählter Bürger erschossen werden. Kann die benötigte Anzahl Freiwilliger nicht rekrutiert werden, darf der NATO-Einsatz nicht ausgeführt werden.
Dieses Vorgehen hätte auch noch einen weiteren Vorteil. In Gesellschaften, in denen ein „Auge um Auge“ Prinzip die Reaktion auf zivile Opfer konstituiert, würde die Motivation für Racheaktionen, durch die freiwillige Erschießung deutscher Bürger, gegen Null sinken. Daraus folgt, dass der Hauptgrund für Terrorismus verschwindet und dadurch die Rechtfertigung für die Kriegseinsätze.
Man könnte also die Erschießung zufällig ausgewählter Bundesbürger, in der gleichen Menge der zivilen Opfer bei militärischen Auslandseinsätzen, als friedensschaffende Maßnahme bewerten. Außerdem würde so jeder Bundesbürger mit den Konsequenzen kriegerischen Handelns der Regierung konfrontiert, indem die Dissoziation zwischen Kriegsfolgen und dem eigenen Leben aufgehoben wird. Wenn Deutschland im Krieg ist, kann es dann wieder jeden Bundesbürger treffen.
10.02.2010 20:16 Uhr
von anna gärnter:
MITLEID mit den deutschen Soldaten????? Ist das ein Scherz??? Diese Leute haben eine Wahl! Sie können einfach hierbleiben. Welche Wahl ist den Afghanen gegeben worden? Kommentare wie der obige zeigen wie moralisch bankrott dieses Land ist. Da wird jemandem schlecht, weil deutsche Soldaten offiziell nicht ungestraft die ärmste Bevölkerung dieses Planetens erschiessen dürfen. Inoffiziell tun sie es ja schon. Aber zum Glück kann Afghanistan aufatmen. Wir wissen ja wie das immer endet, wenn Deutschland versucht fremde Länder zu besetzen.... Ja, mir ist WIRKLICH schlecht.
10.02.2010 16:28 Uhr
von end.the.occupation:
Mit Bildern lügen - Trotz der Bildern lügen "Kein Tanklaster-Angriff bei Omarkhil"
1) Bei der Bildwahl hat die Redaktion zielsicher zu dem Bild gegriffen auf dem der Traktor nicht zu sehen ist, den die angeblichen Taliban aus dem benachbarten Dorf herbei holen liessen, um die Tankwagen aus dem Flussbett heraus zu ziehen. Würde das Bild den Traktor zeigen - solche Bilder existieren -, so läge auf der Hand, dass sich Zivilisten - viele Zivilisten - aus dem Dorf am Ort des Geschehens befanden.
2) Das Bild dementiert ausserdem die permanent vorgetragene Lüge, dass Tanklastwagen bombardiert worden seien. Wären die Tanklastwagen Ziele der Bomben gewesen, so würde man maximal noch Teile der Achsen der Fahrzeuge auffinden können. Bombardiert wurden nicht die Tankwagen, bombardiert wurde vielmehr die Menschenmenge in der Nähe der Tankwagen. Eine Menge von der man - auch infolge des Traktors - wissen konnte, dass sich sehr viele Zivilisten aus dem Nachbardorf darunter befinden würden. Nicht einmal die garantiert nicht zart besaiteten Israelis hätten sich geleistet, was die All-Parteien-Koalition absehbar unter den Teppich kehren wird. Vermutlich ist das auch eine Erklärung für die Begeisterung, mit der dieselbe All-Parteien-Koalition andere, kleinere isr. Kriegsverbrechen deckt.
PS.: So es investigative Journalisten gibt, so mögen die doch bitte mal erforschen ob es wirklich üblich ist, dass Versorgungs-Tanklaster für die Bundeswehr ohne irgend einen Schutz über die Pisten Afghanistans rollen.
10.02.2010 15:56 Uhr
von Eisvogel:
Gefährlich ist, dass teilweise auf beiden Seiten nicht mehr sauber getrennt wird.
Die einen akzeptieren nicht den Tod von Afghanen obwohl man nun mal Militär nach Afghanistan geschickt hat, die anderen wollen nicht sehen dass es eine Grenze gibt die man nicht einfach mit "Pech für die Zivilisten" abhaken kann.
Nicht jeder Waffeneinsatz ist ein Kriegsverbrechen, und Kritik/Fragen sind kein Hochverrat.
Leider ist Deutschland selten zu ehrlichen Debatten fähig. So tun die einen so als wenn es unbedenklich ist, gegen NATO-Richtlinien dreistellig Leute zu töten, und die anderen kommen mit sachlich oft wenig gehaltvollen Argumenten.
Soldaten, Politik, Bürger - alle lügen sich in die Tasche, weil keiner begreifen will dass man im Krieg nicht schuldlos bleiben kann. Diese Gesellschaft kann solche Einsätze offenbar nicht ab, sonst würde man das auf einer anderen Ebene diskutieren als "ich hab aber 100% Recht und die anderen sollen die Fresse halten". Den Schuh kann sich übrigens JEDE der Seiten anziehen.
