• 12.08.2010

Stuttgart-21-Architekt über Proteste

"Das ist fahrlässige Meinungsmache"

Christoph Ingenhoven entwarf den Bahnhof, gegen den fast eine ganze Stadt rebelliert. Im Protest gegen das größte Bahnprojekt Deutschlands sieht er einen antimodernen Reflex.von Ingo Arzt

  • 17.08.2010 16:28 Uhr

    von Scandi:

    Bisher habe ich die Anti-S21-Bewegung ja eher amüsiert zur Kenntnis genommen. Da verbinden sich die üblichen schwäbischen Retro-Veganer mit der Masse der Bahnhasser, die niemals gegen einen noch so teuren weiteren Schnellstrassenausbau in der Stgter. Innenstadt demonstrieren würden.

    Aber dieses Interview verunsichert mich dann doch. Daraus spricht tatsächlich noch die arrogante und menschliche Maßstäbe verachtende Betonplanung der 60ger/70ger Jahre. Man sollte nicht vergessen dass gerade die eben in Ba-Wü ebenfalls noch weit verbreitet ist.

    Warum kann man eigentlich die Durchgangsbahntrasse nicht auf die Stgter. Cityschnellstraße legen?

  • 16.08.2010 18:35 Uhr

    von dernörgler:

    Bauprojekte - vom Land geplant und nicht 25%teuer als versprochen - wo gibt es sowas?? eingehaltener Zeitrahmen n´Lacher,von bankrotten Bauunternehmen mal ganz zu schweigen
    Ich sach mal KÖLN !!
    Die politisch verantwortlichen wissen nicht mal auf was Sie stossen wenn sie in der Nase bohren - und die wollen dieses gnadenloss zum scheitern verurteilte Tunnelbauprojekt durchziehen -- alles was die ziehen ist -sich selbst aus der Verantwortung.
    Zum Herr Ingenhoven ein so tolles Projekt mit so viel Lob bedacht kann doch nicht falsch sein oder??schade das halt die Vorgaben durch Bahn und Politik so extrem schlecht waren - oder ist der Mist mit dem Durchgangsbahnhof auf seinem gewachsen.
    Er hat noch ne gute Gelegenheit jetzt mal öffentlich für einen sofortigen Baustopp einzutreten wie er ihn 2002 mal für den Berliner Wiederaufbau des Schlosses gefordert hat!!
    na da werd ich wohl lange drauf warten

  • 16.08.2010 14:57 Uhr

    von M. Baur:

    @Amüsiert

    „Wie bereits angemerkt find auch ich das Argumente die auf politische Ignoranz zielen ins Leer laufen, da gerade bei solchen Projekten eine Intervention kurz vor Baubeginn einfach zu spät ist.“

    Hallo Herr/Frau „Amüsiert“, den Protest, und die „Interventionen“ gibt es schon viele Jahre. Auch Sie sind der Propaganda-Maschinerie der S21- Macher aufgesessen.

  • 16.08.2010 11:35 Uhr

    von M. Baur:

    @Michael

    Ich frage mich wo waren Sie? Sind Sie noch zu jung um zu wissen, dass der Protest schon viele Jahr besteht?

    Hier eine Videoaufnahme von 1997. Damals schon wurde eine Bürgebeteiligung (ja/nein S21) mit allen Mitteln verhindert.

    http://www.archive.org/details/Stuttgart_1997&reCache=1

    Aufwachen Michael!

  • 16.08.2010 09:30 Uhr

    von M. Stocker:

    Mein Gott, ist die Empfindlichkeit der Redaktion schon so hoch, dass mein Kommentar schon unter die Zensurkriterien fällt? Schaut euch mal die StZ und sogar die StN an: da dauerts keine Tage bis ein Kommentar erscheint und die Angriffe auf einen Redakteur oder die politische Ausrichtung der Zeitung sind offensichtlich auch kein Grund, Kommentare zu unterdrücken. Taz - schlimmer als ein bürgerliches Käseblatt.

  • 16.08.2010 09:17 Uhr

    von SteinaufStein:

    ...Das sind meistens nette, normale Bürger, die, um es vorsichtig zu sagen, der älteren Generation angehören. .. äußern Sie.
    Implizit heißt das wohl, und ein „wenig“ tüdelig, wie man in Norddeutschland sagt. Man wünschte, Sie wären so. Ihre Flausen wären Ihnen dann nicht in den Kopf gestiegen. Ich jedenfalls, wie ich in meinem Beitrag bereits dargelegte, habe zu viele schöne Bildchen von wahren „Künstlern“ der Architektur gesehen, die zurecht in den Papierkorb entsorgt wurden.
    Das Gleiche gilt für dieses unsägliche, nutzlose, unsäglich teure, großkotzige „Projekt“.

  • 15.08.2010 17:29 Uhr

    von Architektin 37:

    Sehr geehrter Herr Ingenhoven,

    an etlichen Punkten Ihres Interviews war ich doch befremdet. Offensichtlich waren Sie noch nie bei einer der Demonstrationen und haben sich nicht mit dem Protest gegen das Projekt Stuttgart 21 befasst. Denn sonst müßten Sie überzeugt sein, dass die Befürworter des Kopfbahnhofs aus allen Schichten und Altersstufen kommen. Ich selbst, Architektin, Mutter zweier Kinder und noch unter 40, kenne zahlreiche Architekten, Stadtplaner und Handwerker, die Sie so einfach vereinnahmen, die gegen das Projekte sind aus einer Vielzahl von Gründen. Prominenter Vertreter Herr MdB Peter Conradi. Wir erleben beispielsweise in diesem Monat die Erhöhung der Kita-Gebühren und zahlreiche Kürzungen im sozialen und kulturellen Bereich, die lange nicht mehr über der Schmerzgrenze liegen. Wir erleben jetzt schon Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr. Alles Dinge, die Sie nicht betreffen, aber die Gegner in die Ecke antimodern zu stellen und die Gruppe, die gewaltfreien Widerstand, gegen einen zu tiefst undemokratischen Stadtplanungsprozess leistet, militant zu nennen, ist doch kein ernst zu nehmender Beitrag.
    Es geht doch nicht darum, dass Ihr Entwurf aus moderner architektonischer Sicht vielleicht einige Qualitäten hat, sondern dass die Planungsgrundlage schwierig ist, dass die Kosten bei den Stuttgarter geologischen Bedingungen nicht kalkulierbar sind und enorme Risiken tragen. Das hat nichts mit teureren Joghurt zu tun. Da kann ich selbst entscheiden, ob ich ihn kaufe. Leider kann ich die Kürzungen im städtischen Kindergartenpersonal nicht ablehnen. Wir BürgerInnen zahlen für etwas, das im Nutzen fragwürdig ist, und wir werden nicht gefragt.
    Und bitte sparen Sie sich die Polemik mit den zahlreichen neu zu pflanzenden Bäumen, die Bäume, die weichen sind meist weit älter als 100 Jahre und es haben z.B. bei der Großdemo im Juli weit über hundert Menschen in derem Schatten Platz gefunden. Als der Schlossgarten angelegt wurde, war die Stadt lange nicht so sehr von sommerlicher Aufhitzung durch die Versieglung und von Feinstaubbelastunge durch den enormen Autoverkehr belastet. Heute aber sind Grünflächen, Kaltluftscheisen und intensive Vegetation für die Stuttgarter Innenstadt überlebenswichtig. Wichtiger als neue Büroflächen in vollkommen unmaßstäbliche Stadtbausteinen, in denen auf dem Dach noch eine Loftwohnung für den Vorstand angesiedelt ist. (Man schafft ja auch neuen Wohnraum im neuen Stadtteil - nur 95 % der Bevölkerung wird sich diesen nie leisten können.)

  • 15.08.2010 16:44 Uhr

    von Gregor:

    Wenn S21 nicht gebaut wird, dann hat Stuttgart nur keinen neuen Bahnhof. Sonst ist nichts gewonnen.

  • 15.08.2010 16:06 Uhr

    von Amüsiert:

    Ich finde es gut wenn Menschen Stellung beziehen und eine Meinung haben, die Proteste können durchaus auch als eine Form der demokratischen Partizipation sein. Das Projekt ist teuer richtig und da es nichts perfektes gibt, hat das ganze auch seine Nachteile.

    Die Argumentationsketten die man hier liest sind aber viel zu emotional und unfachlich als das man sie ernst nehmen sollte.

    Wie bereits angemerkt find auch ich das Argumente die auf politische Ignoranz zielen ins Leer laufen, da gerade bei solchen Projekten eine Intervention kurz vor Baubeginn einfach zu spät ist. Wie man so schön sagt der Zug ist abgefahren, die Chance hattet ihr vorher. Außerdem funktioniert Demokratie nicht nur nach dem Prinzip wer am lautesten Schreit hat recht.

    In einer Stadt wie Stuttgart sind die einzigen Innerstädtischen Gestaltungsflächen, Konversionsflächen aus anderweitiger Nutzung. Hier durch das Absenken der Bahn und des Bahnhofs. Eine gewaltige Chance also für Stuttgart.

    Die Umweltargumente in des sind nur noch lächerlich. Das Fällen der Bäume ist Klimatechnisch gesehen sogar von Vorteil. Das Holz hat CO2 gespeichert und konserviert es, wachsendes Holz hat eine viel höhere CO2 Absorbationsrate und kann daher viel neues CO2 speichern.

    Ästhetisch gesehen stimme ich allerdings zu, große Bäume sollte man nach Möglichkeit erhalten.

    Wer jetzt laut schreit sollte in Zukunft einfach seine rechte als Bürger wahrnehmen Kommunalpolitik mitzugestalten.

  • 15.08.2010 15:16 Uhr

    von Traum des Herrn Architekten:

    Und das soll, wie der Herr Architekt behauptet, "die Moderne" sein, obwohl er von den Nutzern "seines" Gebäudes und den benötigten Funktionen gar nicht redet?

