Die Europäische Union zahlt Agrarsubventionen in Millionenhöhe an spanische Züchter, die Tiere für den Stierkampf liefern. 20 Prozent der Summe kommen aus Deutschland.von Jost Maurin
Wer sind wir eigentlich, die wir Kälber um einer "Herodesprämie" willen als wenige Tage alte Tierkinder schlachten lassen. Wir, die wir um schnöder Subventionen aus Brüssel willen unsere Rinder entsetzlichen Transportqualen aussetzen. Wir, die wir Hühner zu Tausenden käfigen - wer sind wir, dass wir eine Nation, in der der Stierkampf tiefe kulturelle, ja mythologische Wurzeln hat, "Anstand" zu lehren versuchen im Umgang mit Tieren ?
22.11.2010 09:14 Uhr
von Benjamin:
Respekt vor kultureller Tradition zu haben bedeutet (aus aufgeklärter Perspektive) wohl auch, zu anderen Sitten und Bräuchen kritisch Stellung zu nehmen. Im Übrigen zeugt es wohl eher von mangelndem kulturellen Respekt, wenn man Spanien auf seine Stierkämpfe reduziert. Und ja: Recht haben beide. Stierkämpfe und Schlachthöfe sind grausam und nicht rechtens. In einem Beitrag wurde von "demokrat" kulturrelativistische (In-)Toleranz mit grünem Zeitgeist beschrieben: Nieder mit dem grünen Zeitgeist, Es lebe die (Selbst-)Kritik.
Endlich mal die Bücher und Studien zu Tieren, deren Leidensfähigkeit und Bewusstsein lesen. Man sollte sich schon bewusst sein darüber, was man so anstellt. Und dann macht man wohl auch Werbung für Veganismus.
20.11.2010 13:13 Uhr
von Tristan:
@ D.B.H:
Das Problem an deinem Argument ist das du dir dein Leben aussuchen kannst, wie du es gestaltest und Leben möchtest. Das Leben der Stiere dagegen wird von Menschen fremdbestimmt, wir gehen einfach davon aus das sie auch denken wie wir. Wie du schon sagst ich hätte auch lieber ein schönes Leben und einen grausamen tod, aber Tiere denken nicht so weit, sie sehen nur den Augenblick, weil soweit ich weiß nicht wirklich Erinnerungen an vergangene Wochen / Jahre haben.
Dazu noch ich kann mich silverwolf und anderen auch nur anschließen, was in Schlachthören passiert ist mindestens genauso grausam. Ich möchte hier eigentlich garnicht zum Vegetarismus aufrufen, aber stellt euch einfach mal die Frage wie es wäre wenn wir nicht am Anfang der Nahrungskette stehen würden und ob ihr so behandelt werden möchtet...
19.11.2010 13:55 Uhr
von Antonietta:
Stierkampf ist grausamer Tiermord. Wer dafür Geld ausgibt, wird mitschuldig!
19.11.2010 11:23 Uhr
von Luftikus:
Wenn man diese komischen Agrarsubventionen komplett abschaffen würde, wäre ich nicht traurig. Es profitieren Konzerne und Großbetriebe, in Österreich reiche Klöstern, und jetzt auch noch Rinderzüchter für den Stierkampf. Na toll.
19.11.2010 10:07 Uhr
von Senya:
Das ist ja widerlich, die armen Tiere. Man sollte Respekt vor allen Geschöpfen dieser Welt haben und Stierkämpfe ganz abschaffen. Kein Lebenwesen hat es verdient zu leiden, besonders nicht nur zur Belustigung des Volkes.
19.11.2010 08:59 Uhr
von silverwolf:
ich hab mal einen Stierkampf gesehen und fand ihn absolut widerlich. Ich hab aber auch mal auf einem deutschen Schlachthof gearbeitet, und wie wir, ohne Respekt und Achtung, mit unseren Schlachttieren umgehen, ist noch viel schlimmer. Viele von ihnen sterben, ohne auch nur einmal die Sonne gesehen zu haben.