10.02.2010 14:10 Uhr
von DenkSchlächter:
Vielleicht hat man die Phantasie sich vorzustellen wie das ist, wenn Sie bei jedem Menschen darauf gefaßt sein müssen, in die Luft gesprengt oder auf andere Weise angegriffen zu werden. Unsere Gedankenkünstler brächten es wohl fertig, den Soldaten/innen jedem Einsatz noch einen Abgeordneten, einen Staatsanwalt, einen Richter und einen Rechtsanwalt zu zuordnen. Ströbele hätte als gewissenhafter Jurist und bekannt dynamischer Abgeordneter mit dazu beitragen können, daß praxisnahe Einsatzgrundlagen für die BW von vorn herein geschaffen worden wären. Wo war er da? Das sind genau die elenden Leute, die ich in meinem Beitrag kritisiere. Politisch nicht viel drauf, militärisch gleich null, bei praktikablen, juristisch einwandfreien Regelungen nicht hinreichend engagiert aber wenn das Kind in den Brunnengefallen ist groß herumblöken: Haltet den Dieb!“ Toll! Ist mir schlecht!
Leserkommentare
12.02.2010 13:20 Uhr
von DenkSchlächter:
10.02.2010 20:16 Uhr:
von anna gärnter:
An die Redaktion: Si erlauben diese Unsägliche Aussage und bringen meine "Gegendarstellung" dagegen nicht. Erstaulich, diese Leistung, Gratulation!
12.02.2010 12:21 Uhr
von der Angemessenheit:
Über die Angemessenheit von Kollateralschäden bei Militäreinsätzen kann man ja mal nachdenken. Gerade in Anbetracht der aktuellen Vorkommnisse in Afghanistan. Wenn es also völkerrechtlich so etwas gibt, wie eine angemessene Zahl ziviler Opfer bei einem Militäreinsatz und zivile Opfer unschuldige Menschen sind oder sein können, die nicht in den Konflikt involviert sind. Dann dürfte die Nationalität der zivilen Opfer keine Rolle spielen bei der Beurteilung der Angemessenheit.
Wenn also ein deutscher General in Afghanistan entscheidet, dass für einen bestimmten militärischen Erfolg, 60 zivile Opfer angemessen sind, könnte man dann nicht konsequenterweise die zivilen Opfer zwischen den Afghanen und Deutschen aufteilen.
Ich stelle mir das so vor. Wenn ein Einsatz, wie der aktuelle 30 zivile Opfer in Afghanistan verursacht, muss der General entscheiden, dass 60 zivile Opfer angemessen sind. Das muss ja mit den entsprechenden Kriterien wie bisher auch machbar sein, nur liegt jetzt die Schwelle doppelt so hoch.
Ist der militärische Nutzen für Deutschland so hoch, dass 60 zivile Opfer gerechtfertigt sind, darf der Einsatz ausgeführt werden. Exakt die Anzahl an unschuldigen Opfern, die der Einsatz in Afghanistan fordert, in unseren Fall also 30 Personen, muss der Kommandant dann auch an unschuldigen Bürgern in Deutschland erschießen lassen.
Die Erschießungen der deutschen zivilen Opfern könnte am letzten Freitag im Monat auf der Wiese vor dem Reichstag feierlich stattfinden. Ich persönlich würde bei den Erschießungen auch zuerst Militärs und Bundestagsabgeordnete heranziehen, aber aus ethischen Gründen wir wohl der Zufall die Personen aus der Menge aller Bundesbürger ziehen müssen.
Bei länger geplanten Aktionen, wie ganze Operationen oder Kriege, wäre es auch möglich die erwartete Anzahl an zivilen Opfern voraus zu berechnen und vorab in der Bundesrepublik nach Freiwilligen zu suchen.
Die Politik müsste also, wenn sie einen NATO-Einsatz mit einer zu erwartenden Anzahl von 300 zivilen Opfern im Kampfgebiet durchführen will, in der BRD vorab 300 Freiwillige finden, die den Auftrag mit ihrem Tod unterstützen. Am letzten Freitag im Monat müssten dann nur, die über die vorab berechnete Anzahl hinausgehende Menge zufällig ausgewählter Bürger erschossen werden.
Kann die benötigte Anzahl Freiwilliger nicht rekrutiert werden, darf der NATO-Einsatz nicht ausgeführt werden.
Dieses Vorgehen hätte auch noch einen weiteren Vorteil. In Gesellschaften, in denen ein „Auge um Auge“ Prinzip die Reaktion auf zivile Opfer konstituiert, würde die Motivation für Racheaktionen, durch die freiwillige Erschießung deutscher Bürger, gegen Null sinken. Daraus folgt, dass der Hauptgrund für Terrorismus verschwindet und dadurch die Rechtfertigung für die Kriegseinsätze.
Man könnte also die Erschießung zufällig ausgewählter Bundesbürger, in der gleichen Menge der zivilen Opfer bei militärischen Auslandseinsätzen, als friedensschaffende Maßnahme bewerten. Außerdem würde so jeder Bundesbürger mit den Konsequenzen kriegerischen Handelns der Regierung konfrontiert, indem die Dissoziation zwischen Kriegsfolgen und dem eigenen Leben aufgehoben wird. Wenn Deutschland im Krieg ist, kann es dann wieder jeden Bundesbürger treffen.