    Bei den vielen Bahnhofs-Bauprojekten der letzten Jahre (z. B. Köln oder Berlin) gelten Bahnreisende und Nahverkehrsnutzer nur noch als lästige Randerscheinung. Vielmehr geht es um Immobilien, Einkaufscenter, Bauwirtschaft. Auch darüber schweigt der Herr Architekt.

    Der Berliner Hauptbahnhof zum Beispiel:
    - Milliarden-Bauprojekt: 1 Mrd. für Bahnhofsgebäude + geschätzte 10 Mrd. für Umbau des Berliner Streckennetzes
    - Zur Eröffnung hatte eine teure PR-Kampagne verkündet, dass alles "neu" und besser sei.
    - Im Eingangsbereich gibt es noch nicht mal einen Fahrplan, weil dafür kein Platz vorgesehen ist.
    - Nur zwei der fünf Stockwerke dienen dem Bahnverkehr.
    - Die Bahnsteige im "OG2" sind an zentralen Stellen nur 2 Meter breit, weil die Lichtlöcher der darunter liegenden Shopping-Stockwerke den Platz wegnehmen.
    - Die durchschnittliche Umsteigezeit mit Aufzug - darauf sind Reisende z. B. mit Kinderwagen angewiesen - von der S-Bahn über fünf Stockwerke zu den wesentlichen Fernbahngleisen 7 und 8 dauert durchschnittlich 30 Minuten (und da ist dann noch keine Fahrkarte gekauft, das Ausschilderungssystem "8, OG1, UG2" muss gut bekannt sein, der Zug muss genau so fahren wie geplant, es darf nichts dazwischen kommen!).

    So ist es auch in Stuttgart: Bahnreisende werden unter die Erde verbannt. Es ist ein Verkehrssystem geplant, in dem nichts dazwischen kommen darf. Im Verkehr kommt aber ständig etwas dazwischen!

    Anders als in Berlin könnte aber der Hauptbahnhof Stuttgart, sollte er denn gebaut werden, den Traum des Herrn Architekten erfüllen: Ein Bahnhof ohne Reisende, zumindest ohne S-Bahn-Nutzer! Darüber staunt sogar der Baustellen-geplagte Berliner: So wie die 10 Jahre Bauzeit in Stuttgart geplant sind, übersteht die dortige S-Bahn sie nicht als "Rückgrat des Nahverkehrs in der Region".

  • 15.08.2010 13:51 Uhr

    von Beißwenger:

    Abbruch der Steinflügel des Hauptbahnhofs:

    Die Aussagen des Architekten Ingenhoven
    (kein Stuttgarter Bürger !! ) sind entlarvend,
    vor allem seine letzte (im doppelten Sinn das Letzte !)

    Was die Stuttgarter als ihren Bahnhof bezeichnen, das wird ja alles erhalten: Die Halle mit ihren einfachen Raumfolgen, die ist durchaus großartig und sogar so nachhaltig, dass wir sie in dieser völlig veränderten Lage immer noch verwenden können. Was wir abreißen, ist eine 13 Meter hohe Verkleidung der in Hochlage befindlichen Gleise, die verschwinden ja. Ich weiß, man zahlt einen Preis für den neuen Bahnhof, aber es lohnt sich. Sie werden sehen!

    Also: Laut Herrn Ingenhoven gibt es KEINEN Abbruch des Nordflügels und auch später keinen des Südflügels, sondern es wird nur eine "Verkleidung" verschwinden !

  • 14.08.2010 16:59 Uhr

    von vic:

    Ich lebe in Stuttgarts Umgebung, ich bin betroffen, und ich mühe mich seit Jahrzehnten mit meiner Wählerstimme dafür Sorge zu tragen, dass solche Menschen wie Schuster und Mappus (wer hat den eigentlich gewählt?) an die Hebel der Macht gelangen.
    Leider vergeblich.
    Hier geht es übrigends nicht darum, die Umstrukturierung des Hauptbahnhofs zu verhindern, sondern darum, die eigenen Gutachten zu berücksichtigen und eine bessere Alternativlösung wenigstens in Erwägung zu ziehen.
    So aber riecht das streng nach Korruption.

  • 14.08.2010 12:22 Uhr

    von M. Stocker:

    @ Michael:
    "Ich frage mich, wo waren denn al die Protestler die letzten 15 Jahre???
    Da hat keiner sich aufgemacht und versucht auf Wahlen einfluss zu nehmen, massiv druck zu machen, einen Bürgerentscheid herbei zu führen usw.
    Warum geht es denn erst jetzt wo es ans eingemachte geht und viele viele Millionen bereits geflossen sind???"

    Wo ware bitte Sie die letzten 15 Jahre? Sicher nicht in Stuttgart. Es gab 2004 über 60000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren! Um das uns OB Schuster und seine Winkeladvokaten betrogen haben! Weiterschlafen, Michael. Wir halten derweil Wache, am Nordflügel, und bleiben OBEN.

  • 14.08.2010 07:08 Uhr

    von Jutta:

    Ich schreibe diesen Kommentar, damit die letzte Meinung zu diesem Thema nich von einem S21-Befürworter stammt. Ich bin jung, ich bin zukunftsorientiert, ich bin Architektin und ich mag den Bonatz-Bau nicht. Und trotzdem - Herr Ingenhoven wird überrascht sein - bin ich GEGEN S21!
    Es gibt genügend Argumente gegen S21, die Hand und Fuß haben - wir Gegner "krakeelen" nicht nur. Vor allem WEIL wir die Zukunft Stuttgarts mit einbeziehen, können wir Gegner den Tiefbahnhof nicht gut heißen (wohlgemerkt: KÖNNEN - nicht WOLLEN!).

    OBEN BLEIBEN!

  • 13.08.2010 18:18 Uhr

    von Sinalco:

    Hauptsache, wir sind dagegen..!!

  • 13.08.2010 17:00 Uhr

    von Michael:

    Ich frage mich, wo waren denn al die Protestler die letzten 15 Jahre???
    Da hat keiner sich aufgemacht und versucht auf Wahlen einfluss zu nehmen, massiv druck zu machen, einen Bürgerentscheid herbei zu führen usw.
    Warum geht es denn erst jetzt wo es ans eingemachte geht und viele viele Millionen bereits geflossen sind???
    Schon merkwürdig und die ganze Republik schwingt sich mit auf, als ob sie persönlich betroffen ist.

  • 13.08.2010 16:42 Uhr

    von Mac-Lennox:

    In Herrn Ingenhovens Aussagen kommt eine widerliche Arroganz zum Vorschein. Und nicht immer was neu ist, muss zwangsläufig besser als altes sein. Das kann man gut fühlen, wenn man einmal bei hochsommerlichen Temperaturen in einem modernen Glasbau verbringen muss, weil sich diese Gebäude saunamäßig aufheizen.

  • 13.08.2010 15:30 Uhr

    von befürworter:

    die S21 gegner sind die ignorantesten menschen die ich je gesehen habe.
    ich wünschte das eine antifasischtische bewegung nur halb soviele supporter wie diese mode anti S21 ding.

    mehr als die hälfte der demonstranten haben keine ahnung, nehmen die argumente der meinungsmacher der anti S21 kampagne die nicht hand und fußfest ist!

    daher eine bitte an die S21 gegner nutzt eure energie mal sinnvoll! wenn jeder von euch nur die hälfte der zeit für was soziales in der stadt machen würde, wäre stuttgart die perfekte stadt.

    aber wie es leider so ist, ist der stuttgarter nur laut wenn alle dagegen sind!
    wieso setzt sich keiner für den obdachlosen der 50 meter von der mahnwache auf einer parkbank am H7 gebäude tag und nacht liegt nicht ein?

  • 13.08.2010 14:28 Uhr

    von Paul:

    Es gibt durchaus auch taz-Leser im, ja auch wenn's manch Zwangszugezogener bestreitet, schönen Stuttgart, die für diese Projekt sind. Und die verzweifeln, wie sich Linke (oder Pseudo-Linke wie die Grünen) wieder mal verrennen in einem Protest gegen den bösen Kapitalismus und alles Gute in der Welt in einem Seitenflügel sehen und alles Böse in einem Tiefbahnhof vermuten.
    Interessant, wie viele Experten es auf einmal gibt. Fachleute der Bahn, Ingenieure und Architekten, die auf der ganzen Welt zugange sind, sind alles Idioten. Aber die Herren Stocker, Ostertag (ich sag nur Schirmchen vor der Liederhalle) und die weltberühmte Baumeisterin Heimsch wissen es besser.
    Und um's mal ganz klar zu sagen, bei der Kommunalwahl 2009, die von den Gegnern zur Entscheidungsschlacht um S21 erklärt wurde, wählten 70 Prozent der Bürger Parteien, die für S21 sind. Und in dieser furchtbaren mafiösen Stadt gibt man gerade 55 Millionen Euro für die Sanierung des Staatstheaters und mehrer hundert Millionen für Sanierung der Schulen aus. Wir jammern schon auf ziemlich hohem Niveau!

  • 13.08.2010 13:31 Uhr

    von Volker Schweizer:

    Wer glaubt, dass man in einer globalisierten und vernetzten Welt, durch die Modernisierung eines Bahnhofs eine Wirtschaftsregion an die Welt anschließt, den bezeichne ich als antimodern. Stuttgart hat ja einen Bahnhof, der modernisiert werden muss, was, so glaube ich, nicht einmal die von Herrn I. so verachtend erwähnten pensionierten Lehrer bestreiten.

    Das Land Baden-Württemberg wirbt ja gerne mit seinen „Weltmarktführern“. Wenn das Land mal Geld in die Hand nehmen würde, um diese hoch spezialisieren kleinen und mittelständischen Unternehmen auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald mit moderne Breitbandnetze zu Versorgen, dann hat man was für den wirtschaftlichen Anschluss des Landes getan. Dann müssten diese Firmen die CAD-Zeichnungen nicht per Post zu den Kunden in die Welt verschicken!