19.11.2010 07:39 Uhr
von Toleranz:
Ein bisschen mehr Toleranz gegenüber Fremden Kulturen wäre nicht schlecht!
18.11.2010 23:26 Uhr
von D.B.H:
So ein Hippiequatsch! Ich bin auch kein fan von stierkampf, aber der Züchter hat doch recht, das Leben der Tiere ist ein Traum. Der Tod ist unschön, aber ich würde lieber lange und gut leben und am Ende massakriert werden, als eingesperrt für eine kurze Zeit dahin zu vegetieren. Wir Fleischfresser sind die wahren Tierquäler! Ihren Kommentar hier eingeben
18.11.2010 22:57 Uhr
von Doppelmoral:
Das ist kulturelle Bereicherung!!
18.11.2010 22:35 Uhr
von FRITZ:
Unter allen (ALLEN) Zuchttieren der Welt haben Kampfstiere mit Sicherheit das längste und beste Leben und den würdigsten Tod - nämlich im (zugegebenermaßen ungleichen) Kampf, also der zweitliebsten Beschäftigung von Kampfstieren. Ein (vermeintlich) grausamer Tod wird vielleicht hierdurch nicht gerechtfertigt, er ist aber der Preis dafür. Wenn die 08/15-Bullettenkuh von nebenan entscheiden dürfte, ob sie lieber ein langes glückliches Leben mit einem (10-minütigen) Kampf beenden würde, als ein kurzes Leben im Maststall mit einem Bolzenschuss ins Genick, wäre die Antwort wohl klar.
Frei nach Camus: Wir müssen uns den Kampfstier als ein glückliches Tier vorstellen.
18.11.2010 21:55 Uhr
von Marion Schmid-Drüner:
Ich finde den Artikel samt Überschrift unnötig populistisch. Meiner Meinung nach wäre es deutlich wichtiger, dass die taz sich gegen die tägliche Tierquälerei für das konventionelle Billigfleisch stark macht statt wegen 10.000 Stieren pro Jahr, die vier Jahre lang ein schönes Leben hatten. Und im Gegensatz zu Käfighaltung/Antibiotikafütterung etc. begibt sich beim Stierkampf auch der Matador in Gefahr und es ist immerhin ein Kampf und nicht das völlige Ausgeliefertsein wie bei den Tieren in den Tierfabriken...
Manchmal ist ein bißchen Augenmaß angemessen - so wie in gewissen Grenzen der Walfang in Grönland Tradition ist, gehört der Stierkampf auch zur spanischen Tradition. Kämpfen wir lieber gegen das tägliche, himmelschreiende Unrecht, als uns gegen das im Vergleich verschwindend geringe, zugegebenermaßen, Unrecht an den Stieren so medienwirksam zu echauffieren! Zumal auch so das Bewusstsein wächst und jedes Jahr weniger Stierkämpfe stattfinden.
18.11.2010 20:52 Uhr
von Slobo:
"Wir genießen weder den Tod noch das Leiden des Stiers."
Was wäre da naheliegender als die Stierkämpfe einzustellen? Das sind mir Schaumschläger...die Irren von der EU sowieso...Stierkämpfe gehören in meinen Augen verboten, weil die Tiere qualvoll umgebracht werden. Da gibt es auch nichts zu diskutieren. Ein Skandal, dass die EU nicht einschreitet!
18.11.2010 20:14 Uhr
von Thomas Lachetta:
Spanische Toreros töten im Stierkampf Stiere. Und manche Muslime töten beim schächten Schafe. Beides ist extrem qualvoll für die Tiere. ROTE KARTE an alle Tierquäler, die sowas machen!
18.11.2010 18:52 Uhr
von demokrat:
ein sehr polemischer, sehr reißerischer artikel! auch als großer tierfreund und dackelliebhaber ist es mir vollkommen unverständlich, dass sich die taz herausnimmt kulturelle eigenarten spaniens (und lateinamerikas) schlichtweg als grausam und falsch anzuprangern und so zum sprachrohr faschistoiden gedankenguts macht. wie heißt es doch so schön: andere länder, andere sitten.