10.02.2010 20:16 Uhr
von anna gärnter:
MITLEID mit den deutschen Soldaten????? Ist das ein Scherz??? Diese Leute haben eine Wahl! Sie können einfach hierbleiben. Welche Wahl ist den Afghanen gegeben worden?
Kommentare wie der obige zeigen wie moralisch bankrott dieses Land ist. Da wird jemandem schlecht, weil deutsche Soldaten offiziell nicht ungestraft die ärmste Bevölkerung dieses Planetens erschiessen dürfen. Inoffiziell tun sie es ja schon.
Aber zum Glück kann Afghanistan aufatmen. Wir wissen ja wie das immer endet, wenn Deutschland versucht fremde Länder zu besetzen....
Ja, mir ist WIRKLICH schlecht.
10.02.2010 16:28 Uhr
von end.the.occupation:
Mit Bildern lügen - Trotz der Bildern lügen
"Kein Tanklaster-Angriff bei Omarkhil"
1) Bei der Bildwahl hat die Redaktion zielsicher zu dem Bild gegriffen auf dem der Traktor nicht zu sehen ist, den die angeblichen Taliban aus dem benachbarten Dorf herbei holen liessen, um die Tankwagen aus dem Flussbett heraus zu ziehen.
Würde das Bild den Traktor zeigen - solche Bilder existieren -, so läge auf der Hand, dass sich Zivilisten - viele Zivilisten - aus dem Dorf am Ort des Geschehens befanden.
2) Das Bild dementiert ausserdem die permanent vorgetragene Lüge, dass Tanklastwagen bombardiert worden seien. Wären die Tanklastwagen Ziele der Bomben gewesen, so würde man maximal noch Teile der Achsen der Fahrzeuge auffinden können.
Bombardiert wurden nicht die Tankwagen, bombardiert wurde vielmehr die Menschenmenge in der Nähe der Tankwagen. Eine Menge von der man - auch infolge des Traktors - wissen konnte, dass sich sehr viele Zivilisten aus dem Nachbardorf darunter befinden würden.
Nicht einmal die garantiert nicht zart besaiteten Israelis hätten sich geleistet, was die All-Parteien-Koalition absehbar unter den Teppich kehren wird. Vermutlich ist das auch eine Erklärung für die Begeisterung, mit der dieselbe All-Parteien-Koalition andere, kleinere isr. Kriegsverbrechen deckt.
PS.: So es investigative Journalisten gibt, so mögen die doch bitte mal erforschen ob es wirklich üblich ist, dass Versorgungs-Tanklaster für die Bundeswehr ohne irgend einen Schutz über die Pisten Afghanistans rollen.
10.02.2010 15:56 Uhr
von Eisvogel:
Gefährlich ist, dass teilweise auf beiden Seiten nicht mehr sauber getrennt wird.
Die einen akzeptieren nicht den Tod von Afghanen obwohl man nun mal Militär nach Afghanistan geschickt hat, die anderen wollen nicht sehen dass es eine Grenze gibt die man nicht einfach mit "Pech für die Zivilisten" abhaken kann.
Nicht jeder Waffeneinsatz ist ein Kriegsverbrechen, und Kritik/Fragen sind kein Hochverrat.
Leider ist Deutschland selten zu ehrlichen Debatten fähig. So tun die einen so als wenn es unbedenklich ist, gegen NATO-Richtlinien dreistellig Leute zu töten, und die anderen kommen mit sachlich oft wenig gehaltvollen Argumenten.
Soldaten, Politik, Bürger - alle lügen sich in die Tasche, weil keiner begreifen will dass man im Krieg nicht schuldlos bleiben kann. Diese Gesellschaft kann solche Einsätze offenbar nicht ab, sonst würde man das auf einer anderen Ebene diskutieren als "ich hab aber 100% Recht und die anderen sollen die Fresse halten". Den Schuh kann sich übrigens JEDE der Seiten anziehen.
10.02.2010 14:10 Uhr
von DenkSchlächter:
Vielleicht hat man die Phantasie sich vorzustellen wie das ist, wenn Sie bei jedem Menschen darauf gefaßt sein müssen, in die Luft gesprengt oder auf andere Weise angegriffen zu werden.
Unsere Gedankenkünstler brächten es wohl fertig, den Soldaten/innen jedem Einsatz noch einen Abgeordneten, einen Staatsanwalt, einen Richter und einen Rechtsanwalt zu zuordnen.
Ströbele hätte als gewissenhafter Jurist und bekannt dynamischer Abgeordneter mit dazu beitragen können, daß praxisnahe Einsatzgrundlagen für die BW von vorn herein geschaffen worden wären. Wo war er da?
Das sind genau die elenden Leute, die ich in meinem Beitrag kritisiere. Politisch nicht viel drauf, militärisch gleich null, bei praktikablen, juristisch einwandfreien Regelungen nicht hinreichend engagiert aber wenn das Kind in den Brunnengefallen ist groß herumblöken: Haltet den Dieb!“ Toll! Ist mir schlecht!