  • 13.08.2010 11:21 Uhr

    von fakten:

    Ein Bahnhof ist in erster Linie ein Verkehrsprojekt und braucht damit eine verkehrliche Begründung - indes sind alle Versuche einer solchen Begründung gescheitert, alle Argumente wurden zerpflückt und von unabhängigen Experten in diversen Studien und Fachaufsätzen widerlegt.

    Die Bahn selbst sieht in dem Großprojekt "keinen genügenden Effekt zur Beschleunigung der grossräumigen Reisezeit" und stellt den Nutzen des Projekts daher nur noch für das Land Baden-Württemberg dar (S. Andersen, Eisenbahn-Revue International 7/2010, S. 370). Schlimmer noch, die Bahn sieht sogar für die sich an Stuttgart 21 anschließenden Neubaustrecke Wendlingen-Ulm keinen Bedarf (W. Weigand, Eisenbahntechnische Rundschau 12/2009).

    Damit kann das Großprojekt nur noch unter einem behaupteten städtebaulichen Nutzen gesehen werden, wobei der Rückbau der Gleisanlagen, die Beseitigung der Altlasten in den Böden, die Modellage des Geländes, sowie Enwurf, Finanzierung und Bau neuer Stadtquartiere weder planerisch noch finanziell Bestandteil von Stuttgart 21 sind!

    Nach dem bahnintern auf 25 Jahre geschätzten Kapazitätsrückbau und Tieferlegung des Bahnknotens Stuttgart folgen dann noch weitere Jahre der Planung, Suche nach Investoren usw. usf. Wie mühselig sich diese Investorensuche gestaltet, kann man exemplarisch an dem bereits seit 1998 freigeräumten Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes sehen - außer einem architektonisch wenig überzeigenden Entwurf einer neuen Stadtbibliothek findet sich dort nur noch ein Plakatständer eines finanziell in die Bredoullie geratenen Investors.

    Bleibt zu erwähnen, daß die ICOMOS von sich aus die Beantragung des Weltkulturerbe-Status für den Kopfbahnhof von Paul Bonatz empfohlen hat - eine Ehre, die dem geschmäcklerischen, veralteten und verkehrliche Erfordernisse in keinem Fall erfüllenden Ingenhoven-Entwurf leider versagt bleiben wird.

  • 13.08.2010 11:13 Uhr

    von Tanja Werner:

    also es ist immer wieder das Gleiche, wenn man die Befürworter des Projektes S21 reden hört: Es sind die Alten, die sich an dem Projekt stören, die Kosten sind gestiegen, aber es kann alles finanziert werden..haha, es gibt keine Alternative....
    Man wird das Gefühl nicht los, das sie die Augen vor der Wahrheit, die immer mehr ans Licht kommt, völlig verschließen. Sie müßten sich ja eingestehen, das alles doch nicht so toll und innovativ ist und sie sich darüber tatsächlich mal Gedanken machen sollten. Die Gegner von S21 werden von den Befürtwotern immer wieder als ein Volk hingestellt, das keinen Sinn für Neues hat. Die Gegner haben auch so viel Zeit, auf die Straße zu gehen, weil Sie Rentner, Hausmütterchen und wahrscheinlich arbeitslos sind und genug Zeit für solche Aktionen haben... Mann oh Mann, die haben es immer noch nicht verstanden, das der Protest durch alle Schichten der Bevölkerung geht. Wir wollen unseren Park mit den alten Bäumen behalten und nicht 10 Jahre und mehr durch eine große Baugrube stolpern, die nachgewiesenermaßen nicht die Wirtschaftlichkeit erbringt, die es sollte für diesen hohen Preis. Wir wollen, das endlich auch Alternativen ernstgenommen werden und sich auch mal Befürworter von S21 ernsthaft mit den vorhandenen Alternativen auseinandersetzen. Wir Gegner von S21 haben wenigstens eine und verschließen uns nicht gänzlich vor Neuem!!

  • 13.08.2010 11:13 Uhr

    von pete dawgg:

    Ich möchte mal wissen, auf wie vielen Demos Herr Ingenhoven schon war, wenn er bei seinen Behauptungen so sicher ist. Ich bin auf ziemlich vielen und das, was ich sehe, ist das genaue Gegenteil von dem, was er behauptet. Ein wirklich repräsentativer Querschnitt von StuttgarterInnen, die einfach ihr Recht auf Gestaltung ihrer Umwelt und Demokratie einfordern und sich nicht von der Tunnelmafia kleinkriegen lassen.
    Sein - entschuldigung - saublödes Geschwätz entspricht perfekt der Strategie der S21-BefürworterInnen: Fakten verleugnen und die GegnerInnen auf einer emotional-irrationalen Ebene diskreditieren. Aber er verdient ja auch daran - was soll man anderes erwarten?
    STUTTGART WILL KEIN S21 UND KEINEN TIEFBAHNHOF - KAPIERT???
    Und wenn jemand trotzdem sowas bauen will, muss sie/er vorher fragen (zb Volksbefragung) und kann uns nicht mit Connections und Geld austricksen. WIR wollen UNSERE Stadt selbst gestalten!
    (Und wenn Hr. Ingenhoven meint, die Grünen seien die einzigen, die dagegen sind, möge er sich bitte mao das Ergebnios der letzten Gemeinderatswahlen zu Gemüte führen.
    OBEN BLEIBEN!
    http://www.parkschuetzer.de
    http://www.kopfbahnhof-21.de
    http://stuttgart-21-kartell.org

  • 13.08.2010 11:12 Uhr

    von I. Lee:

    Herr Ingenhoven!
    Bei allem Respekt, entspannen Sie sich, nehmen Sie zur Kenntnis, dass Ihre Entwürfe nicht jedermanns Sache sind, setzen Sie sich hin,legen Sie S21 ad acta, krempeln die Ärmel hoch und fangen mit neuen Plänen an, z. B. Bahnhöfe auf dem Mond, oder Mars (muß ja schon rechtzeitig geplant und genehmigt werden bevor die dortigen Bewohner erkennen was auf sie zukommt).
    Alles andere wurde schon 1000mal gesagt.
    Mit freundlichen Grüßen!

    Junggebliebene(r) Rentner(in)

  • 13.08.2010 10:56 Uhr

    von Edith:

    „An dem Projekt arbeiten die besten Ingenieure, Berater und Spezialisten. Jetzt kommen Leute daher und sagen mal eben, dieser Bahnhof leistet nichts. Das ist doch fahrlässige Meinungsmache. Das entbehrt jeder Grundlage.“

    Auch Herr Ingenhoven scheint die SMA-Studie und das neueste Gutachten für das UBA nicht zu kennen. Man darf Herrn Ingenhoven also guten Gewissens ignorant nennen.

  • 13.08.2010 10:48 Uhr

    von Dorfbahnhof:

    Es geht bei der Frage Tiefbahnhof oder Kopfbahnhof durchaus auch um Fragen der Kapazität für den wachsenden Verkehr. In Kassel - mit gerade mal 200.000 Einwohnern - ist der Bahnhof Wilhelmshöhe mit 8 Gleisen (+ 2 Gütergleise) bereits komplett ausgelastet. Bestimmte Züge aus dem Norden können nicht zu diesem Bahnhof fahren, weil die Gleiskapazitäten nicht reichen. So wurde mir gegenüber zumindest der Wunsch abgelehnt, Nahverkehrszüge aus Göttingen bis zum Fernbahnhof in Kassel zu führen.
    Nun soll ein Bahnhof mit einer vielfach höheren Nachfrage mit ebenfalls 8 Gleisen auskommen? Wie soll das gehen?
    D.h. es wird für 5 Milliarden (und es werden bestimmt noch 10 Millarden) Gleise unter der Erde versenkt, damit sich Herr Ingenhoven mit seiner Architektur feiern lassen kann. Er würde auch keinen Wolkenkratzer bauen, in dem er nur einen Fahrstuhl einbaut, nur weil die Arechitektur dann schöner ist.

  • 13.08.2010 10:34 Uhr

    von Reinhard:

    Was hat denn Herr Ingenhoven gegen den Erhalt alter Bausubstanz?
    Wenn es die "Gegner der Moderne" nicht gäbe hätten wir heute keine schönen Schlösser und Burgen, weil das ja alles "alter Kram" ist.

  • 13.08.2010 10:06 Uhr

    von Schwachsinn:

    Liebe taz - eure Kommentarfunktion könnt ihr euch sonstwo hinschieben wenn sie mehr als 12 Stunden braucht um die Kommentare sichtbar zu machen - dann liest sie nämlich einfach niemand mehr. Schaut euch das mal bei anderen Medien an (Welt, Fokus usw.) wie man das macht.

  • 13.08.2010 09:53 Uhr

    von paulborat:

    schwäbsche eisebaaahhh:
    jetzt alle zusammen: auf der schwäbsche eisebahhh, tralallallala.........trallalalllalaIhren Kommentar hier eingeben

  • 13.08.2010 09:50 Uhr

    von Bodo M. Menschenfreund:

    Endlich wird in dieser schwülen, hässlichen, verbauten Stadt mit Stuttgart 21 etwas grundlegend Gutes getan!

  • 13.08.2010 09:33 Uhr

    von Schmock:

    Sollte das Projekt doch noch scheitern, werden sich einige noch wundern, dass sie es finanziell in keinster Weise zu spüren bekommen, weder in Form renovierter Schulen/Kindergärten, noch sonstwo.

  • 13.08.2010 09:15 Uhr

    von Bruno Neidhart:

    Der "Holcim Award", den das Büro Ingenhoven in Gold und Silber erhielt, geht auf den weltgrössten Zement-, Kies- und Betonproduzenten zurück, den Schweizer Konzern "Holcim", vormalig "Holderbank". Die unter dem Park halbwegs zu versenkende Stuttgarter Bahnhofswanne mit ihren putzigen Lichtkuppel, braucht wohl eine Menge Holcim-Materialien. Ob der Bau - und alles, was mit Stuttgart 21 noch zusammenhängt - in die Zukunft hinein Sinn macht, kann ich als Nicht-Stuttgarter nur bedingt abwägen. Aufgrund der immensen Kosten müsste das Werk schon tüchtig leuchten, um es als gerechtfertigt empfinden zu können. Was damit gewonnen wird und gleichzeitig dabei verloren geht, hängt auch mit den urbanen Gefühlen der Stadtbewohner zusammen - nicht nur mit dem angestrebten verkehrstechnischen "Aufbruch" in eine angeblich neue Zeit.