Leserkommentare
09.12.2010 13:10 Uhr
von Uli:
Wer sind wir eigentlich, die wir Kälber um einer "Herodesprämie" willen als wenige Tage alte Tierkinder schlachten lassen. Wir, die wir um schnöder Subventionen aus Brüssel willen unsere Rinder entsetzlichen Transportqualen aussetzen. Wir, die wir Hühner zu Tausenden käfigen - wer sind wir, dass wir eine Nation, in der der Stierkampf tiefe kulturelle, ja mythologische Wurzeln hat, "Anstand" zu lehren versuchen im Umgang mit Tieren ?
22.11.2010 09:14 Uhr
von Benjamin:
Respekt vor kultureller Tradition zu haben bedeutet (aus aufgeklärter Perspektive) wohl auch, zu anderen Sitten und Bräuchen kritisch Stellung zu nehmen. Im Übrigen zeugt es wohl eher von mangelndem kulturellen Respekt, wenn man Spanien auf seine Stierkämpfe reduziert. Und ja: Recht haben beide. Stierkämpfe und Schlachthöfe sind grausam und nicht rechtens. In einem Beitrag wurde von "demokrat" kulturrelativistische (In-)Toleranz mit grünem Zeitgeist beschrieben: Nieder mit dem grünen Zeitgeist, Es lebe die (Selbst-)Kritik.
Endlich mal die Bücher und Studien zu Tieren, deren Leidensfähigkeit und Bewusstsein lesen. Man sollte sich schon bewusst sein darüber, was man so anstellt. Und dann macht man wohl auch Werbung für Veganismus.
20.11.2010 13:13 Uhr
von Tristan:
@ D.B.H:
Das Problem an deinem Argument ist das du dir dein Leben aussuchen kannst, wie du es gestaltest und Leben möchtest. Das Leben der Stiere dagegen wird von Menschen fremdbestimmt, wir gehen einfach davon aus das sie auch denken wie wir. Wie du schon sagst ich hätte auch lieber ein schönes Leben und einen grausamen tod, aber Tiere denken nicht so weit, sie sehen nur den Augenblick, weil soweit ich weiß nicht wirklich Erinnerungen an vergangene Wochen / Jahre haben.
Dazu noch ich kann mich silverwolf und anderen auch nur anschließen, was in Schlachthören passiert ist mindestens genauso grausam.
Ich möchte hier eigentlich garnicht zum Vegetarismus aufrufen, aber stellt euch einfach mal die Frage wie es wäre wenn wir nicht am Anfang der Nahrungskette stehen würden und ob ihr so behandelt werden möchtet...
19.11.2010 13:55 Uhr
von Antonietta:
Stierkampf ist grausamer Tiermord. Wer dafür Geld ausgibt, wird mitschuldig!
19.11.2010 11:23 Uhr
von Luftikus:
Wenn man diese komischen Agrarsubventionen komplett abschaffen würde, wäre ich nicht traurig. Es profitieren Konzerne und Großbetriebe, in Österreich reiche Klöstern, und jetzt auch noch Rinderzüchter für den Stierkampf. Na toll.
19.11.2010 10:07 Uhr
von Senya:
Das ist ja widerlich, die armen Tiere. Man sollte Respekt vor allen Geschöpfen dieser Welt haben und Stierkämpfe ganz abschaffen. Kein Lebenwesen hat es verdient zu leiden, besonders nicht nur zur Belustigung des Volkes.
19.11.2010 08:59 Uhr
von silverwolf:
ich hab mal einen Stierkampf gesehen und fand ihn absolut widerlich.
Ich hab aber auch mal auf einem deutschen Schlachthof gearbeitet, und wie wir, ohne Respekt und Achtung, mit unseren Schlachttieren umgehen, ist noch viel schlimmer. Viele von ihnen sterben, ohne auch nur einmal die Sonne gesehen zu haben.
19.11.2010 07:39 Uhr
von Toleranz:
Ein bisschen mehr Toleranz gegenüber Fremden Kulturen wäre nicht schlecht!