  • 13.08.2010 08:52 Uhr

    von awaler:

    Man liest nur sehr selten ein Interview, in dem sich jemand derart gründlich entlarvt.
    Wer mit einer derartigen Arroganz zu argumentieren versucht, tut seiner Sache einen Bärendienst.

    Ich hoffe nur, dass bis zu den LT-Wahlen 2011 nicht zu viel irrreparabler Schaden angerichtet wird.
    Am Wahltag um 18:00 ist das Projekt tot.

  • 13.08.2010 08:37 Uhr

    von xonra:

    "Fahrlässig" sind Architekten, die völlig abgehoben von den Bedürfnissen der Menschen an Prestigeprojekten festhalten. Der Versuch diesen in Beton gegossenen Irrtum auch noch zu rechtfertigen, macht alles nur noch schlimmer.Stoppt Stuttgart 21!

  • 13.08.2010 03:12 Uhr

    von drusus:

    Heute wieder Bahn gefahren. Der ICE hatte 15 Minuten verspätung - den Anschluss verpasst. Fazit: fast eine Stunde zu spät zu Hause.

    Wenn ich lese, dass 5 Milliarden ausgegeben werden um 15 Minuten in Ulm zu sein könnte ich mich umstülpen vor Wut. Die Bahn verschwendet das Geld für Prestigeprojekte anstatt sich an die Basics zu machen und für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zu sorgen.

    Für wichtige Termine nehme ich das Auto oder das Flugzeug - aber das ist von der Beton und Automafia die unser Land ausplündert ja so gewollt.

  • 13.08.2010 02:52 Uhr

    von Junge Generation:

    Hallo,
    Ich will hier auch mal die etwas jüngere Generation vertreten. Ich bin 22 Jahre alt und mit unzähligen Gleihaltrigen fleißiger Demonstrant und Beweis dafür, dass Herrn Ingenhovens Argumente haltlos sind. Es ist wirklich kaum zu glauben wie hier von ihm Halbwahrheiten verbreitet werden und er selbst der Propaganda der Stuttgart-21 Macher aufgesessen ist. Das "Es werden mehr neue Bäume gepflanzt als gefällt" Argument ist doch längst wiederlegt, da wäre es vielleicht nicht von Nachteil sich der aktuellen Debatte anzunehmen. Ja, es werden mehr neue Bäume gepflanzt und trotzdem verschlechtert sich der, ich nenn es mal ökologische Fußabdruck des Schlossparks immens, da alte Bäume eine viel größere Menge CO2 filtern als junge Bäume. Soviel dazu. Desweiteren finde ich es unglaublich wie engstirnig Herr Ingenhoven argumentiert. Kulturelle Einrichtungen werden abgerissen, stattdessen entsteht ein seelenloses Büro Viertel mit Cafes für den gehobenen Mittelstand. Es ist ja nicht so, dass Stuttgart für die junge Generation bislang sehr viel zu bieten hat. Während die Stuttgartet Uni drauf und dran ist aus Geldmangel die Geisteswissenschaften abzuschaffen, werden Milliarden und Abermilliarden in ein realitätsfernes Bahnhofsprojekt gesteckt. Das Schlimmste an der ganzen Sache ist, dass es ein Angriff auf die Demokratie ist, eine Missachtung des Willens des Volkes und ein gnadenlose Unterwanderung demokratischer Grundrechte. Wenn doch die Stuttgarter Gesellschaft nicht geschlossen gegen Stuttgart 21 ist, wie von manchen Seiten behauptet wird, warum wird dann kosnequent ein Volksentscheid verhindert, ja nicht mal ein Moratorium zugelassen? Vielleicht sollte Herr Ingenhoven noch einmal üner seine Argumentation nachdenken.

  • 13.08.2010 01:35 Uhr

    von Alex B.:

    "Diese sogenannten Kostenexplosionen sind doch Märchen!"

    Ja, das ist doch nur die Inflation... inflationsbereinigt kostet das Ganze praktisch gar nichts mehr!

  • 13.08.2010 01:16 Uhr

    von Thomas:

    Wo im Interview ist die sinnvolle Frage: Wieviel Bildung und Soziales hätte davon "investiert" werden können, wenn nur eine Modernisierung des aktuellen Bahnhof durchgeführt .

    So hätten dann sogar zwei Berufszweig durch Investitionen profitiert und nicht nur die Bauwirtschaft. Und das Grundkapital Bildung und Werte wäre für die Zukunft auch mal was Schönes.

    Wir könnten es auch in die Kita-Garantie stecken, vielleicht klingt sie dann Glaubwürdiger, oder vielleicht in die Rente...ach ja, die ist ja Sicher.

    Gruß

    Thomas

  • 13.08.2010 00:47 Uhr

    von Shlomo:

    In Berlin wird ein hässlicher Bahnhof gebaut - alle sind begeistert. In Berlin wird ein neuer Großflughafen gebaut - alle sind begeistert. In Berlin werden Milliarden in alle möglichen Projekte investiert und es ist immer cool. Jetzt wird in Stuttgart gebaut - und die Berliner TAZ findet das ganz schrecklich. Kann das sein: wir in Berlin wollen alles neu - und bei denen soll es so bleiben wie es ist.

  • 13.08.2010 00:42 Uhr

    von vincent:

    Die "besten Ingenieure, Berater und Spezialisten" scheinen sich noch nicht so bemerkbar gemacht zu haben. Es gibt schon jetzt massenhaft Planungsfehler, dabei ist noch nicht mal richtig losgebaut worden. Das beste Beispiel ist das S-Bahn-Chaos, für das es nach wie vor keine Lösung gibt, nachdem es die Verantwortlichen als unvorhersehbare Naturkatastrophe bezeichnet haben.

  • 13.08.2010 00:32 Uhr

    von Nick:

    Sehr geehrter Herr Ingenhoven,

    fast alle Ihrer Behauptungen enthalten sachlich grobe Fehler. Die Stuttgarter Bevölkerung ist mittlerweile sehr gut informiert, sodass sich jedem Bürger beim Lesen nur die Haare sträuben. Wenn Sie behaupten, die Stuttgart 21-Protestbewegung bestünden nur aus Rentnern, machen Sie sich lächerlich. Sie haben es mittlerweile mit der Mehrheit der Stuttgarter Bevölkerung zu tun, da nützt es auch nichts, wenn Sie darauf aufmerksam machen, dass "am Anfang alle dafür waren". Glauben Sie nur nicht, dass Sie irgendjemanden mit einem solchen Interview überzeugen können.

    Hochachtungsvoll

  • 13.08.2010 00:01 Uhr

    von Josh von Staudach:

    Herr Ingenhoven hat vom Baustoffkonzern Holcim 300.000 US Dollar Preisgeld bekommen. Der sogenannte "Holcim Award" wurde ihm 2006 für den Entwurf des Stuttgarter Hauptbahnhofs verliehen (wegen 'nachhaltiger' (!?!) Konstruktion), siehe auch http://www.holcimfoundation.org/T177/Gold-Germany.htm ... Da sollte mal Ausschau gehalten werden nach Holcim Logos auf Ingenhovens Baustellen. In Stuttgart gabs/gibts auch schon Holcim Logos an verschiedenen Ecken. Ich würde mal sagen, für den Betrag kann sich Herr Ingenhoven einmal im Jahr aufraffen und ein paar Worthülsen in Interviews packen - im Sinne seiner Geldgeber, versteht sich.

    Desweiteren wüsste ich nicht, warum sich Ingenhoven überhaupt mit diesem Bahnhof 'schmücken' will, denn wegen den Betontulpen bzw. Lichtaugen hatte er schon Stress mit Ideen-Urheber Frei Otto. Ansonsten hat der Entwurf eh nicht viel zu bieten, außer Bahnsteigen und Tunnelanschluss.

    In einem Interview auf der DVD "Last Call for Planet Earth" (A Film by Jacques Allard) behauptet Herr Ingenhoven allen Ernstes (und ohne jeglichen Nachweis), sein Bahnhof sei ein "Zero-Energy" und damit "Zero-CO2" Bauwerk. Man braucht kein Ingenieur zu sein, um zu erkennen, was für ein Unsinn das ist. Zumal die CO2-Emmission beim Bau durch den enormen Ressourcen- und Energie-Verbrauch im späteren Betrieb niemals eingespart werden kann. Ingenhoven ist in meinen Augen daher ein prototypischer 'Greenwasher'!

  • 12.08.2010 23:28 Uhr

    von Dr. Marc Hirschfell:

    Es ist immer wieder erstaunlich wie wenig Ahnung von Architekturgeschichte so gestandene Architekten wie Herr Ingenhoven haben. Mit dieser unqualifizierten Marginalisierung des Architekten Paul Bonatz und seines Hauptwerks, dem Stuttgarter Hauptbahnhof, macht er sich vollkommen lächerlich. Kunst- und Architekturhistoriker aller bundesdeutschen Universitäten, Architekturmuseen und Denkmalinstitutionen verurteilen Ingenhovens brutalen und unsensiblen Eingriff in dieses Meisterwerk der frühen Moderne als kulturellen Skandal. Ihre Namen sind unter www.hauptbahnhof-stuttgart.eu nachzulesen sowie auf einer Protestresolution auf www.kopfbahnhof-21.de

  • 12.08.2010 23:05 Uhr

    von Cali Kartell:

    Lieber Herr Ingenhoven,

    Sie verkürzen die Gegnerschaft gegen das Projekt Stuttgart 21 zu einem ästhetischen Problem.

    Sie könnten aber als informierter Mensch den ökonomischen Widersinn des Projekts, die krassen Demokratiedefizite bei seiner Einführung und die mangelnde ökologische Nachhaltigkeit zur Kenntnis nehmen.

    Sie enttäuschen mich. Aber sie werden sich hinreichend gegen Argumente immunisiert haben. Ich bin 40 Jahre alt und habe keinen Respekt mehr vor ihrem machtbewussten Gestus des Avantgarde-Architekten.

    Bauen muss wirtschaftlich, ökologisch, politisch und sozial nachhaltig sein, sonst ist es autoritärer Obskurantismus.

  • 12.08.2010 22:28 Uhr

    von Stuttgarterin:

    Offenbar ist Herr Ingenhoven nicht mit den örtlichen Verhältnissen vertraut. Der Großteil der StuttgarterInnen ist wütend und fassungslos über dieses größenwahnsinnige und unfunktionelle Projekt. Soll H.Ingenhoven sich freuen, dass er etliche Auszeichnungen für seinen größenwahnsinnigen Entwurf bekommen hat - er taugt trotzdem nicht für die Praxis, auch angesichts der finanziellen Situation in Deutschland. Die Stuttgarter Bevölkerung WILL SEINEN MAULWURFSBAHNHOF nicht haben!

  • 12.08.2010 22:21 Uhr

    von kai:

    endlich hat die taz verstanden wie guter zeitungsjournalismus funktioniert: mit kampagnen. und da ist es ideal den planenden architeken der gut kassiert als unabhängigen experten zu verkaufen und ihm ein paar gefällige fragen zu stellen.

    der nächste schritt wäre ein falsches interview mit ein paar gegenern wo sie sich total zum trottel machen. und vielleicht eine schönere schlagzeile. vorschlag: "s21 gegener total irre!" - oder ähnliches.

    sollte kein problem sein. falls nicht fragen sie die kollegen um die straßenecke.

  • 12.08.2010 22:17 Uhr

    von schienwüt:

    Diese ingenhovsche arroganz: seit dem kriegsende sind die deutschen städte eben mit mistigen und menschenfeindlichen, nicht mehr "flaniergemäßen" schrott vollgepackt worden, teilweise pläne von herrn schickelhuber (autogerechte stadt) umgesetzt worden; der sogenannte moderne "kack" - in seiner extremsten form die "platte" - hat das leben in den städten wahrlich nicht nur schöner gemacht! bitte keine experimente egogeiler architektenehrgeizlinge, sondern lebenswerte räume. man schaue sich das wachsende berlin an: ohne sinn und verstand wird irgendwas hingehauen; warum nur fahren die leute so gerne nach potsdam? oder streunen durch friederichshain? weils da nicht modern ist. herrn ingehoven sicher ein gräuel. dort gehört glas, beton und unbewohnbares hin: drei millionen parise in 18 hochhäusern, le courboisier! das ist die moderne - scheiß drauf!!

  • 12.08.2010 21:52 Uhr

    von kulturmicha:

    Herr Ingenhoven, das ist eine frechheit, wie Sie die S 21 Gegner runterreden, ich (44) bin bestimmt noch kein Rentner, und überhaupt nicht zukuntsfeindlich aber es liegt ja auch nicht nit an Ihrer Vision, sondern auch auch an dem Umgang mut den Stuttgartern und diesen viel zu hohen Kosten, die dann nicht mal eine Verbesserung bringen, wir Stuttgarter lassen uns unsere Stadt nicht wegen einer 4 Minütigen Zeitersparnis für 8 oder noch mehr Miliarden Euro umkrempeln, entwerfen Sie lieber den Umbau des Kopfbahnhofes, dann wird das vileicht noch was mit uns Stuttgartern ;-) .

    in diesem Sinne

    Oben bleiben :-)

  • 12.08.2010 21:46 Uhr

    von gegenspiegel:

    "Man will dort unbedingt das Alte erhalten". Warum wohl Herr Ingenhoven? Aus Ihnen spricht doch die Arroganz der modernen Architekten, deren zumeist austauschare, kopflastige und puristische architektonische Gestaltung bei den Menschen nicht ankommt und eher Fluchtimpulse auslöst, anstatt zum Verweilen einzuladen. Völlig zurecht wird dagegen protestiert, denn unsere Städte werden immer mehr verschandelt. Alle sehen das, nur Architekten und Städteplaner schweben abgehoben darüber.

  • 12.08.2010 21:05 Uhr

    von MAD:

    Ich gebe zu die Konkrete Planung nicht zu kennen, aber wenn ich höre, dass dort ein Bahnhof im Untergrund verschwinden soll frage ich mich ob diejenigen die soetwas planen selbst Bahn fahren?
    Und dann wird diese Absurdität als modern erklärt und die Protestierenden Bürger als Fortschrittsgegner?

    Alter Verwalter! Wir leben in einer interessanten Welt.

  • 12.08.2010 21:04 Uhr

    von Architektin:

    Sehr geehrter Herr Ingenhoven,

    ich bin selbst Architektin und trotzdem kein Befuerworter von S21. Als die Entscheidung vor 15 Jahren fuer Ihren Entwurf fiel, dachte ich damals schon, ein unterirdischer Bahnhof funktionert leider nicht. Am Anfang ist noch alles schoen, sauber und neu, doch nach relativ kurzer Zeit, schmutzig und kein Mensch haelt sich gerne laenger unterirdisch auf - trotz der Lichtbullaugen, die Sie geplant haben.
    Ueber den Bonatzbau kann man sich streiten. Ich selbst finde ihn nicht so attraktiv, auch denke ich nicht, dass alles, was an die 100 Jahre alt ist, unbedingt erhalten werden sollte.
    Dies zum formalen Aspekt der Architektur.
    Aber der eigentliche Kern der Sache ist doch der, dass Kosten explodieren, dass Mineralwasservorkommen gefaehrdet und vorallem der Umgang mit den Buergern doch hochgradig zu wuenschen laesst. Ich bin durchaus fuer die Schnellbahnstrecke, auch ich wuerde gerne schneller nach Muenchen kommen, aber nicht mit dem unsinnigen S21 Projekt.
    Ich verstehe, dass Sie natuerlich an der Umsetzung interessiert sind, 1. ist es ihr "Baby" und 2. verdienen Sie damit Ihr Geld.
    Aber die Gegner kleinzureden, sollte nicht Ihre Sache sein.

  • 12.08.2010 20:51 Uhr

    von emfaubeh:

    Bei einer Staatsverschuldung von ca. 1800 Milliarden €,
    die sowieso niemals wieder zurückgezahlt werden können da das Geld schlicht und einfach noch nie existiert hat, und für die der "Bürger" bürgen darf entbehrt es einfach jedem gesunden Menschenverstand auch noch diese Milliarden in den Stuttgarter Sand zu setzen!

    Leider ist der Mensch von der politik müde geredet worden, und nicht jeder rafft sich zu Protesten auf, aber ich kann sagen, in meinem Betrieb mit 110 Mitarbeitern habe ich noch KEINEN einzigen getroffen der S21 auch nur für annähernd Sinnvoll hält.
    Bei einem direkten Volksentscheid würde das Projekt so gnadenlos vernichtet werden!
    Bei der ganzen sache geht es nur darum einen großen Honigtopf unter so wenig Bienen wie möglich aufzuteilen. Den Stuttgartern bringt das ganze Brimborium nichts. Wir steigen in den Zug wenn er abfährt und ober der dann 10 min. später ankommt juckt sowieso niemanden wenn er von vorneherein weiss wie lange die fahrt dauert.
    Mir würden spontan 1000 Sachen einfallen in denen das Geld sinnvoller investiert wäre, aber dazu fehlt mir jetzt die Geduld!

  • 12.08.2010 20:44 Uhr

    von die Luft zum atmen:

    "dass im Schlosspark wegen des Neubaus 283 alte Bäume gefällt werden. Verstehen Sie das?

    Die Bäume sind natürlich ein emotionales Thema. Ja, es werden welche gefällt. Und dann durch eine wesentlich höhere Zahl ersetzt, das scheint die Gegner nicht zu irritieren."

    Ich sag nur Blattflächenindex und Bedeckungsgrad. Wir werden weniger Blätter haben die O2 produzieren.

    Der Schlossgarten wird in seinem Herzen durchtrennt und in Randlagen, so 3 km weit weg von der Innenstadt, vergrößert.

    Die Frischluftschneise wird zugebaut.
    http://reporter.zdf.de/ZDFde/inhalt/30/0,1872,8090174,00.html

  • 12.08.2010 20:35 Uhr

    von Jens Schlegel:

    @Martin Mendler, sind Sie dieser hier, also der Stellv. Fraktionsgeschäftsführer, Stellv. Pressesprecher, Öffentlichkeitsarbeit, Internet der SPD Baden Württemberg? http://www.spd.landtag-bw.de/Berater.php

    Na dann ist mir ihr klar woher bei ihrem sinnfreien Kommentar der Wind weht. Nach dem was Stuttgart da an Geld bekommt würden sich andere Kommunen nicht nur die Finger lecken, nein sie gieren bereits danach. Sie verkommen wie der Bahnhof Stuttgart verkommen ist. Auch ich als Pendler giere danach, endlich saubere Züge mit funktionierenden Türen zu bekommen. Aber das Geld wird ja verbuddelt...

  • 12.08.2010 20:32 Uhr

    von Silke:

    Ich bin unter 40, arbeite im EDV-Bereich und würde mich nicht als rückwärtsgewandt bezeichnen, trotzdem bin ich gegen Stuttgart 21. Jahrelang wurde der Kopfbahnhof vernachlässigt, trotzdem versieht er seine Aufgabe besser als es der geplante Tiefbahnhof je könnte. Es geht für mich nicht um die Schönheit oder Häßlichkeit des geplanten Projekts. Das liegt im Auge des Betrachters. Daß er auf jeden Fall mit acht Gleisen unterdimensioniert ist und eine Reihe von Nadelöhren schafft, ist unbestreitbar richtig.
    Mag er interessante Verbindungen für ICE-Kunden schaffen, für Pendler in der Region Stuttgart, die mangels Ausweichgleisen hinter verspäteten ICEs herschleichen dürfen, oder deren Verbindung gleich ganz gestrichen wird, bringt er nur Nachteile.
    Über Schönheit läßt sich streiten, aber der verkehrspolitische Nutzen ist unter aller Kanone.