18.11.2010 23:26 Uhr
von D.B.H:
So ein Hippiequatsch! Ich bin auch kein fan von stierkampf, aber der Züchter hat doch recht, das Leben der Tiere ist ein Traum. Der Tod ist unschön, aber ich würde lieber lange und gut leben und am Ende massakriert werden, als eingesperrt für eine kurze Zeit dahin zu vegetieren. Wir Fleischfresser sind die wahren Tierquäler! Ihren Kommentar hier eingeben
18.11.2010 22:57 Uhr
von Doppelmoral:
Das ist kulturelle Bereicherung!!
18.11.2010 22:35 Uhr
von FRITZ:
Unter allen (ALLEN) Zuchttieren der Welt haben Kampfstiere mit Sicherheit das längste und beste Leben und den würdigsten Tod - nämlich im (zugegebenermaßen ungleichen) Kampf, also der zweitliebsten Beschäftigung von Kampfstieren. Ein (vermeintlich) grausamer Tod wird vielleicht hierdurch nicht gerechtfertigt, er ist aber der Preis dafür. Wenn die 08/15-Bullettenkuh von nebenan entscheiden dürfte, ob sie lieber ein langes glückliches Leben mit einem (10-minütigen) Kampf beenden würde, als ein kurzes Leben im Maststall mit einem Bolzenschuss ins Genick, wäre die Antwort wohl klar.
Frei nach Camus: Wir müssen uns den Kampfstier als ein glückliches Tier vorstellen.
18.11.2010 21:55 Uhr
von Marion Schmid-Drüner:
Ich finde den Artikel samt Überschrift unnötig populistisch.
Meiner Meinung nach wäre es deutlich wichtiger, dass die taz sich gegen die tägliche Tierquälerei für das konventionelle Billigfleisch stark macht statt wegen 10.000 Stieren pro Jahr, die vier Jahre lang ein schönes Leben hatten.
Und im Gegensatz zu Käfighaltung/Antibiotikafütterung etc. begibt sich beim Stierkampf auch der Matador in Gefahr und es ist immerhin ein Kampf und nicht das völlige Ausgeliefertsein wie bei den Tieren in den Tierfabriken...
Manchmal ist ein bißchen Augenmaß angemessen - so wie in gewissen Grenzen der Walfang in Grönland Tradition ist, gehört der Stierkampf auch zur spanischen Tradition. Kämpfen wir lieber gegen das tägliche, himmelschreiende Unrecht, als uns gegen das im Vergleich verschwindend geringe, zugegebenermaßen, Unrecht an den Stieren so medienwirksam zu echauffieren! Zumal auch so das Bewusstsein wächst und jedes Jahr weniger Stierkämpfe stattfinden.
18.11.2010 20:52 Uhr
von Slobo:
"Wir genießen weder den Tod noch das Leiden des Stiers."
Was wäre da naheliegender als die Stierkämpfe einzustellen? Das sind mir Schaumschläger...die Irren von der EU sowieso...Stierkämpfe gehören in meinen Augen verboten, weil die Tiere qualvoll umgebracht werden. Da gibt es auch nichts zu diskutieren. Ein Skandal, dass die EU nicht einschreitet!
18.11.2010 20:14 Uhr
von Thomas Lachetta:
Spanische Toreros töten im Stierkampf Stiere. Und manche Muslime töten beim schächten Schafe. Beides ist extrem qualvoll für die Tiere. ROTE KARTE an alle Tierquäler, die sowas machen!
18.11.2010 18:52 Uhr
von demokrat:
ein sehr polemischer, sehr reißerischer artikel! auch als großer tierfreund und dackelliebhaber ist es mir vollkommen unverständlich, dass sich die taz herausnimmt kulturelle eigenarten spaniens (und lateinamerikas) schlichtweg als grausam und falsch anzuprangern und so zum sprachrohr faschistoiden gedankenguts macht.
wie heißt es doch so schön: andere länder, andere sitten.
es lebe der grüne zeitgeist!