  • 12.08.2010 20:17 Uhr

    von Bürger Lars (aus Stuttgart):

    Ingenhoven hat einige überdachte Bahnsteige entworfen. Nicht mehr und nicht weniger. Das hat er bei einem Vortrag vor der Architektenkammer in Stuttart auch sinngemäß so gesagt.
    Was versteht Ingenhoven vom Bahnfahren und von Bahnsystemen? Von Nah- und Fernverkehr?

    Eben.

    Also ist Ingenhoven gar kein Experte für S21. Sondern nur der Planer der Bahnhofshalle.

    Wenn denn dieser neue Bahnhof überhaupt Vorteile für den Bahnverkehr mit sich bringen würde, dann könnte man ja noch froh sein, aber das tut er leider nicht. Daher lehnen diesen Bahnhof die Bürger in und um Stuttgart solchermaßen vehement ab.

    Der Bürgerprotest verstärkt sich von Tag zu Tag. S21 ist praktisch schon untergegangen.

    Schade um Ingenhovens Entwurf. Aber die Fehler im gesamten Bauvorhaben waren zu gravierend. Die Lügen und falschen Darstellungen der Bahn zu offensichtlich und plump.

    Übrigens, wenn es denn soooo sinnvoll wäre, warum sind denn München21 und Frankfurt21 vor ein paar Jahren so sang- und klanglos untergegangen. Stuttgart21 ist der letzte Rest von dieser großen Bahnidee.

    Und noch was. Die Stuttgarter "Gleiswüste" sieht man nur aus ganz wenigen Stellen der Stadt. Das wurde damals solchermaßen gut und klug gebaut.

    meine Prognose. Der Protest steigert sich noch ein wenig. Die Verantwortlichen bei Stadt, Land und Bahn winden sich noch ein wenig, aber dann ist der Spuk rum.

    Viele Grüße

    Bürger Lars

  • 12.08.2010 19:41 Uhr

    von Jochen Rudloff:

    Ich als entschiedener Gegner von Stuttgart 21 lehne das Projekt nicht ab, weil ich Angst vor "Heimatverlust" habe oder "innovationsfeindlich" wäre.

    Gegen Stuttgart sprechen viele eindeutige rationale Argumente:
    - es ist viel zu teurer (Bundesrechnungshof!)
    - bringt betriebliche Nachteile (sma-Gutachten, welches die Landesregierung geheim gehalten hat)
    - Fehplanung (zwischen Rolltreppen und Bahnsteigkante ist nur 1m Platz!)
    - "Vetterleswirtschaft"
    - Abholzung von 282 Bäumen
    - mind. 15 Jahre Verkehrschaos
    - es wird gegen den Bürgerwillen gehandelt
    ....

    Stuttgart 21 dient unserem OB, der Bahn und unserem MP als reines Prestigeprojekt. Stuttgart 21 nützt dem Bahnfahrer nicht, und wir Bürger werden hier wirklich für dumm verkauft.

    OBEN BLEIBEN

  • 12.08.2010 19:31 Uhr

    von Stuttgarter Student:

    Es gibt einige Gegner von Stuttgart 21. Mein Eindruck ist das die Kommunikation der Stadt fehlerhaft war.
    Ursprünglich war ich ein Gegner des Projektes. Aber inzwischen bin ich dafür.
    Gutes Interview.

  • 12.08.2010 19:28 Uhr

    von Carsten :

    Herr Ingenhofen hat Recht! Wer in der Stadt lebt muss mit Veränderungen umgehen können. Sollen die Gegner doch aufs Land ziehen. Ich wohne in Stuttgart und freue mich auf eine Ausrichtung der Stadt auf die Zukunft (für mich und meine 2 Kinder). Wer sagt eigentlich dass eine ganze Stadt rebelliert? So ein Falschaussage: ein paar Tausend Leute aus der ganzen Region mit > 1 Mio Einwohner rebellieren. Ist das vielleicht die Mehrheit?

  • 12.08.2010 19:20 Uhr

    von zmeu:

    Um es vorsichtig zu sagen: ich gehöre mit meinen 26 Jahren der Generation an, die manch einer gerne als "Zukunft" bezeichnen würde. Und ich bekämpfen den Tunnelbahnhof, weil ich keine Verschlechterung des Bahnverkehrs will.

  • 12.08.2010 19:00 Uhr

    von Der Planer:

    Von dem Architekten eines solch großen Projektes wünschte man sich mehr interlektuelle Überzeugungskraft.
    Die Antworten sind in jeder Beziehung enttäuschend!

    Oder ist die Hauptmotivation nur das gigantische Architektenhonorar und die Befriedigung des Architekten-Ego ?

  • 12.08.2010 18:59 Uhr

    von johnny plus:

    Ich bin Stuttgarter und ich kann nur bestätigen: Die S21-Gegner sind nicht die Mehrzahl. Es sind nur die, die am lautesten schreien, oder wie der Schwabe sagt: krakeelen.

    Es stimmt auch, dass die S21-Gegner der übliche Typus des "engagierten aber wenig informierten und reflektierten Bürgers" ist. Eben der Rentner, die über 50jährige Hausfrau und der mittelmäßige Student. Meine Freunde, ich kenne euch, ich erkenne euch. Täglich laufe ich nämlich am Nordflügel des Bahnhofs vorbei.

    Lächerlich, wenn es nicht so traurig wäre: Diese Antimentalität, die sich nicht rational begründen lässt, zieht Deutschland immer mehr runter. Reine Fortschrittsfeindlichkeit. Im Westen der Stadt machen die mehr oder weniger selben Leute gegen Handys Stimmung. Allen Ernstes!

    Dieses Land wird durch die ständigen Miesmacher und Fortschrittsfeinde einfach nur ins Abseits gekickt.

    Und ihr Stuttgarter bedenkt bitte auch, dass die Mehrheit der täglichen Pendler, die zur Arbeit nach Stuttgart fahren, sehr wohl FÜR Stuttgart-21 sind! Es dreht sich nicht die ganze Welt um den kleinen Kessel.

    Und das aller-aller-lächerlichste ist, so zu tun als ob hier die Demokratie auf dem Spiel stünde. Einfach nur lächerlich.

  • 12.08.2010 18:53 Uhr

    von Heinz Bosdorf:

    Die Gegner und ihre Argumente werden mal wieder über einen Kamm geschoren. Am Anfang - vor 10 und mehr Jahren - war der Protest ruhig und die Argumente überwiegend im verkehrlichen und finanziellen Bereichen. Das war für einen Architekten wie Herrn Ingenhoven natürlich viel zu profan. Die Politik sah keinen Handlungsbedarf, da sie die schweigende Mehrheit auf ihrer Seite vermutete.

    Der Protest wurde lauter, verlagerte sich zu Denkmalschutz und Stadtgestaltung. Die Politik sah keinen Handlungsbedarf, da sie die schweigende Mehrheit auf ihrer Seite vermutete.

    Jetzt ist der Protest richtig laut und ja - es haben sich auch ein paar Chaoten hinzugesellt. Nun ist dann direkt fahrlässige Meinungsmache und die Politik hofft, dass die auf ihrer Seite vermutete schweigende Mehrheit immer noch 50,5 Prozent der Bevölkerung schweigt.

    Über Sinn und Unsinn des Bahnhofsprojekt mag man streiten können. Darüber, dass die Vorgehensweise der Befürworter und der Umgang mit den Gegnern die Demokratie beschädigt hat, eigentlich nicht mehr.

    Egal ob das Projekt gut oder schlecht ist und wieviel Euro es kostet - so viel wert, dass man die Beschädigung der Demokratie in Kauf nimmt, kann es doch wirklich niemandem sein!


  • 12.08.2010 18:34 Uhr

    von orlev:

    Es gibt von Spitzweg das Gemälde:
    Gnom Eisenbahn betrachend. Ich musste an dieses Gemälde denken und dabei schmunzeln, als Christoph Ingenhoven über die Menschen sprach, die keine Veränderung wollen. Wie soll eigentlich Stuttgart in 10 Jahren als Stadt und Symbol eines Bundeslandes Menschen anziehen, wenn man jetzt auf Stopp macht ?
    Städte, zumal europäische Städte müssen mehr denn je in der Lage sein, Menschen anzuziehen. Gut ausgebildete Menschen. Darum wird gerungen werden in einem harten Wettkampf.
    Mich wundert zudem, dass nicht Stuttgarter Studenten aus Ungarn oder der Slowokai für die Schnellbahnverbindung kämpfen.

  • 12.08.2010 18:31 Uhr

    von Sylvia Heimsch:

    Hallo, Herr Ingenhoven!

    ich bin auch Architektin, keine Schwäbin, habe keine Angst vor Veränderungen. Ich bin Mutter von drei Kindern. Mit meinen 47 jahren habe ich erstmals an einer Besetzung teilgenommen und bin im strömenden Regen über zwei rutschige, wacklige und zu kurze Leitern in den obersten Stock den Nordflügels geklettert. Warum? Weil Ihr Entwurf brechschlecht und schon im jahr 1994 veraltet war: Eine 70er Jahre Phantasie von Frei Otto, den Sie ja sauber ausgebotet haben. In Düsseldorf habe ich Bekannte in der Architekten-Szene. Dort redet man wenig schmeichelhaft über Sie. Hier haben Sie sich noch nie den Bürgern gestellt, von wegen Dialog. Genau so die Bahn und unser OB. Die Bürger dieser Stadt wollen das Alles nicht! Das ist unsere Stadt! Wir müssen doch Ihren Pfusch dann hier lebenslänglich ausbaden, technisch und finanziell. Dieses Projekt wird den Stand der Ingenieure in den Schmutz ziehen. Es wird die Demokratie beschädigen, den Glauben der Bürger an die Gerechtigkeit. Sämtliche Gutachten wurden regelmäßig ignoriert. Sie, Herr Grube, Herr Drexler, Herr Schuster, Herr Mappus und Herr Ramsauer müssen hier nicht leben und sind in Kürze auf anderen Posten oder pensioniert. Keiner trägt wirklich die Verantwortung. Wir überlegen, die Stadt nach Beendigung der Schule durch unsere Kinder auch zu verlassen. Hier spielen sich Szenen wie in einer diktatur ab: Hundertschaften gehen gegen Bürger vor, kesseln diese ein. Berittene Polizei hätte fast meinen Sohn niedergetrampelt. Bauzäune in der Qualität von Grenzbefestigungen werden einbetoniert, hinter einer Mauer aus 60 Polizeibussen. Jeden zweiten Tag blockieren Tausende die Hauptverkehrswege. Und das wird sich noch ausweiten auf Institutionen. Wir werden keine ruhe geben. Volker Lösch, der z.Zt. bekannteste Theaterregisseur Deutschlands, hat mit uns Bürgern einen Bürgerchor gegründet, der revolutionäre Texte überall in der stadt mit 150 Leuten zum besten gibt. Der Widerstand wächst und wächst! Edzard Reuter hat den Stuttgarter Appell unterzeichnet wie viele andere Prominente. Unterzeichnen auch Sie, lieber Leser und werden Sie Parkschützer!!! denn unser Schlossgarten soll gerodet werden : 283 teils uralte Bäume sollen sterben! Stuttgarter rufen alle Deutschen um Hilfe !!!es ist auch Euer Steuergeld (12 Milliarden, wenn´s reicht)

    www.stuttgarter-appell.de
    www.parkschuetzer.de
    www.kopfbahnhof-21.de

  • 12.08.2010 18:24 Uhr

    von vic:

    Logisch, dass ein Architekt beleidigt ist und mit Unverständnis reagiert wenn sein Projekt kritisiert wird. Aber hier geht es um mehr als um das Ego einzelner.
    Den Planern und allen Beteiligten in den oberen Etagen liegen doch längst ihre eigenen Analysen und Berechnungen vor, die besagen, dass K21 ebenso praktikabel, jedoch umweltschonender, weniger zerstörerisch für die unmittelbare Umgebung und weniger riskant ist.
    Aber weitaus günstiger für das Land und alle die auf die Bahn angewiesen sind

  • 12.08.2010 18:14 Uhr

    von Volker Dirk Hiller :

    Ein leicht verändertes Zitat von Matthias Matussek:

    "Viele Architekten ... möchten dem Normalbürger das „Zeitgemäße“ über den Schädel ziehen wie eine historische Kopfnuss. Sie beten Adolf Loos´“Ornament und Verbrechen“ nach, finden Le Corbusiers Wohnsilos fürs gemeine Volk interessant und flippen heimlich aus vor Freude, wenn ihre Altbauwohnung Stuckreste aufweist. Sie verachten die historisierende Tendenz - ohne die es Renaissance und Klassizismus nicht gegeben hätte - als rückschrittlich und verordnen der Großstadtherde den schmucklosen Korridor."

    Genau so einer ist Herr Ingenhoven, ein Altmodernist mit zynischer und verächtlicher Sichtweise gegenüber Bürgern, die seine Ideologie nicht teilen und schöne Baukunst bewahren wollen.
    Architekten wie Ingenhoven sind einfach von vorgestern.

  • 12.08.2010 17:45 Uhr

    von MTK:

    Im Klartext sagt Herr I. nur: "Die Gegner sind doch alle nur zu doof, um das Meisterwerk beurteilen zu können. Sollen sich also gefälligst raushalten!"
    Ich bin übrigens Bahn-Vielfahrer mit Bahncard 100 und halte das Milliardenloch für widersinnig. Mit dem Geld könnte man wichtigeres machen oder sich auf die neue Albstrecke konzentrieren. Die ist wichtig, braucht aber eben keinen S21.

  • 12.08.2010 17:37 Uhr

    von Gerd Weber:

    Herr Inghoven redet um sein Honorar!

  • 12.08.2010 17:05 Uhr

    von nico:

    Dieser Beitrag ehrt die TAZ. Ich habe die Hoffnung
    auf eine zukunftsorientierte, moderne Linke noch
    nicht aufgegeben. Diese ökoverquarzte, klimaleidende,
    öffentlicher Dienst versorgte Demokultur, insbesondere
    in Stuttgart, ist so furchtbar rückwärtsgewandt, daß
    es körperlich wehtut.
    Conradi, Scheer..jetzt fehlt nur noch der Stammvater
    aller Elendshoffnungen - Erhard Eppler.
    Da tut ein Mann wie Ingenhoven gut. Danke.

  • 12.08.2010 17:02 Uhr

    von Michael Wittel:

    Guten Tag,

    ich wohne seit mehreren Jahren berufsbedingt in Stuttgart - wie die meisten Menschen die ich hier kennengelernt habe.

    Die Stadt ist geprägt von Zwangsbewohnern die aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation in Stuttgart leben (müssen). Das spiegelt auch die enorm überdurchschnittliche Akademikerquote von rund 30% wider. Ich bin einer dieser Menschen, die jedes freie Wochenende in liebenswertere und schöndere Städte fahren um eine weitere Woche im verbauten Stuttgart aushalten zu können.

    Genau diese Menschen sind es, die gegen das Projekt und einen weiteren architektonischen Fauxpas sind. Nicht ausschließlich die alternde Bevölkerung die sich der Moderne verschließt.

    Die negative Entwicklung des Stadtbilds und die damit zusammenhängende Verschlechterung der Lebensqualität, waren für mich u.a. Gründe nach einem neuen Job zu suchen. Ab November wohne ich in München.

    LG,
    Michael Wittel

  • 12.08.2010 16:58 Uhr

    von kotelette:

    Wie der Architekt wirklich mehr als stur wirkt.

    Die Faktenlage (Bundesrechnungshof, BUND etc) interessiert ihn nicht und wird noch als Meinungsmache abgewatscht.

    So wird also Stuttgart 21.

    Realitätsfern und Arrogant.

  • 12.08.2010 16:50 Uhr

    von tito9092:

    Laut Ingenhoven sind das doch alles Märchen. Alles Quark, alles Unsinn, ewiggestrige, quertreibende Menschen. Wieso muss man sich denn mit diesen blöden Menschen auseindandersetzen, wenn man als offensichtlich selbstverliebtes und über alle anderen erhabenes, epochal bedeutsames Kunstgenie diesen Narren endlich das vor die Nase setzt, was diese schnöde, banausenhafte Stadt so dringend benötigt? Ich meine ja, im Endeffekt geht es schließlich nur um die Meinung einer offensichtlichen Mehrheit und die darf von selbsterkorenen Genies wie dem Herrn Architekten einfach übergangen werden.

    Es ist teilweise schon sehr lächerlich, wie bei den heiklen Themen (Nepotismus, Prestigeprojekt, falsche Statistiken etc.) versucht wird, das ganze ins Absurde zu ziehen. Wenn es nach Ingenhoven geht, ist die Mehrheit im Land bekloppt und rückwärtsgewandt - was etwas unglaubwürdig klingt, schaut man sich die Gesinnung der Gegnerschaft an: Grüne, Linke, Gewerkschaftler und Montagsdemonstranten (vs. CDU/FDP, Baufirmen und Ökonomen)...

  • 12.08.2010 16:44 Uhr

    von Christian Heinrich:

    So ists richtig: Gegner des eigenen Projektes als rückständig, unwillig ggü. Neuerungen usw. diffamieren.

    Dass der Bau evtl. aus anderen Gründen völlig unsinnig ist, wird aus der eigenen beschränkten Pillepalle-Welt ausgeschlossen. Das eigenen Produkt steht über aller Kritik.

  • 12.08.2010 16:36 Uhr

    von Kein Rentner:

    Manoman Herr Ingenhoven,

    ich bin noch 7 Jahre Jünger wie Sie, Stuttgarter Bauingenieur und alles andere als ein Fortschrittsverweigerer, passe also überhaupt nicht zu Ihrem Klischee der Demostranten (war vorher übrigends auch noch nie auf einer Demo) und komischerweise lehne ich S21 trotzdem ab !?

    Ich war noch nie dafür, nur hatte ich wie viele Stuttgarter gehofft das Projekt verliefe eh im Sand.

    Die Planung war sicherlich vor 15 Jahren inovativ und gut, aber man muss auch sehen, dass sich die Menschen und Ansprüche weiterentwickelt haben und die Planung heute einfach nicht mehr zeitgemäß ist - Stichwort Nachhaltigkeit ! Oder würden Sie heute den Entwurf noch genauso planen ?

    MfG

    Oben bleiben !

  • 12.08.2010 16:36 Uhr

    von Schaefer:

    Das Problem Stuttgart 21 wird mit dem interview nicht halbwegs erfasst. Es geht nicht um den Entwurf Ingenhoven. Als er entstand, war er sicher beachtenswert. Aber: Der Entwurf sagt nichts darüber aus, wie sinnvoll das Projekt ist. Ingenhoven hat eine Antwort auf eine gestellte Aufgabe gegeben, dabei hatte er nicht darüber zu befinden, ob das Projekt in seiner Gesamtheit Sinn macht, kann er ja wohl auch nicht. Den S21 Gegnern ist das Projet Ingenhoven nur Symbol für die Unsinnigkeit eines Tiefbahnofs, der verkehrstechnisch unsinnig ist und damit doch keinesfalls "modern". Äpfel und Birnen aus Stuttgart scheinen in Berlin nicht unterscheidbar zu sein.

  • 12.08.2010 16:36 Uhr

    von Stuttgarterin:

    Wenn sehr aktuell nicht zwei Studien (Umweltbundesamt und SMA) vom Projekt Stuttgart 21 berichten würden, dass es sehr große Mängel hat und Probleme schafft, dann könnte man Herrn Ingenhoven gern folgen. So aber wird der Widerstand noch weiter anschwellen, selbst wenn jetzt durch den Abriss eines Seitenflügels (er ist architektonisch besonders wertvoll) weitere Fakten geschaffen werden sollten.

  • 12.08.2010 16:24 Uhr

    von Rolle der 1.:

    Naja, Stuttgart-21 hin Stuttgart-21 her, ist es in Deutschland doch seit einigen Jahren traurige Tradition, dass jedes größere neue architektonische Vorhaben auf massiven Widerstand stößt. Irgendwer stellt dann immer irgendwie Baumaßnahmen in eine Beziehung mit sozialen Ausgaben. Ist doch in einem Land wie Deutschland, dass lange Zeit globale Trands Architektur beinflussen konnte, schon schade. Ein bisschen mehr Innovationsfreude fände ich nicht so schlecht.

  • 12.08.2010 16:17 Uhr

    von KLederer:

    "....Handwerker, Architekten, Dienstleister, Bauarbeiter, die wollen es, aber gehen nicht auf die Straße....." Woher nimmt Herr Ingenhoven die diese Gewissheit? Da täuscht er sich nämlich ganz gewaltig!!!!!!!!!!!!!!!!!! Dort auf der Strasse sind sehr, sehr viele Menschen vom Fach!

  • 12.08.2010 16:12 Uhr

    von M. Baur:

    Leider stellt Herr Ingenhofen hier wieder absolut haltlose Behauptungen auf:

    „Das sind meistens nette, normale Bürger, die, um es vorsichtig zu sagen, der älteren Generation angehören.“

    Das ist nachweislich falsch. Ein sehr großer Teil der Protestierenden sind junge Menschen, die keine Lust darauf haben auf den immensen Schulden dieses Wahnsinnsprojekt sitzen zu bleiben.

    „Angeblich war Bonatz ein Vertreter der beginnenden Moderne.“

    Das ist richtig und wurde von vielen Kunsthistorikern und Denkmalpflegern bestätigt.

    „Die gleiche antimoderne Haltung kann man zum Teil in dem Protest ablesen. Er ist Teil einer älter werdenden Gesellschaft. Die will erhalten, nicht verändern.“

    Das ist auch falsch. Die Gegner haben sogar, was beispiellos ist, eine Alternative zu S21 entwickelt. Sie sind für eine stadtschonende und umweltfreundliche Veränderung.

    „Lesen sie mal die Blogs im Internet, da gibt eine ziemliche Ausgeglichenheit zwischen Gegnern und Befürwortern…“

    Das kann man doch nicht irgendwelchen Blogs entnehmen! Dazu muss man eine Bürgerbefragung machen. Leider sind die Befürworter dagegen, da sie befürchten, dass die Mehrheit gegen das Projekt stimmen wird!

    „Es sind 11.500 Einsprüche abgehandelt worden, es wurden Entschädigungen gezahlt, es gab gewonnene Gerichtsverfahren und parlamentarische, zustimmende Entscheidungen auf allen Ebenen.“

    Diese Entscheidungen wurden aber unter falschen Voraussetzungen gefällt. Erst jetzt kommt ans Tageslicht, dass die Infrastruktur von S21 eklatante Mängel aufweist und sogar eine Verschlechterung zum derzeitigen Bahnhof bedeutet.

    „Nur die Grünen sind dagegen.“

    Das stimmt auch nicht mehr. Mittlerweile sind viele SPD-Abgeordnete gegen das Projekt, da sie von den Projektverantwortlichen getäuscht wurden.

    „Jetzt kommen Leute daher und sagen mal eben, dieser Bahnhof leistet nichts. Das ist doch fahrlässige Meinungsmache. Das entbehrt jeder Grundlage.“

    Das stimmt auch nicht. Ein vernichtendes Gutachten stammt zum Beispiel von
    der „SMA und Partner AG“. Das ist weltweit das renommierteste Unternehmen in Sachen Prozessanalyse bei der Bahn.

    „Diese sogenannten Kostenexplosionen sind doch Märchen!“

    Dazu benötigt es wohl keines Kommentars. Bis jetzt haben sich die Kosten mehr als verdoppelt. Es gab bis zum heutigen Tag kein einziges Bahnprojekt das nach Abschluss nicht weit über das doppelte gekostet hat.

    Zum Thema Denkmalschutz muss gesagt werden, dass der gesamte Bahnhof, inklusive Gleisanlagen, unter Denkmalschutz steht.

    Wenn man einzelne Teile davon stehen lässt ist dies nicht mehr gegeben.

  • 12.08.2010 16:07 Uhr

    von Ute Weiberle:

    Herr Ingenhoven irrt, wenn er den Protest in erster Linie in der älteren Generation verortet, die aus einer antimodernen Haltung heraus Veränderungen scheut. Der Protest geht durch alle Alterklassen. Er resultiert aus einer rationalen Abwägung der Stück für Stück ans Licht kommenden Fakten im Kontext desolater öffentlicher Finanzhaushalte und veränderter Erfordernisse an verkehrspolitische Konzepte. Im Mittelpunkt steht die Ineffektivität und Inflexibilität des neuen Durchgangsbahnhofs, sowie die gigantischen Bau- und Folgekosten, die die politische und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit der nachfolgenden Generationen zerstören. In diesem Sinne ist Stuttgart 21 ein zutiefst undemokratisches, unmodernes und zukunftsfeindliches Projekt.

  • 12.08.2010 15:59 Uhr

    von Matthias Luz:

    "...Bahnhof, gegen den fast ein ganze Stadt rebelliert."

    Da ist man aber in Berlin mal super informiert. Ich habe das als Stuttgarter noch gar nicht so mitbekommen. Es gibt zwar einige die sich lautstark artikulieren. So waren es bei der letzten großen Demo 10.000 bis 16.000 Demonstranten. Eine stolze Zahl! Aber von "fast der ganzen Stadt" kann gar keine Rede sein (die Stadt Stuttgart hat knapp 600.000 Einwohner, die Region Stuttgart 2,7 Mio. Einwohner). Also liebe taz, ein bisschen mehr Fakten und ein bisschen weniger Meinung.

  • 12.08.2010 15:57 Uhr

    von Fritzle:

    Angenehm unaufgeregt dieses Interview. Audiatur et altera pars bewahrheitet sich doch immer wieder!

  • 12.08.2010 15:54 Uhr

    von SteinaufStein:

    Nach mehr als 20 Jahren Beratungstätigkeit relativiert sich das Verhältnis zu … Wir haben für den Entwurf dutzende internationale Auszeichnungen bekommen…
    Zu oft habe ich wundervolle „Bildchen“ von Planern aller Art gesehen, die möglicherweise von Gleichgesinnten in höchsten Tönen bejubelt worden wären/sind. Gefragt nach dem wirtschaftlichen und sozialen Nutzen, der Technik und der Bezahlbarkeit ging’s dann ab in den Papierkorb. Das war gut so!
    Das Gleiche gilt für das „Jahrhundert-Projekt“ Stuttgart 21.
    Zum Einen hat die DB derart viele innerbetriebliche „Baustellen“ für die sie dringend jede Menge Geld braucht, zum Zweiten wird man bei der Durchführung mit Sicherheit zu erheblichen Kostensteigerungen kommen ( alter Bergmanns- und Bauarbeiterspruch: „Vor der Schüppe ist es dunkel…“
    Und schließlich: kein vernünftiger Kaufmann würde bei derart geringem Nutzen für die Fahrgäste derart viel Geld aus dem Fenster werfen.
    Fazit: kein Denkmal für „Ruhmbedürftige“ auf Kosten der Steuerzahler, sondern einstampfen! Sofort!

  • 12.08.2010 15:53 Uhr

    von Martin Mendler:

    Sehr gute Argumente! Endlich sagt es mal wieder ein echter Experte ruhig, sachlich und doch mit der nötigen Klarheit! Wie man beim Anblick des derzeitigen Stuttgarter Kopfbahnhofs und der widerlichen Gleisfelder mitten im Zentrum romantisch verklärte Augen kriegen kann und wegen S21 einen "Verlust von Heimat" befürchtet, bleibt mir schleierhaft! Natürlich ist das Projekt teuer! Na und! Es geht hier schließlich um eine Investition für die kommenden Jahrzehnte, welche den Schienenverkehr in der ganzen Region Stuttgart voranbringt und der Landeshauptstadt durch die Tieferlegung des Bahnhofs die Chance für eine nachhaltige Innenentwicklung eröffnet, nach der andere Kommunen sich die Finger lecken würden!

  • 12.08.2010 15:48 Uhr

    von Charlie Driggs:

    Mit diesem miesepetrigen, inhaltsarmen Herumgenörgel hat sich Herr Ingenhoven wohl endgültig aus der seriösen Dikussion verabschiedet.

  • 12.08.2010 15:44 Uhr

    von schade:

    die taz macht also kampagne für den bahnhof. und das obwohl es scheinbar unter verkehrsexperten fast niemanden gibt der den gut findet. und die mehrheit sicher dagegen ist. seltsame sache

  • 12.08.2010 15:29 Uhr

    von topomoos:

    Dass der selbst nicht mehr taufrische Ingenhoven den Protest gegen S21 als antimodernen Reflex alter Leute zu diskreditieren versucht ist armselig, lächerlich und entspricht mitnichten der Realität hier vor Ort. Dieser Mann scheint so gekränkt zu sein und blind vor Wut, dass er offenbar nicht mehr reflektiert, was er von sich gibt.Der Protest wird von allen Altersschichten getragen. Einer der Köpfe der Bewegung, Hannes Rockenbauch, ist 30.
    Es ist Ingenhoven, der sich verrannt hat. Zumal er die Zunft international namhafter Architekten gegen sich hat.

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